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Thomas24
10.09.2020, 21:10
Die CA werden gelockt von der Verwaltung mit einem neuen Gebäude, neuen Geräten, Laboren, Personal...sprich tollen Möglichkeiten eine TOP Klinik zu entwickeln.
Hier (kleiner Uniklinik) wird in einem kleinem operativen Fächern gesucht. Der Wechsel ist wirklich nötig. Es gibt mehr Bewerber aus ganz DE als gedacht trotz der "schlechteren" Bedingungen im Vergleich zu 1995.


Na, versprochen werden kann vielen vieles. Hat sich dann aber jemand versprochen...
Dem ehemaligen Ordinarius in Düsseldorf haben Sie beim Wechsel aus Freiburg auch eine flammneue Klinik versprochen- bekommen hat er einen Ambulanz Anbau :D Erst der Nach- Nachfolger hat dann neue Räumlichkeiten bekommen :-D
Never confide in the integrity of bureaucrats and politicians :-D

Thomas24
10.09.2020, 21:18
Ja nur der Himmel steht über ihnen, Gesetze....wer braucht das schon? https://www.aerzteblatt.de/archiv/101660/Verfahren-gegen-Transplantationschirurg-Professor-Broelsch-muss-vermutlich-in-Haft

Gut, dass dies sich ändert

Du willst mich wohl bewusst missverstehen? Das war kein Freifahrtschein für Kriminalität. Sondern damit war klar ausgedrückt, dass es für einen Ordinarius früher mal sowas wie weisungsfreie 'Freiheit von Forschung und Lehre' gab (formell gibt es das zwar immer noch, aber man muss im Zeitalter von Cancel culture und political BS von Berufsempörten schon sehr vorsichtig sein, wem man da auf den Schlips tritt) und schon gar keine Weisung von irgendwelchen Bürokraten, die sich in die internen Angelegenheiten einer Klinik eingemischt haben. Lange vorbei... heutzutage kannst du noch nichtmal mehr bestimmen, in welcher Farbe die Wartezimmer deiner Privatambulanz gestrichen werden sollen :-D

(Und es soll tatsächlich Bürokraten geben, die sich wundern, warum die Umsätze aus der Privatambulanz im Vergleich zu den Vorgängern immer mehr zurückgehen... na, wenn die Nachfolger nicht nennenswert an den Erlösen beteiligt sind, dann sinkt die Motivation eben, sich auf dem Gebiet hervorzutun...)

daCapo
10.09.2020, 23:36
Da haben auch genug Kollegen die Nase voll. In schöner Regelmässigkeit geben ehemalige Helios Chefärzte ihren CA Posten nach einigen Jahren auf und verlassen die Klinik Richtung lukrativere Gefilde.

z.B. die W3 Professur.Zwischenstop in der Provinz..Ziel Uni München/Berlin, so ist das mit den Karrieren.



Du willst mich wohl bewusst missverstehen? Das war kein Freifahrtschein für Kriminalität. Sondern damit war klar ausgedrückt, dass es für einen Ordinarius früher mal sowas wie weisungsfreie 'Freiheit von Forschung und Lehre' gab (formell gibt es das zwar immer noch, aber man muss im Zeitalter von Cancel culture und political BS von Berufsempörten schon sehr vorsichtig sein, wem man da auf den Schlips tritt) und schon gar keine Weisung von irgendwelchen Bürokraten, die sich in die internen Angelegenheiten einer Klinik eingemischt haben. Lange vorbei... heutzutage kannst du noch nichtmal mehr bestimmen, in welcher Farbe die Wartezimmer deiner Privatambulanz gestrichen werden sollen :-D

(Und es soll tatsächlich Bürokraten geben, die sich wundern, warum die Umsätze aus der Privatambulanz im Vergleich zu den Vorgängern immer mehr zurückgehen... na, wenn die Nachfolger nicht nennenswert an den Erlösen beteiligt sind, dann sinkt die Motivation eben, sich auf dem Gebiet hervorzutun...)

