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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pflege und DU als Assistent



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Feuerblick
22.07.2020, 18:30
Na, wenn das alles so ist, dann habe ich wohl in all den Kliniken, in denen ich in Ausbildung und Weiterbildung sowie diversen Praktika gearbeitet habe, einfach nur das allerbeste und allernetteste Pflegepersonal und damit eine Ausnahme auf dem gesamten Planeten angetroffen. Pflegepersonal, das mir den Rücken freigehalten hat, mich in doofen Diensten unterstützt hat, mir auch mal Sachen abgenommen hat, mich vor ätzenden OÄ gerettet hat und Pflegepersonal, mit denen ich mehr als einmal nett Käffchen trinken konnte. Dann schätze ich mich jetzt mal glücklich, dass mir in all den Jahren die von euch beschriebenen mobbenden Pflegedrachen nie begegnet sind. In keiner Klinik.

Btw.: Schon mal aufgefallen, dass hier gerade übelst über Pflegepersonal hergezogen wird? Dabei war es ja der Aufhänger, wie böse es doch ist, dass die Pflege über die Ärzte herzieht.

Egal... ich bin raus hier. Das führt (wie schon so oft vorher) zu nix. Viel Spaß beim Kleinkrieg!

WackenDoc
22.07.2020, 18:54
Du meinst mit Rücken freihalten sowas wie "Wir sind unterbesetzt, wenn du willst, dass der Patient in den Herzkatheter kommt, musst ihn halt selber fahren".

Oder während der Visite "Telefon" "Worum geht es?" "Weiss icht nicht, will nen Arzt sprechen- da hast das Telefon".

Oder "Wir machen 2x pro Schicht Rundgang- wenn du außerhalb der Zeit Blut weggebracht haben willst, dann mach´s gefälligst selber".

Zum ach so hochgelobten Teamgedanken: "DU brauchst doch die Laborwerte, ist ja dann nicht unser Problem wenn was fehlt" (Es war in den Arbeitsanweisungen festgelegt, dass die Nachtschicht der Pflege die Laborzettel und Röhrchen für den nächsten Tag vorbereitet)

Trüffel
22.07.2020, 19:01
Weil du persönlich nie schlechte Erfahrungen mit der Pflege gemacht hast, muss in dem Fall, dass es mal kracht, der Arzt Schuld sein?


Btw.: Schon mal aufgefallen, dass hier gerade übelst über Pflegepersonal hergezogen wird?
In diesem Thread? Nein. Stimmt nicht.

Feuerblick
22.07.2020, 19:17
@Wacken: Ich meine „Ich hab schon mal die Viggo gelegt, du bist ja im Stress“. Oder „Komm, ich mach den Aderlass für dich. Dann kannst du auch mal fünf Minuten sitzen.“. Oder „Da hat sich grad ein Patient angemeldet. Lass dir Zeit, ist nicht eilig.“. Oder „Ich hab dir schon mal alles bereitgelegt. Geht schneller.“ Oder „Schau mal, die Anmeldung für XXX.. Stimmt die so? Dann kannst du freigeben.“ Oder „Du setzt dich jetzt mal hin und isst was. Die Patienten da draußen können warten. Wenn die meckern, kümmere ich mich“. Oder „Patient XXX hat Beschwerden YYY. Ich würde jetzt ZZ machen. Okay für dich? Dann brauchst du deswegen nicht kommen.“ Oder „Wir haben Ihnen für die Untersuchung schon alles hingelegt. Sagen Sie Bescheid, wenn was fehlt.“ Oder „Ich gehe Richtung Labor... soll ich noch was mitnehmen?“
Dafür habe ich aber durchaus auch mal Sachen aufgefüllt, mir meinen Kram selbst zusammengesucht, wenn die Pflege nicht hinterherkam, Laborkram selbst weggetragen, wenn ich sowieso in die Richtung unterwegs war und sehr gerne auch mal beim Umlagern etc. geholfen.
Klar gibt es ein oder zwei Leute, die verhaltensoriginell auftreten. Aber die paar Leutchen lohnen die Aufregung nicht.

