Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Macht" der einzelnen Facharztgruppen in der KV
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Was genau ist jetzt der Vorteil an einem reinen Umlagesystem, was mit zunehmender Umkehrung der Alterspyramide immer immer mehr Beiträge von immer weniger Beitragszahlern verlangt? Könnte es nicht doch sein, daß Rückstellungen (die gerade gierig von verschiedenen kurzfristig denkenden Politikern beäugt werden) einen gewissen Sinn haben und deshalb vom Staat für Beamte eingerichtet wurden? Fragen über Fragen...
Man könnte ja auch das GKV System auf Rücklagen umstellen. :-nix Das Geld was wir aus den 180+ Palästen und Vorstandsvergütungen sparen könnte man auch sinnvoller nutzen.
Naja, aber wenn Du die GKV rücklagenbasiert umstellen willst, wird schon sowas wie die Beihilfe für Beamte dabei herauskommen. Sinnvoll wäre das schon, weil nachhaltiger, aber die Auflösung der GKV wird das Gegenteil bewirken.
Es ist natürlich schon irgendwie gerecht, wenn alle gleich arm dran sind.
Thomas24
06.08.2020, 20:48
Was ist der Vorteil von einem System an dem sich alle beteiligen? Es ist gerecht. Es gäbe keinen Sonderstatus/Entzug von Beamten und Wohlhabenden vom System. Tja aber auf diese Pfründe mag niemand verzichten.
Ok, noch mehr vermeintliche Solidarität und Gerechtigkeit schön und gut. AAABER... wir sollten nicht vergessen, dass im Namen der vermeintlichen...Solidarität und Gerechtigkeit... einige der schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte verübt worden. Immer im Dienst für die gute Sache. Das wird in der Diskussion über vermeintliche Pfründe und Privilegien immer wieder unterschlagen.
Davon abgesehen bleibt das Grundproblem bestehen: reines Umlagesystem? Bei schrumpfender Beitragszahlerbasis? The math doesn´t add up. Entweder werden die Abgaben noch weiter erhöht werden müssen -und wohlgemerkt Deutschland hat in der OECD bereits die höchste Abgabenlast-, oder die Ausgaben müssen sinken. Vermutlich wird man beides machen, Rationalisierung durch die Hintertür, gewisse Maßnahmen nur noch bei gewissen Qualy Zahlen, Hausarzt als Gatekeeper wird gestärkt, direkter Zugang zu Fachärztlichen Maßnahmen beschränkt etc.pp.
... einige der schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte verübt worden. Immer im Dienst für die gute Sache. Das wird in der Diskussion über vermeintliche Pfründe und Privilegien immer wieder unterschlagen.
(...)wohlgemerkt Deutschland hat in der OECD bereits die höchste Abgabenlast-, oder die Ausgaben müssen sinken. Vermutlich wird man beides machen, Rationalisierung durch die Hintertür, gewisse Maßnahmen nur noch bei gewissen Qualy Zahlen, Hausarzt als Gatekeeper wird gestärkt, direkter Zugang zu Fachärztlichen Maßnahmen beschränkt etc.pp.
Schlimmsten Verbrechen der Menschheit durch den NHS???
Schlimme Verbrechen im schwedischen, dänischen oder niederländischen Gesundheitswesen???
Es wäre einfach nur gercht.
Und die Qualität/Quantität Diskussion gab es hier bereits oft. Momentan geht Quantiät klar vor Qualität. (Übrigens ein Voruteil unserer Nachbarn, was Lebensmittel in DE betrifft :-) . Klinken mit geringen Fallzahlen bei OPs/Eingriffen dürfte es nicht geben bzw. man müsste es ihr verbieten, vor allem wenn eine Klinik mit hohen Fallzahlen vllt 5 km weiter entfernt ist und das ist ein Beispiel.
Mit den jetzigen Beiträgen könnte man eine deutliche qualitativ höhere Versorgung gewährleisten. Es scheitert an der Organisation. Und da will keiner was ändern. Übrigens auch im Hinblick auf die immer älter werdende Entscheidungsträger dort. Bloß keine Veränderung.
Thomas24
06.08.2020, 23:20
Schlimmsten Verbrechen der Menschheit durch den NHS???
Schlimme Verbrechen im schwedischen, dänischen oder niederländischen Gesundheitswesen???
Es wäre einfach nur gercht.