Da hast du bei einigem Recht. Hier gibt es einige Positive Beispiele aus der Vergangenheit, wo gute Forschung (und auch manchmal Lehre) betrieben wurde. Ebenso gibt es auch viele negative, die einfach so das Geld genommen haben. Ebenso gibt es immer noch viele, die meinen sie stehen über dem Gesetz, meist Arbeitszeitgesetz. Broelsch war sicherlich ein Extrembeispiel. Traurig genug.
Mit der Political Correctness und CancelCulture hast du Recht.
Mit falsch verstandenen Denkmalschutz für Gebäude aus den 70er Jahren, die ungeeignet sind für die heutige Krankenversorgung, hast du auch Recht.
Mit der Motivation zur Privatambulanz auch :-), finde es aber nicht schlimm.


Na, versprochen werden kann vielen vieles. Hat sich dann aber jemand versprochen...
Dem ehemaligen Ordinarius in Düsseldorf haben Sie beim Wechsel aus Freiburg auch eine flammneue Klinik versprochen- bekommen hat er einen Ambulanz Anbau :D Erst der Nach- Nachfolger hat dann neue Räumlichkeiten bekommen :-D
Never confide in the integrity of bureaucrats and politicians :-D

Das stimmt, da müssen die Chefs aufpassen wie seine Angestellten. Versprochen wird viel :-)

mbs
11.09.2020, 02:02
Ich habe mich natürlich auf Metaanalysen bezogen die auch eine entsprechende Qualität der eingeschlossenen Studien aufweisen und die methodisch einwandfrei gemacht werden. Wenn das alles gegeben ist sind das alles andere als anspruchslose Arbeiten.
Und formal betrachtet der höchste Evidenzgrad.

Auf diesen Typ von Arbeit geht jedoch keine Hab.ordnung ein die ich gefunden habe. Wie zählt also eine Erst-oder Letztautorschaft bei einer qualitativ hochwertigen Metaanalyse? Hat jemand genaue Quellenangaben, meinetwegen auch konkrete Erfahrungswerte?

Vielen Dank im Voraus!

Chriman
11.09.2020, 04:59
Na gut, es ist Rostock

Was möchtest du damit zum Ausdruck bringen?
Ist Rostock bekannt für besonders schlechte Arbeitsbedingungen?

mbs
12.09.2020, 00:19
Der Hintergrund für meine Fragen ist, dass ich nicht weiß ob eine bisherige Arbeit überhaupt "zählen" würde und wenn ja an welcher Uni / welchen Unis (bin derzeit an keiner richtigen Uniklinik mit Hab.ordnungen angestellt, man müsste sich einen Betreuer an einer solchen in der erweiterten Umgebung suchen).

Es wird zwar niemand den Gesamtüberblick haben, aber manche können vielleicht über konkrete Erfahrungen an ihren Unikliniken berichten. Nicht alles ist ja schriftlich fixiert, und manche Formulierungen in den entsprechenden Ordnungen sind ja auch schwammig (was genau ist zB ein "renommiertes Journal"...)

hebdo
12.09.2020, 07:28
Das ist wirkliche total unterschiedlich. Du musst dir eben die Habilitationsordnung der Fakultäten anschauen, die für dich in Frage kommen.

Als Beispiel meine ehemalige Uniklinik:
Promotion und Facharztanerkennung
mind. 4 Semester Lehre und Teilnahme an einem speziellen Didaktikkurs
Mind. 5 thematisch zusammenhängende Publikationen als Erst- oder Seniorautor
Vortrag

Beispiel Nachbaruni, anderes Bundesland:
6 Semester Lehrtätigkeit mit mind 30 SWS, Didaktikkurs und 2 evaluierte Lehrveranstaltungen
12 Originalpublikationen (keine Buchbeiträge, Kasuistiken oder Übersichtsartikel) .... mindestens drei mit einem Habilitationswert von A oder B (es gibt eine entsprechende Ratingliste)
12 Vorträge oder Präsentationen auf Tagungen fachwissenschaftlicher Gesellschaften

Was ganz wichtig ist: dein Chef muss dich auch vorschlagen bzw. fördern. Kenne einige die ewig in der Schlange stehen und hingehalten werden.

