Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Motivation für Nachtdienste fehlt
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Nefazodon
19.05.2021, 00:17
Das finde ich spannend. Wir haben ein richtig besch.... Dienstsystem. Offiziell Rufbereitschaft, aber eben die Forderung, bei med. Notfällen innerhalb von 15 oder 20 min vor Ort zu sein und ... von der Feuerwehr angeordnet wegen Brandschutz und Notwendigkeit von 2 Leuten für Evakuierung ... bei Feueralarm innerhalb von max. 7 min. Das schaffen 2 Kollegen von uns, die direkt an der Klinik wohnen. Wir bekommen die Dienste bezahlt, wie niedrigste Anwesenheitsstufe. Kein dienstfrei. 2 Kollegen können das entsprechend ausnutzen, eine 3. so halb, weil ihr die 7 min egal sind und die 20 min locker zu schaffen. 2 weitere Kollegen und ich müssen dementsprechend in der Klinik bleiben. Gestern also 8 Uhr angefangen, heute 18 Uhr Feierabend.
Unser Chef meint, das wäre vom "alten Chef" (2019 in Rente gegangen) damals mit ner Rechtsberatung abgesegnet worden und er hat nicht vor, das zu ändern. Das nervigste und schlimmste ist, dass die anderen Kollegen es gar nicht ändern wollen, weil sie das Gefühl haben, dass es gut bezahlt wird (wir werden stundenweise bezahlt, Di und Mi z.B. dementsprechend ab 18 Uhr, Fr. ab 12.30, WE komplett 24h, am So und Feiertag ink. Zuschlägen bei ÖD). Mir fehlt am meisten das dienstfrei. Hier kommt immer das Argument, es sei ja nix zu tun ... stimmt in 95% der Fälle, aber in den anderen 5 % hängt man am nächsten Tag echt durch, wenn man weiter arbeitet.
Halt echt blöd, wenn ich die einzige bin, die an diesem System gern was ändern würde ... :-nix
Edit: Wenn aus brandschutztechnischen Gründen 7 Minuten angeordnet sind, ist es keine Rufbereitschaft mehr....das kann ja kaum einer schaffen.
Und der Kollegin ist das solange egal, bis mal durch einen dummen Zufall etwas passiert und dabei ein Patient zu schaden kommt. Dann hat sie ein Verfahren am Hals. Dein Chef als organisatorisch verantwortlicher dann übrigens auch.
Ich würde dir ernsthaft raten, dich einmal vom Marburger Bund beraten zu lassen...
Die können dir auch sagen, wie ein alternatives Dienstmodell aussähe.
Vielleicht finden die Kollegen das dann ja gar nicht so schlecht...
Aber alleine, als einzige etwas ändern zu wollen ist sinnlos.:-nix
Da bleibt dir dann nur noch die Klinik zu wechseln.
kartoffelbrei
19.05.2021, 06:27
Das finde ich spannend. Wir haben ein richtig besch.... Dienstsystem. Offiziell Rufbereitschaft, aber eben die Forderung, bei med. Notfällen innerhalb von 15 oder 20 min vor Ort zu sein und ... von der Feuerwehr angeordnet wegen Brandschutz und Notwendigkeit von 2 Leuten für Evakuierung ... bei Feueralarm innerhalb von max. 7 min. Das schaffen 2 Kollegen von uns, die direkt an der Klinik wohnen. Wir bekommen die Dienste bezahlt, wie niedrigste Anwesenheitsstufe. Kein dienstfrei. 2 Kollegen können das entsprechend ausnutzen, eine 3. so halb, weil ihr die 7 min egal sind und die 20 min locker zu schaffen. 2 weitere Kollegen und ich müssen dementsprechend in der Klinik bleiben. Gestern also 8 Uhr angefangen, heute 18 Uhr Feierabend.
Unser Chef meint, das wäre vom "alten Chef" (2019 in Rente gegangen) damals mit ner Rechtsberatung abgesegnet worden und er hat nicht vor, das zu ändern. Das nervigste und schlimmste ist, dass die anderen Kollegen es gar nicht ändern wollen, weil sie das Gefühl haben, dass es gut bezahlt wird (wir werden stundenweise bezahlt, Di und Mi z.B. dementsprechend ab 18 Uhr, Fr. ab 12.30, WE komplett 24h, am So und Feiertag ink. Zuschlägen bei ÖD). Mir fehlt am meisten das dienstfrei. Hier kommt immer das Argument, es sei ja nix zu tun ... stimmt in 95% der Fälle, aber in den anderen 5 % hängt man am nächsten Tag echt durch, wenn man weiter arbeitet.