@trüffel: Nein, aber ich habe vor dem Studium in einem Ausbildungsberuf gearbeitet und erlebt, wie unfassbar herablassend schon der kleinste und ahnungsloseste Assistenzarzt deinen Einwurf abtut, obwohl er im Gegensatz zu dir selbst fachlich keinerlei Sachkenntnis besitzt. Was ihm aufgrund des etwas exotischen Bereichs hätte klar sein dürfen. Das prägt, glaub mir! Seither erlaube ich mir zu hinterfragen, warum manche Menschen grundsätzlich bei der Pflege auflaufen und andere nicht. Es ist wie überall ein Geben und Nehmen. Ob es die Pflegekraft ist, die Sekretärin in irgendeinem Betrieb oder die Verkäuferin im Supermarkt.

Reflex
22.07.2020, 19:31
@Wacken: Ich meine „Ich hab schon mal die Viggo gelegt, du bist ja im Stress“. Oder „Komm, ich mach den Aderlass für dich. Dann kannst du auch mal fünf Minuten sitzen.“. Oder „Da hat sich grad ein Patient angemeldet. Lass dir Zeit, ist nicht eilig.“. Oder „Ich hab dir schon mal alles bereitgelegt. Geht schneller.“ Oder „Schau mal, die Anmeldung für XXX.. Stimmt die so? Dann kannst du freigeben.“ Oder „Du setzt dich jetzt mal hin und isst was. Die Patienten da draußen können warten. Wenn die meckern, kümmere ich mich“. Oder „Patient XXX hat Beschwerden YYY. Ich würde jetzt ZZ machen. Okay für dich? Dann brauchst du deswegen nicht kommen.“ Oder „Wir haben Ihnen für die Untersuchung schon alles hingelegt. Sagen Sie Bescheid, wenn was fehlt.“ Oder „Ich gehe Richtung Labor... soll ich noch was mitnehmen?“
Dafür habe ich aber durchaus auch mal Sachen aufgefüllt, mir meinen Kram selbst zusammengesucht, wenn die Pflege nicht hinterherkam, Laborkram selbst weggetragen, wenn ich sowieso in die Richtung unterwegs war und sehr gerne auch mal beim Umlagern etc. geholfen.
Klar gibt es ein oder zwei Leute, die verhaltensoriginell auftreten. Aber die paar Leutchen lohnen die Aufregung nicht.

@trüffel: Nein, aber ich habe vor dem Studium in einem Ausbildungsberuf gearbeitet und erlebt, wie unfassbar herablassend schon der kleinste und ahnungsloseste Assistenzarzt deinen Einwurf abtut, obwohl er im Gegensatz zu dir selbst fachlich keinerlei Sachkenntnis besitzt. Was ihm aufgrund des etwas exotischen Bereichs hätte klar sein dürfen. Das prägt, glaub mir! Seither erlaube ich mir zu hinterfragen, warum manche Menschen grundsätzlich bei der Pflege auflaufen und andere nicht. Es ist wie überall ein Geben und Nehmen. Ob es die Pflegekraft ist, die Sekretärin in irgendeinem Betrieb oder die Verkäuferin im Supermarkt.

Ich muss auch auf einem anderen Planeten gearbeitet haben. Unter dem Pflegepersonal gab es auch mal vereinzelte Ausreißer. Die sind dann aber auch mit allen anderen (auch dem restlichen Pflegepersonal) angeeckt. Ich habe in der Zusammenarbeit mit Pflegekräften ansonsten wesentlich mehr positive Erfahrungen gemacht. Respekt ist eben keine Einbahnstraße und ich habe nie Schwierigkeiten gehabt und bin auch immer durch die Pflege unterstützt worden und kenne solch ähnliche Zitate der Unterstützung. Wirkliche Sabotage oder gar Mobbing habe ich nie erlebt. Aber ich bin auch jemand, der kennt sogar die Probleme der Putzfrau, die das Arztzimmer putzt, weil ich einfach gerne mich mit den Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, befasse. Mit meinem MFAs halte ich es genauso und das macht einfach eine gute Atmosphäre in der Zusammenarbeit.

WackenDoc
22.07.2020, 19:50
Da sind sie wieder die pauschalen Unterstellungen. Wenn sich das Pflegepersonal asozial verhält MUSS der Arzt dran schuld sein. Der Muss sich zuerst herablassend verhalten haben. Er ist ja selber schuld. Automatisch.