Es ist ein langer, steiniger, steiler Weg....

anignu
12.09.2020, 09:58
Der Hintergrund für meine Fragen ist, dass ich nicht weiß ob eine bisherige Arbeit überhaupt "zählen" würde
Und warum schreibst du das dann nicht? Dann kann man zu dem Fall auch Kommentare abgeben.
Manchmal ist es so dass man auch eine Forschungsleistung über einen gewissen Zeitraum erwartet. Also dass man zum Beispiel mit dem Habilitationsprozess beginnt und dann innerhalb eines Zeitraums von 6 Jahren eine gewisse Leistung erbringen muss. Dann würde alles gesammelte vorher einfach nur dafür zählen dass man in den Prozess eintreten kann.
Und wie hebdo schon geschrieben hat: oft werden Übersichtsartikel ausgeschlossen weil es einfach nicht als "Eigenleistung" zählt. Inwieweit man Metaanalysen dann wiederum von Übersichtsartikel ausnimmt ist fraglich.
Was eigentlich gewünscht ist sind ja Eigenleistungen. Also dass man sich gewisse Fragen stellt und die dann analysiert. Klinisch oder experimentell. Und du brauchst mir jetzt nicht erklären welch tolle Eigenleistung eine Meta-Analyse ist. Das ist mir egal (und nicht mein Problem). Das musst du der Uni erklären bei der du habilitieren willst.

was genau ist zB ein "renommiertes Journal"...
Oft wird das einfach als zum Beispiel die soundsoviel Prozent eines Fachs betrachtet, also zum beispiel die besten 25% der Zeitschriften eines Fachs. Da gibt es dann meist eine Liste. Gefäßchirurgie: es gibt halt einfach nur ein paar Zeitschriften die sich überhaupt mit dem Fach beschäftigen. Da sind dann auch die wenigen Zeitschriften die es überhaupt gibt als "renommiert" zu betrachten. Von Augenheilkunde oder so kenn ich das auch. Das ist übrigens auch der Grund warum zum Beispiel manche Leute in Richtungen forschen die grenzwertig mit dem eigenen Fach zu tun haben sich aber deutlich besser verkaufen/publizieren lassen...

Eines muss man aber auch klar sagen: es zählt auch der gewisse Einfluss des Betreuers/Uniprofs. Habilitationssachen werden ja besprochen in den Fakultätsrat. Und da werden Habilitationen vorgeschlagen und wenn der Chef die Leistung eines Anwärters über den grünen Klee lobt und erklärt warum vielleicht ein paar Impact Punkte fehlen aber dafür was anderes extrem herausragend ist... Wichtig ist: such dir einen sinnvollen Unterstützer. Und es ist auch klar dass Forschung an der Uni selbst einfacher ist als peripher. Weil man sich leichter Unterstützer suchen kann etc.

daCapo
12.09.2020, 10:28
Was möchtest du damit zum Ausdruck bringen?
Ist Rostock bekannt für besonders schlechte Arbeitsbedingungen?

Nein, es gehört zu den B/C-Städten und Unikliniken (wie die meisten Städte/Unikliniken). Die genaue Rangordnung ist möglicherweise auch persönlich geprägt. z.B. W3 Professur Magdeburg-->nach LMU München gewechselt, als dort Stelle frei wurde.


.

Eines muss man aber auch klar sagen: es zählt auch der gewisse Einfluss des Betreuers/Uniprofs. Habilitationssachen werden ja besprochen in den Fakultätsrat. Und da werden Habilitationen vorgeschlagen und wenn der Chef die Leistung eines Anwärters über den grünen Klee lobt und erklärt warum vielleicht ein paar Impact Punkte fehlen aber dafür was anderes extrem herausragend ist... Wichtig ist: such dir einen sinnvollen Unterstützer. Und es ist auch klar dass Forschung an der Uni selbst einfacher ist als peripher. Weil man sich leichter Unterstützer suchen kann etc.