Nope. Immer wenn mit Verve inhaltlich unbestimmte Worthülsen wie *Gerechtigkeit* und *Solidarität* auftauchen, sollte man seeeehr hellhörig werden. Meistens geht es um ganz andere Absichten. Und damit begibt man sich schnell in Richtung, deren abschreckende Konsequenzen in jedem Geschichtsbuch zu finden sind. Aber wo gehobelt wird, fallen Späne. Und es geht ja um Gerechtigkeit, wer könnte etwas gegen Gerechtigkeit haben... und am Ende will es niemand gewusst haben, nichts gemacht oder gewusst haben, oder war ja innerlich dagegen.
Davon abgesehen sind single Payer Systeme wirklich Systemen mit Wahlfreiheit überlegen? Ich würde das zumindest mal für den NHS sehr bezweifeln. Und über Schweden hört man auch nicht immer gutes- zumindest nicht in Bezug auf Wahlfreiheit und Wartezeiten (und inwiefern kann man Systeme wie NHS, Schweden, Dänemark oder die Niederlande miteinander vergleichen- Äpfel und Birnen?).
Konsequenterweise dürfte es -unter Gerechtigkeitsaspekten- ja auch keine Versorgungswerke geben. Alle müssen in ein *marodes* gesetzliches System einzahlen - und gut. Das die Versorgungswerke historisch deswegen entstanden sind, weil man höhere Einkommensgruppen eben bewusst von der Solidarität durch die kleinen Leute ausschliessen wollte- und diese gefälligst untereinander selbst für ihre Alterssicherung sorgen sollten, ohne damit die Bevölkerungsmehrheit zu behelligen- mit solchen Details sollte man sich nicht aufhalten.
Und die Qualität/Quantität Diskussion gab es hier bereits oft. Momentan geht Quantiät klar vor Qualität. (Übrigens ein Voruteil unserer Nachbarn, was Lebensmittel in DE betrifft :-) . Klinken mit geringen Fallzahlen bei OPs/Eingriffen dürfte es nicht geben bzw. man müsste es ihr verbieten, vor allem wenn eine Klinik mit hohen Fallzahlen vllt 5 km weiter entfernt ist und das ist ein Beispiel.
Mit den jetzigen Beiträgen könnte man eine deutliche qualitativ höhere Versorgung gewährleisten. Es scheitert an der Organisation. Und da will keiner was ändern. Übrigens auch im Hinblick auf die immer älter werdende Entscheidungsträger dort. Bloß keine Veränderung.
Was ändert eine andere Organisation daran, dass seit Jahrzehnten zu wenige Beitragszahler geboren worden sind, um ein Umlagefinanziertes System weiter zu betreiben? Problem: immer weniger Beitragszahler in Relation zu immer mehr Leistungsempfängern. Daran ändert sich doch nichts, auch wenn die Reserven der privaten Kassen, Zusatzversicherungen etc. in das System geschleust werden. Der Kollaps kommt dann eben etwas später -
Konsequenterweise dürfte es -unter Gerechtigkeitsaspekten- ja auch keine Versorgungswerke geben. Alle müssen in ein *marodes* gesetzliches System einzahlen - und gut. Das die Versorgungswerke historisch deswegen entstanden sind, weil man höhere Einkommensgruppen eben bewusst von der Solidarität durch die kleinen Leute ausschliessen wollte- und diese gefälligst untereinander selbst für ihre Alterssicherung sorgen sollten, ohne damit die Bevölkerungsmehrheit zu behelligen- mit solchen Details sollte man sich nicht aufhalten.
Was ändert eine andere Organisation daran, dass seit Jahrzehnten zu wenige Beitragszahler geboren worden sind, um ein Umlagefinanziertes System weiter zu betreiben? Problem: immer weniger Beitragszahler in Relation zu immer mehr Leistungsempfängern. Daran ändert sich doch nichts, auch wenn die Reserven der privaten Kassen, Zusatzversicherungen etc. in das System geschleust werden. Der Kollaps kommt dann eben etwas später -
a) Was ist denn an dem PKV/GKV System gerecht? Einige dürfen nicht in die PKV, andere schon, obwohl sie dasselbe verdienen (z.B. bei Beamten). Einige Reiche/Begüterte/Priviligierte gehen in das PKV System. Das Geld fehlt woanders. Vom gesunden Menschenverstand ist das ungerecht und unsolidarisch.
b) Wieso wird vorrausgesetzt, dass ein einheitliches System marode ist???? Kommt drauf an wie man es organisiert! Es gibt genug Geld, aber es wird ungerecht verteilt. Es werden immer noch Leistungen bezahlt, die nicht notwendig sind oder wo die Qualität bestimmt. Beispielsweise unsere Urologen, die bereits metastarsierte Prostata-CAs operieren....Wo sind die Daten/Evidenz??? Warum wird das konsequenzlos erlaubt...zuviel Geld einfach da.
