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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Macht" der einzelnen Facharztgruppen in der KV



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FirebirdUSA
14.08.2020, 12:33
Das Problem ist doch, dass das PKV System auch zeitnah kollabiert. Da wird von jeder Klinik kreativ bis kriminell die Abrechnung optimiert und die Kassen zahlen.

Christoph_A
14.08.2020, 14:11
Das Problem ist doch, dass das PKV System auch zeitnah kollabiert. Da wird von jeder Klinik kreativ bis kriminell die Abrechnung optimiert und die Kassen zahlen.

Das ist doch die alte Maxime "if you can´t fight it, join it" at it´s best, jeder trickst und betrügt wo er kann, um an die Fleischtöpfe zu kommen. Das ist die logische Konsequenz wenn man in einem sozialistischen System kapitalistisch arbeiten soll. Jedes minimale Schlupfloch wird konsequent ausgenutzt. ich sag immer, ein guter Codierassistent bringt Dir doppelt so viel Geld, wie er verdient.

Cor_magna
14.08.2020, 14:35
Genau so schauts aus! Diese feuchten system change Träumereien sind leider grade wieder sehr en vogue, man denke nur an den SPD Nestbeschmutzer Kollegen mit dem Propeller vorm Hals.....

Als jetzt "Fast-Arzt" sehe ich uns Mediziner eher in der Gruppe der hohen Leistungsbringer, sei es jetzt von den Schulleistungen, über Länge des Studiums, bis hin zur späteren Arbeitsbelastung. Wenn die Politik und eventuell Menschen mit einer Einstellung wie daCapo anfangen sollten das Leistungsprinzip zu sehr auszuhebeln, werde ich dringlichst schauen, dass ich hier weg komme. Finde es deswegen komisch, wieso manche Ärzte eher zu den linken Spektrum tendieren, aber gut.

Um Unklarheiten zu vermeiden: Mit Leistungsprinzip meine ich: Wer mehr leistet sollte auch mehr bekommen. Damit sich Anstrengung im Leben auch lohnt usw. Sehe das auch als eben DEN Makel des Sozialismus: Dort lohnt sich Anstrengung bzw Leisutng nicht mehr, es kommt zu Stagnation bzw fehlender Entwicklung und damit ist diese Gesellschaftsstruktur dem Untergang geweiht. Ich führe das hier nur nochmal aus, weil Ich denke, dass manche, die diese Gesellschaftsform propagieren, sich überhaupt nicht damit beschäftigt haben, wieso genau der Sozialismus nie funktioniert hat, obwohl er so toll klingt.

Thomas24
14.08.2020, 14:55
Wenn die Politik und eventuell Menschen mit einer Einstellung wie daCapo anfangen sollten das Leistungsprinzip zu sehr auszuhebeln, werde ich dringlichst schauen, dass ich hier weg komme. Finde es deswegen komisch, wieso manche Ärzte eher zu den linken Spektrum tendieren, aber gut.



DaCapo hat sich vom Sozialismus distanziert, man sollte ihm da nichts zu Unrecht unterstellen.

Cor_magna
14.08.2020, 15:10
DaCapo hat sich vom Sozialismus distanziert, man sollte ihm da nichts zu Unrecht unterstellen.

Dann nehme ich das zurück, hab ich wohl überlesen.

daCapo
16.08.2020, 12:51
An Tag 5 geben plötzlich die meisten Praxen ihre Kassenzulassung zurück und behandeln nur noch auf Bar kralle.
An Tag 6 wird das verboten und ein Arbeitszwang für Ärzte eingeführt.
An Tag 7 gibt es eine Flucht von Ärzten in die umgebenden Länder.
An Tag 8 wundert sich die Bevölkerung plötzlich, warum es keine Ärzte mehr im Land gibt.

Hmmm...natürlich, so war es auch in Schweden und in den Niederlanden. Auch aus GB fliehen alle Ärzte nach Deutschland...