Ganz genau. Habil an einem peripheren Haus zu machen, hat wahrscheinlich Seltenheitswert. Man braucht die Unterstützung des Chefs. Um sie zu erhalten, sollte man sich gut verstehen.
Und selbst wenn man die Habil dann durch hat, kommt es darauf an, mit welchen Fragen man sich beschäftigt hat und welche Ergebnisse man erzielt hat, sprich die Renomiertheit.

In meiner jetzigen Abteilung gibt es beispielsweise kein Abteilungslabor (an fachgleichen Abteilungen in anderen Unikliniken schon). An Studien nimmt die Abteilung kaum (aktuell 2) Teil im Vergleich zu anderen Abteilungen (bis 35). Besondere Geräte (die es in einer Praxis oder anderen Klinik nicht unbedingt gibt) hat die Abteilung auch nicht. Sowas sind dann eher mäßige Vorraussetzungen für die Habil und überhaupt die Möglichkeit irgendetwas (inter)national beachtenswertes zu schaffen. Man müsste erst den Chef überzeugen, ein Labor einzurichten (inkl. Biologe/Personal) oder eine Multizenterstudie zu initiieren (unwahrscheinlich, wenn eh kaum an Studien teilgenommen wird) oder ein Gerät zu kaufen, das möglicherweise Behandlungsvorteile verspricht.

Ärzte machen die Habil eher selten in ihrer Weiterbildungszeit. Meist sind es OA oder FÄ, denen auch entsprechend mehr Beachtung geschenkt. In einigen Kliniken sieht man es mal, dass bereits Ärzte am Ende ihrer WB die habil machen, hängt vom Chef/Eigeninitiative/Können/Glück ab.

anignu
12.09.2020, 23:01
Ärzte machen die Habil eher selten in ihrer Weiterbildungszeit. Meist sind es OA oder FÄ, denen auch entsprechend mehr Beachtung geschenkt. In einigen Kliniken sieht man es mal, dass bereits Ärzte am Ende ihrer WB die habil machen, hängt vom Chef/Eigeninitiative/Können/Glück ab.
Das wiederum sehe ich nicht so. Ich kenne sehr viele die in ihrer Weiterbildungszeit mindestens angefangen haben. Fertiggestellt haben wenige geschafft aber auch manche. Aber die allermeisten haben mindestens mehrere Jahre schon in der Weiterbildungszeit gemacht.

freak1
12.09.2020, 23:29
Ist bei uns genauso. Die, die habilitieren, forschen und publizieren auch schon während der Weiterbildungszeit dafür. Einige sind dann im 4. oder 5. WBJ schon PD, aber die meisten dann nach dem FA.

nie
13.09.2020, 08:04
Ist bei uns genauso. Die, die habilitieren, forschen und publizieren auch schon während der Weiterbildungszeit dafür. Einige sind dann im 4. oder 5. WBJ schon PD, aber die meisten dann nach dem FA.

Hier auch.

Wenn man ernsthaftes Forschungsinteresse hat, wird man vom ersten Tag an aktiv in die Forschung eingebunden und gefördert.

daCapo
13.09.2020, 10:31
Ärzte machen die Habil eher selten in ihrer Weiterbildungszeit.

ich hätte schreiben müssen: vollenden


Das wiederum sehe ich nicht so. Ich kenne sehr viele die in ihrer Weiterbildungszeit mindestens angefangen haben. Fertiggestellt haben wenige geschafft aber auch manche. Aber die allermeisten haben mindestens mehrere Jahre schon in der Weiterbildungszeit gemacht.

Da habt ihr mich missverstanden. Kenne ich auch so. Die, die die habil anstreben, forschen bereits seit dem Studium oder seit Beginn der WB Zeit mehr oder minder intensiv für die Karriere/Habil. Aber vollendet wird die Habil meist als FA/OA, selten als fortgeschrittener Assistent.

In manchen Fächern war/ist es durchaus möglich für ein Labor im Inland/Ausland abgestellt zu werden und so zahlreiche Publikationen in kurzer Zeit unter Anleitung zu machen, um den Prozess "zu beschleunigen".



