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McShu
02.10.2019, 19:18
Dein Ernst?! :-))
War auch im Physikum schon so, egal ob schrift oder mündlich.
Und so gut wie jede Uni hat auch regelhaft drei Versuche in ihren Klausuren.
Manche mehr, manche unendlich, aber weniger habe ich auch noch nicht mitbekommen.


Ja... ich war mir echt sicher, dass es nur 2 Antritte sind :D

Allerdings hab ich jetzt grad mal versucht, ne Quelle für die 3 zu finden, leider erfolglos... weiß jemand, wo das steht?

McLaren422
02.10.2019, 19:20
Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte.

Es liegt in der Natur eines solchen Instituts gerade zum Zwecke der Aufrechterhaltung eines relativ konstanten Durschnittes und Schwierigkeitsgrades - also keine 10% Unterschied zwischen zwei Halbjahren, die aktuellen 4% sind wohl leider ziemlich in Ordnung - frühzeitig Prüfungen vorzubereiten. Aus Juristen- und Statistensicht (von beiden dieser Sorte gibt es einige beim IMPP) ist das auch sinnvoll, da die Fragen wiederholten Kontrollen unterliegen. Um für durchschnittlich knapp 5000 Prüflinge 320 ausgewogene Katalogfragen zielgerecht und katastrophenfest zu gestalten, dürfte das IMPP schon mehr als ein Jahr brauchen.

In der Vergangenheit war es zumindest so:

Die Fragen werden von bundesweit verteilt lebenden und im Übrigen vom IMPP relativ spärlich bezahlten Professoren des jeweiligen Fachbereiches erstellt. Sie gehören nicht dem IMPP an. Böse Zungen behaupten die kranken Detailfragen entstammen bestimmten Forschungsinteressen. Manchmal treffen sie sich die Professoren der einzelnen Fachgebiete dafür auch direkt in Mainz (IMPP-HQ), es soll da wohl relativ feuchtfröhlich hergehen. Die Fragen kommen dann in unterschiedliche Pools (für uns Sterbliche nicht verständlich nach welcher Methode sie sortiert werden, aber immerhin schafft es das IMPP alle Themen mehr oder minder regelmäßig und fair aufgeteilt abzufragen) aus denen dann die Prüfungen zusammengestellt werden.

Deswegen ist es gar nicht davon abhängig ob nun die werte neue IMPP-Chefin seit zwei Jahren dabei ist oder nicht. Der Pool existiert und aus diesem wird vorläufig eine Prüfung zusammengestellt. Dann sind die die Juristen und Statisten dran. Es wird nachgebessert (Fragen/Themen rein- und rausgenommen, einfacher und schwieriger gestaltet) und der Prozess wiederholt sich bis das IMPP zufrieden ist. Aller Wahrscheinlichkeit wurden unsere Fragen also bereits vor zwei Jahren geschrieben als das IMPP seinen neuen Kurs eingeschlagen hat.

Jetzt das große Aber: sechs Monate sind trotzdem reichlich Zeit um eine bereits in den Grundzügen fertiggestellte Prüfung zu überarbeiten. Ich gehe stark davon aus, dass das auch bei uns der Fall sein wird, da das IMPP sicherlich nicht an einem Durchschnitt zu weit unter 75% Interesse haben dürfte (Durchfallzahlen bei Prüfungen steigen nämlich im allgemeinen mehr als nur linear mit fallendem Durschnitt) und der Protest nach dem Frühjahr auch bei ihnen lautstart angekommen ist. Immerhin fühlten sie sich genötigt dem bvmd zu erlauben diese Statistik zu veröffentlichen. Behauptungen man wolle uns damit reinlegen, sie seien Monster u.ä. stempel ich mal als Quatsch ab, obwohl ich persönlich ja den neuen Fragentypus katastrophal finde. Außerdem wird das IMPP wohl lieber im Frühjahr, wo im Vergleich zum Herbst nur zirka ein Drittel der Prüflinge antreten, Veränderungen vornehmen. Siehe oben: zu viele überraschte Studenten würde die heilige Statistik ruinieren und zu erbosten Anrufen aus diversen Fakultäten und Kliniken führen. Trotzdem müssen die Änderungen irgendwie vergenommen werden, sodass der Großteil dieser eben auf die Frühjahresexamina fallen in denen weniger Studenten betroffen sind. Vielleicht wurde ja auch deswegen der neue Fragentypus in F18 eingeführt.