Als jetzt "Fast-Arzt" sehe ich uns Mediziner eher in der Gruppe der hohen Leistungsbringer, sei es jetzt von den Schulleistungen, über Länge des Studiums, bis hin zur späteren Arbeitsbelastung. Wenn die Politik und eventuell Menschen mit einer Einstellung wie daCapo anfangen sollten das Leistungsprinzip zu sehr auszuhebeln, werde ich dringlichst schauen, dass ich hier weg komme. Finde es deswegen komisch, wieso manche Ärzte eher zu den linken Spektrum tendieren, aber gut.



EBEN. Dann sollte es auch möglich sein eine akzeptable Weiterbildung und "normale" Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern zu haben. Diese ganzen psychiatrischen Behandlungen und Krankheitsausfälle über Monate bis Jahre sind auch teuer. Außerdem hat nicht jeder Bock den Höchstsatz der GKV zu zahlen: Ca. 800Euro im Monat. Finde das erheblich zu viel.


Genau so schauts aus! Diese feuchten system change Träumereien sind leider grade wieder sehr en vogue, man denke nur an den SPD Nestbeschmutzer Kollegen mit dem Propeller vorm Hals.....

Nix mehr verändern soso, immer die beste Lösung, vor allem im hohen Alter.


Das Problem ist doch, dass das PKV System auch zeitnah kollabiert. Da wird von jeder Klinik kreativ bis kriminell die Abrechnung optimiert und die Kassen zahlen.

Leider nicht. Es wird einfach alles so bleiben zum jetzigen Zeitpunkt.


Auch das stimmt nicht. Falls Du keinen Axxx in der Hose hast, sowas einzufordern, ist das das eine, aber es gibt auch Kliniken, die WBA eine Poolbeteiligung zahlen und bisweilen nicht gerade wenig.
Die Poolbeteiligung entfällt am Tag 1.
Am Tag 2 der Bürgerversicherung darfst Du die Lehrerin mit Doppelnamen und "Gesprächsbedarf" um 23h am Samstag begrüßen-kostet sie ja nichts mehr.
Am Tag 3 sind die PKV-Rücklagen weg, es werden die GKV-Beträge auf 25%, 30% oder 35% hochgeschraubt, da es keine Konkurrenz mehr gibt, in die Besserverdiener flüchten könnten.
Und am Tag 4 wird die Ärzteversorgung zugunsten der "solidarisch und gerechten" DRV kassiert. Es geht schließlich nicht, daß sich eine reiche Elite mit einer raubtierkapitalistischen pööhsen Privatversicherung einen schönen Lenz macht.

Ich glaube eher, daß Du von den Allüren Deines Uni-CA gegenüber Selbstzahlern genervt bist. Natürlich ist es ärgerlich, die Arbeit machen zu müssen, für die sich jemand anders dann Geld in die Tasche stecken darf. Das liegt aber nicht am System.
In Praxen laden Privateinnahmen üblicherweise im gleichen Topf, aus dem auch die MA bezahlt werden...

a) Hahaha....sehr lustig: Der UNI-CA gibt nix von seinem Geld hat. Ein paar OA haben vllt Glück an manchen Kliniken. Insgesamt jedoch vollkommen unüblich. Wird einfach abgelehnt. Naja alte Menschen.

a1) Nee um 23 Uhr Angehörigengespräche führe ich nur im Notfall. Auf der Station habe ich das immer wenn möglich geplant, so von 2-3 Uhr nachmittags nach Vereinbarung oder bei der Visite.

b) Viele Leute zahlen nicht bei der DRV ein, geht hier nicht nur um Ärzte, auch Selbstständige, Beamte usw. Finde ich auch insgesamt eher ungünstig. Leider haben wir dann vollkommen unterschiedliche Annahmen, ich gehe davon aus, dass mit dem Geld in der DRV eine gerechte Verteilung erfolgt, du gehst davon aus, dass es nur Verschwendung ist. Ein Vorteil der DRV ist es auch, wenn man weniger als 5 Jahre in Deutschland war, kann man sich sein Geld auszahlen lassen. Bei der ÄV kriegt man nur 150€ ab 2053....