Ein entscheidender Nachteil der GKV (nach deutschem Zuschnitt) zeigt sich jetzt in der Krise. Durch die steuerähnliche Finanzierung in unmittelbarer Abhängigkeit vom Einkommen wird das Gesundheitswesen sofort durch die Arbeitsmarktlage in Mitleidenschaft gezogen. Nicht ganz anders als in den USA, wo die Krankenversicherung an das Arbeitsverhältnis gekoppelt wird. Nur hat man in Deutschland noch die Ärzte zum Auspressen, bevor es ans Eingemachte geht. Wer aufmerksam Zeitung liest, wird bemerkt haben, daß sich jetzt schon ein Riesenfinanzloch in der GKV auftut, und das, wo man reichlich Geld über haben müßte durch nicht belegte Betten und nicht erfolgte ambulante Behandlungen.
Krisenfest ist für mich was anderes...
Im Übrigen war schon in den letzten Jahren die Finanzlage der GKV derart desolat, daß man selbst bei brummender Wirtschaft einen jährlichen Zuschuss von 15 Milliarden "Bundeszuschuss" benötigte, um nicht komplett zu kollabieren.
Andersrum gefregt: wenn die Möglichkeit bestünde, würde jemand die Einzahlung in die ÄV zugunsten der "solidarisch und gerechten" DRV einstellen, wenn die Möglichkeit bestünde? Wenn wir dann nicht nur "die" DRV hätten, sondern 150 verschiedene davon mit identischen Leistungen. wäre der Vergleich zu 100% passend.
Davon abgesehen sind wir schon weit ab vom Thema.
Ein entscheidender Nachteil der GKV (nach deutschem Zuschnitt) zeigt sich jetzt in der Krise. Durch die steuerähnliche Finanzierung in unmittelbarer Abhängigkeit vom Einkommen wird das Gesundheitswesen sofort durch die Arbeitsmarktlage in Mitleidenschaft gezogen. Nicht ganz anders als in den USA, wo die Krankenversicherung an das Arbeitsverhältnis gekoppelt wird. (...) Riesenfinanzloch in der GKV auftut, und das, wo man reichlich Geld über haben müßte durch nicht belegte Betten und nicht erfolgte ambulante Behandlungen.
Krisenfest ist für mich was anderes...
Im Übrigen war schon in den letzten Jahren die Finanzlage der GKV derart desolat.
(...) Einzahlung in die ÄV zugunsten der "solidarisch und gerechten" DRV einstellen, wenn die Möglichkeit bestünde? (...)
Davon abgesehen sind wir schon weit ab vom Thema.
Das Gesundheitssystem der USA ist kaum erstrebenswert. Zu wenig Leistung für zu viel Geld.
Die ganze Lage wird vollkommen überdramatisiert dargestellt:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/finanzergebnisse-gkv-q1-2020.html
Nur 18 Mrd Rücklage...sehr wenig.
Dasselbe Problem in Grün besteht mit ÄV und DRV. Nur jmd. der vllt 3-4 Jahre in DE bleibt, sollte in die DRV gehen, dann kann er sich die Beiträge auszahlen lassen. Ansonsten ist die ÄV attraktiver. Beamte kriegen ja ebenso Pensionen und zahlen nicht in die DRV.
Aber wir hatten das Thema hier bereits und sind jetzt auch ziemlich Off Topic
a) Was ist denn an dem PKV/GKV System gerecht? Einige dürfen nicht in die PKV, andere schon, obwohl sie dasselbe verdienen (z.B. bei Beamten). Einige Reiche/Begüterte/Priviligierte gehen in das PKV System. Das Geld fehlt woanders. Vom gesunden Menschenverstand ist das ungerecht und unsolidarisch.
b) Wieso wird vorrausgesetzt, dass ein einheitliches System marode ist???? Kommt drauf an wie man es organisiert! Es gibt genug Geld, aber es wird ungerecht verteilt. Es werden immer noch Leistungen bezahlt, die nicht notwendig sind oder wo die Qualität bestimmt. Beispielsweise unsere Urologen, die bereits metastarsierte Prostata-CAs operieren....Wo sind die Daten/Evidenz??? Warum wird das konsequenzlos erlaubt...zuviel Geld einfach da.