Quelle: Emeritierter Professor, der früher für das IMPP Fragen erstellt hat, und mittlerweile auch einen leichten Anfall bekommt wenn er manche aktuelle Fragen zu Augen bekommt.

Danke für den ausführlichen Bericht! Das stimmt mich etwas positiver für unser Examen, u.a. auch weil es ja Herbst ist.

Und der Professor hat bestimmt bei der Matrazenschaumstoff-Frage nen Anfall bekommen :D :D


Sie weiss, dass man 3 Versuche hat... Das habe ich ihr auch gesagt.
Aber sie hat eher oder mehr Angst/Blockade wegen den anderen Kommis... Sie meint, sie wird als die "dumme" abgestempelt.
Sie hält es auch für unnötig, aber innnerlich macht sie das fertig. Sie tut mir leid, macht sich aber unnötig gedanken. weiss auch nicht, was ich ihr sagen soll, ausser, dass es ihr egal sein soll, was andere denken. Sie meint, leichter gesagt als getan.

Muss heute noch einiges naxhholen. Viel Zeit verloren :-(

oje, das hört sich nicht so gut an. Mal ein paar private Gedanken dazu:

In so Fällen sollte man sich wohl professionelle Hilfe holen und das bitte rechtzeitig! Die Probleme hat sie scheinbar erst nicht seit gestern und es ist keine Schande, sich da an nen Psychologen etc zu wenden. Die Probleme scheinen tiefere Ursachen zu haben und da kannst du als Nicht-Fachmann durch bloßes Aufmuntern wenig bis gar nichts bewirken. Ich muss leider auch immer mal wieder Psychologe spielen, das geht ganz gut bei Leuten, die dir nicht allzu viel bedeuten, aber wenn das jetzt jemand ist, der dir sehr nahe steht, kann das einen auch kaputt machen, v.a. weil du halt merkst, dass deine Worte immer nur kurz helfen und es am nächsten Morgen weiter bergab geht. Deswegen überlaste dich nicht und sorg dafür, dass diejenige sich lieber zu früh wie zu spät professionelle Hilfe holt. Ich hab leider auch schon miterleben müssen, wozu es führt, wenn Warnsignale übersehen werden. :(

Konkret würde ich gerne noch wissen, ob diejenige schon die psychologische Beratungsstelle der Uni in Anspruch genommen hat? Das ist ja gratis. Und wir hatten sogar nen Psychosomatik-Professor, der uns angeboten hat, zu ihm in die Sprechstunde zu kommen.

Heerestorte
02.10.2019, 19:26
Allerdings hab ich jetzt grad mal versucht, ne Quelle für die 3 zu finden, leider erfolglos... weiß jemand, wo das steht?

§20 Abs. 1, ÄApprO.


(1) Die einzelnen Teile des Ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung, der Zweite und der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung können jeweils zweimal wiederholt werden. Eine weitere Wiederholung ist auch nach erneutem Medizinstudium nicht zulässig. Ein bestandener Prüfungsabschnitt oder ein bestandener Prüfungsteil darf nicht wiederholt werden.

McShu
02.10.2019, 19:34
§20 Abs. 1, ÄApprO.

Das hatte ich wahrscheinlich dummerweise als 2 Antritte gedeutet. Boar... geiloooo.

67-10-10
02.10.2019, 19:36
Danke für den ausführlichen Bericht! Das stimmt mich etwas positiver für unser Examen, u.a. auch weil es ja Herbst ist.

Und der Professor hat bestimmt bei der Matrazenschaumstoff-Frage nen Anfall bekommen :D :D



oje, das hört sich nicht so gut an. Mal ein paar private Gedanken dazu:

In so Fällen sollte man sich wohl professionelle Hilfe holen und das bitte rechtzeitig! Die Probleme hat sie scheinbar erst nicht seit gestern und es ist keine Schande, sich da an nen Psychologen etc zu wenden. Die Probleme scheinen tiefere Ursachen zu haben und da kannst du als Nicht-Fachmann durch bloßes Aufmuntern wenig bis gar nichts bewirken. Ich muss leider auch immer mal wieder Psychologe spielen, das geht ganz gut bei Leuten, die dir nicht allzu viel bedeuten, aber wenn das jetzt jemand ist, der dir sehr nahe steht, kann das einen auch kaputt machen, v.a. weil du halt merkst, dass deine Worte immer nur kurz helfen und es am nächsten Morgen weiter bergab geht. Deswegen überlaste dich nicht und sorg dafür, dass diejenige sich lieber zu früh wie zu spät professionelle Hilfe holt. Ich hab leider auch schon miterleben müssen, wozu es führt, wenn Warnsignale übersehen werden. :(