Eben- Respekt ist keine Einbahnstraße. Und es kann nicht sein, dass von einer Seite permanent Respekt eingefordert wird und gleichzeitig jegliches regelrecht a-soziales Verhalten dieser Gruppe gegenüber schöngeredet und gerechtfertigt wird.

Und nein, so ein Rücken freihalten gab es bei uns nicht. In der ganzen Abteilung nicht.

Feuerblick
22.07.2020, 19:57
Falsch... aber wenn sich das Pflegepersonal deiner Meinung nach asozial verhält, KANN durchaus auch der Arzt dran schuld sein. KANN! Sonst sind das auch pauschale Unterstellungen.

Und nun bin ich hier wirklich raus.

][truba][
22.07.2020, 20:38
Mir geht es eher wie Feuerblick und Reflex. Bin eigentlich mit fast allen immer und in jeder Stelle bisher sehr gut hingekommen. Ja, es gibt wirklich immer jemanden der aus der Reihe tanzt aber die waren dann auch bei allen Berufsgruppen dafür bekannt.

Hab's auch wie Feuerblick gehalten? Patient brauch ne Ente und ich bin direkt neben der Spüle? Dann geb ich sie ihm oder ich nehm sie halt mit, wenn es grad passt (lass sie aber auch da, wenns nicht passt). Ich geb auch mal meine Laboranforderungen selbst ein oder füll die Zettel aus. Ich geh mal ans Schwesterntelefon wenn ich daneben sitze etc. pp. Arbeit ist Arbeit. Und ich hab letztens auch einen Arm eines Patienten festgehalten als die Pflege in der Rettung Blut abnahm. Seh da kein Problem. Dafür wechseln die mal diverse Katheter für mich etc. Hab auch zum Glück mehr das Geben und Nehmen erlebt.

davo
22.07.2020, 21:38
[truba][;2149293']Bin eigentlich mit fast allen immer und in jeder Stelle bisher sehr gut hingekommen.

Ich bisher auch. Trotzdem seh ich eben auch, dass das bei anderen Ärzten nicht immer der Fall ist, und dass das nicht immer zum Teil oder ganz Schuld des Arztes ist ;-) Es gibt da schon hin und wieder eine recht unangenehme Gruppendynamik, sobald jemand zum Opfer auserkoren wurde.

Man muss halt schon auch differenzieren zwischen dem, was man selbst erlebt, und dem, was man bei anderen beobachten kann. Das kann gleich sein, muss es aber nicht sein. Und man sollte auch in der Lage sein, zu verstehen, dass es, wenn man etwas selbst noch nicht erlebt oder beobachtet hat, nicht bedeutet, dass es das Phänomen nicht gibt.

Eigentlich ja lauter Selbstverständlichkeiten... seltsam, dass die bei manchen Themen so in Frage gestellt werden :-))

Ich versuche, am Arbeitsplatz nie respektlos oder unfreundlich zu sein, ganz egal ob es um die Putzfrau, die nervige Privatpatientin oder die delirante 85-Jährige geht. Das gelingt natürlich nicht immer, aber man sollte es zumindest ernsthaft versuchen. Eigentlich ebenfalls eine Selbstverständlichkeit, oder?

Bonnerin
22.07.2020, 21:54
Ich versuche, am Arbeitsplatz nie respektlos oder unfreundlich zu sein, ganz egal ob es um die Putzfrau, die nervige Privatpatientin oder die delirante 85-Jährige geht. Das gelingt natürlich nicht immer, aber man sollte es zumindest ernsthaft versuchen. Eigentlich ebenfalls eine Selbstverständlichkeit, oder?

Das ist leider nicht ansatzweise eine Selbstverständlichkeit. Wobei das aber eher ein gesellschaftliches Problem ist. Sah man doch in der Hochphase des Lockdowns auch im Supermarkt: Da wurden Kassierer*Innen angefeindet, weil sie zu langsam arbeiten würden etc. Wertschätzung für Arbeit von anderen ist in D (wie in vielen anderen Ländern auch) meist nur rudimentär ausgeprägt.