c) PKV Rücklagen wird man nicht so einfach einkassieren können. In einem GKV System müsste den PKVs die Möglichkeit gegeben werden für alle Versicherungen anbieten zu können. Kranke Patienten ablehnen sowie jetzt geht natürlich nicht mehr dann. Alternativ kann die AXA, Allianz ihre Versicherung auch verkaufen oder zusammenschließen...gäbe da verschiedenste Optionen.
Den Ärzten müsste man deutlich mehr zahlen für ihre Arbeit, sonst würden sie einen Systemwechseln GKV/PKV zu einem einheitlichen System nicht mitmachen (PKV Patienten brechen weg).

daCapo
16.08.2020, 13:36
Achja und Karl Lauterbach hat vor allem das Problem, dass er etwas "Realitätsfern" wirkt und möglicherweise auch ist mit seinen Ideen zur Coronakrise. Es ist wahrscheinlich eher zu seinem Nachteil, dass er soviel im Fernsehen zu sehen ist. Ein Professor, der es nie so ganz geschafft hat den Elfenbeinturm zu verlassen, wie auch ein Großteil der Virologen. Ein klinisches Jahr oder 6 Monate würde diesen ganzen patientenfernen Fächern gut tun, auch wenn es hart ist.

Bonnerin
16.08.2020, 13:45
Hohe Leistungsbringer...ist klar. Ich muss da leider sagen, die reißerische Zeit-Überschrift "Der Brotberuf der Begabten" trifft es besser. Um in der Schule ein gutes Abi hinzulegen muss man nicht sonderlich intelligent sein. Oft reicht schon mittelmäßiger Fleiß,bum aus der Masse der miesen Schüler hervorzustechen und ein gutes Abi zu kriegen. Das Studium ist wirklich nicht sonderlich anspruchsvoll, eigenes Denken wird so gut wie nie verlangt. Dank Stex kann man die ganze Zeit im feel-good Modus Amboss nutzen und kommt somit easy durch. Und in der Klinik kann man halt mit Arbeit nach Stechuhr auch durchaus durchkommen.

Wenn man wirklich viel Entlohnung für viel Arbeit will ist man in der Medizin völlig falsch, was aber nie wirklich so kommuniziert wurde/wird.


Aber ja, Lauterbach ist eine Katastrophe. Ich hab den einen Chirurgen gefeiert, der online öffentlich gesagt hat, dass mal bitte die Kollegen wieder nur über die Fächer solche Aussagen treffen sollen, die sie auch ausüben. Er hätte z.B. von HNO so viel Ahnung wie ein Internist von Virologie.

John Silver
16.08.2020, 15:06
@daCapo:

Du bist jung, Deine Erinnerungen reichen nur wenige Jahre zurück; wie viele in jungen Jahren, so bist auch Du offenbar recht unwissend, was Geschichte betrifft. Hier also ein Paar kleine Exkurse:

1. Alle Ärzte sollen in die DRV, das sei schließlich gerecht. Hm. Es wird Dich wundern, aber als die DRV gegründet wurde (ich meine nach dem Krieg), wollten die Ärzte in die DRV. Die DRV wollte die Ärzte jedoch nicht, weil viele damals mehr oder weniger für Kost und Logie gearbeitet haben und keine relevanten Beiträge zahlen konnten. Aus diesem Grund wurden die ärztlichen Versorgungswerke aus der Taufe gehoben, denn es war kollegiale Solidarität, um einzelnen Kollegen eine Altersarmut ohne Rente zu ersparen. Erstaunlich, wie manche Sachen plötzlich aussehen, wenn man die Geschichte kennt, nicht wahr? Die Arschlöcher in der Politik wollten uns nicht, weil wir wenig hatten; jetzt haben wir uns gemacht, wohingegen die alles vergeigt haben, und nun sollen wir enteignet werden, und das auch noch im Namen der Gerechtigkeit?? Fuck off!

