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Interview zum Präp-Kurs

Sichtbarer Erfolg bringt Spaß

Redaktion (MEDI-LEARN)

 

Der Präp-Kurs ist sicherlich DAS Highlight der vorklinischen Ausbildung: denn hier lernt der angehende Mediziner den Aufbau des menschlichen Körpers bis in das letzte Detail kennen. Wir waren neugierig, wie Studenten hierzulande den Präp-Kurs erlebt haben. Lies unsere Interviews, die dir einen Einblick in die Erfahrungswelt junger Mediziner liefern.

Kannst du dich noch an den Augenblick erinnern, als du den Präp-Saal zum ersten Mal betreten hast? Wie sah das aus und was ging dabei in dir vor?

Als ich zum ersten Mal in den Präpsaal kam, waren die Leichen noch zugedeckt. Das hat mich ungemein beruhigt im ersten Moment. Ich war aus irgendeinem Grund auch überrascht, wie hell es ist. Der Geruch war auch nicht so schlimm, wie ich ihn mir ausgemalt hatte. Es war kalt. Nervös blieb ich jedoch nach wie vor, bis wir die Leiche zum ersten Mal aufdeckten und die ersten Schnitte durchführten. Da war die Nervosität ganz schnell wie verflogen.
 

Hast du auch im Vorfeld des Präp-Kurses schon vermehrt an das „Erste Mal Präppen“ gedacht?

Da bei uns der Präpkurs fast zeitgleich mit dem Studium anfi ng, hatten wir zwar schon eine kleine Einführung, aber viel Zeit, mich großartig damit auseinanderzusetzen, hatte ich nicht. Allerdings war ich schon am Tag vor meinem ersten Präpkurs so nervös, dass ich nicht schlafen konnte. Im Rahmen der Einführungswoche wurde uns der Film „Anatomie“ gezeigt. Das hat meinem Schlaf dann auch nicht sonderlich geholfen.


Wurden deine Erwartungen erfüllt oder eher enttäuscht?

Ich stellte mir den Präpkurs als sehr interessant, aber als große Überwindung vor. Beides hat sich zu einem gewissen Grad als wahr erwiesen. Trotzdem war ich erstaunt, wie schnell mich das Präparieren keine Überwindung mehr kostete und auch, dass der Ekel fast komplett verschwand. Enttäuscht war ich, was das Aussehen der Leiche betraf. Ich hatte mir vorgestellt, alles leicht erkennen zu können, dass es mehr Farbe hat und mehr an ein Lehrbuchbild erinnert.
 

Was war denn besonders schwierig zu lernen, was war unangenehm?

Extremitäten fand ich nicht so einfach, mit den ganzen Muskeln mit Ursprung, Ansatz und Innervation. Ich glaube es hat mich auch weniger interessiert, als die anderen Themengebiete. Fett zu entfernen, das fand ich nervig. Das dauert ewig und scheint – je nach Körperbau der Leiche – nie enden zu wollen.
 

Und dein Highlight des Präp-Kurses?

Ich fand den Themenbereich Situs sehr interessant. Als man endlich die Organe mal sehen und anfassen konnte – das hat mir sehr viel Spaß gemacht! Überhaupt: Spaß hat es mir dann gemacht, wenn man sichtbare Erfolge erzielen konnte. Also beispielsweise, wenn man Haut von einer Körperregion entfernt hat und am Ende des Tages wirklich festgestellt hat, dass man einiges geschafft hat.
 

Wie häufig und wie lang fand der Präpkurs statt?

Zweimal pro Woche, jeweils drei Stunden. Konnten alle gleichzeitig und im Team präparieren oder ging das abwechselnd? Da wir elf Leute an einem Tisch waren, mussten wir meist abwechselnd präparieren. Außer bei den Extremitäten, wo wir gelegentlich mal alle an den Tisch konnten. Organe haben wir teilweise in kleinen Gruppen präpariert. Eine Gruppe präparierte das Herz, die andere die Lungen und so weiter.
 

In welcher Form und Häufigkeit mussten Testate und Prüfungen absolviert werden?

Testate wurden mündlich gehalten. Es gab insgesamt fünf. Allerdings waren zwei davon in Parcours-Form, das heißt, wir mussten schriftlich kurze Fragen an verschiedenen Stationen beantworten.
 

Gab es nach dem Ende des Präp-Kurses eine Art Trauerfeier, an der auch die Studenten teilnehmen konnten?

Es gibt eine Trauerfeier, an der wir teilnehmen können und die auch von uns mit gestaltet wird. Diese hat allerdings noch nicht stattgefunden. Ich werde aber auf jeden Fall daran teilnehmen. Die Körperspender haben einen sehr großen Beitrag geleistet und ich möchte den Angehörigen durch meine Anwesenheit zeigen, dass ich das zu schätzen weiß.
 

Würdest du den Präp-Kurs gerne noch einmal absolvieren, oder genügt dir ein Kurs?

So interessant es auch war: Ich würde den Präpkurs nicht noch einmal machen wollen.
 

Welche Tipps kannst du Studenten geben, die den Präp-Kurs noch vor sich haben?

Ich finde, der Präpkurs wird immer als viel schlimmer dargestellt, als er eigentlich ist. Man ist also vorher viel zu aufgeregt. Das ist gar nicht nötig. Ich würde den Präpkurs einfach auf mich zukommen lassen, ohne mir große Sorgen zu machen. Der Mensch kann sich erstaunlich schnell an neue Dinge gewöhnen!

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3B

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Dieser Artikel ist Teil des redaktionellen Specials zum Thema Anatomie, das wir dir mit freundlicher Unterstützung von 3B Scientific, dem renommierten Hersteller anatomischer Modelle, präsentieren können.