Halt echt blöd, wenn ich die einzige bin, die an diesem System gern was ändern würde ... :-nix
Unabhängig davon, dass man mit diesen kurzen Zeitvorgaben keine Rufbereitschaft anordnen kann: Haltet ihr denn dann wenigstens die Ruhezeiten ein, wenn nachts gearbeitet wurde? Anspruch auf 10 Stunden Ruhezeit habt ihr ja, so dass ihr zu Hause bleiben könnt, wenn ihr die nicht hattet.
Mr. Pink online
19.05.2021, 07:12
Es klingt für mich nicht so als würde er/sie nach einem gängigen Tarif arbeiten. Vermutlich FA oder OA und außertarifärer Vertrag.
kartoffelbrei
19.05.2021, 08:14
Es klingt für mich nicht so als würde er/sie nach einem gängigen Tarif arbeiten. Vermutlich FA oder OA und außertarifärer Vertrag.
Die angesprochenen Sachen sind aber alle gesetzlich geregelt. Das gilt unabhängig von einem Tarifvertrag.
GelbeKlamotten
19.05.2021, 18:33
Niedrigste Stufe dürfte bedeuten 60% Bezahlung!? Und das für Dienste, in denen man de facto nur 5% arbeitet. Also für 60% Bezahlung schlafen und wenns blöd läuft vielleicht ein mal nachts aufstehen müssen. Das ist doch ein absoluter Traum. Würde da gerne freiwillig 5 Dienste pro Woche machen. 2 Tage zu Hause sein reicht mir. Und wer in der ersten Hälfte seines Berufslebens doppelt verdient, muss in der zweiten Hälfte gar nichts mehr verdienen.
Völlig verständlich, dass die Kollegen das gut findet und fast verwunderlich, dass die Klinik das mehr oder weniger freiwillig so gut bezahlt.
Was ich nervig finde ist, dass gern versucht wird geplante Routineaufgaben in so genannte "Bereitschaftsdienste" zu verlagern. Und so getan wird als sei es selbstverständlich dass man das macht weil "man ja sowieso da ist".
Klar darf man danach heimgehen, aber das wird einem ja auch schön als Minusstunden angerechnet. Und mehr als 20h am Stück sind halt doch eine lange Zeit - wenn da mal ne Ruhephase drin ist sollte das nicht nur okay sondern eigentlich die Regel sein.
Da muss ich dir Recht geben. Geplante Aufnahme am Sonntag im Dienst, damit Montag die OP oder die Therapie startet. Grundsätzlich okay, aber das ist dann geplante Arbeit...also eine normale Schicht und nicht Teil vom Bereitschaftsdienst. Teilweise kamen da 8-9 Aufnahmen Sonntag abends. Auch das Zentrallabor oder die Transfusionsmedizin arbeiten sonntags im feiertagsmodus. Aber klar,so ist es billiger und irgendwie muss der dicke Benz (überspitzt gesagt) bezahlt werden.
Mr. Pink online
20.05.2021, 08:55
Niedrigste Stufe dürfte bedeuten 60% Bezahlung!? Und das für Dienste, in denen man de facto nur 5% arbeitet. Also für 60% Bezahlung schlafen und wenns blöd läuft vielleicht ein mal nachts aufstehen müssen. Das ist doch ein absoluter Traum. Würde da gerne freiwillig 5 Dienste pro Woche machen. 2 Tage zu Hause sein reicht mir. Und wer in der ersten Hälfte seines Berufslebens doppelt verdient, muss in der zweiten Hälfte gar nichts mehr verdienen.
Völlig verständlich, dass die Kollegen das gut findet und fast verwunderlich, dass die Klinik das mehr oder weniger freiwillig so gut bezahlt.Für Rufbereitschaft bekommt man in der Regel eine Pauschale, bzw. 12,5% bezahlt. Bei tatsächlichem Arbeitseinsatz dann die Stunde zusätzlich bezahlt. 60% bezahlt bekommt man im Bereitschaftsdienst Stufe1.