2. Die Niederlande und GB hatten schon ihren Ärztemangel; wir wiederholen gerade viele Fehler, die in diesen Ländern vor 30-40 Jahren schon gemacht wurden. Unsere Politiker, aber auch gutherzige junge Menschen ohne wesentlichen Überblick wollen leider nicht aus fremden Fehlern lernen. Sowohl in den Niederlanden als auch in GB mussten die Gehälter der Ärzte sehr kräftig angehoben werden, um wenigstens zunächst Ausländer ins Land zu locken und die vielen vielen Vakanzen zu füllen. Noch vor ca. 10-15 Jahren bestanden die ärztlichen Mannschaften insbesondere an peripheren Häusern in GB größtenteils aus Ausländern, gerne Deutschen, Tschechen, Polen etc. Erst in den letzten 10 Jahren konnten die Briten nach einer deutlichen Aufstockung der Anzahl der Studienplätze genug eigene Leute ausbilden, und sind nun deutlich weniger auf ausländische Kollegen angewiesen. In vielen Nachbarländern werden Ärzte deutlich besser behandelt, als in D; sie bekommen evtl. nicht viel mehr Geld, müssen dafür aber wesentlich weniger arbeiten und stehen unter deutlich geringerem Druck, so in den Niederlanden, ja ganz BeNeLux, Schweden, Norwegen, Schweiz etc.

Bei uns hingegen darf man sich als Arzt immer noch allerorten anhören, man sei obszön reich und bla, obwohl schon mindestens die Hälfte aller Krankenhäuser ohne Honorarärzte und Ausländer ohne Approbation längst zusammen gebrochen wären. Es ist mir egal, ob die PKV abgeschafft wird oder ob man sonst irgendetwas macht, um sich als guter gerechter sozialer Mensch zu fühlen; ich werde trotzdem meinen Wert verlangen, und wenn man den nicht bezahlen kann, gibt es immer noch die tollen Spezialisten aus Syrien, Russland oder Aserbajdschan. Viel Glück mit denen.

Bluej
16.08.2020, 15:12
Hohe Leistungsbringer...ist klar. Ich muss da leider sagen, die reißerische Zeit-Überschrift "Der Brotberuf der Begabten" trifft es besser. Um in der Schule ein gutes Abi hinzulegen muss man nicht sonderlich intelligent sein. Oft reicht schon mittelmäßiger Fleiß,bum aus der Masse der miesen Schüler hervorzustechen und ein gutes Abi zu kriegen. Das Studium ist wirklich nicht sonderlich anspruchsvoll, eigenes Denken wird so gut wie nie verlangt. Dank Stex kann man die ganze Zeit im feel-good Modus Amboss nutzen und kommt somit easy durch. Und in der Klinik kann man halt mit Arbeit nach Stechuhr auch durchaus durchkommen.

Wenn man wirklich viel Entlohnung für viel Arbeit will ist man in der Medizin völlig falsch, was aber nie wirklich so kommuniziert wurde/wird.


Aber ja, Lauterbach ist eine Katastrophe. Ich hab den einen Chirurgen gefeiert, der online öffentlich gesagt hat, dass mal bitte die Kollegen wieder nur über die Fächer solche Aussagen treffen sollen, die sie auch ausüben. Er hätte z.B. von HNO so viel Ahnung wie ein Internist von Virologie.

Was soll man denn machen, wenn man viel Entlohnung für viel Arbeit möchte? Ich mein als niedergelassener Allgemeinmediziner mit Anfang bis Mitte 30 steht man doch ganz gut da, oder?

Thomas24
16.08.2020, 16:30
@daCapo:

Du bist jung, Deine Erinnerungen reichen nur wenige Jahre zurück; wie viele in jungen Jahren, so bist auch Du offenbar recht unwissend, was Geschichte betrifft. Hier also ein Paar kleine Exkurse:

1. Alle Ärzte sollen in die DRV, das sei schließlich gerecht. Hm. Es wird Dich wundern, aber als die DRV gegründet wurde (ich meine nach dem Krieg), wollten die Ärzte in die DRV. Die DRV wollte die Ärzte jedoch nicht, weil viele damals mehr oder weniger für Kost und Logie gearbeitet haben und keine relevanten Beiträge zahlen konnten. Aus diesem Grund wurden die ärztlichen Versorgungswerke aus der Taufe gehoben, denn es war kollegiale Solidarität, um einzelnen Kollegen eine Altersarmut ohne Rente zu ersparen. Erstaunlich, wie manche Sachen plötzlich aussehen, wenn man die Geschichte kennt, nicht wahr? Die Arschlöcher in der Politik wollten uns nicht, weil wir wenig hatten; jetzt haben wir uns gemacht, wohingegen die alles vergeigt haben, und nun sollen wir enteignet werden, und das auch noch im Namen der Gerechtigkeit?? Fuck off!


