Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Motivation für Nachtdienste fehlt
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Hoppla-Daisy
24.05.2021, 11:51
Doch! Das ganze System ist auf Fluktuation ausgelegt. Und man baut darauf, dass durch solche Einschüchterungen die Mitarbeiter mürbe werden und von selbst kündigen. Dann spart man sich sogar noch Abfindungen.
Und ja, es findet sich immer wieder Frischfleisch, das Einiges in Kauf nimmt. Bei uns gibt es fast nur noch ausländische Ärzte mit mehr oder weniger schlechten Deutschkenntnissen, die wenig murren, sondern froh sind, dass sie nen Job im vermeintlich Gelobten Land haben.
HoldenHQ
24.05.2021, 12:07
Bei uns gibt es fast nur noch ausländische Ärzte mit mehr oder weniger schlechten Deutschkenntnissen, die wenig murren, sondern froh sind, dass sie nen Job im vermeintlich Gelobten Land haben.
Ich kenne auch genug Leute, die private Träger aus Überzeugung ausgeschlossen haben und sich nie da bewerben würden, weil sie so ein System nicht unterstützen wollen. Kommt aber sicherlich auch auf die Region an. Und viele machen ja nur ihre "Pflichtzeit" im Krankenhaus. Kann ich gut verstehen
Hoppla-Daisy
24.05.2021, 12:14
Och, die Häuser mit kirchlichen Trägern nehmen sich da mittlerweile auch nicht aus. Man muss sich wohl davon verabschieden, für längere Zeit bei einem Arbeitgeber beschäftigt zu sein. Lange Lebensläufe dürften die Regel werden.
HoldenHQ
24.05.2021, 12:25
Och, die Häuser mit kirchlichen Trägern nehmen sich da mittlerweile auch nicht aus. Man muss sich wohl davon verabschieden, für längere Zeit bei einem Arbeitgeber beschäftigt zu sein. Lange Lebensläufe dürften die Regel werden.
Ich habe das Gefühl, dass eigentlich keiner gerne im Krankenhaus arbeitet und das Ganze nur als notwendiges Übel empfindet
Hoppla-Daisy
24.05.2021, 12:29
Das kann man pauschal nicht so sagen. Ich arbeite eigentlich sehr gerne im Krankenhaus, mag die täglich neuen Herausforderungen, das flexible und auch "handwerkliche" Handeln. Aber leider werden die Bedingungen immer schlechter und der Druck von oben wird immer unmenschlicher. Dem bin ich nicht mehr gewillt, mich klaglos hinzugeben. Ich sag mal so: Es wird etwas teurer, mich loszuwerden. Von selbst geh ich nicht :-)).
HoldenHQ
24.05.2021, 12:33
Das kann man pauschal nicht so sagen. Ich arbeite eigentlich sehr gerne im Krankenhaus, mag die täglich neuen Herausforderungen, das flexible und auch "handwerkliche" Handeln. Aber leider werden die Bedingungen immer schlechter und der Druck von oben wird immer unmenschlicher. Dem bin ich nicht mehr gewillt, mich klaglos hinzugeben. Ich sag mal so: Es wird etwas teurer, mich loszuwerden. Von selbst geh ich nicht :-)).
In einem Krankenhaus mit "unmenschlichem Druck" würde ich es nicht aushalten. Da wird man doch irgendwann selbst krank. hört sich schlimm an, was du schreibst und wo du arbeitest.
Ich habe das Gefühl, dass eigentlich keiner gerne im Krankenhaus arbeitet und das Ganze nur als notwendiges Übel empfindet
Vom Trend bzw Gesamtbild ja, einige bleiben wegen Karriere oder der Oberarztstelle, die sie schon lange haben bzw. Anstreben Dort.
cartablanca
24.05.2021, 13:05
Das man eine traumatisierte Ärztin am nächsten Tag noch dazu bringt, eine falsche Erklärung zu unterschreiben finde ich am erschreckendsten.
Das sind Mafiamethoden. Nach Allem was ich so in deutschen Krankenhäusern erlebt habt, wundert mich aber gar nichts mehr.
An einer der Kliniken (privater Träger) wo ich als Honorararzt gearbeitet habe, haben die Assistenten ELF 24 Stundendienste im Monat geschoben.
HoldenHQ
24.05.2021, 13:07
haben die Assistenten ELF 24 Stundendienste im Monat geschoben.
What? Also wer das mitmacht, dem ist nicht mehr zu helfen. Da kann man ja gleich in der Klinik einziehen. In welchem Fach haben die gearbeitet? Innere?
Hier ist das auch so, dass FA Vordergründe machen; Hintergründe verteilen sich auf 5 OÄ.
Mich interessiert, ob die tarifvertraglichen (MB, VKA) Einschränkung mit 4 Bereitschaftsdiensten pro Monat (im Durchschnitt auf 6 Monate gerechnet) in anderen Kliniken umgesetzt wird/ gelingt. Bei uns klappt das nur mit externen Ärzten, die Dienste machen.
