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Prüfungsprotokolle - Physikum detail

Prüfer : --- bitte wählen ---
Uni : München, LMU
Fach : Physiologie

Das folgende Prüfungsprotokoll wurde von einem Studenten
bei uns in die Datenbank eingetragen:


Allgemeines: Aufgrund von Corona wurden wir einzeln geprüft. Ich kam zum ausgemachten Raum im BMC und nach der Ausweis- und Einladungskontrolle durch meine Prüfungsvorsitzende ging es auch schon los. Die Atmosphäre war angenehm und viel entspannter als bspw bei Anatomietestaten o.ä. Ich durfte sagen, wenn ich zwischen den Prüfungen eine Pause wollte, habe dies aber nicht in Anspruch genommen, sondern nur kurz etwas zwischendurch getrunken. Aufgrund der Coronalage wurden die Masken während der Prüfung aufgelassen und zwischen Prüfling und Prüfer war eine Plexiglasscheibe. Nach etwa 50 min war die Prüfung zu Ende und ich erfuhr nach ca. 3 min Beratungszeit meine Note.
Protokoll: Sie haben ja in der Biochemie vorhin schon kurz etwas über die Erythrozyten gesagt, erzählen Sie mal etwas über das Blut. Das Blut besteht aus etwa 45% zellulären Bestandteilen und etwa 55% nicht zellulären Bestandteilen. Die zellulären Bestandteile gliedern sich in die Erythrozyten, die roten Blutkörperchen, die Leukozyten, die weißen Blutkörperchen und Thrombozyten, die Blutplättchen. 1 mikrol. Blut enthält etwa 4,2-5,9 Mio Erys, ca. 4000-10 000 Leukos, wobei für Kinder z.B. andere Grenzwerte gelten und etwa 150 000 bis 400 000 Thrombos. Die Leukozyten lassen sich aufteilen in neutrophile Granulozyten- Da kommen wir später noch darauf zurück, gehen wir erstmal noch auf die anderen Blutbestandteile ein. Die nicht-zellulären Bestandteile bilden das Plasma, das sind z.B. Proteine, Glucose, Elekrolyte, Hormone und Signalstoffe sowie andere niedermolekulare Stoffe. Entfernt man die Gerinnungsfaktoren aus dem Plasma, so erhält man das Serum. Wenn man jetzt ein rotes Blutbild macht-also das ist ja heute nicht mehr üblich, aber wenn man es trotzdem machen würde- was schaut man da so an? Man erhält die Anzahl der Erys, wie schon gesagt ca. 4,2-5,9 Mio pro mikrol. Sie haben ja vorhin schon gesagt, dass bei Kindern andere Grenzwerte gelten, wie ist denn das bei Männern und Frauen? Männer haben mehr Erythrozyten pro mikrol. Gut und woran liegt das? Das liegt am Testosteron, das die EPO Produktion und somit die Eryproduktion erhöht. Sehr schön, wie wird denn das Testosteron gebildet und wie wird das reguliert? Das Testosteron wird in den Leydig- Zwischenzellen des Hodens und der Zona reticularis der Nebennierenrinde gebildet. Die Regulation erfolgt über die Hypothalamus Hypophysen Achse. Im Hypothalamus wird GnRH gebildet und pulsatil freigesetzt, bei Frauen in der ersten Zyklus Hälfte etwa alle 90 min, in der zweiten Zyklushälfte und bei Männern alle 2,5-4h. Wir bleiben aber jetzt nur beim Mann. Ok, das GnRH wirkt dann auf die Adenohypophyse, die LH freisetzt und somit die Leydig Zellen zur Testosteron Produktion anregt. Dann gehen wir zurück zum roten Blutbild, was betrachtet man da noch? Den Hb, bei Frauen 12-16g/dl und bei Männern 14-18 g/dl. Bei geringeren Werte liegt eine Anämie vor. Außerdem kann man die Ery-Indices beurteilen. MCV- mean corpuscular volume- durchschnittliches Volumen eines Erys, ca. 81-100fl, normozytär, wenn kleiner mikrozytär, wenn größer makrozytär. MCHC-mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration (aller Erys)- ca. 30-36 g/dl. MCH- mittleres korpuskuläres Hämoglobin- 27-34pg, normochrom, wenn mehr hyperchrom, wenn