Wie heißt es doch so schön? Ich habe meine Meinung, verwirren Sie mich nicht unnötig mit Fakten :D Oder neudeutsch: "Ok, Boomer, aaaber..."

daCapo
16.08.2020, 17:29
@daCapo:

Du bist jung, Deine Erinnerungen reichen nur wenige Jahre zurück; wie viele in jungen Jahren, so bist auch Du offenbar recht unwissend, was Geschichte betrifft. Hier also ein Paar kleine Exkurse:

1. Alle Ärzte sollen in die DRV, das sei schließlich gerecht. Hm. Es wird Dich wundern, aber als die DRV gegründet wurde (ich meine nach dem Krieg), wollten die Ärzte in die DRV. Die DRV wollte die Ärzte jedoch nicht, weil viele damals mehr oder weniger für Kost und Logie gearbeitet haben und keine relevanten Beiträge zahlen konnten. Aus diesem Grund wurden die ärztlichen Versorgungswerke aus der Taufe gehoben, denn es war kollegiale Solidarität, um einzelnen Kollegen eine Altersarmut ohne Rente zu ersparen. Erstaunlich, wie manche Sachen plötzlich aussehen, wenn man die Geschichte kennt, nicht wahr? Die Arschlöcher in der Politik wollten uns nicht, weil wir wenig hatten; jetzt haben wir uns gemacht, wohingegen die alles vergeigt haben, und nun sollen wir enteignet werden, und das auch noch im Namen der Gerechtigkeit?? Fuck off!

2. Die Niederlande und GB hatten schon ihren Ärztemangel; wir wiederholen gerade viele Fehler, die in diesen Ländern vor 30-40 Jahren schon gemacht wurden. Unsere Politiker, aber auch gutherzige junge Menschen ohne wesentlichen Überblick wollen leider nicht aus fremden Fehlern lernen. Sowohl in den Niederlanden als auch in GB mussten die Gehälter der Ärzte sehr kräftig angehoben werden, um wenigstens zunächst Ausländer ins Land zu locken und die vielen vielen Vakanzen zu füllen. Noch vor ca. 10-15 Jahren bestanden die ärztlichen Mannschaften insbesondere an peripheren Häusern in GB größtenteils aus Ausländern, gerne Deutschen, Tschechen, Polen etc. Erst in den letzten 10 Jahren konnten die Briten nach einer deutlichen Aufstockung der Anzahl der Studienplätze genug eigene Leute ausbilden, und sind nun deutlich weniger auf ausländische Kollegen angewiesen. In vielen Nachbarländern werden Ärzte deutlich besser behandelt, als in D; sie bekommen evtl. nicht viel mehr Geld, müssen dafür aber wesentlich weniger arbeiten und stehen unter deutlich geringerem Druck, so in den Niederlanden, ja ganz BeNeLux, Schweden, Norwegen, Schweiz etc.

Bei uns hingegen darf man sich als Arzt immer noch allerorten anhören, man sei obszön reich und bla, obwohl schon mindestens die Hälfte aller Krankenhäuser ohne Honorarärzte und Ausländer ohne Approbation längst zusammen gebrochen wären. Es ist mir egal, ob die PKV abgeschafft wird oder ob man sonst irgendetwas macht, um sich als guter gerechter sozialer Mensch zu fühlen; ich werde trotzdem meinen Wert verlangen, und wenn man den nicht bezahlen kann, gibt es immer noch die tollen Spezialisten aus Syrien, Russland oder Aserbajdschan. Viel Glück mit denen.

a) Das mag damals so gewesen in den 40-50er Jahren, wobei ich nicht glaube, dass die CA an unseren Städtischen Kliniken für Kost und Logis gearbeitet haben. Rente will ich jetzt garnicht groß besprechen. Von mir aus kann es die Ärzteversorgung und Pensionen vom Staat weiter geben. Müsste aber langfristig zukunftorientiert gestaltet werden.

