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Jedoch verlangen Logbücher z.B. Thüringen Unterschriften für 300 Chemotherapiezyklen, 50 Transfusionen und oder parenterale Ernährung, 500x Supportivtherapie, was man letztlich ja nur auf einer Station erlangt. Allenfalls wenn man aus der Onkologie wechselt kann man solche Zahlen ggf. mitbringen.
Das ist der Knackpunkt. Ohne Erfahrung auf radioonkologische oder onkologische Stationen kommt man niemals an solche Zahlen ran.
Weiß jemand warum an der Uniklinik Essen die Weiterbildungsbefugnis Strahlentherapie nicht geteilt wurde zwischen Protonenzentrum und Strahlentherapie?
Prof. Timmermann hat eine ambulante Weiterbildungsbefugnis für 24 Monate. Rotation wäre also weiterbildungstechnisch kein Problem, müsste aber wahrscheinlich noch bei der KV angemeldet werden. Prof. Stuschke hat eine stationäre Weiterbildungsbefugnis über 60 Monate, da wird eine KV-Anmeldung nicht notwendig, solange du als Assistent nicht auch im MVZ tätig bist.
Wo siehst du das Problem?
Für dasselbe Fach gibt es zwei WB-Berechtigte an einem Haus.
Was ist eigentlich dein Ziel? Du bist Assistent bei Prof. Stuschke und möchtest während deiner Weiterbildung auch mal ans Protonenzentrum und dann wieder an die Uniklinik? Das würde ich spätestens im Jahresgespräch anregen, an einer Uniklinik für einen Teilabschnitt der Weiterbildung die Abteilung oder an ein akademisches Lehrkrankenhaus zu wechseln, ist problemlos möglich. Du musst dich nur organisatorisch darum kümmern.
Wenn standardmäßig keine Rotation ins Protonenzentrum besteht (wäre natürlich schön für die Weiterbildung), warum sollten sich zwei voneinander organisatorisch getrennte Zentren dann eine Weiterbildungsbefugnis teilen? Ich verstehe ja, dass man das optimieren könnte, aber mehr als ein kleines Komfort-Problem ist es für dich nicht, ich verstehe deine Fokussierung auf die Weiterbildungsfrage hier nicht. Versuch doch lieber das Weiterbildungscurriculum zu optimieren, da kann man selbst etwas bewirken und braucht die Ärztekammer nicht. Die formalen Voraussetzungen zur Sicherstellung deiner WB-Zeit sind ja schon vorhanden. Mach es dir nicht zu schwer ;-) Dass es mehr als einen Weiterbildungsbefugten pro Abteilung gibt, ist übrigens in den meisten Fächern gerade an Unikliniken sehr üblich. Außerdem ist es z.B. für einen Chefwechsel sehr hilfreich, wenn eine CA-freie Zeit überbrückt werden muss.
Ich wechsle mal das Thema:
Was macht ihr eigentlich in euren Kliniken wegen Corona?
Bei uns:
- Stärker hypofraktionieren (wir haben vorher schon viel hypofraktioniert, jetzt tun wir es umso mehr)
- Hoffen, dass nie allzu viele Mitarbeiter gleichzeitig ausfallen, sonst wird's eng (v.a. bei den MTRAs)
- Nachsorgen absagen, tlw. telefonisch abhalten
- Alles was geht auf Sommer verschieben: ProstataCa/ MammaCa kriegen erstmal ADT/AHT (wenn indiziert) und fangen später an
- Langsam spüren wir auch weniger Anmeldungen, da eben auch die anderen Disziplinen "stillstehen". So manche "fragliche" palliative Indikationen (nicht wirklich schmerzende Knochenmetastasen) werden doch nicht angemeldet und natürlich je weniger operiert wird, desto weniger Patienten landen dann im postoperativen Tumorboard. Ich denke mal, dass wenn die restlichen Kollegen ihre Nachsorgen verschieben, manche Rezidive erst später erkannt werden (PSA-Anstiege bei ProstataCa usw). Aktuell haben wir noch gut zu tun und haben nicht so viele COVID-Fälle im Klinikum, also ist das Motto: "Alles jetzt kurz aber gut bestrahlen, denn wir wissen nicht, wie es in 2 Wochen ausschaut".