Konkret würde ich gerne noch wissen, ob diejenige schon die psychologische Beratungsstelle der Uni in Anspruch genommen hat? Das ist ja gratis. Und wir hatten sogar nen Psychosomatik-Professor, der uns angeboten hat, zu ihm in die Sprechstunde zu kommen.

Nein, hat Sie nicht.
Ich glaube auch nicht, dass es so schlimm ist.

Ist es wirklich schlimm, wenn man durchfällt, weil es nuuuur so wenige nicht schaffen?

Na und ?
Shit happens sage ich immer. Was würdet ihr zu so jemanden sagen, damit sie enntspannter in die Prüfung geht und sich wegen den annderen "Freunden"/Studenten nicht verrückt macht.

Markian
02.10.2019, 19:49
Was ich persönlich schade finde: Ich habe nicht das Gefühl, dass wir trotz der vielleicht besseren Möglichkeiten des
Lernens etc. bessere Ärzte sein werden als diejenigen, die vor 20 Jahren studiert haben...eher im Gegenteil.
Inzwischen haben leider viele Profs vergessen, was GRUNDSTUDIUM bedeutet, das Studium ist generell überladen, es gibt immer
mehr diagnostische und therapeutische Möglichkeiten etc. pp. Alles Effekte, die dazu beitragen, dass das Wesentliche verwässert. Ordentliche Untersuchungstechniken sind schon längst out, aber Hauptsache man kann ein PET-CT befunden. Ich zumindest habe das Gefühl, dass ich viele Basics garnicht mehr kann, weil ich mich im Lernen zu viel damit beschäftigt habe, dass der EGFR Rezeptor-AK leider nicht bei der K-RAS Mutation wirkt.
Ich würde mir wünschen, dass es mal wieder einen schritt zurück zu den Basics geht; auch wenn oder gerade trotzdessen, dass die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten immer vielfältiger werden.
DAS wäre mal ein Schritt, wo das IMPP ansetzen kann.....und nicht einfach: oh wir machen jetzt einen auf klinischen Bezug für Leute, die noch nie richtig (außerhalb der Famulaturen) klinische Entscheidungsfindung erlebt haben...haha .

Kann man zu 100% so unterschreiben, aber ich denk irgendwann muss mal halt auch anfangen zu ändern. Du kannst ja nicht von H19 auf F20 alles ändern, das ist auch nicht fair. Man muss es Stückweise machen. In Medizin sind leistungsstärkere Studenten, als im Philosophie-Bachelor. Steinigt mich aber es ist halt so. Ich frage mich warum, man dann diese Studenten noch gegeneinander vergleichen muss, anstatt einfach eine gute Leistung als gute Leistung zu bewerten. Wenn du alle Basics kannst, dann sollst du auch eine 1 haben. Ich verstehe nicht warum man eine 3 als Durchschnitt erreichen muss. In meiner Familie studieren einige Menschen Sozialpädagogik etc. die schaffen mit absolutem Schmutz in ihrer Bachelorarbeit aber mal locker eine 1,3 und dort hat jeder zweite einen 1er Schnitt. Aber hier kriegen andere Minderwertigkeitskomplexe weil sie eine 3 im Examen haben und denken sie werden deshalb schlechte Ärzte. Das kann doch auch nicht Sinn der Sache sein. Dadurch werden die Examina jedes Jahr schwerer, weil die Vorbereitung auch besser wird. Ich bin gespannt wann der 100 Tage-Lernplan (das ist doch schon pervers genug, nach 3 Jahren Studium, 4 Monaten unbezahltem Praktikum, OSCE ...) auf 200 aufgestockt wird, damit man sich noch den 3 tausendsten monoklonalen AK reinziehen kann oder ein OCT perfekt befunden kann. Vielleicht soll man dann irgendwann noch ein Sonogerät auseinander und wieder zusammenbauen. Ich mein es kann ja nicht sein, dass man den Myokardinfarkt überfliegt, damit es auch noch reicht sich irgendeine beschissene Mitochondriopathie reinzuziehen.