Uiuiui, das sind jetzt aber ausnahmslos Platitüden, die so zugespitzt nicht zutreffen.
Ich warte aber immer noch auf die Erklärung, was an einem rein umlagefinanzierten System gerecht sein, und vor allem, wie das auf Dauer funktionieren soll.
Christoph_A
07.08.2020, 14:10
Und auch, wie der Leistungskatalog eines solchen Systems dann aussieht. NHS reloaded oder was?
Im NHS ist es nicht einfachso möglich gegen Leitlinien (z.B. metas. Prostata-CA zu operieren) zu arbeiten und es auch noch bezahlt zu bekommen. Oder Systeme wie in Schweden, Dänemark, Norwegen, NL, wo es etwas mehr Luxus gibt als im NHS. Auf jeden Fall nicht mehr Vergütung von unsinnigen Leistungen oder qualitativ minderwertigen Leistungen.
Ich warte immer noch auf die Beantwortung meiner Frage. Statt dessen stellst Du ärztliche Therapiefreiheit infrage. Ist Dir der Unterschied zwischen Leitlinien und Richtlinien geläufig?
ehem-user-21-08-2020-1502
07.08.2020, 17:58
Um nochmal auf das Ursprungsthema meines Posts zurückzukommen:
Ist die Aussage:
„Honorare sind hauptsächlich Ausdruck der Macht der jeweiligen Facharztgruppe in der Kassenärztlichen Vereinigung“, sagt Jörg Weidenhammer, Geschäftsführer des Instituts für Gesundheits-System-Forschung (igsf).
so zu verstehen, dass in jeder KV sich gewisse Facharztgruppen besser durchsetzen können und dadurch z.B. höhere Honorare bekommen? Die Honorare unterscheiden sich ja von KV zu KV. Die Diskussion ob die Honorare gerechtfertigt sind, bitte ich höflich hier zu unterlassen. Da passt ein anderer Thread besser
Im NHS darf jeder therapieren wie er will. Nur ob er es bezahlt bekommt ist offen. Ist in Deutschland doch nicht anders...
GelbeKlamotten
07.08.2020, 18:37
Um nochmal auf das Ursprungsthema meines Posts zurückzukommen:
Ist die Aussage:
„Honorare sind hauptsächlich Ausdruck der Macht der jeweiligen Facharztgruppe in der Kassenärztlichen Vereinigung“, sagt Jörg Weidenhammer, Geschäftsführer des Instituts für Gesundheits-System-Forschung (igsf).
so zu verstehen, dass in jeder KV sich gewisse Facharztgruppen besser durchsetzen können und dadurch z.B. höhere Honorare bekommen? Die Honorare unterscheiden sich ja von KV zu KV. Die Diskussion ob die Honorare gerechtfertigt sind, bitte ich höflich hier zu unterlassen. Da passt ein anderer Thread besser
Ja was willst du denn hören? Du wirst doch irgendwann in deinem Leben auch schon mal Gelegenheit gehabt haben, mitzubekommen wie Menschen in jeglicher Art von Gremien Entscheidungen treffen.
Es geht IMMER auch um Verhandlungsgeschick und Macht. Genauso geht es aber auch um Sachargumente. Dass ein Hausarzt, der 70% des Tages nur Hände schüttelt und schwatzt etwas weniger bekommt als ein operativ tätiger Arzt oder ein Radiologe, der den ganzen Tag im Akkord handfeste Befunde produziert und Hunderttausende in Geräte investiert ist schon auch sachlich gerechtfertigt. Und natürlich werden auch solche Sachargumente berücksichtigt.
Beides spielt in die Verhandlungsergebnisse rein - logischerweise.
