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Facharztprüfungprotokoll detail

 
Prüfungsprotokoll:
 
Ort/Uni:  Dresden, Technische Universität Dresden
Fach:  andere Fachrichtungen
Prüfer: 
   
Atmosphäre:  eher gespannt
Dauer:  1 Std.
Note:  keine Angabe
Vorgespräch:  nein
Kleidung:  Anzug
Gespräch: 
Prüfer:
Dr. med. Jörg Stöbe, Leipzig
Dr. med. Jan Ernstberger, Chemnitz
Prof. Dr. med. Sirak Petros, Leipzig

1. Prüfer:
3 Fälle aus der ITS mitgebracht (Papillarmuskelabriss mit schwerster Mitralklappeninsuffizienz, PJP-Pneumonie bei Immunsupression, akutes Aortensyndrom mit penetrierendem Aortenulkus); alles klinisch und eher orientierend gefragt

2. Prüfer:
präklinischer Notfall, man wird als NA zur einem 80J. Mann mit Bewusstlosigkeit in die Häuslichkeit gerufen; letztendlich schwere Hyperglykämie sowie Einnahme von Metformin und SGLT-2-Inhibitoren, kurze Fragen zum Management der schweren Hyperglykämie, aber auch alles eher orientierend; nächster Fall mit septischem Patienten und oberflächlicher Bauchwunde: wie nähert man sich diagnostisch? letztlich im CT Nachweis eines nach kutan gefistelten Leberabszesses, Frage nach Therapie, hier Chirurg vs. interventioneller Radiologe diskutiert; dann werden zwei EKGs vorgelegt, im ersten zeigte sich ein normofrequentes Vorhofflimmern mit intermittierenden Schrittmacherspikes ohne folgenden QRS-Komplex => mit Hilfe kam ich auf die Diagnose eines dislozierten und daher wild vor sich hin stimulierenden Schrittmacherkabels; im zweiten zeigten sich M-förmige QRS-Komplexe ohne klare Schrittmacherspikes, hier war letztlich eine Fehlstimulation zu erkennen, welche auf einer falschen Verpolung des Schrittmachers (atriales Kabel im Ventrikel, ventrikuläres Kabel im Atrium, dadurch Stimulation des Ventrikels vor dem Atrium) beruhte, habe ich nicht erkannt

3. Prüfer:
19 jährige Patientin wird ohne Bewusstsein in die Notaufnahme geliefert; pH 6,8, BZ 16 mmol/l, Lactat normwertig, CO2 8-9 mmHg, Kalium 3,3: was fehlt ihr? Ich beginne von metabolischer Azidose und Differenzialdiagnosen sowie Ausrechnung der Anionenlücke zu erzählen, werde aber rasch unterbrochen, wieder die Fragen: was hat die Patientin? ich setze erneut an, erzähle über die Möglichkeit der Ketonbestimmung im Urin, Nierenfunktion und Alkoholspiegel im Serum; werde wieder unterbrochen, diese Möglichkeiten hätte ich nicht zur Verfügung, ich müsste jetzt sofort handeln; zu diesem Zeitpunkt bin ich natürlich schon einigermaßen verunsichert; Prof. Petros verweist auf der Errechnen der Serumosmolalität und der osmotischen Lücke, wie ich das denn berechnen würde? Ich sage, dass ich dafür einen Rechner nutzen würde; Prof. Petros lehnt sich zurück und sagt leise und mit sehr ernstem Blick: das ist nicht gut. so etwas MÜSSEN Sie wissen! was ich bezüglich des pH machen würde? Ich verweise auf die Möglichkeit der Gabe von Natriumbicarbonat, werde wieder direkt unterbrochen; wenn ich Natriumbicarbonat geben würde, käme ich ins Gefängnis! Warum? Letzlich wollte er auf den Kaliumshift nach intrazellulär unter steigendem pH und folgender Hypokaliämie mit mgl. Kammerflimmern hinaus. Natürlich hätte er auch einfach fragen können, auf welche Elektrolyte man in dieser klinischen Situation achtgeben muss, aber so schwingt dieser Prüfer scheinbar nicht, man kommt direkt ins Gefängnis....
Letzlich ging es überhaupt nicht um die fragliche Diagnose und Therapie sondern ausschließlich um Pathophysiologie im kleinen Detail. Im praktischen Teil werden eine Beatmungskurve mit Airtrapping, eine invasive Blutdruckkurve mit qualitativ schlecher Ableitung (Schwester soll die Leitung kontrollieren) und ein Bild einer Hand mit nekrotisierender Fasziitis als Blickdiagnose gezeigt

Insgesamt eine fast 1,5 Stunden lange und eher unangenehme Prüfung. Spezielle intensivmedizinische Therapie hat, v.a. bei Prof. Petros fast überhaupt keine Rolle gespielt. V.a. Herr Dr. Stöbe und auch Herr Dr. Ernstberger waren insgesamt zwar nett, Differenzialdiagnostik von Schrittmacherdysfunktionen bei kardiopulmonal stabilen Patienten ist m.E. aber kein trotzdem intensivmedizinisches Thema.
Prof. Petros ist, unabhängig von meinen Wissenslücken, kein guter Prüfer. Er konstruiert eine Situation, in der normale Diagnostik (Ketone im Urin, Serumanalyse) nicht zur Verfügung steht und besteht auf der Fähigkeit, auf althergebrachte Methoden zurückzugreifen. Wenn man mal etwas nicht weiss, wird nicht darüber hinweggangen und eben ein anderes Thema bearbeitet, sondern erst recht nachgebohrt und zusätzliche Details abgefragt, die man dann natürlich auch nicht weiss. Nachfragen meinerseits zur Erklärung bei Verständnisproblemen werden entweder ignoriert oder nur unzureichend beantwortet.