Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studium, Kind und dann erst Arbeit? Kann man gute Mutter+Ärztin sein?
Oh- die Sache mit dem Honorararzt. DAS wird es auf absehbare Zeit gar nicht mehr geben.
Warum das?
SusiSorgenlos
18.09.2017, 20:28
Susi, du hattest Päd gemacht? Hätte dich da gedanklich gar nicht eingeordnet.
Ne, bin in der Innren. Aber ich denke die Weiterbildung in der Päd und in der Inneren sind recht ähnlich (also formal, nicht inhaltlich)
Ne, bin in der Innren. Aber ich denke die Weiterbildung in der Päd und in der Inneren sind recht ähnlich (also formal, nicht inhaltlich)
Gut, bin beruhigt, dann habe ich doch der richtigen Abteilung zugeordnet.
Warum das?
Erfahren Sie dies in einer neuen Folge von Rentenversicherungsbefreiungs-Wars: WackenDoc strikes back :-))
WackenDoc
19.09.2017, 07:00
LOL- ganz einfach: Die DRV macht seit ein paar Jahren Jagd auf Honorarkräfte im Gesundheitswesen. Die sind nämlich alle scheinselbständig. Es gibt quasi kaum ein Modell in dem ein Arzt eine echte selbständige Honorarkraft ist. Damit hat die DRV schon das Notarztsystem zerschossen und die Betriebsprüfungen werden auch andere Honorarärzte treffen.
Christoph_A
19.09.2017, 10:59
Allerdings würde dann auch die halbe Krankenhauslandschaft zerschossen werden, deshalb seh ich das jetzt eher nicht so kritisch, RV hin oder her.
Möglicherweise tut das die DRV als Kollateralschaden ab. Es geht ja um die höhere Ordnung :-))
WackenDoc
19.09.2017, 15:07
@Christoph: Du hast noch nie mit so einem Sachbearbeiter zu tun gehabt, oder?
Die interessiert nicht, was sie damit anrichten.
Christoph_A
19.09.2017, 17:10
Im Einzelfall sicher nicht, sobald Häuser unter Druck geraten, werden die schnell an die Kette gelegt werden, spätest3ns, wenn mal wieder jemand über die Klinge springt und das Qualitätsblatt mit 4 Buchstaben Lunte riecht.
WackenDoc
19.09.2017, 20:28
Nope. Hat bei den Notärzten auch keinen interessiert. In den Städten merkt man es nicht, weil es da genug Kliniken gibt, deren Assistenzärzte über ihren normalen Arbeitsvertrag fahren.
Auf dem Land ist es zur Zeit teilweise dramatisch. Ich hab vor der Gesetzesänderung nicht so viele und nicht so viele kurzfristige Dienstangebote bekommen. Früher war das eher mal ein Kollege der kurzfristig krank geworden ist oder wegen sonstigen Notfällen kurzfristig ausgefallen ist. Und es haben sich echt schnell Kollegen gefunden, die eingesprungen sind. Da haste teilweise in die Röhre geschaut, wenn du die Mail erst nach zwei Stunden gesehen hast.
Jetzt gibt es viel mehr Schichten, gerade unter der Woche, die einfach nicht besetzt sind und es gibt kaum Kollegen, die es machen (können).
Und wenn du als Notarzt die Selbständigkeit nicht durch bekommst, dann als Krankenhaushonorararzt erst recht nicht. Betrifft aber auch Honorarpflegekräfte oder Honorarrettungsdienstler (ein paar RAs machen das)
schnix25
19.09.2017, 22:31
Hat sich das Problem nicht schon wieder erledigt? Es wurde doch eine Gesetzesänderung beschlossen.
https://www.marburger-bund.de/landesverbaende/nrw-rlp/artikel/allgemein-laenderpolitik/2017/geraeuscharme-und-schnelle-notloesung-fuer-notaerzte
Wobei man als Facharzt auch Dienste machen muss. Vielleicht nicht so stressige Vordergrunddienste, aber es sind trotzdem Dienste. Außerdem wird man älter, kann im Zweifelsfall gar keine Kinder mehr bekommen oder steckt das nicht mehr so gut weg.
Das kommt auf das Fach, das Haus, die Verhandlungen, die Spezialisierung an. Ambulant und z.B. Amtsarzt gibt's auch noch... die Möglichkeiten als Facharzt oder in fortgeschrittener Weiterbildung ohne Dienste zu arbeiten sind durchaus da.