Hypofraktionierung ist sicherlich bei Corona en vogue; aber ob es auch soviel gemacht wird?
Danke für die Infos.
Ich möchte mal gucken, wieviel Kliniken nun wirklich zu "Standard" ED 2.66 Gy Mamma (inkl. LAW) oder 5 x 6 Gy Teilbrust übergehen werden. Auch 20 x 3 Gy Prostata ist halb so lang wie die 2 Gy ED Konzepte.
Bei LAW machen wir weiter 2 Gy ED, wird seitens der AGO auch so empfohlen; sonst natürlich 40,05; https://www.ago-online.de/fileadmin/ago-online/downloads/_leitlinien/kommission_mamma/2020/PDF_EN/2020E%2013_Adjuvant%20Radiotherapy.pdf
Errinnere mich an einen negativen Fallbericht, wo 2,67 ED bei LAW gewählt wurde mit nachfolgender Nervenschaden.
Teilbrust machen wir nicht. Bin auch gespannt, ob sowas wie FAST TRACK kommt bei Mamma
20 x 3 Prostata haben wir ab und zu mal gemacht, aber dabei gab es mehr Akut Tox. Somit momentan weiter bei uns Standard 2 Gy ED. War eine Diskussion dieses Jahr auf der Erlanger Fortbildung, ob 3 Gy ED nun der neue Standard ist.
Wenn man ehrlich ist, gibt es in Deutschland auch keinen Strahlentherapiemangel. Die Studien stammen aus GB / Canada, wo Patientinnen, für diese Standardbehandlung stundenlang unterwegs waren, weil es weniger Kapazitäten in diesen Ländern gibt.
Bei palliativen, insb. bettlägerigen Patienten nimmt glücklicherweise die Hypofraktionierung zu. Meist ist damit allen geholfen.
Bei LAW machen wir weiter 2 Gy ED, wird seitens der AGO auch so empfohlen; sonst natürlich 40,05; https://www.ago-online.de/fileadmin/ago-online/downloads/_leitlinien/kommission_mamma/2020/PDF_EN/2020E%2013_Adjuvant%20Radiotherapy.pdf
Errinnere mich an einen negativen Fallbericht, wo 2,67 ED bei LAW gewählt wurde mit nachfolgender Nervenschaden.
Meines Erachtens darf auch LAW hypofraktionieren, lediglich bei Mammaria interna wäre ich etwas vorsichtig.
Eine hohe Tangente aber ist auch hypofraktioniert erlaubt, die ASTRO-Guideline gibt das auch so frei, solange keine "Zusatzfelder" angewendet werden.
https://www.practicalradonc.org/cms/10.1016/j.prro.2018.01.012/attachment/775de137-63cb-4c5d-a7f9-95556340d0f6/mmc1.pdf
Frühere Fallserien mit LAW waren oft 2D-geplant, d.h. unklar was füe Einzeldosen am Plexus ankam, heutzutage wissen wir das besser.
Teilbrust machen wir nicht. Bin auch gespannt, ob sowas wie FAST TRACK kommt bei Mamma
Teilbrust ist super. FAST TRACK kommt sicherlich auch irgendwann.
20 x 3 Prostata haben wir ab und zu mal gemacht, aber dabei gab es mehr Akut Tox. Somit momentan weiter bei uns Standard 2 Gy ED. War eine Diskussion dieses Jahr auf der Erlanger Fortbildung, ob 3 Gy ED nun der neue Standard ist.
Ich habe auch etwas mehr Toxizität, v.a. in der Blase gesehen. Darm war gleich nach meinem Gefühl. Ein gewisser "Bias" ist sicherlich (und das sah man auch in den Studien), dass wir die Toxizität während der Therapie in kürzerer Zeit dafür etwas mehr sehen, während bei Normofraktionierung das sich einfach länger auf mittleren Niveau zieht. Das heisst, die AUC der Toxizität ist vermutlich ähnlich, bloss anders verteilt.