Ich selbst bin bis auf ganz wenige Ausnahmen mit der Pflege gut zurecht gekommen in meinen bisherigen Praktika etc. Aber ich muss davo tatsächlich zustimmen, habe es mehr als einmal gesehen, dass Ärzte (männlich) teilweise (!) wirklich besser behandelt worden sind als Ärztinnen, unabhängig vom Kenntnisstand der Person. Da hatte ich bis jetzt meistens viel Glück, aber werde vermutlich eh seltener bis nicht in irgendeine "weibliche Konkurrenzschublade" gesteckt, weil ich dafür einfach i.d.R. nicht hetero genug wirke. :-D

limbictree
22.07.2020, 22:05
Ich sehe das wie davo. Ich selbst habe zwar wie gesagt nur gute Erfahrungen gemacht mit berufsübergreifender Zusammenarbeit, gerade mit der Pflege. Von wunderschönen nächtlichen Tratschereien über so richtig viel Hilfe inhaltich wie organisatorisch und auch alles sonst was man sich so wünscht. Bin auch der Meinung ich habe nicht nur Glück sondern habe auch was dafür getan und werde entsprechend belohnt. (Und manches ist ein Problem der Haltung: Probleme damit haben ne Infusion anzureichen kann ich zB gar nicht nachvollziehen.) ABER. Ich finde auch, dass wohl Unschuldige in ne blöde Gruppenrolle kommen können und das teilweise auch schnell. Mit Unschuldig meine ich Leute, die bestimmte Regeln versäumen, oder in bestimmte Fettnäpchen treten, ohne dabei arrogant oder unfreundlich oder nicht wertschätzend oder sonst irgendwas zu sein. Es können soziale Subtilitäten der Art und der Sprache sanktioniert werden. Und natürlich können da auch gesellschaftliche Diskriminierungen ne Rolle spielen, wer wie wahrgenommen und bewertet wird, ist doch klar und so wie überall auch, wem machen wir eigentlich hier was vor, ist ja absurd das zu verleugnen. Wenn einer gemobbt wird, gibt's immer was an dem, was gestört hat, aber was an dem gestört hat, na.... Das sagt eben auch was drüber aus, was uns so stört, nicht? Und ich finde auch es ist victim blaming zu sagen, wenn einer gemobbt wird, ist der immer selbst schuld.

ehem-user-21-08-2020-1502
22.07.2020, 22:50
Ich habe auch meist gute Erfahrungen mit der Pflege gemacht. In Fettnäpfchen treten kann leicht passieren, besonders bei OP-Pflegern. Es wird ja immer wieder darauf hingewiesen, sich bei allen vorzustellen. Mache ich auch, es ist aber für mich quasi unmöglich die Gesichter unter Mundschutz und Haube zu erkennen, die Schuhe sind oft von der Hose verdeckt. Ich habe mich dann auch bei manchen 3x vorgestellt. Ob es wirklich so schlimm ist, sich nicht bei jedem vorgestellt zu haben? Ich persönlich hätte kein Problem damit, wenn ich OP-Pflegekraft wäre. So interessant wären Blockpraktikanten nicht für mich. Aber um Stress zu vermeiden, stelle ich mich gerne auch mehrfach vor. Man sollte ein gutes Verhältnis haben, sich aber auch nicht ausnutzen lassen. Wir sind nicht die Handlanger der Pflege, genau wie die Pflege auch nicht unsere Handlanger sind. Bis jetzt bin ich damit gut gefahren

anignu
22.07.2020, 22:59
Die Pflege weist halt ein sehr weites Spektrum an Persönlichkeiten auf.
Wirklich? Also wenn ich mir das Spektrum an verhaltensoriginellen Menschen ansehe, dann würde ich die Quote bei ärztlichen Kollegen deutlich höher sehen ;-)
Da gibt es Typen, sowas glaubt man nicht wenn man es nicht selbst erlebt hab. So krasse Pflegekräfte hab ich da noch nicht erlebt.
Ich frage mich, ob die Pflege wirklich erfahrener ist als die Assistenzärzte. In vielen Kliniken ist das Durchschnittsalter der Pflegekräfte doch recht niedrig, viele "ältere" Pflegekräfte gehen weg weil der Rücken kaputt ist etc.
Wechseln den Assistenzärzte deutlich häufiger als das Pflegepersonal?
Meiner Meinung nach definitiv. Schau dir einfach mal Pflegekräfte zum Beispiel in der Notaufnahme an. Und dann zähle durch wieviele davon seit sagen wir mindestens 5 Jahren dort ständig arbeiten. Das sind prozentual sicherlich einige. Und dann die Ärzte. Nehmen wir Chirurgen. Klar, müssen mal irgendwann ein halbes Jahr zwangsweise in die Notaufnahme und dann noch immer wieder Dienste da machen. Aber selbst ein Assistenzarzt der seit 5 Jahren im Haus ist hat oft meilenweit noch nicht so viel gesehen wie eine Pflegekraft die den Job seit 5 Jahren macht. Daher: die sehen schon viel und bekommen damit ein gewisses Maß an Erfahrung und Routine. Man darf das nicht unterschätzen, aber halt auch nicht überschätzen.