LG
Ally
Ally, du hattest glaube ich Glück, dass du vor den Kindern ITS abarbeiten konntest. Das klappt oft nicht. Und wenn einem noch Rotation fehlen, dann ist es schwierig, in den ambulanten Bereich zu gehen. Und die Stellen mit familienfreundlich Arbeitszeiten sind im Klinik Bereich rar und sehr begehrt. Ich werde jetzt wohl einen andern Facharzt machen, weil es so aktuell für mich nicht funktioniert.
Deswegen meine Empfehlung an die TE, möglichst das Studium durchzuziehen, eine Klinik mit früher Intensivrotation zu suchen und da einen Haken dran zu machen. Es vereinfacht das Leben wirklich enorm. Und gerade in der Pädiatrie ist das nunmal wirklich das Nadelöhr. 24 Monate sind ja auch sogar im ambulanten Bereich machbar, definitiv ohne Schichtdienst. :-)
Erst nach dem Facharzt Kinder zu bekommen, wäre von der Planung her wahrscheinlich noch einfacher, wäre mir mit starkem Kinderwunsch und dem Plan mehrere Kinder zu bekommen, aber zu spät gewesen. Man weiß ja auch vorher nicht, ob es klappt und wie lange es dauern wird etc.
LG
Ally
Und da man nie weiß ob es klappt , sollte man meiner Meinung nach nicht so lange warten. Aus den Freundskreis habe ich mitbekommen, welche Lebensentwürfe/Träume/Wünsche zerstört sind, wenn es mit Kindern nicht mehr klappt. Und da spielt die Zeit einfach gegen einen. Wenn man sich erst mit Mitte 30 in die Kinderwunschbehandlung begibt, dann ist die Zeit knapp.
Man sollte für sich entscheiden wie wichtig einem Kinder sind.
Ich warte händeringend auf die neue WBO- der allgemeine Internist soll ja endlich auch einen fakultativen ambulanten Teil bekommen. Aber vermutlich wird das für mich zu spät kommen, die Mühlen mahlen ja seeeehr langsam. Hatte mal bei der Ärztekammer nach dem Stand der Dinge gefragt- das scheint noch viel Zeit zu brauchen. Ein Unding. Spiele daher immer noch mit dem Gesanken im letzten Ausbildungsjahr von der Inneren zur Allgemeinmedizin zu wechseln- ich wiege noch ab ob ich die längere Ausbildungszeit zugunsten besserer Familienfreundlichkeit in Kauf nehme.
Es ist schon wesentlich einfacher Kinder nach dem FA zu bekommen. Bzw das ist halt das Optimum. Auch wenn man die Nadelöhre schon in der Tasche hat. Man ist einfach wesentlich flexibler und selbstbestimmtes. Allerdings bin ich schon ein bisschen älter und nun doch auch sehr froh dass es mit dem Baby noch so gut geklappt hat. Ich habe auch einige Freundinnen (ja einige) die die Karriere immer vorgeschoben haben und wo es jetzt mit Mitte/Ende 30 nicht klappt. Trotz Kinderwunschzentrum etc.. Da sind dann tatsächlich Lebensträume zerplatzt. Das ist echt furchtbar mitzuerleben.
Ja, da muss man abwägen und natürlich muss auch immer der passende Partner da sein.
Biologisch ist es im Studium bestimmt am Besten. Dann hat man eventuell aber keine Chancen auf die Traumstelle, bei Ortsbindung vielleicht auch die gewünschte Fachrichtung und muss auch die unangenehmsten Teile der Weiterbildung, z.B. den Schichtdienst, mit Familie organisieren und der Familie das auch zumuten.
Organisatorisch ist es nach dem Facharzt bestimmt am Einfachsten, allerdings kann einem da die Fruchtbarkeit eher Probleme machen, vor allem, wenn man mehrere Kinder haben möchte.
Oder eben während der Assistenzzeit, wenn man zumindest schon eine Stelle in der gewünschten Fachrichtung bekommen hat, eventuell schon einen Vertrag über die gesamte Weiterbildung hat und vielleicht schon zeitlich schwierige Rotationen hinter sich gebracht hat.
Den idealen Zeitpunkt gibt es wohl wirklich nicht.
