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Dermatologie in Brasilien

Medizinstudium unter´m Zuckerhut

Caterina Schweier

Eigenes Zimmer und kümmern musste ich mich um wenig

Trotz der sehr kurzfristigen Kommunikation bin ich dann am Flughafen in Florianopolis von meiner Gastschwester abgeholt worden und war erleichtert, dass sie sehr gut Englisch sprach. Ich war nicht gerade in der Lage, meine "fortgeschrittenen" Portugiesischkenntnisse gleich anzuwenden. Leider bin ich dann sowohl mit ihr als auch ihren beiden Schwestern dabei verblieben, über den gesamten Zeitraum Englisch zu sprechen, sodass ich eigentlich nur im Krankenhaus und mit den Gasteltern Portugiesisch (eher umgewandeltes Spanisch) gesprochen habe. Ich hatte in der Familie mein eigenes Zimmer und musste mich auch sonst um fast gar nichts kümmern, da es eine Hausangestellte gab, die kochte, putzte, die Betten machte, die Wäsche wusch, selbst wenn ich lediglich mein Geschirr wegräumen wollte, wurde lautstark von allen Seiten protestiert. Auch in punkto Essen wurde immer gefragt, was ich haben wollte und es war für meine Gastfamilie selbstverständlich, dass ich auch am Wochenende mit ihnen aß, auch wenn sie gemäß der DENEM-Richtlinien am Wochenende nicht für meine Verpflegung zuständig waren. Lediglich unter der Woche, während der Mittagspause im Krankenhaus, war ich für mein Essen selbst zuständig. Zwar hätte ich auch dort freie Verpflegung durch die Krankenhaus-Küche gehabt, aber nach einmaligem Ausprobieren dieser, habe ich es dann doch vorgezogen, zumindest mittags lieber auswärts essen zugehen. Zumal die Restaurants und insbesondere jene, die ein sogenanntes Buffet-a-Kilo anbieten, derart günstig waren, dass ich mit einem wirklich vorzüglichen und reichhaltigem Lunch dort immer noch billiger wegkam als in jeder deutschen Studentenmensa!

Florianopolis - die Stadt mit der höchsten Lebensqualität Brasiliens

Die Stadt Florianopolis liegt im vergleichsweise wirtschaftlich bedeutend reicherem südlichen Teil Brasiliens und wurde sogar vor wenigen Jahren zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität in Brasilien gekürt. Das Faszinierende daran ist meiner Ansicht nach besonders die Tatsache, dass sich ein Teil der Stadt auf einer Insel und der andere Teil auf dem Festland befindet und eine die Golden-Gate-Bridge nachahmende Brücke beide Teile verbindet.

Gelauscht (Foren)

Berichte
Um die Insel herum gibt es fast 40 verschiedene Strände, die alle ihre eigenen Reize und Vorzüge besitzen, egal ob Surfen, Schwimmen oder auch nur zum Sonnenbaden und Caipi-Trinken, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Weitere Pluspunkte sind eine für brasilianische Verhältnisse noch sehr geringe Kriminalitätsrate und eine günstige geographische Lage für Reisen nach Foz do Iguazu, den weltgrößten und einfach atemberaubenden Wasserfällen, Buenos Aires und selbstverständlich auch nach Rio!

Im Krankenhaus:
Neuartige Krankenbilder, freundliche Dermatologen, aber leichte Langeweile

Da ich meine Famulatur in einem staatlichen Universitäts-Krankenhaus ableistete, hatte ich in Brasilien die Möglichkeit, einige sehr interessante Krankheiten zu sehen, die in Deutschland vermutlich auch alles andere als alltäglich sind. Nachdem ich jahrelang immer in dem Irrglauben gelebt habe, daß Lepra weitgehend ausgerottet sei, bekam ich plötzlich wöchentlich gleich mehrere Fälle zu Gesicht. Auch infektiöse Hauterkrankungen wie z. B. Scabies sind bedingt durch oftmals sehr enge und ärmliche Wohnverhältnisse zumindest bei den unteren Schichten stark verbreitet. Das Krankenhaus ist nämlich in erster Linie für die ärmere Bevölkerung ohne zusätzliche private Krankenversicherungen zuständig. Diese erhält dort eine kostenlose Behandlung und oft sogar noch Medikamenten-Muster gratis. Der reichere Teil der Bevölkerung ist dagegen fast immer zusätzlich privat versichert und geht bei Bedarf vorwiegend zu privaten Krankenhäusern und Ärzten.

Wie schon erwähnt, war ich der Dermatologie-Abteilung zugeteilt, die mich dort auch alle sehr freundlich aufnahmen. Mein vorgesehener Zeitplan war zwar von 8.00-12.00 und von 13.00-16.00, aber aufgrund oftmals mangelnder Patientenzahlen oder auch anderer Gründe, war ich selten zu diesen ursprünglich vorgegebenen Zeiten im Krankenhaus. Hinzu kam noch, daß meine Gastfamilie doch etwas außerhalb mit nur sehr schlechten Busverbindungen wohnte und ich daher meistens mit einer meiner Gastschwestern zum Krankenhaus gefahren bin. Es hing also oft sehr von ihren Stundenplänen ab, ob ich 1 Stunde vor oder nach der vorgesehenen Zeit im Krankenhaus ankam - gestört hat das aber sowieso keinen.

Überhaupt waren die Ärzte vor Ort alle sehr freundlich und unkompliziert, so daß es nie irgendwelche Probleme gegeben hat. Am Montag Vormittag gab es immer eine Fortbildung über ein bestimmtes dermatologisches Spezialgebiet, welche meistens von den älteren Fachärzten geleitet wurde. Dienstags und Donnerstags wurden ambulante Operationen durchgeführt (jede Menge Nävus-Entfernungen, Biopsien, etc…). Um ehrlich zu sein, habe ich mich dabei meistens extrem gelangweilt (leider durfte ich wie auch die brasilianischen Studenten nichts selbst machen) und es daher vorgezogen, derweilen in meinem mitgebrachten Klinikleitfaden Dermatologie zu lesen, um die Zeit nicht vollkommen zu verschwenden.
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