Ich warte immer noch auf die Beantwortung meiner Frage. Statt dessen stellst Du ärztliche Therapiefreiheit infrage. Ist Dir der Unterschied zwischen Leitlinien und Richtlinien geläufig?
a) das Umlagesystem ist aus folgendem Grund gerecht: z.B. eine teure, jedoch notwendige Behandlung, die man sich nicht so einfach leisten kann wird aus den Beiträgen von ALLEN finanziert. Wie man sieht haben die Krankenkassen Überschüsse lange Zeit erzielt trotz ihrer meiner Meinung nach zu hohen Ausgaben:
"Damit liegen die Finanzreserven der Krankenkassen nach der hohen Überschussentwicklung in den letzten 3 Jahren Ende März 2019 weiterhin bei rund 21 Milliarden Euro. Im Durchschnitt entspricht dies mehr als einer Monatsausgabe und damit mehr als dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve."
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/2019/2-quartal/finanzergebnisse-gkv-1q-2019.html
b) Wie erklärt man denn einem Patienten mit metastarsierten Prostata-CA, dass er eine nicht durch Daten gedeckte nebenwirkungsreiche "Therapie" erhält vor einem Richter bzw. als Gutachter? Und das auch noch von der Krankenkasse bezahlt ?! Vielleicht operieren die Thoraxchirurgen auch das lokal fortgeschrittene kleinzellige Lungenkarzinom demnächst .... "weil sie ärztliche Therapiefreiheit haben" :-kotz Und das ist nur ein Beispiel.
Ebenso bezahlt die GKV noch Homöopathie ohne jeden Nachweis einer Wirkung.:-nix
Im NHS darf jeder therapieren wie er will. Nur ob er es bezahlt bekommt ist offen. Ist in Deutschland doch nicht anders...
Nee da gibt es so Guidelines, die relativ strikt sind (z.B. auch bei der Auswahl von Antibiotika) und wenn man die nicht beachtet, kriegt man "Feedback", aber immer höflich.
ehem-user-21-08-2020-1502
07.08.2020, 19:24
Das ist auch objektiv nachvollziehbar. Natürlich sollte Gerätemedizin besser vergütet werden, v.A. wegen Investition und laufenden Kosten. Die Vergütung ist aber von KV zu KV sehr verschieden. Wer in einer Gegend mit niedrigem Fachgruppendurchschnitt einen Sitz übernimmt, kann sehr schnell in Regress genommen werden
a) das Umlagesystem ist aus folgendem Grund gerecht: z.B. eine teure, jedoch notwendige Behandlung, die man sich nicht so einfach leisten kann wird aus den Beiträgen von ALLEN finanziert. Wie man sieht haben die Krankenkassen Überschüsse lange Zeit erzielt trotz ihrer meiner Meinung nach zu hohen Ausgaben:
"Damit liegen die Finanzreserven der Krankenkassen nach der hohen Überschussentwicklung in den letzten 3 Jahren Ende März 2019 weiterhin bei rund 21 Milliarden Euro. Im Durchschnitt entspricht dies mehr als einer Monatsausgabe und damit mehr als dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve."
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/2019/2-quartal/finanzergebnisse-gkv-1q-2019.html
b) Wie erklärt man denn einem Patienten mit metastarsierten Prostata-CA, dass er eine nicht durch Daten gedeckte nebenwirkungsreiche "Therapie" erhält vor einem Richter bzw. als Gutachter? Und das auch noch von der Krankenkasse bezahlt ?! Vielleicht operieren die Thoraxchirurgen auch das lokal fortgeschrittene kleinzellige Lungenkarzinom demnächst .... "weil sie ärztliche Therapiefreiheit haben" :-kotz Und das ist nur ein Beispiel.
Ebenso bezahlt die GKV noch Homöopathie ohne jeden Nachweis einer Wirkung.:-nix
Nee da gibt es so Guidelines, die relativ strikt sind (z.B. auch bei der Auswahl von Antibiotika) und wenn man die nicht beachtet, kriegt man "Feedback", aber immer höflich.
Ich verstehe Deine Argumentation nicht.
a) wird zwar von allen aktuell noch bezahlt, ohne Rücklagen wird bei der weiteren demografischen Entwicklung das System aber kollabieren, und dann werden massive Einschnitte nötig werden. Wenn die Rücklagen schon jetzt nur 1-2 Monate vorhalten, wie soll das dann weitergehen? Warum ist das gerecht, wenn Leistungen für viele Patienten dann nicht mehr bezahlt werden?
Ist das dann gerecht, so nach dem Motto, wenn alle verrecken, trifft es halt gerechterweise alle, oder wie?
