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Dermatologie in Brasilien

Medizinstudium unter´m Zuckerhut

Caterina Schweier

Die anderen Tage waren dann für so genannte Consultorios reserviert, es gab eine Akne-Sprechstunde, eine Psoriasis-Sprechstunde, eine Präkanzerosen-Sprechstunde, etc. und sogar, was mich doch sehr erstaunt hat, eine eigene Leprasprechstunde! Meine "Aufgabe" dabei war es im Allgemeinen zuzuhören und ab und zu Neoplasien mit Kryotherapie zu behandeln. Was mich im Klinik-Alltag immer wieder aufs Neue schockierte, waren die häufig sehr weit fortgeschrittenen Krankheitsstadien der Patienten zum Zeitpunkt ihrer ersten Vorstellung im Krankenhaus. Ich kann mich noch gut erinnern, wie entsetzt ich war, als ein älterer Mann mit einem faustgroßen brokoli-artig wachsenden Tumor auf der linken Wange kam und erzählte, daß dieser nun schon seit mehr als zwei Jahren dort wachsen würde, er bisher aber keinen Arzt konsultiert habe. Zwar ist die Behandlung in den öffentlichen Krankenhäusern in Brasilien frei, leider scheint das aber einem Großteil der ärmeren Bevölkerung nicht bekannt zu sein, so daß sie aus Angst vor finanziellen Belastungen häufig abwarten, bis ihre Krankheit so weit fortgeschritten ist, daß sie gezwungen sind, einen Arzt aufzusuchen. Auch wenn die meisten der Consultorios zwar oft nicht besonders spektakulär waren, habe ich dennoch den Eindruck, von ihnen noch am stärksten profitiert zu haben, da ich dabei viele unterschiedliche Krankheitsbilder sehen konnte. Zudem konnte ich noch durch die Arzt-Patienten-Gespräche mein Portugiesisch-Verständnis entscheidend verbessern. Im Gegensatz zu meinen Gastschwestern kann nämlich der größte Teil der brasilianischen Bevölkerung, wenn überhaupt, nur sehr schlecht Englisch, und auch die meisten Ärzte in der Dermatologie haben sich meist derart für ihre schlechten Englisch-Kenntnisse geschämt, daß sie mir nur selten etwas erklärt haben.

Daher habe ich es auch schnell bereut, in meiner Vorbereitung auf Brasilien nicht mehr Portugiesisch gelernt zu haben. Ich hatte mich darauf verlassen, daß Spanisch und Portugiesisch ähnlich seien und ich deshalb keine Probleme mit dem Verständnis haben würde. Das stimmte zwar insoweit, als ich Geschriebenes mühelos verstanden habe, da aber die Aussprache der beiden Sprachen (plus Dialekte, Umgangssprache, etc...) doch sehr stark voneinander abweicht, habe ich zumindest die ersten beiden Wochen leider nur wenig von den Gesprächen verstanden. Ich kann daher nur jedem, der eine Famulatur in Brasilien plant, raten, sich so viel wie möglich mit der brasilianischen Sprache zu befassen und insbesondere das Hörverständnis mittels CDs etc. zu trainieren..

Rückblick:
Unglaubliche Gastfreundschaft im Lande von Samba und Zuckerhut

Trotz der anfänglichen Sprachprobleme im Krankenhaus würde ich nicht sagen, daß meine Famulatur vergeblich war. Auch, da es mir dabei nun einmal nicht nur um die Arbeit im Krankenhaus, sondern eigentlich vielmehr um die Erfahrungen ging, die der ganze Austausch sonst noch mit sich brachte.

Brasilien

© carlosh / PIXELIO
Wie bei meinen vorherigen Aufenthalten in Südamerika auch genoß ich die ausgeprägte Freundlichkeit und Lebensfreude der Menschen, so daß ich in Deutschland erst wieder einige Zeit benötigte, um mich wieder an die eher reservierte Umgangsweise zu gewöhnen. Ich habe insbesondere durch das Leben in der Gastfamilie einen interessanten Einblick in das brasilianische Leben einer dortigen Mittelklasse-Familie gewonnen, viel mit ihnen unternommen, dabei viel von der Schönheit des Landes und die fast schon unglaubliche Gastfreundschaft der meisten Brasilianer kennengelernt und habe schon alleine deshalb sehr von meiner Famulatur profitiert. Daher kann ich auch nur jedem, der mit dem Gedanken spielt, eine Famulatur in einem medizinisch nicht ganz so hochentwickelten Land wie Deutschland zu absolvieren, dazu raten, diese beispielsweise in Brasilien zu machen. Land und Leute werden diese bestimmt zu einem Erfolg werden lassen!!

Anmerkungen und Tips
Famulaturstelle, Versicherungen, Visum, Flug und Co.

Bei einer über den DFA-vermittelten Famulatur in Brasilien ist man fast immer bei brasilianischen Medizinstudenten untergebracht, die dafür kein Geld, sondern lediglich so genannte Credits erhalten, mit Hilfe deren sie dann selbst eine Auslandsfamulatur machen können (ist nicht mal sicher). Ein kleines Gastgeschenk, Bilder von Deutschland, Familie, etc. mitzubringen, bietet sich daher an! Um ein Visum habe ich mich in Deutschland nicht gekümmert, da man mit einem deutschen Reisepaß bei Einreise automatisch ein 3-monatiges Touristenvisum bekommt, was zumindest für eine Famulatur genügen sollte, versprechen kann ich das natürlich nicht (bei mir war’s ausreichend bzw. es hat mich auch keiner danach gefragt). Haftpflicht-, Reisekranken- und Reiseunfall-Versicherungen gibt’s als günstiges Paket für Medizinstudenten von der dt. Ärzteversicherung. Devisen: Man kann in Brasilien mittlerweile problemlos mit normalen ec-Karten an den Bankautomaten Geld abheben (ist auch billiger als mit Kreditkarte), dennoch ist eine zusätzliche Kreditkarte empfehlenswert (VISA oder Mastercard); Travellerschecks hatte ich selbst keine dabei, kann also daher nichts über ihre Akzeptanz aussagen. Reise-Bücher: Ich selbst hatte den Lonely Planet Brazil dabei, war durch die Auflage von 2002 zwar etwas veraltet, dennoch hilfreich. Angeblich soll aber im Frühjahr 2005 eine neue Auflage herauskommen. Die billigsten Inlandsflüge gibt’s bei Air Gol (eine Art brasilianische Ryan Air), allerdings lassen sich die Flüge übers Internet bisher nur mit brasilianischer ID (dann werden alle Kreditkarten akzeptiert) oder aber als Ausländer nur mit American Express-Karte (!!!) buchen. Es lassen sich aufgrund der extremen Größe Brasiliens natürlich keine generellen Aussagen bezüglich des Landes und der Kultur machen, auch die Klima-Verhältnisse variieren erheblich, dennoch könnt Ihr mich bei weiteren Fragen natürlich gerne persönlich per E-Mail unter [email protected] kontaktieren

Name und Anschrift des Uni-Krankenhauses in Florianopolis:
Universidade Federal de Santa Catarina
Hospital Universitario Campus Universitario
Trindade-Fpolis-SC
CEP 88040-970
Fone/Fax: (48) 234-3014
Ansprechpartner in der dortigen Dermatologie: Dr. Daniel


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