Trendafil
02.10.2019, 19:49
Ich finde es halt so affig, dass das M2 mehr in Anlehnung an das Medizinstudium 2020 angepasst wird,
also mehr Allgemeinmedizin etc und Wissenschaftlichkeit.
Da wäre es doch schlau, die Examina erst in die Richtung zu verändern, wenn Studierende im M2 antreten,
deren Studium auch darauf ausgerichtet war. Das ist doch einfach Murks so.

Ja lol, in deren Begründung steht, dass das gut aufs PJ vorbereitet, weil die Fragen realitätsnah und praktisch sind, aber halt fail, wenn die Praxis im Studium an sich zu kurz kommt und man dann davon keine Ahnung hat.

Sehe ich auch so.

Und mal ein anderer etwas subjektiv angehauchter Aspekt: Es gibt sie halt. Diese Studenten, die gerne eine 1 möchten. Das ist mit einem Examen, das Wissen abfragt, das Studenten zum jetzigen Zeitpunkt der derzeitigen Ausbildung, einfach nicht haben können, eigentlich nur durch Rateglück möglich.
Und das finde ich sehr schade. Medizin ist und bleibt ein lernstarkes Studium. Fleiß sollte belohnt werden oder zumindest in Relation mit der Note stehen.
Es kann nicht sein, dass jemand, der problemlos gut bis sehr gut durchs Studium kam, plötzlich eine 3 oder 4 auf dem Blatt stehen hat, weil er nicht wusste wie man einen Abszess praktsch versorgt. Wie auch? PJ kommt erst noch und mit der unnötigen Hausarztfamulatur hat man meistens auch nicht viel gewonnen.

McLaren422
02.10.2019, 19:58
Nein, hat Sie nicht.
Ich glaube auch nicht, dass es so schlimm ist.

Ist es wirklich schlimm, wenn man durchfällt, weil es nuuuur so wenige nicht schaffen?

Na und ?
Shit happens sage ich immer. Was würdet ihr zu so jemanden sagen, damit sie enntspannter in die Prüfung geht und sich wegen den annderen "Freunden"/Studenten nicht verrückt macht.

naja, nur weil man mal die psychologische Beratungsstelle der Uni in Anspruch nimmt, heißt das ja noch nicht, dass man ein hoffnungsloser Psycho ist, der in die Gummizelle gehört. Ein Psychologe hört sich ja erst mal alles an (propädeutische Gespräche) und entscheidet dann, wie es weitergeht, da gibts sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten, die man dann einschlagen kann.
Für mich hört sich das aber schon so an, dass das an ihrer Persönlichkeitsstruktur liegt, gerade, was das mit dem Thema Auslachen durch andere angeht, es hört sich weniger nach Prüfungsangst an.
Naja, ich wüsste auch nicht genau, was du ihr noch sagen kannst. Arg viel mehr fällt mir jetzt auch nicht ein. Frag sie vllt mal, warum es ihr so wichtig ist, dass sie bei anderen so gut dasteht. Warum ihr deren Meinung so wichtig ist. Welche Bedeutung die Auslachenden in ihrem Leben haben. Sie scheint da wohl etwas arg abhängig zu sein.
Sie muss auch lernen, sowohl das Examen und auch die Lachenden als weniger bedrohlich zu empfinden.

Grundsätzlich aber ne schwierige Sache...