Wenn man ernsthaftes Forschungsinteresse hat, wird man vom ersten Tag an aktiv in die Forschung eingebunden und gefördert.

Mag sein, dass es an vielen Kliniken so ist. Überall ist es nicht so bzw. nicht so wie man es sich vorstellt.

mbs
14.09.2020, 02:43
Vielen Dank erstmal für eure Antworten!

Wenn ich was in der Richtung machen wollte müsste ich sowieso versuchen als "Externer" an einer Uni Fuß zu fassen. Da die Hab.ordnungen teilweise nicht so dezidiert sagen welche Publikationen überhaupt "zählen" (Originalarbeit scheint mir ein sehr allgemeiner, unspezifischer Begriff zu sein) dachte ich, dass vielleicht jemand Erfahrungswerte hat (von sich oder anderen die er kennt) oder sogar einen Überblick welche Unis am liberalsten bezüglich solcher Regelungen sind.

Hintergrund ist, dass ich eben schon Metaanalysen gemacht habe.

Die Lehrtätigkeit ist eine Sache, die ich gar nicht so auf dem Schirm hatte. Oder zählt da auch Lehre an Nichtunikliniken rein, zB Ausbildung von PJlern etc?

Man sollte vermutlich einfach eine Honorarprofessur anstreben wenn man irgendwo akademisch Fuß fassen will - die Frage ist nur wie man so was wird. Habe noch nie gehört dass das in der Medizin jemand "geschafft" hätte. Bin mir andererseits auch nicht sicher, inwieweit man mit so was mehr Fördermittel für einzelne Projekte kriegen würde - oder ob es nicht doch eher mal wieder nur so eine Egonummer wäre so was innezuhaben ohne dass sich irgendwelche weiteren Vorteile daraus ergeben...

FirebirdUSA
14.09.2020, 06:07
Die Venia legendi ist primär mal eine LEHRbefugnis, d.h. ohne Lehre wird dich keine Uni hablitieren. Mir wäre neu, dass hier irgendeine Uni externe Lehrveranstaltungen anerkennt. In der Regel werden 1-2 Semesterwochenstunden gefordert (d.h. JEDE Woche mindestens 1-2h im Durchschnitt, abzl. vorlesungsfreie Zeit) und bei einigen Unis auch eine didaktische Ausbildung (meistens durch entsprechend geforderte Kurse). Wenn du nicht an der Uni bist hast du aus meiner Sicht gar keine Chance hier rein zu kommen. Es ist etwas anderes wenn du 4 Jahre an der Uni warst, nur noch ein oder zwei Publikationen hast, den Chef gut kennst und "deine" Lehrveranstaltung auch weiter machen kannst und dann an ein externes Haus gehst.
Bei Honorarprofessur bin ich mir nicht so sicher was du meinst... die meisten Profs. in der Medizin haben eine außerplanmäßige Professur (d.h. nach der Habil weitergeforscht und gelehrt bis die je nach Uni unterschiedlichen Vorgaben für die Berufung zum APL vorliegen), die aber auch regelmäßige Lehre eigentlich vorsieht.
Echte Honorarprofessuren werden in der Regel für langjährige, herausragende medizinische Leistungen von Unis als Ehre vergeben. Um so etwas zu erhalten, musst du schon sehr bekannt sein in den Fachkreisen (oder in der Politik). Das ist eher etwas für die zweite Hälfte deiner Karriere.

daCapo
14.09.2020, 06:26
Wenn du nicht an der Uni bist hast du aus meiner Sicht gar keine Chance hier rein zu kommen. Es ist etwas anderes wenn du 4 Jahre an der Uni warst, nur noch ein oder zwei Publikationen hast, den Chef gut kennst und "deine" Lehrveranstaltung auch weiter machen kannst und dann an ein externes Haus gehst.


