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WG-Probleme

Einfaches Konzept, jedoch selten problemlos

MEDI-LEARN Redaktion

Gemeinsam wohnen

Das Konzept scheint einfach und gut. Raus von Zuhause, ab in eine Wohngemeinschaft. Ist günstiger und verspricht Gesellschaft. Endlich tun und lassen können, was du willst. Niemand mehr, der nervt. Wenn da nicht deine Mitbewohner wären……

Die wenigsten WGs funktionieren reibungs- und problemlos. Schließlich kommen dort die unterschiedlichsten Menschen zusammen, um auf einmal Wohnung und Haushalt miteinander zu teilen. Logisch, dass Schwierigkeiten nicht ewig auf sich warten lassen. Und die finden sich in allen denkbaren Bereichen.

Da wäre zum Beispiel die Kategorie „Badezimmerprobleme“. Das wohl am weitesten verbreitete Phänomen dieser Abteilung ist „Haare im Abfluss“. Die Frage, warum es so vielen Individuen unmöglich ist, nach dem Duschen ihre eigenen Haare aus dem Abfluss zu entfernen, ähnelt in ihrer Beantwortbarkeit der Quadratur des Kreises. Unlösbar. Beliebtes Diskussionsthema, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überall dort aufkommen wird, wo mehr als zwei Menschen zusammen leben. 

Ein weiterer Vertreter dieser Gattung kommt quasi im Doppelpack: Die anderen müssen grundsätzlich zur gleichen Zeit das Badezimmer benutzen wie du, und das natürlich ausgiebig. Also ist der Raum stundenlang blockiert und spätestens wenn du nach Ewigkeiten die Dusche nicht mehr hörst, aber auch sonst keine Geräusche vernimmst, fragst du dich, ob dein Mitbewohner einfach wieder eingeschlafen ist. Vielleicht hat er aber auch nur vergessen, dass es gar nicht sein eigenes Zimmer ist, in dem er gerade das sechste Styling ausprobiert und wieder verwirft. Er hat ja Zeit. Etwas spezieller wird das Problem, wenn dein Mitbewohner lange duscht. Wirklich lange. Dann kommt nämlich zusätzlich die Frage auf, wer am Ende des Monats die Wasserrechnung bezahlt.

Neben den Badezimmerprobleme existieren Ordnungs- und Sauberkeitsprobleme. Klar, wie du in deinem Zimmer haust ist deine Sache. Aber wie die gemeinsamen Räume aussehen, ist eine gemeinsame Sache, an der sich allerdings auch oft genug die Geister scheiden. Nehmen wir die aufregende Frage nach dem Zustand der Küche. Es ist sicherlich ein großer Spaß, für seine Freunde ein Fünf-Gänge-Menü zu kochen, aber der Spaß hört oft dann auf, wenn es ans Aufräumen geht. Es gibt durchaus Mitbewohner, die nicht verstehen, wie dich stapelweise dreckiges Geschirr stören können. Von verschmutzten Herdplatten und Backöfen einmal abgesehen.

Genauso die Ansicht, dass bestimmte Lebensmittel im Kühlschrank einfach besser aufgehoben sind wird nicht von allen geteilt. Gleiches gilt für das Wissen, dass die erdrückende Mehrzahl der Lebensmittel nicht bis zum Ende der Weltzeit haltbar ist. Bei guter Stimmung findest du es vielleicht erheiternd zu erfahren, welche Farben Schimmel haben kann und dich zu fragen, ob sich damit nicht Bilder gestalten lassen. Im Normalfall schwankst du allerdings eher zwischen Wutausbruch oder Heulanfall, wenn die Küche ohne Seuchenschutzmaßnahmen nicht zu betreten ist und dein Mitbewohner dir achselzuckend mitteilt, dass es so schlimm schon nicht ist. Er haben jetzt sowieso keine Zeit und wird erst nach dem langen Wochenende wieder da sein. Schade aber auch.

Ähnliches gilt für andere gemeinsam genutzte Räume (falls vorhanden). Der eine oder andere Mitbewohner kann einen fast schon sportlichen Ehrgeiz entwickeln, gebrauchtes Geschirr, leere Flaschen oder volle Aschenbecher herumstehen zu lassen. Die beschweren sich ja nicht. Und deine Mitbewohner fühlen sich dadurch ebenfalls nicht gestört. Genauso wenig wie von den Wollmäusen, die bereits nach einem eigenen Mietvertrag verlangen. Schließlich haben sie das Gewohnheitsrecht auf ihrer Seite. Es soll schon WGs gegeben haben, bei denen erst durch Zuzug eines neuen Mitbewohners auffiel, dass Staubsauger, Wischlappen und Schrubber bereits vor Jahren ausgezogen waren. Vermisst hatte sie keiner.

Eine Unterkategorie der Ordnungs- und Sauberkeitsprobleme stellt sicherlich das Lautstärkenproblem dar, ebenfalls in verschiedene Facetten gegliedert. Studieren bedeutet nicht für jeden unbedingt Lernen und Arbeiten. Einige verstehen darunter überwiegend Feiern und Trinken. Gestaltet sich wenig problematisch, wenn die Realisierung außer Haus erfolgt. Wird zunehmend problematisch, wenn sie in der WG erfolgt. Natürlich ohne Absprache mit dem Mitbewohner und mit Vorliebe kurz vor Klausuren. Macht sonst auch weniger Spaß. Und während du das Lernen wegen der Geräuschkulisse abbrichst und versuchst, mit Hilfe von Oropax wenigstens ein paar Stunden Schlaf zu ergattern, feiern deine Mitbewohner alkoholreich und lautstark die ganze Nacht. Wenn du ganz viel Pech hast, erweist sich das Klettern über Alkoholleichen am nächsten Morgen als wenig erfolgreich, weil die Badewanne bereits belegt ist.
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