b) In NL wurde das GKV/PKV System nur abgeschafft, weil die Ärztegehalter (vor Abschaffung) angehoben worden sind. Sonst hätten die Ärzte dies dort nicht mitgemacht. In NL ist es extrem schwierig eine WB Stelle zu bekommen, dort gibt es eher genug Ärzte, auch wegen der ganz guten Arbeitsbedingungen im Großen und Ganzen. Und ja ich gebe dir eindeutig recht, dass Ärzte in den von dir genannten Staaten deutlich besser behandelt werden. Wäre doch wünschenswert dies auch hier zu erreichen oder?

c) Habe auch nicht geschrieben, dass Ärzte weniger verdienen sollen. Fragwürdig ist es doch, dass die ÄK all diesen Leuten die Berufserlaubnis gibt ohne besonders streng zu prüfen!? Fragwürdig ist es, dass Krankenkassen und Politik diese "Qualität" zulassen. Abschaffung der PKV wird auch nur mit Ausgleichzahlungen gehen. Das Extrembeispiel: Der CA, der dem Patient max. 1 x die Hand gibt/bei der Narkose lediglich einleitet und dann "übergibt" und den Rest macht sein Team, aber die Rechnung stellt er selbst aus. Rechtlich übrigens sehr fragwürdig.Ohne PKV geht das nicht.

freak1
16.08.2020, 17:37
c) Habe auch nicht geschrieben, dass Ärzte weniger verdienen sollen. Fragwürdig ist es doch, dass die ÄK all diesen Leuten die Berufserlaubnis gibt ohne besonders streng zu prüfen!? Fragwürdig ist es, dass Krankenkassen und Politik diese "Qualität" zulassen. Abschaffung der PKV wird auch nur mit Ausgleichzahlungen gehen. Das Extrembeispiel: Der CA, der dem Patient max. 1 x die Hand gibt/bei der Narkose lediglich einleitet und dann "übergibt" und den Rest macht sein Team, aber die Rechnung stellt er selbst aus. Rechtlich übrigens sehr fragwürdig.Ohne PKV geht das nicht.

Ich hab während eines stationären KH Aufenthaltes (6 Tage) weder die Uni-CÄ noch deren Vertreter jemals gesehen. Selbiges für den Chef der Notaufnahme. Von beiden habe ich aber natürlich entsprechende Rechnungen erhalten. :-micro

Was ich mich auf frage: Wie ist das legitimiert, dass bei zusatzversicherten Patienten sowohl der DRG Fall abgerechnet wird (laut TK App ~3,5k €), zusätzlich aber alle Laborleistungen und von jeder beteiligten Fachabteilung auch der jeweilige CA als Privatliquidation. Ist das nicht doppelt abgerechnet?

Salzi19
16.08.2020, 17:46
Das geht eigentlich gar nicht, das ist Betrug.
Kannst du das nachweisen? Wenn die Leistung von der GKV übernommen wurde, würde ich die Rechnung der Zusatzversicherung nicht bezahlen. Hast du bei der Aufnahme ein Formular unterschrieben, in denen die verschiedenen Vertreter der chefärzte benannt wurden?

Mir ging es so bei der pda bei der Entbindung. Um 3 Uhr nach gut 20 Stunden wehen hat mir die diensthabende Anästhesistin einen wisch zum unterschreiben hingelegt und ich habe ihn zu dem Zeitpunkt ohne durchlesen einfach unterschrieben. Ein paar Wochen danach kam die Rechnung für die "Chefarztbehandlung" und auf Nachfrage was das soll, wurde mir eine Kopie des damals unterschriebenen Vertrags zugeschickt. In diesem hat sich die diensthabende Anästhesistin als Vertreterin vom Chefarzt eingetragen und somit waren für die Klinik alle Voraussetzungen erfüllt. Ich hatte damals keine Nerven, mich damit näher auseinander zu setzen, aber im Nachhinein ärgert es mich immer noch. Immerhin haben sie es nicht gewagt, das ganze nochmal über die GKV abzurechnen, da hatte ich nachgefragt.

freak1
16.08.2020, 17:49
Die Rechnungen sind schon lange beglichen. Nein, so ein Formular habe ich soweit ich mich erinnere nicht unterschrieben. Nur dieser Standardwisch, dass das KH direkt mit der PKV abrechnen darf wegen des 2B-Zimmers (das ich als GKV-Patient auch bekommen hätte weil es auf der Station nichts anderes gab :D).

