Wer Medizin studieren will, braucht ein exzellentes Abitur. Wer ein exzellentes Abitur haben will, muss exzellent in der Schule sein. Wer exzellent in der Schule sein will, muss früh damit anfangen. Und so stellt sich die Frage, ob jeder Medizinstudent in der Schule ein Überflieger war. Möglicherweise warst du seit der ersten Klasse immer Klassenbester und nie um eine Antwort verlegen. Oder du hast einen passablen Start hingelegt und dann um die Pubertät herum einen Leistungsknick aufgewiesen, um dich in Richtung Abitur wieder aufzurappeln und noch einmal voll durchzustarten. Schullaufbahnen sind individuell.
Im MEDI-LEARN Forum wurde darüber gesprochen, eine Forennutzerin stellte die Frage nach den Schulleistungen der anderen und diese teilten ihre Erfahrungen mit. Auf diese Weise zeigte sich, dass so einige Teilnehmer um die Pubertät herum Schwierigkeiten mit der Schule hatten und ihre Leistungen abrutschten. Bei wenigen war es so dramatisch, dass sie von der Schule abgingen und erst später an der Abendschule ihr Abitur nachholten, wie zwei Beteiligte von sich berichteten. Extreme waren ebenfalls selten, kaum einer war von Schulanfang bis zum Abitur immer in der Spitzengruppe. Dennoch fiel es den meisten relativ leicht, den Anschluss wieder zu finden und sich eine gute Abiturnote zu erarbeiten.
Ein interessantes Problem, das dabei zur Sprache kam, war das Lernverhalten. Nicht wenige derer, die einen sehr guten Notendurchschnitt hatten, taten sich schwer damit zu lernen. In der Schule war ihnen alles quasi zugeflogen und mit Studienbeginn mussten sie erst einmal die für sie geeignete Lernstrategie herausfinden. Das kostete einiges an Nerven und Zeit, zumal es eine ungewohnte Erfahrung für die erfolggewöhnten Schüler war.
Daneben gab es noch eine kleine Gruppe von Teilnehmern, die nie „wirklich gut“ war in der Schule. Oft aus Interessenmangel. Das Abitur haben sie dennoch geschafft, zwar ohne berauschende Noten, aber solide genug, um einen Studienplatz zu bekommen. Einer aus dieser Gruppe hat das Studium bereits abgeschlossen. Abneigung gegen die Schule und schlechte Noten schließen einen beruflichen Erfolg nicht unbedingt aus.
Wie sich an der Diskussion im Forum zeigt, bringen Klischees nicht voran. Nicht jeder Medizinstudent war ein Überflieger in der Schule, und manche Überflieger haben im Studium plötzlich Lernschwierigkeiten. Einige konnten der Schule zwar nichts abgewinnen, meistern aber zielstrebig ihr Studium. Alle Varianten sind möglich und zeigen einmal mehr, dass der schulische Erfolg nur wenig voraussagen lässt, wie es danach weitergeht.