Zimbolino
02.10.2019, 20:11
Kann man zu 100% so unterschreiben, aber ich denk irgendwann muss mal halt auch anfangen zu ändern. Du kannst ja nicht von H19 auf F20 alles ändern, das ist auch nicht fair. Man muss es Stückweise machen. In Medizin sind leistungsstärkere Studenten, als im Philosophie-Bachelor. Steinigt mich aber es ist halt so. Ich frage mich warum, man dann diese Studenten noch gegeneinander vergleichen muss, anstatt einfach eine gute Leistung als gute Leistung zu bewerten. Wenn du alle Basics kannst, dann sollst du auch eine 1 haben. Ich verstehe nicht warum man eine 3 als Durchschnitt erreichen muss. In meiner Familie studieren einige Menschen Sozialpädagogik etc. die schaffen mit absolutem Schmutz in ihrer Bachelorarbeit aber mal locker eine 1,3 und dort hat jeder zweite einen 1er Schnitt. Aber hier kriegen andere Minderwertigkeitskomplexe weil sie eine 3 im Examen haben und denken sie werden deshalb schlechte Ärzte. Das kann doch auch nicht Sinn der Sache sein. Dadurch werden die Examina jedes Jahr schwerer, weil die Vorbereitung auch besser wird. Ich bin gespannt wann der 100 Tage-Lernplan (das ist doch schon pervers genug, nach 3 Jahren Studium, 4 Monaten unbezahltem Praktikum, OSCE ...) auf 200 aufgestockt wird, damit man sich noch den 3 tausendsten monoklonalen AK reinziehen kann oder ein OCT perfekt befunden kann. Vielleicht soll man dann irgendwann noch ein Sonogerät auseinander und wieder zusammenbauen. Ich mein es kann ja nicht sein, dass man den Myokardinfarkt überfliegt, damit es auch noch reicht sich irgendeine beschissene Mitochondriopathie reinzuziehen.

Stimme ich vollkommen zu. Wieso kann solides, gutes Wissen nicht einfach eine zwei sein ? Neee wenn man nur die Basics kann hat man gleich ne 4. Verstehe auch nicht, was es für einen Sinn hat, uns so ''runterzuprüfen''. Wie du sagst: in vielen anderen Fächern kriegt man für hingeschmotzte Arbeiten ne 1,3...auf der Hochschule sowieso.. (will jetzt nicht generalisieren, sondern etwas überspitzen)... und in unserem Studium ackert man sich 3 Jahre ab, bereitet sich dann nochmal 3 Monate vor...und muss am Ende mit ner 3 rechnen? Paradox, dass gerade die, die momentan die Fragen stellen, es wahrscheinlich noch deutlich 'einfacher' in ihrem Studium hatten...und jetzt doch sehr hohe Anforderungen an uns stellen. Ich empfehle wirklich den Vergleich 2005 / 2019.
2005: klar definierte Fragen, wo's um Wissen oder nicht Wisssen geht. Ich habe 60 am Stück richtig gekreuzt ;DD
2019: die Blutstillung gelingt in der Rektoskopie nicht...was machen wir jetzt? Wie genau wird ein Analabszess eröffnet? Was genau ist nach erfolgloser Biopsie der Schildrüse zutun...--> Hemithyreoidektomie ?!?!?!

Bei den Fragen frag ich mich manchmal wirklich, ob ich Examenskandidat oder Oberarzt bin.

McLaren422
02.10.2019, 20:35
Problem ist halt auch, dass sich die Inhalte, die an der Uni gelehrt werden, von denen, die das IMPP gerne fragt, oftmals gravierend unterscheiden.
Selbst wenn ich jede IMPP Frage zu einem Thema durchgemacht hab und die Antworten somit weiß, hätte es in der entsprechenden Klausur nicht zwangsläufig zum Bestehen gereicht.

Und jetzt bei der Examensvorbereitung sehe ich teilweise Themen, von denen ich ohne Scheiß noch NIE was gehört habe... Kragenknopfpanaritum wtf??

ich möchte aber auch mal als Gegenargument die Situation der Juristen darstellen: Arschschweres Examen, man muss noch viel länger wie 3 Monate lernen, ein gutes Examen zu schreiben ist extrem schwer (also über 10 Punkte z.B.), selbst Bestehen wird ne Herausforderung, 20-30% fallen durch. Ohne gute Noten kann man nen Richter- oder Staatsanwaltjob nahezu vergessen. Und in den meisten Fällen sieht es gehalts- und arbeitsplatztechnisch auch nicht so gut aus wie bei uns.
Ich versteh eure Kritik absolut, aber es gibt aber noch viele, wo es noch schlimmer ist...

Markian
02.10.2019, 20:40
Schlimmer geht immer. Juraexamen ist eine einzige Frechheit das stimmt. Deswegen ist es bei uns nicht automatisch geil.