daCapo
23.07.2020, 06:46
Klar gibt es auch Pflegekräfte, die mal eine Viggo legen, mal eine Blutabnahme machen, mal schauen, dass Untersuchungen laufen/hinterhertelefonieren/ einem den Rücken freihalten / mithelfen. In der Nacht habe ich auch lange und gute Gespräche mit der Pflege geführt.



Du meinst mit Rücken freihalten sowas wie "Wir sind unterbesetzt, wenn du willst, dass der Patient in den Herzkatheter kommt, musst ihn halt selber fahren".

Oder während der Visite "Telefon" "Worum geht es?" "Weiss icht nicht, will nen Arzt sprechen- da hast das Telefon".

Oder "Wir machen 2x pro Schicht Rundgang- wenn du außerhalb der Zeit Blut weggebracht haben willst, dann mach´s gefälligst selber".

Zum ach so hochgelobten Teamgedanken: "DU brauchst doch die Laborwerte, ist ja dann nicht unser Problem wenn was fehlt" (Es war in den Arbeitsanweisungen festgelegt, dass die Nachtschicht der Pflege die Laborzettel und Röhrchen für den nächsten Tag vorbereitet)

Die Kommentare, die Wackendoc hier aufgeührt hat, sind mir aber besser in Errinnerung geblieben und sind je nach Station extrem häufig.

Wir haben eine Kollegin, die nach 20 Jahren wieder in die Klinik gegangen ist und nach eigener Aussage diese Umgangsformen im stationären Bereich nicht kannte.

Trüffel
23.07.2020, 07:33
Mein letzter Beitrag wurde mal wieder nicht freigeschaltet. Bin gespannt, ob es diesmal klappt ...


Wirklich? Also wenn ich mir das Spektrum an verhaltensoriginellen Menschen ansehe, dann würde ich die Quote bei ärztlichen Kollegen deutlich höher sehen ;-)
Ja und nein. Verhaltensoriginell sicherlich. Allerdings sinkt die Quote m.E. bereits deutlich, sobald man Chef- und Oberärzte ausklammert, die am typischen Pflege-Arzt-Konflikt doch eher selten beteiligt sind. Ansonsten finde ich Ärzte durchaus "anders" neurotisch als Pfleger, um mal bei ganz banalen Pauschalisierungen zu bleiben :P


Aber selbst ein Assistenzarzt der seit 5 Jahren im Haus ist hat oft meilenweit noch nicht so viel gesehen wie eine Pflegekraft die den Job seit 5 Jahren macht.
Genau so ein absurdes Hofieren kann ich einfach nicht nachvollziehen. Ich sehe das oft vor allem von jungen Ärzten, um bloooß nicht anzuecken und ach-so-respektvoll im Umgang mit der Pflege zu wirken. Man könnte es auch böswillig als "Einschleimen" bezeichnen, und damit verdient man sich sicherlich keinen Respekt. Mit 5 Jahren ist man nahezu Facharzt. Wenn mir als Assistent ein Patient Rätsel aufgibt, frage ich dann erst den Quasi-Facharzt nach seiner Meinung und lasse mir die anschließend von Schwester Yvonne vidieren, weil die ja so meilenweit mehr gesehen hat in ihren 5 Jahren? Natürlich nicht. Hofiert mich die Pflege dafür, dass ich im PJ Dinge "gesehen habe", die ein durchschnittlicher Pfleger im ganzen Leben nicht sieht? Auch nicht. Ich lasse nichts auf einen guten Pfleger kommen, gerade in der Notaufnahme. Aber deren "gesehen haben" beschränkt sich eben auch auf deren relativ eng umrissenen Zuständigkeitsbereich, und das sind v.a. die immergleichen Routineabläufe. Klar hat der ZNA-Pfleger erstmal mehr Plan als der Unfallchirurg, was die ersten 5 Handgriffe beim exaz. COPD-Patienten oder beim generalisieten Krampfanfall sind. Die hat er ja auch 100e male mechanisch ausgeführt. Ist er deswegen ein Ersatz-Arzt? Nein. Muss sich der Arzt deswegen anhören lassen, er hätte in 5 Jahren "meilenweit weniger gesehen" als ein durchschnittlicher Pfleger? Ich finde nicht. Das mag man rechtfertigen können, je nachdem, wie man "gesehen" interpretiert. Unterm Strich ist das für mich Wortakrobatik, um die eine Berufsgruppe auf- und die andere abzuwerten.