So ist es. Von extern habe ich noch nie gesehen.

hebdo
14.09.2020, 07:14
Es gibt auch Maximalversorger die vor allem kllinische Forschung betreiben und das auch sehr gut mit hochrangigen Publikationen. Man kann sich theoretisch auch als externer an der Uni habilitieren. Die beiden Kollegen, die ich kenne, sind dann aber letztendlich an die entsprechende Uni gewechselt.

schnix25
14.09.2020, 16:53
Insgesamt ist die Lage so heterogen, dass ich nicht unbedingt danach gehen würde, ob Meta-Analysen jetzt zählen oder nicht. Die Lage schwankt einfach zu stark, mache erkennen alle Originalarbeiten an, andere nur Publikationen, die nach der Promotionsverleihung veröffentlicht wurden. Die Zahl schwankt auch extrem von glaub 6 Erstautorschafen in pubmed gelistet über 10 wovon mindestens x im oberen drittel sind, hin zu kumulativer Impakt Faktor. Ich würde erstmal schauen wo dir die Abteilung am besten gefällt. Wenn du dann zwischen zwei schwankst, kannst ja noch Habilordnung usw. schauen. Aber es ist es mMn nicht wert mitten im nirgendwo in einer unmöglichen Abteilung zu stecken, nur weil du da 4 Paper weniger brauchst.

anignu
14.09.2020, 22:29
In der Regel werden 1-2 Semesterwochenstunden gefordert (d.h. JEDE Woche mindestens 1-2h im Durchschnitt, abzl. vorlesungsfreie Zeit) und bei einigen Unis auch eine didaktische Ausbildung (meistens durch entsprechend geforderte Kurse).
Kenn ich auch so. Das kann aber auch zum Beispiel über Kurse laufen die als Block angeboten werden oder Wahlfächer oder Ähnliches. Und wenn man ehrlich ist: nicht alle Habilitanden machen das. Wobei es wieder so ist: bei Internen kann man da leichter drüber weg sehen als bei Externen. Denn Interne bereiten ja sicherlich auch ganz viel vor und so...

Bei Honorarprofessur bin ich mir nicht so sicher was du meinst... die meisten Profs. in der Medizin haben eine außerplanmäßige Professur (d.h. nach der Habil weitergeforscht und gelehrt bis die je nach Uni unterschiedlichen Vorgaben für die Berufung zum APL vorliegen), die aber auch regelmäßige Lehre eigentlich vorsieht.
Echte Honorarprofessuren werden in der Regel für langjährige, herausragende medizinische Leistungen von Unis als Ehre vergeben. Um so etwas zu erhalten, musst du schon sehr bekannt sein in den Fachkreisen (oder in der Politik). Das ist eher etwas für die zweite Hälfte deiner Karriere.
Das kommt ganz drauf an.
Ich persönlich kenne 4 verschiedene Profs:
Univ.-Prof. -> Professoren-Titel verknüpft mit einer Stelle an der Uni, also Chef der Chirurgie, Chef der Unfallchirurgie etc. (gibts noch was anderes als Chirurgie? ;-) )
apl. Prof. -> der Klassiker in der Medizin: bekommt man als PD wenn man weiter forscht und weiter Lehre macht und damit gewisse Voraussetzungen erfüllt.
Prof. h.c. -> Ehrenprofessur so wie Ehrendoktorwürde. Selten, wirklich selten, und da man das "h.c." erwähnen muss eigentlich auch nur für schon "echte" Profs interessant damit man dann Prof. Dr. Dr. h.c. mult. hinschreiben kann. Eigentlich nur an herausragende Profs mit mindestens großer nationaler eher internationaler Sichtbarkeit, wenn das überhaupt noch verliehen wird...
Honorarprofessur -> spannende Sache. Darf man mit Prof. abkürzen und ist daher interessant auch für den "Normalbürger ohne Nobelpreisambitionen". Zumindest in Bayern weiß ich dass es ohne Ministerium läuft, also von der Hochschule selbst verliehen wird. Aber es es werden tatsächlich nur deutlich weniger verliehen als zum Beispiel apl. Profs.. Ich meine mich an so maximal eine pro Jahr pro Fakultät erinnern zu können. Im Schnitt. Manchmal auch mehrere Jahre keine in einer Fakultät, manchmal dann wieder zwei höchstens drei pro Jahr. Also eher was selteneres für Leute die sich echt verdient gemacht haben. Darauf zu spekulieren ist eher ein Glücksspiel oder für extrem vernetzte Leute. Wenn man sich dann mal an einer bestimmten Uni zum Beispiel einen Fünf-Jahres-Zeitraum anschaut in dem es drei Honorarprofessuren in der Medizin gab und sich dann überlegt was genau die Gründe waren warum genau diese drei Leute die Honorarprofessur bekommen haben, dann weiß man: @mbs: du hast keine Chance. Du stellst solche Fragen in einem Forum, das heißt du bist nicht maximal vernetzt, sonst müsstest du nicht solche Fragen stellen, damit hast du keine Chance. Einfach, oder?