In meiner Abteilung klappt das schon, es sind sogar eher 2-3 Dienste, 4 Dienste sind hier die absolute Ausnahme. Man muss allerdings dazu sagen, dass da noch 1-2 Wochenendvisiten auf Station oder in der Funktion dazu kommen. Und die Fachärzte müssen mit Dienste machen.
Ich habe das Gefühl, dass eigentlich keiner gerne im Krankenhaus arbeitet und das Ganze nur als notwendiges Übel empfindet
Naja, die Leute, die zufrieden sind, schreiben davon eher seltener im Internet. Die wenigsten Leute schreiben ständig in Foren wie toll ihr Job ist und wie zufrieden sie mit ihrer Arbeit sind, man nutzt das eher um sich (verständlicherweise) auszukotzen.
Ich z.B. arbeite gerne in meiner Klinik und habe auch nicht vor, daran was zu ändern. Ich sehe mich weder kurz- noch langfristig in einer Praxis und ich würde eher ganz aus der Medizin aussteigen als eine eigene Praxis zu übernehmen.
Auch an meiner Klinik ist nicht alles toll und ich zweifele nicht an dem, was hier (vor allem über das große H) geschrieben wurde aber es ist nicht überall dauerhaft scheiße und ich kenne viele (Fach-)Ärzte, die freiwillig in Kliniken arbeiten.
HoldenHQ
24.05.2021, 13:19
In meiner Abteilung klappt das schon, es sind sogar eher 2-3 Dienste, 4 Dienste sind hier die absolute Ausnahme. Man muss allerdings dazu sagen, dass da noch 1-2 Wochenendvisiten auf Station oder in der Funktion dazu kommen. Und die Fachärzte müssen mit Dienste machen.
Naja, die Leute, die zufrieden sind, schreiben davon eher seltener im Internet. Die wenigsten Leute schreiben ständig in Foren wie toll ihr Job ist und wie zufrieden sie mit ihrer Arbeit sind, man nutzt das eher um sich (verständlicherweise) auszukotzen.
Ich z.B. arbeite gerne in meiner Klinik und habe auch nicht vor, daran was zu ändern. Ich sehe mich weder kurz- noch langfristig in einer Praxis und ich würde eher ganz aus der Medizin aussteigen als eine eigene Praxis zu übernehmen.
Auch an meiner Klinik ist nicht alles toll und ich zweifele nicht an dem, was hier (vor allem über das große H) geschrieben wurde aber es ist nicht überall dauerhaft scheiße und ich kenne viele (Fach-)Ärzte, die freiwillig in Kliniken arbeiten.
Das hört sich gut an. Freue mich, dass es dir gefällt. Es gibt auch gute Krankenhäuser
_calendula_
24.05.2021, 14:24
Alles Gute Daisy! Ich drück dir die Daumen!
cartablanca
24.05.2021, 14:54
What? Also wer das mitmacht, dem ist nicht mehr zu helfen. Da kann man ja gleich in der Klinik einziehen. In welchem Fach haben die gearbeitet? Innere?
Jepp. Die hatten auch ausnahmslos vor zu kündigen. Das kann man nicht aushalten.
Ein neuer Chef kommt, neuer Vorstand, die Klinik wird von dem Konzern XYZ übernommen, ein neuer Oberarzt...schon kann alles anders sein und nicht mehr so rosig.
Jepp. Die hatten auch ausnahmslos vor zu kündigen. Das kann man nicht aushalten.
Also schwachen Trost, hatten sie dann wenigstens einen guten Verdienst mit elf Diensten. Mir allerdings auch rätselhaft, wie man das überhaupt einige Monate aushalten kann. Meins wäre es auch nicht.
GelbeKlamotten
24.05.2021, 18:17
Alles eine Frage der Arbeitsbelastung im Dienst. Liegt die tatsächlich konstant unter 50%, sehe ich kein größeres Problem in 11 x 24h im Monat.
Hoppla-Daisy
24.05.2021, 18:27
So unterschiedlich sind die Empfindungen. 11 x im Monat gebunden sein, was die Abendgestaltung angeht? Never! Absolut indiskutabel! Hatte ich, wollte ich nie wieder.
11x Dienst finde ich auch voll in Ordnung…
Wenn man keinen festen Wohnsitz hat, oder kein Privatleben außerhalb der Klinik.
Hoppla-Daisy
24.05.2021, 18:47
Da die meisten von uns wohl ein Privatleben haben werden ….. ;-)
So unterschiedlich sind die Empfindungen. 11 x im Monat gebunden sein, was die Abendgestaltung angeht? Never! Absolut indiskutabel! Hatte ich, wollte ich nie wieder.
Selbst wenn die Belastung zwischen 20-50%....Niemals. Dann kann man gleich im KH wohnen.
vanilleeis
24.05.2021, 20:50
Selbst wenn die Belastung zwischen 20-50%....Niemals. Dann kann man gleich im KH wohnen.
Tut man dann ja auch de facto
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