WackenDoc
23.07.2020, 14:12
Und noch ein Tipp: Schaut euch an, wie Pflegekräfte mit anderen Berufsgruppen rumspringen- Rettungsdienst/Krankentransport, Hausmeister, Reinigungskraft, Lieferanten...

daCapo
23.07.2020, 14:27
Und noch ein Tipp: Schaut euch an, wie Pflegekräfte mit anderen Berufsgruppen rumspringen- Rettungsdienst/Krankentransport, Hausmeister, Reinigungskraft, Lieferanten...

Rettungsdienst/Krankentransport sind soweit mir bekannt nicht 8h auf der Station, der Kontakt hält sich in engen Grenzen.
Reinigungskraft/Servicekräfte-->Miese Mobberei erlebt, kontrollieren diese, obwohl es nicht ihre Aufgabe ist (dafür gibt es extra einen Vorarbeiter)

ehem-user-21-08-2020-1502
23.07.2020, 17:59
Und noch ein Tipp: Schaut euch an, wie Pflegekräfte mit anderen Berufsgruppen rumspringen- Rettungsdienst/Krankentransport, Hausmeister, Reinigungskraft, Lieferanten...

Das ist mir (leider) auch öfter aufgefallen. Die Zahl der chronisch schlecht gelaunten Pflegekräfte übersteigt auch deutlich die der gut gelaunten. Im KPP kam ich zwar gut mit den Pflegekräften klar, die Stimmung hat mich aber ziemlich runtergezogen. Ich würde noch ihre Schüler/innen anhängen. Die mussten immer zu den Klingeln und durften viele Dinge nicht machen (Infusion abhängen) etc. Die "examinierten" Kräfte mussten dann kommen, allerdings hat das meist sehr lange gedauert und die Patienten haben in der Zeit schon 3 mal geklingelt. Das ständige Jammern hat auch die Schüler abgeschreckt. Das ist ja bei Ärzten nicht anders

Evil
23.07.2020, 19:04
Wacken, sind Deine Erfahrungen mit der Pflege jetzt eigentlich mittlerweile als PTBS anerkannt?

Mano
23.07.2020, 19:10
Ich berücksichtige die Erfahrungen und Anmerkungen der Pflege (oder auch der Rettungsdienstler präklinisch) sehr gerne und freue mich auch über Input.
Worauf ich jedoch allergisch reagiere sind das Einfordern eines verkürzten diagnostischen Weges. Wenn ich noch ein EKG, eine Laboruntersuchung, das Fortführen der CPR, eine Klinikeinweisung, weitere Überwachung für sinnvoll halte, dann ist es anmaßend, wenn einem jemand entgegnet, dass das doch nicht nötig sei und der Patient doch sowieso nichts hat. Solche Aussagen sind unheimlich leicht, wenn man am Ende nicht seine eigene Unterschrift drunter setzt und unheimlich schwer, wenn man selber die Verantwortung trägt.
Heißt aber andersherum natürlich auch, dass es ein No-Go von ärztlicher Seite ist, wenn man Rückfragen oder Absicherungen von Pflege/ Rettungsdienst als unnötig abtut. A priori ist jede Notarzt-Nachforderung berechtigt - genau wie jede Rückfrage von der Stationspflege (abgesehen von offensichtlichen Missbrauch).