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Interview mit einer Assistenzärztin

Ich liebe es mit den Menschen zu arbeiten

MEDI-LEARN

1. Warum hast du den Beruf des Arztes ergriffen?

Eigentlich wollte ich früher einmal Veterinärmedizin studieren. Ich bin aber durch das Schulpraktikum davon abgekommen und habe mich für die zweibeinigen Mitmenschen entschieden. Zumal man nach dem Medizinstudium sehr viele Möglichkeiten hat, z.B. tägliche Praxis, Forschung, Ausland, Journalismus etc..

2. Was macht dir besonders viel Spaß im Job, was gefällt dir überhaupt nicht?

Ich liebe es mit den Menschen zu arbeiten und es ist manchmal Wahnsinn, was man zurückbekommt. Es sind die Kleinigkeiten des Alltages, die den Beruf für mich so spannend machen. Es gibt zwar irgendwann eine gewisse Routine, aber jeder Tag verläuft trotzdem anders ab. Ich freue mich mit kleinen simplen Dingen den Menschen helfen zu können. Es ist schön mit anzusehen, wie es den Patienten wieder besser geht und er dann freudestrahlend die Klinik wieder verlässt.
Es gibt auch unangenehme Momente...z.B. wenn man den Tod eines Angehörigen mitteilen muss oder dem Patienten sagen muss, dass er unheilbar erkrankt ist. Zu dem kommt der Stressfaktor dazu...Überstunden, zu viele Dienste...da bleibt manchmal die Kommunikation mit dem Patienten auf der Strecke. Man sollte sich aber zumindest die Freundlichkeit in solchen Momentan bewahren...auch wenn es schwer ist. Man darf sich auf alle Fälle nicht selber vergessen, denn ansonsten passiert es schnell, dass man kurz vor einem Burn-Out steht.

3. Welche Fachrichtung möchtest du später einmal einschlagen? Gib es hier eine feste Wahl oder hältst du das eher offen?

Innere Medizin...entweder mit Subspezialisierung Kardiologie oder Gastroenterologie.

Gelauscht (Foren)

Assistenzarzt

4. Wie viele Stunden arbeitest du pro Monat durchschnittlich?

Ohne Dienste 170 Stunden
Mit Diensten 210 Stunden

5. Wie würdest du den Arbeitsalltag/Arbeitsatmosphäre im Krankenhaus kennzeichnen?

Ich bin in einem Lehrkrankenhaus und ich empfinde das Arbeitsklima als doch angenehm. Der Chef bemüht sich um seine Mitarbeiter und hat auch ein offenes Ohr für Probleme oder sonstige Anliegen. Er ist bemüht, dass ein reibungsloser Ablauf des Tages erfolgt...manchmal ist aber auch er, der alles in Verzug bringt. Aber das ist normal...
Das Verhältnis der Oberärzte und Assistenzärzte ist ebenfalls angenehm...zumindest ist das meine Meinung. In Stresssituationen ist schon eine gewisse Anspannung zu merken, aber solange mit gemeinsam an einem Strick zieht, bleibt auch hier die Atmosphäre \"angenehm\".
Es gibt solche und solche Schwester/Pfleger...als Anfänger habe ich gerne die Hilfe der erfahrenen Schwester angenommen. Solange man die Nase nicht zu weit oben trägt, sind die Schwestern auch nett zu einem. Klar, eine gewisse Autorität sollte man schon an den Tag legen, denn ansonsten tanzen sie einem auf der Nase und nutzen die Gutmütigkeit schamlos aus!!!

6. Welches sind die häufigsten Tätigkeiten auf Station und wie viel Zeit verbringst du damit?

Angefangen mit Blut abnehmen und Flexülen legen: ca. 1Stunde.
Visite: 1,5-2 Stunden
Papierkram (Briefe, Telefonate etc.: 2-3 Stunden praktische Tätigkeiten (Sono, Punktionen etc.): 2-3 Stunden
FRÜHSTÜCK: 30 Minuten

7. Magst du uns dein schönstes und auch dein unangenehmstes Ereignis als Arzt schildern?

Mein schönstes: Ich finde es immer faszinierend, wenn alte exsikkierte Damen aus dem Heim durch eine einfache Infusionstherapie aufklaren und danach wieder mit einem sprechen. Es kommt sogar vor, dass sie dann mit Hilfe wieder aufstehen können...manchmal ist unsere Klinik ein wahrer Jungbrunnen und wir machen aus alt jung!!!

Mein unangenehmstes:
Sind die Situationen, wo man sehen muss, dass jemand am Sterben ist bzw. jemand gestorben ist. Vor kurzem hatte ich einen jungen Vater mit einem metastasierten Magen-Ca, der akut geblutet hat. Initial war er stabil. Doch plötzlich fing er an eimerweise Blut zu spucken. Seine Ehefrau war mit dabei und sie tat mir einfach nur leid. Endoskopisch konnten wir keine Blutstillung vornehmen, so dass er in die Chirurgie verlegt wurde. Er ist zwei/drei tage später gestorben. Bei solchen Sachen sind einen schlichtweg die Hände gebunden und es ist einfach traurig und frustrierend, dass man die Patienten nicht mehr heilen kann.
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