Also ich hab die Unterlagen der TK mit den entsprechenden Ziffern die abgerechnet worden sind und der geschätzte Betrag; und halt meine Privatrechnungen der beteiligten CÄ.

Feuerblick
16.08.2020, 17:53
Wenn du die CÄ nie gesehen hast (und deren Vertreter auch nicht), dann hattest du keine CA-Behandlung und diese kann somit nicht abgerechnet werden. Wenn man dir also eine Chefarztbehandlung in Rechnung gestellt hat, kannst du diese Rechnung zurückweisen.

Salzi19
16.08.2020, 17:53
@freak1: Siehe mein Edit, solche Rechnungen sollte man nicht gleich bezahlen, sondern erst mal nachforschen.

John Silver
16.08.2020, 19:11
1. Wenn eine Rechnung über eine Wahlarztbehandlung ausgestellt wird, ohne dass der Wahlarzt (meist eben der Chef) die Leistung persönlich ausgeführt hat, handelt es sich um Betrug. Eine solche Rechnung muss nicht bezahlt werden; es wurden schon Chefs wegen derartiger Geschehnisse verurteilt (strafrechtlich). Eine Ausnahme liegt vor, wenn der Patient seine Zustimmung zur Behandlung durch einen konkret schriftlich benannten Vertreter erteilt; eine allgemeine Vertretungsklausel reicht hierfür nicht aus, denn die deckt nur Notfälle und nur dann, wenn es dem Wahlarzt aus objektiven Gründen nicht möglich ist, rechtzeitig die Klinik zu erreichen, um die Behandlung persönlich durchzuführen.

2. Über die Zusatzversicherung werden zusätzliche Leistungen abgerechnet, also solche, die von der DRG nicht gedeckt werden; dazu gehören wahlärztliche Behandlungen, 2- oder 1-Bett-Zimmer etc. Eine Rechnung über eine OP etc. vom Chef ist deshalb rechtens, und wird von der Versicherung deshalb auch anstandslos bezahlt.

daCapo
17.08.2020, 16:11
1. Wenn eine Rechnung über eine Wahlarztbehandlung ausgestellt wird, ohne dass der Wahlarzt (meist eben der Chef) die Leistung persönlich ausgeführt hat, handelt es sich um Betrug. Eine solche Rechnung muss nicht bezahlt werden; es wurden schon Chefs wegen derartiger Geschehnisse verurteilt (strafrechtlich). Eine Ausnahme liegt vor, wenn der Patient seine Zustimmung zur Behandlung durch einen konkret schriftlich benannten Vertreter erteilt; eine allgemeine Vertretungsklausel reicht hierfür nicht aus, denn die deckt nur Notfälle und nur dann, wenn es dem Wahlarzt aus objektiven Gründen nicht möglich ist, rechtzeitig die Klinik zu erreichen, um die Behandlung persönlich durchzuführen.



Das finde ich bereits vom Gedankengang abwegig. Für meine Rechtsauffassung wäre es so: Wenn CA Behandlung, dann muss dieser auch jede ärztliche Aufgabe durchführen vom Zugang/BE. Wenn er im Urlaub ist, kann das der Vertreter machen (wenn der PAtient einverstanden ist).
Insgesamt bescheuertes System: Der CA soll natürlich ordentlich verdienen, aber dann die schwierigsten Fälle übernehmen.