LG
Ally
Ich hatte Glück, dass es bei uns in der Weiterbildung keine so richtigen Nadelöhre bzw Rotation gibt, die Schwierigkeiten machen. Dann kam Tochter Nr 1 zu einem Zeitpunkt, zu dem ich die geforderte WB-Zeit, die im stationären Bereich erfolgen muss, schon hinter mir hatte, so dass ich nach der Elternzeit entspannt in die Praxis wechseln konnte. Damit habe ich frühes erstes Kind (mit 28 schwanger geworden bei unserem Beruf ist ja tatsächlich eher früh) und vernünftige WB-Zeitplanung gut unter einen Hut bringen können. Hin ich sehr dankbar für.
AryaStark
20.09.2017, 12:20
Super interessanter Thread. Das Thema beschäftigt ja so viele von uns, aber man spricht nicht so oft darüber.
Ich möchte auf jeden Fall Kinder, und am liebsten hätte ich 3. (Insofern ich das momentan abschätzen kann ;-) ) Bin aktuell 29 und habe keinen Partner. Das allein macht mir gelegentlich Sorgen, in Kombination mit dem Job wirds dann richtig kniffelig. Hab jetzt mein erstes WBJ Päd hinter mir, mache jetzt ein halbes Jahr lang Dissertation (musste jetzt sein, hat sich hier an der Klinik ergeben).
Danach wollte ich eigentlich sehr gerne ein "Schnupperjahr" in einem für mich sehr interessanten und durchaus weiterbildungs-relevanten Fach machen (KJP). Allerdings mache ich mir momentan Gedanken, ob das so sinnvoll ist. Ob ich nicht lieber schnell an ein Haus mit voller WB-Ermächtigung und Päd-Intensiv gehen sollte, damit ich in 2-3 Jahren den ganzen stationären Teil inkl. "Nadelöhr" ITS hinter mir haben könnte. Dann wär ich ca. 32, und könnte -- sofern dann ein passender Partner vorhanden wäre -- in aller Ruhe während ambulanter Anstellung das Projekt Kinder, Schwanger werden etc. angehen.
Ich nehm an, die Schwangerschaft selbst ist in einer Praxis besser zu machen als im Krankenhaus? Wie ist das jeweils mit Mutterschutz? Grad in der Päd gehen ja viele doofe Keime herum :-nix
Colourful
20.09.2017, 20:32
Ach, ich glaub in der Päd gibt es sowohl stationär als auch ambulant ganz schnell ein Beschäftigungsverbot, einfach weil die meisten Schwangeren nicht alle erforderlichen Titer haben.
Ja, den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. :-) Würde ich auch so sehen.
Ich persönlich finde es aber gut, relativ früh mit 27 Mutter geworden zu sein. Hatte da aber auch schon immerhin ein Jahr Berufserfahrung und einen Vertrag über die volle Weiterbildungszeit. Und ich finde die Vorstellung, dass meine Tochter (sollte es bei einem Kind bleiben - leider eher wahrscheinlich) 18 wird, wenn ich mit 45 noch jung genug bin, um noch mal durchzustarten.
Und ich finde arbeiten und Kind schon echt anstrengend - wüsste nicht, ob ich das in 10 Jahren auch so locker hinkriegen würde.
Und ja, ich hab auch nach der Arbeit echt noch Lust und Muße was mit ihr zu machen, zwar jetzt nicht jeden Tag das große Programm (Haushalt muss ja auch gemacht werden), aber trotzdem so, dass wir auch etwas davon haben und es nicht zu anstrengend ist.
maniac89
20.09.2017, 21:41
Im Idealfall gibts ja auch einen Papa, der sich in die Pflicht nehmen lässt. Ich sehe irgendwie nicht ein, wieso man Ausfallzeiten durch Kinderbetreuung nicht 50:50 teilen sollte. Ich bin wirklich kein Karrierre- sondern eher Familienmensch, aber gerade deswegen ist es mir wichtig, dass die private Beziehung gleichberechtig ist und das gegenseitige Verständnis für die Perspektive des anderen nicht verloren geht. Und für die (eher) klassische Rollenverteilung kenn ich diesbezüglich ein paar abschreckende Beispiele aus dem Freundeskreis.
Ehrlich gesagt ist für mich eine da zu mir passende Einstellung auch hartes Kriterium bei der Partnerwahl.
Aber ja.. Grundvoraussetzung dafür ist, die Ansprüche an sich selbst runterzuschrauben, und zwar auch an sich als Mutter. 100% bei beidem geht halt nicht.
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