Markian
02.10.2019, 20:45
Ich verstehe zum Beispiel auch absolut nicht warum man in Humangenetik, wo die Erkrankungen eh schon sau selten sind noch die seltenen der seltenen abfragen muss. Kann man sich denn da nicht mal darauf beschränken worum es als normaler Arzt geht? Dass man einen Staumbaum interpretieren kann, dass man die mendelschen Regeln kennt. Viele Krankheitsbilder, die in den Examina abgefragt wurden haben viele Oberärzte noch nicht mal selber gesehen. Viele Fragen sind auf Facharztniveau und das kann nicht sein, nicht mal die Begründung als 1er Fragen will ich das akzeptieren.

Milky Way
02.10.2019, 20:51
beste Lösung: fragen "nur" aus den top120 (sind doch die wichtigsten?????erkrankungen,u-technicken,allgemeinwissen oder??)
gutes basiswissen: bestanden...
leicht bis mittel "umdieeckedenken": 3 oder sogar 2.....
schwere fragen (ausgefallene ekg,meinetwegen auch krasse biometriefragen oder halt spezialfragen ): 1er

Zimbolino
02.10.2019, 20:52
Ja..natürlich ist das System der Juristen total veraltet & das Staatsexamen scheisse. Nichtsdestotrotz würde ich da jetzt keine vergleich ziehen. Das ist ein ganz anderes Lernen, die Blättern da in ihrem BGB rum usw... außerdem sind die Kohorten kaum vergleichbar.. Jura ist teilweise nicht zulassungsbeschränkt..natürlich sind die Durchfallquoten höher. Wenn aber in unserer, wirklich streng vorselektierten Kohorte, 75% ne 3 oder ne 4 haben, find ich das schon ''besorgniserregend'' :D

Trendafil
02.10.2019, 21:00
Und man muss dazu sagen, dass die Juristen auch sehr lange mit dem Lernen allein gelassen werden.
Wir haben Seminare, Klausuren, OSCEs, manchmal sogar noch FÜLs.
In Jura ist das nicht so.
Die können 4-5 Semester chillen, ein paar Hausarbeiten schreiben und dann heißts zum Staatsexamen: friss oder stirb.
Finde auch, dass der Vergleich hinkt.

Mal angenommen, wir wären das IMPP.
Was würden wir als 1er Leistung oder Bestanden werten?
Ist eine Benotung überhaupt nötig?

Für mich wäre es auch gut vorstellbar, dass man auch einfach nur eine bestimmte Mindetspunktzahl erreichen muss, um ins PJ zu dürfen. Das würde den Druck aus der Sache nehmen, dass eine gute Note so schwer zu erreichen ist. Natürlich unter der Voraussetzung, dass die Mindestpunktzahl auch gut mit Vorbereitung zu schaffen ist...

Bonnerin
02.10.2019, 21:04
Ich bin inzwischen an dem Punkt angelangt, an dem ich unser ganzes Studium nur in die Tonne kloppen will und die Umstellung auf Bachelor/Master begrüßen würde.

In der jetzigen Form macht das Medizinstudium meines Erachtens nach kaum noch Sinn, vor allem in der Klinik. Der "Gegenstandskatalog" ist doch ein Witz - wenn es danach geht, müssten wir immer den dicksten Wälzer zum jeweiligen Fach nehmen. Aber nein, da die Unis die "Schwerpunkte" setzen können wie sie wollen, who cares?

Ich stimme auch voll zu, dass die Fragen in den Examina oft viel zu abgedreht und unnormal sind. Ja, klar, wir brauchen Trennschärfe, aber die seltenen humangenetischen Syndrome oder das komische Virus aus Südost-Indien sollten die Trennung zwischen 1 und 2 sein und nicht unbedingt die zwischen 3 und 4. Dafür können wir andere Sachen nicht, z.B. vernünftig wissenschaftlich arbeiten.

IMHO sollte es ca. so aussehen:
1. bis 6. Semester (Bachelor of Medicine):
Alle Grundlagen aus der Vorklinik + MiBi + Patho + Humangenetik (quasi die klinisch theoretischen Grundlagen) + ab dem 3. Semester (wenn die ersten Grundlagen da sind) Einführungen in die klinische Praxis. Der Abschluss besteht aus einer OSCE-Prüfung (praktisch), einer Bachelorarbeit (schriftlich) und deren Verteidigung (mündlich). Danach gibt es den direkten, konsekutiven Master-Platz (wie bei Lehramtlern.