Wenn man ehrlich ist, gibt es in Deutschland auch keinen Strahlentherapiemangel. Die Studien stammen aus GB / Canada, wo Patientinnen, für diese Standardbehandlung stundenlang unterwegs waren, weil es weniger Kapazitäten in diesen Ländern gibt.
Patientenkomfort und Kosten sind aber auch wichtig. Wir sollten das nicht unterschätzen, wenn die Therapie gleich gut ist.
Und die Frage ist, was mit COVID wird (das war eigentlich auch meine Frage). Wenn man nicht mehr genug MTRAs hat oder ein Gerät alleine für COVID-Patienten betreiben muss, das stundenlang desinfiziert wird, kommen wir in einen Engpass.
Nun unsere Abteilung ist eher konservativ, ich habe keine leitende Funktion.
Problem ist auch, dass bei der Abrechnung die Fraktionsanzahl eine Rolle spielt, manche Praxis macht da bei Knochenmetastasenbestrahlung Schemata à la 36 Gy/2Gy ED.
Letztendlich ist es Aufgabe der Kassen/Politik dies zu ändern. Auch gibt es Probleme bei ambulanten Stereotaxien mit der Abrechnung.
Grundsätzlich bevorzuge ich auch die Hypofraktionierung solange es die Akut-Tox hergibt, wir hatten bei Prostata (Darm) und Kopf-Hals-Palliativ (mit 3 Gy ED, sehr alte Patienten) mehr Tox.
Es gibt auch mehrere Emails der DEGRO bzgl. Empfehlung in der jetzigen Situation (bei Bedarf kann ich gerne weiterleiten). Glücklicherweise haben wir momentan keine COVID pos. Patienten und kein Gerät, das für sie reserviert ist. Sollten viele Pat. während der Radiotherapie COVID bekommen, werden weniger Pat. insgesamt behandelt werden können bzw. ein Gerät wird für sie reserviert werden.
Loreleye
12.04.2020, 20:54
Hier trägt das Personal und fast alle Patienten einen Mundschutz. Die neuen Patienten bekommen ein Schreiben, dass sie im Falle der Erkältungssymptomatik den Termin für die Erstvorstellung/Nachsorge ggf. verschieben sollen.
Die Abstände zwischen den wartenden auf ca 2 m vergrößert, es sind auch wenig wartende, Strahlentherapiepatienten haben einen Extraeingang im Krankenhaus.
Die Besprechungen werden in sehr kleinen Runde bzw. telefonisch abgehalten.
In den kurativen Indikationen (außer MammaCa) wird normofraktioniert, Standardkonzepte werden erstmal weiter durchgeführt.
Palliative werden eher hypofraktioniert. Die Therapien werden aktuell nicht verschoben, die Belastung mit COVID-19 in dieser Gegend hält sich aktuell in Grenzen, und man weiß nicht, wie es im Sommer aussehen wird.
Klingt alles vernünftig.
Wir haben nun den ersten COVID-Fall bei uns in der Strahlentherapie.
Kann mir von euch jemand was zum Gehalt und der Anstellung als Assistent ausschließlich im MVZ berichten? Ich war bisher ganz normal in der Klinik angestellt mit Tariflohn. Jetzt wechsele ich in den Weiterbildungsbereich eines anderen Arztes und muss dafür ans MVZ, das mit der Klinik zusammenhängt und soll dafür einen neuen Vertrag bekommen, der den alten ablöst. Wie sind eure Erfahrungen, gibts Tipps worauf ich achten muss?
chondroklast
17.04.2020, 17:01
In vielen Strahlentherapien bekommt man für das MVZ einen Teilvertrag, z.B. 10 Stunden MVZ und 30 Stunden Klinik-Tätigkeit. Anders wäre eine flexible Ausbildung auch gar nicht möglich, da man sonst keine ambulanten Patienten betreuen dürfte, nicht deren Zielvolumina konturieren oder sie in der Geräteambulanz betreuen dürfte. Reine MVZ -Veträge bei angeschlossener Klinik sind selten, da die stationäre Betreuung, Dienste und Visiten bei der allgemeinen Personallage ja weiterhin notwendig ist und der Übergang vom stationären Patienten zum Ambulanten und viceversa fließend ist und man auch die stationären am Gerät mitbetreut (Bsp. Bildkontrollen).