Hier gibt es viele Urteile zu unseren Koryphäen:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/59752/Chefarztbehandlung-Stellvertreterklausel-unzulaessig
https://www.nzz.ch/zuerich/universitaetsspital-zuerich-direktor-der-gynaekologie-verlaesst-usz-ld.1558410
Sogar ganz das Spital verlassen, sehr traurig?
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4905197
https://www.haufe.de/recht/weitere-rechtsgebiete/wirtschaftsrecht/folge-wenn-vereinbarte-chefarztbehandlung-nicht-eingehalten-wird_210_449078.html
Sehr merkwürdiger Fall, nie gesehen so eine Konstellation

Das deutsche Justizwesen hat auch sonst nix zu tun, außer sich mit Leuten rumzuschlagen, die nur Geld kassieren mit wenig selbst erbrachter Leistung. Würde alles entfallen, wenn das reformiert würde.




Ich hab während eines stationären KH Aufenthaltes (6 Tage) weder die Uni-CÄ noch deren Vertreter jemals gesehen. Selbiges für den Chef der Notaufnahme. Von beiden habe ich aber natürlich entsprechende Rechnungen erhalten. :-micro

Was ich mich auf frage: Wie ist das legitimiert, dass bei zusatzversicherten Patienten sowohl der DRG Fall abgerechnet wird (laut TK App ~3,5k €), zusätzlich aber alle Laborleistungen und von jeder beteiligten Fachabteilung auch der jeweilige CA als Privatliquidation. Ist das nicht doppelt abgerechnet?

Also so eine Zusatzversicherung für den stationären Bereich. Ambulant heißt es dann wieder GKV. Die Patienten sind dann immer begeistert den Arzt zu wechseln.
a) Wenn man die CA nie gesehen hat, muss man nicht zahlen. Mein jetziger Chef mit alten Vertrag besucht seine Patienten auf der Station auch nur sporadisch (1x Woche). Es sind ja auch nicht so viele. Mein alter Chef mit vielen P-Patienten hatte einen Extra Assistent hierfür (der natürlich nix vom Geld sah, aber immer länger bleiben musste) und hat die P-Patienten abends täglich gesehen.
b) Ja wenn du von all den Kliniken den CA auswählst (Selbst vom Labor), wird das zutreffend sein.
c) Weil die Qualität der CA-Behandlung zu wünschen übrig lässt (siehe Post von Freak und meine Erfahrung/siehe auch Urteile oben) und sich nicht besonders unterscheidet zu den vom OA betreuten Patienten, habe ich das abgewählt. Ebenso 1 Bett Zimmer. Unnötiger Luxus. Sollte ich mal einen ganz tollen, fachlich herrausragenden CA treffen, kann ich das ja immer noch dann aus der eigenen Tasche zahlen. Wäre dann die Nadel im Heuhaufen.


@daCapo:

Du bist jung, Deine Erinnerungen reichen nur wenige Jahre zurück; wie viele in jungen Jahren, so bist auch Du offenbar recht unwissend, was Geschichte betrifft. Hier also ein Paar kleine Exkurse:
Es wird Dich wundern, aber als die DRV gegründet wurde (ich meine nach dem Krieg), wollten die Ärzte in die DRV. Die DRV wollte die Ärzte jedoch nicht, weil viele damals mehr oder weniger für Kost und Logie gearbeitet haben ..... Fuck off!

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Ahja habe etwas recherchiert. In den 50/60er Jahren gab es noch einen Ärzteüberschuss aus Kriegszeiten. Die Arbeit in den KH für Ärzte in WB war katastrophal entlohnt. Und natürlich haben da manche Ärzte ordentlich verdient, wollten aber nix abgeben, wie immer. Nochdazu ist die Medizin von damals nicht mit der heutigen vergleichbar. Damals hieß es noch im Thieme Lehrbuch: Blutdrucknormalwerte ist 100+Alter, es gab noch die riesigen psychiatrischen Kliniken, viel mehr Praxen nur für Private/Ersatzkasse usw. Früher waren auch die Ersatzkassenpatienten ähnlich den Privatpatienten gestellt, es gab unterschiedliche Warteräume für beide.:rolleyes: Wir sind einen Schritt weiter heute.
Was damals ähnlich war, ist die ungünstige Verteilung der Ärzte (zuviele in den Ballungszentren/Überversorgung und auf dem Land andersrum). Letztendlich auch alles ein Fehler der Politik, die wenig fähig ist die Resourcen sinnvoll zu verteilen.