Danach der Master mit Fokus auf weniger Spezial-Seminaren und mehr Praxis. Der Abschluss/PJ-Zugang erfolgt analog zum Bachelor.

Markian
02.10.2019, 21:09
Finde Noten auch allgemein nicht nötig. Ich muss auch sagen, dass ich finde, dass es in der Medizin absolut keinen Sinn macht. Wenn du Augenarzt werden willst musst du halt auf diesem Gebiet gut sein und die Urologie kann dir am Arsch vorbeigehen. Da reicht es doch dann wenn du die Basics kennst, warum muss man dich dann mit einer 4 abstrafen weil du die aktuelle Studie zu XY nicht kennst. Verstehe nicht, warum man dann für alles so streng bewertet werden muss. Ich denk es ist halt Teil des Drills, damit du dich von Anfang an direkt klein und dumm fühlst, damit du nicht gegen den OA aufmüpfig wirst, der dich unbezahlte Überstunden machen lässt.

Trendafil
02.10.2019, 21:12
Finde Noten auch allgemein nicht nötig. Ich muss auch sagen, dass ich finde, dass es in der Medizin absolut keinen Sinn macht. Wenn du Augenarzt werden willst musst du halt auf diesem Gebiet gut sein und die Urologie kann dir am Arsch vorbeigehen. Da reicht es doch dann wenn du die Basics kennst, warum muss man dich dann mit einer 4 abstrafen weil du die aktuelle Studie zu XY nicht kennst. Verstehe nicht, warum man dann für alles so streng bewertet werden muss. Ich denk es ist halt Teil des Drills, damit du dich von Anfang an direkt klein und dumm fühlst, damit du nicht gegen den OA aufmüpfig wirst, der dich unbezahlte Überstunden machen lässt.

Oder du doch, die versiffte Hausarztpraxis in Hinterdupfingen übernimmst...

Markian
02.10.2019, 21:17
Dafür vergeben sie ja mittlerweile schon zweite Klasse Studienplätze mit Verpflichtung als Landarzt zu arbeiten.

McLaren422
02.10.2019, 21:47
ich bin diametral dagegen, aus dem Medizinstudium ein Bachelor/Master-Studium zu machen. Es würde schon reichen, einfach mal die Lehrpläne zu überarbeiten und v.a. mal die Lehre in die Hände von Personen legen, die das auch können oder zumindest nen Nerv dafür haben. Es gehört da einiges umstrukturiert, aber bitte kein Bachelor... V.a. keine Bachelorarbeit. Sry, das hat jetzt persönliche Gründe. :D
Ich fände es z.B. gut, wenn wir die Lehre nicht mehr auf Krankheiten, sondern auf Leitsymptome ausrichten, anhand derer uns dann differentialdiagnostisches Denken beigebracht wird. So Dinge wie Pathophysiologie, genaue Wirkmechanismen von Medikamenten etc würde ich stark zusammenkürzen.

Und dass man Jura nicht mit Medizin vergleichen kann, ist mir schon klar. Aber ich finde halt wirklich, dass es bei uns nicht so schlimm ist wie anderswo. Verbessern sollte man trotzdem so einiges.
Aber mal ehrlich: Welcher Student ist denn mit seinen Prüfungen bzw. mit dem Aufbau seines Studiums zufrieden? Es motzen doch alle rum oder gibt es ein Studienfach, wo solche Diskussionen wie grade hier nicht stattfinden?

Zu guter letzt: Egal, wie irre das IMPP drauf ist oder wie komisch die Fragen werden etc: Wir werden alle dieses M2 bestehen, genauso auch das M3 und wir alle werden unsere Ziele im großen und ganzen erreichen. :)


@Trendafil: Finde deinen Vorschlag mit der Mindespunktzahl fürs PJ sehr gut! Generell sollte man diese depperten Noten einfach abschaffen. Bestanden oder nicht und gut is.

Note 4 heißt bei mir: Absolute Grundlagen mit leichten Einschränkungen vorhanden
Note 3: Absolute Grundlagen ohne Einschränkungen vorhanden
Note 2: Solide Grundkenntnisse in allen Fächern
Note 1: Wie 2, nur man sollte vereinzelt Fragen beantworten können, die leicht über das normale Studentenwissen hinausgehen.

jetzt ist halt noch die Frage, was man als Studentenwissen definiert...