mbs
15.09.2020, 01:39
Hab mal wo hospitiert wo ein Chefarzt Honorarprofessor war...an einer technischen Hochschule. Hat da nur irgendwelche Managementkurse gemacht und das scheinbar dafür bekommen; oder einfach Beziehungen spielen lassen, mag auch gut sein - so richtig durchblickt habe ich das Modell Honorarprofessor auch nie. Geforscht hatte der meines Wissens nach gar nicht. Ist wahrscheinlich auch total unterschiedlich je nachdem wo das jemand kriegt.

Ob ich wirklich an eine Uniklinik wechseln wollen würde ist fraglich...glaube da erfülle ich die Voraussetzungen gar nicht. Da muss man doch wenn dann ganz früh in der Weiterbildung hin oder eben gar nicht mehr. Meine Idee war eigentlich nur gewesen ob ich vielleicht bisherige Arbeiten irgendwie "verwenden" könnte - weniger wegen eines Titels an sich sondern um vielleicht ein besseres "Standing" zu haben für eigene Projekte, oder um an einer Hochschule unterrichten zu können - und damit meine ich weniger an einer medizinischen Uni sondern eher irgendwo in einem Schnittstellenbereich. Bei rein klinischen Tätigkeiten bleibt halt irgendwie immer das Gefühl, dass das nicht alles gewesen sein kann...schwer zu beschreiben. Mag aber auch sein, dass man nur an ein größeres Haus mit interessanterem Arbeitsalltag wechseln müsste - wobei das jetztige so klein nun auch wieder nicht ist. Aber vieles ist eben gefühlt immer dasselbe, oder wiederholt sich.

Und unabhängig davon...wenn man schon was veröffentlicht hat, warum nicht "nutzen"? Auch wenn das blöd klingen mag. Man fragt sich sonst nur wofür man es überhaupt gemacht hat...vielleicht kann das der ein oder andere ja auch halbwegs verstehen...

Und als Externer was "anmelden" dürfte - auch wenns unüblich sein mag - ja grundsätzlich möglich sein, oder nicht? Man müsste nur die richtige Uni dafür finden...aber darauf zielten meine Fragen ja vorwiegend ab. An welcher das am ehesten ginge...ohne sich gleich die klinische Arbeit an einer Uniklinik "geben" zu müssen. Und ohne gleich die mit den strengsten "Auflagen" und Kriterien zu erwischen. Man wäre als Externer ja in der Wahl der Uni vermutlich" frei", man müsste nur wen finden der das "betreut" oder vertritt...oder nicht?

("Vernetzung" ist sicher ein guter, wichtiger Aspekt...ganz isoliert bin ich nicht, aber klar, mir ist es lieber in einem Forum wie diesem zu fragen...einfach schon allein aus Angst dass manche die Fragen unter Umständen als "blöd" interpretieren könnten. Weil das für die vielleicht "klar" scheint, für mich aber irgendwie nicht. Und hier kann es sich ja jeder aussuchen ob er mir antwortet...wenn einem die Fragen zu dumm werden kann mans ja ignorieren. Wenn ich jetzt auf eine konkrete Person zugehen würde wäre das schon schwieriger...)