Dadurch, dass das System teilweise durch die PKV querfinanziert wird, können indirekt ja jetzt gerade allen Versicherten teure Leistungen wie PET-CTs oder Chemotherapien zur Verfügung gestellt werden, gerade hier in Deutschland, das kann doch dann nur schlechter werden. Und das ist dann gerecht, wenn die Leistungen zurückgefahren werden?
b) wo wird denn so extrem und vor allem in großem Umfang zum Schaden der Patienten von leitliniengerechter Therapie abgewichen? Das ist doch nur ein Klischee, oder kannst Du diese Behauptung belegen?
ein Radiologe, der den ganzen Tag im Akkord handfeste Befunde produziert
Und du glaubst das auch tatsächlich, oder?
Ich kann verstehen, dass einige hier gut an den PKV Patienten verdienen. Ich verstehe, dass niemand was von seinem Kuchen abgeben möchte, aber von der Logik her macht das PKV/GKV System keinen Sinn. Es ist unfair und bevorteilt wenige Priviligierte. Trotzdem wird es bleiben, wie bereits erwähnt sind die Strukturen zu verkrustet. Das Interesse an Veränderung nicht vorhanden.
a) Ohne Rücklagen??? Das stimmt nicht
https://www.krankenkassen.de/krankenkassen-vergleich/statistik/finanzen/ruecklage/
https://www.krankenkassen.de/krankenkassen-vergleich/statistik/finanzen/ruecklage/
Demographische Veränderungen sind komplexer als alle werden älter und es gibt keine Kinder mehr. Momentan wächst die Bevölkerung . Vorraussagen zur Einwohnerentwicklung mancher Städte (z.B. im Ruhrgebiet) waren übertrieben negativ und es gab Wachstum. Das System wird keinesfalls kollabieren. Unsinnige nicht evidenzbasierte Medizin könnte man sich sparen. Niemand wird verrecken??? Die Querfinanzierung ist ein Pseudoargument der PKV und ein Mythos der zum Selbsterhalt in die Welt gesetzt wurde.
Die Beitragszahler möchte man nicht abgeben. Insb. die vielen Beamten mit ihrer Beihilfe, die garnix in der PKV zu suchen haben. Bemerkenswert auch, dass PKV Versicherte wieder zur GKV wechseln ab 3 Kindern, dann wird es wieder günstiger. Am Ende geht es allen nur ums Geld.
Für das PET-CTs gibt es Indikationen: Wenn die nicht erfüllt sind, braucht man kein PET-CT oder im Einzelfall kann man einen Antrag stellen, der innerhalb von 2 Wochen von den Kassen beantwortet sein muss. PET-CT gibt es auch in anderen Ländern ohne PKV, brauch man nicht dafür um sowas zu bauen. Klassische Chemotherapien sind extrem preiswert z.B. Carbo-Taxol (ein Klassiker) wird nur wenige Euros kosten.Vllt meintest du Immuntherapien? Wenn es eine gute Datenlage gibt, übernimmt das die vor dem Kollaps stehende (?) GKV z.B. Durvalumab bei NSCLC adjuvant. Selbst das extrem teure Optune hat es in den GKV Katalog in DE geschafft.
20 Mio im Jahr von der GKV für nicht wirksame Hömopathie...aber es ist so wenig Geld....diesen kleinen Luxus leistet man sich in DE einfach, weil es nunmal so ist und immer schon so war.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/106083/Spahn-will-Homoeopathie-auf-Kassenkosten-nicht-antasten
b) An meiner Uniklnik (zugegeben in der Provinz) habe ich mehrere Patienten (3) mit Prostata-CA, die operiert worden sind trotz Metastasierung, gesehen. Alle mit Toxizität. Vorstellung in der Konferenz natürlich nach erfolgter OP als "der Patient hat sich für eine multimodale Therapie entschieden"; der Urologe hatte natürlich überhaupt keinen Einfluss. Überhaupt werden die Patient erst nach der OP in der Konferenz vorgestellt. Die Konferenz ist eh eine Makulatur, am besten man würde nicht hingehen. Die Uniklinik hat kein Prostatazentrum (zu Recht!). Die Leitungsebene interessiert das alles nicht so sehr (bezeichnend!), findet es nur schade, dass es kein Prostatazentrum gibt ...wegen dem Geld. Wenn man sowas beim kleinzelligen Lungenkarzinom machen würde, wäre das natürlich nochmal ne ganz andere Nummer. Denn das Rezidiv wartet bereits 2 Wochen postoperativ (auch nie gesehen).
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