weniger hypochrom. Sie haben grade schon die Anämie erwähnt, was für Anämien kennen Sie denn? Es gibt die normochrome, normozytäre Anämie. Bsp. Akuter Blutverlust, renale Anämie (zu wenig EPO Produktion). Was gibt es noch für eine Ursache für eine normochrome normozytäre Anämie? Eine Erkrankung des Knochenmarks, beeinträchtigt die Blutbildung. Sehr gut. Dann die hypochrome mikrozytäre Anämie. Bsp Eisenmangelanämie, das ist auch die häufigste Anämieform. Und die hyperchrome makrozytäre Anämie, Bsp. Cobalaminmangel. Dann gehen wir mal weiter zu den Leukozyten, was machen die denn? Sie sind für die Immunabwehr verantwortlich. Es gibt die neutrophilen Granulozyten, etwa 60% von allen, die Lymphozyten, etwa 30% von allen, die Monozyten, etwa 6% von allen, die eosinophilen Granulozyten, etwa 3% von allen und die basophilen Granulozyten, etwa 1% von allen. Was machen denn die neutrophilen Granulozyten genau? Sie phagozytieren Erreger bzw Pathogene. Außerdem können sie den sogenannten respiratory burst auslösen. Genau. Und die Thrombozyten? Sie sind für die Hämostase zuständig. Erklären Sie die primäre Hämostase! Die primäre Hämostase ist die Blutstillung. Ziel ist Bildung eines weißen Thrombus. Zuerst Adhäsion der Thrombozyten an geschädigtem Endothel mittels GPIb-Rezeptor und von-Willebrand-Faktor. Dann Thrombozytenaktivierung, Ausbildung von Pseudopodien, a- und d- Granula schütten Serotonin und ADP aus. Was schütten sie noch aus? Ah, Thromboxan. Die ausgeschütteten Stoffe wirken vasokonstringierend. Und zuletzt kommt die Thrombozytenaggregation. Wie wirkt denn das Serotonin vasokonstringierend? [Hier wusste ich nicht wirklich weiter und Dr Beck hat mich dann über viele Umwege mit NO und seiner Wirkung durch die lösliche Guanylatzyklase, der glatten Muskulatur und der MLKK und MLKP schließlich wieder zurück zum Serotonin geleitet und irgendwie hab ich auch den Faden im Kopf ein bisschen verloren und auch als sie dann mit den Antworten zufrieden war, wusste ich nicht mehr als vorher, also das Thema vllt einfach nochmal im Lehrbuch nachlesen, irgendwie wirkt Serotonin scheinbar direkt an der Verletzung vasokonstringierend und weiter weg dilatierend].
Kommen wir nochmal zur Hypothalamus Hypophysen Achse zurück, welche Hormone außer den Sexualhormonen werden durch sie reguliert? Schilddrüsenhormone, Hypothalamus TRH, Hypophyse TSH, regt Produktion von T4 und T3 in der Schilddrüse an. Negative Rückkopplung. Wie erfolgt denn da noch die Regulation? [hat ein bisschen geholfen, dann kam ich drauf] Ah ja, die Dejodierung von T4 zum aktiven T3 in der Peripherie. Außer den Schilddrüsenhormonen wird noch das Wachstumshormon über die Hypothalamus Hypophysen Achse reguliert. Was denn noch? Sagt Ihnen denn CRH was? Ja, CRH wird aus dem Hypothalamus ausgeschüttet und stimuliert die ACTH Ausschüttung aus der Hypophyse und ACTH wiederum die Glucocorticoid bzw Cortisolsynthese in der Zona fasciculata der Nebennierenrinde. Vielen Dank, die Zeit ist um.

Fazit: PD Dr Beck habe ich als absolut liebe und angenehme Prüferin erlebt, ein totaler Glücksgriff! Sie gibt genug Zeit zum Überlegen, hilft wenn man hängt und präzisiert auch auf was sie rausmöchte. Prüft ziemlich protokollkonform, (Lieblingsthemen Herz, Kreislauf, Blut, bisschen Hormone). Wenn sie merkt, dass man in einem Bereich fit ist, fragt sie gern auch tief und schaut wie weit sie gehen kann, nicht beirren lassen, sie hilft dann auch sehr weiter und es geht ihr eher ums Verständnis als bspw um irgendwelche genau auswendig gelernten Dinge.