In der Regel richtet sich so ein MVZ-Vertrag am Tarif der angeschlossenen Klinik. Manche zahlen einen zusätzlichen Bonus, oft aber erst ab Facharzttitel. Problem bei 2 Veträgen ist die getrennte Gehaltsabrechnung, d.h. Bsp. lediger Angestellter: Hauptvertrag Lohnsteuerklasse 1 und Nebenvertrag Klasse 6 werden am Monatsende getrennt besteuert. Bei der Lohnsteuerjahresveranlagung wird beides summiert, das Jahresbrutto steigt und man kommt durch die Progression auf einen höheren Steuersatz und darf automatisch Steuern nachzahlen, was fast ein Nettomonatseinkommen betragen kann.
Ausserdem muss man beachten sich bei Vertragsänderungen jedesmal erneut innerhalb von 3 Monaten von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien zu lassen. Kurzum, lohnt sich die MVZ Weiterbildung in der Regel für Assistenzärzte nicht finanziell, ist aber für die Weiterbildung und Rotation unabdingbar.
In einer Strahlenklinik gab es einen größeren Coronaausbruch / Corona Cluster.
kurzer Themenclash: in der Stadt mit der geringsten Corona-Inzidenz der BRD (seit über 20 Tagen 0 Fälle) wird eine Stelle in der Strahlentherpie frei!
Falls jemand von euch Bedarf hat, schaut mal hier: https://karriere.ctk.de/Facharzt-mwd-fuer-Strahlentherapie-de-j292.htmlhttp://
Geregelte Arbeitszeiten, Arbeitszeiterfassung, keine Präsenzdienste bzw. für Assistenzärzte gar keine Dienste und richtig flache Hierarchien sowie technisch und baulich eine nagelneue Strahlentherapie auf modernstem Stand!
Phospholamban
25.09.2020, 09:25
Zur Ausbildung an der Uniklinik Essen: Das klingt echt übel, daCapo. Arbeitest du dort derzeit? Meinst du, dass sich zum Chefarztwechsel 2025 denn tatsächlich absehbar etwas ändert?
Würde dort gerne nach meinem PJ meine Facharztausbildung machen und mache mir Gedanken, ob die Facharztausbildung dort eine gute Idee ist. Bin an Essen gebunden und würde gerne Forschen - da bleibt wenig Auswahl. Das Protonenzentrum bietet nicht die ganze Bandbreite der Radioonkologie, nehme ich an? Gibt es keine Möglichkeit vom WTZ ins Protonenzentrum zu rotieren?
Einfach bewerben und kennenlernen/Hospitation machen. Nee ich arbeite da nicht.
Das Protonenzentrum hat keine Station und keine Brachytherapie, deshalb haben sie 24 Monate Weiterbildungsberechtigung.
Das WTZ (Innere Klinik/Onkologie) macht internistische Onkologie (keine Strahlentherapie)
GelbeKlamotten
25.09.2020, 19:36
Problem bei 2 Veträgen ist die getrennte Gehaltsabrechnung, d.h. Bsp. lediger Angestellter: Hauptvertrag Lohnsteuerklasse 1 und Nebenvertrag Klasse 6 werden am Monatsende getrennt besteuert. Bei der Lohnsteuerjahresveranlagung wird beides summiert, das Jahresbrutto steigt und man kommt durch die Progression auf einen höheren Steuersatz und darf automatisch Steuern nachzahlen, was fast ein Nettomonatseinkommen betragen kann.
Ich sehe da kein Problem. Das sind ja keine Steuerausgaben, die man zusätzlich hat. Wäre es nur ein Vertrag dann würde dieses „zusätzliche Nettomonatseinkommen“ an Steuern ja auch anfallen, nur eben schon früher und nicht erst im Nachhinein. Man bekommt durch die zwei Verträge also quasi einen kostenlosen Kredit durch Steuerstundung. Aus rein wirtschaftlicher Sicht ist das ein Vorteil.
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