GelbeKlamotten
20.05.2021, 13:30
Für Rufbereitschaft bekommt man in der Regel eine Pauschale, bzw. 12,5% bezahlt. Bei tatsächlichem Arbeitseinsatz dann die Stunde zusätzlich bezahlt. 60% bezahlt bekommt man im Bereitschaftsdienst Stufe1.
Richtig und hier wird offenbar ein eigentlich von der Arbeitsbelastung auf Rufbereitschaft ausgelegter Dienst vergütet wie ein Bereitschaftsdienst Stufe 1, weil die meisten Ärzte zu weit weg wohnen um bei Rufbereitschaft rechtzeitig vor Ort zu sein. Das ist so ziemlich die arbeitnehmerfreundlichste Lösung, die hierfür denkbar ist. Noch bessere Konditionen für noch weniger Arbeit gibt es nur für Beamte in manchen Einsatzgebieten.
Wir bekommen die Dienste bezahlt, wie niedrigste Anwesenheitsstufe.
Das ist zumindest das, was ich aus den Schilderungen schließen würde.
Für Rufbereitschaft bekommt man in der Regel eine Pauschale, bzw. 12,5% bezahlt. Bei tatsächlichem Arbeitseinsatz dann die Stunde zusätzlich bezahlt. 60% bezahlt bekommt man im Bereitschaftsdienst Stufe1.
Pauschale...60€ hatten wir; Tja und dann 6 Anrufe, kannst du minutengenau abrechnen-->lohnt sich nicht.
Um 22 oder 24 Uhr reinkommen für 2-3h-->wieiviel? 200€ Brutto? Wer sowas gerne möchte und nach nem regulären Arbeitstag darauf Bock hat. Nach 3-5 Jahren würde ich das nicht mehr machen wollen. Aber gerne jeder wie er mag, bitte Beleidigungen vermeiden, wenn eine andere Meinung vorliegt.
Richtig und hier wird offenbar ein eigentlich von der Arbeitsbelastung auf Rufbereitschaft ausgelegter Dienst vergütet wie ein Bereitschaftsdienst Stufe 1, weil die meisten Ärzte zu weit weg wohnen um bei Rufbereitschaft rechtzeitig vor Ort zu sein. Das ist so ziemlich die arbeitnehmerfreundlichste Lösung, die hierfür denkbar ist. Noch bessere Konditionen für noch weniger Arbeit gibt es nur für Beamte in manchen Einsatzgebieten.
Wenn man wirklich als Arbeitgeber möchte, dass jmd. in 20 Minuten da ist, führt an der Bereitschaft kein Weg vorbei oder man bittet eine andere Fachabteilung die Dienste mitzuübernehmen.
Rufbereitschaft: Bis zu 45 Minuten Zeit...bis man da ist.
Ein gesammelter Widerstand wirklich ausnahmslos der ganzen Abteilung (bis auf den CA natürlich weil den das ja nicht betrifft) wäre die Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt irgendwann mal was an der Lage ändert.
Aber jeder hat Angst dass ein anderer ausschert und er dann der Blöde ist. Oder sieht eine Chance sich positiv hervorzuheben indem er das alles doch gar nicht so schlimm findet. Vor allem wenn mal wieder ein Vertrag ausläuft etc.
Man weiß nie was die anderen machen werden - genau das ist es was solche Strukturen aufrecht erhält.
GelbeKlamotten
20.05.2021, 21:15
Pauschale...60€ hatten wir; Tja und dann 6 Anrufe, kannst du minutengenau abrechnen-->lohnt sich nicht.
Um 22 oder 24 Uhr reinkommen für 2-3h-->wieiviel? 200€ Brutto?
100 Euro brutto die Stunde für die aktive Zeit wäre eigentlich ganz ordentlich. Kann mir aber fast nicht vorstellen, dass man so viel bekommt.
Wenn man wirklich als Arbeitgeber möchte, dass jmd. in 20 Minuten da ist, führt an der Bereitschaft kein Weg vorbei oder man bittet eine andere Fachabteilung die Dienste mitzuübernehmen.
Rufbereitschaft: Bis zu 45 Minuten Zeit...bis man da ist.
Das mag ja sein, aber trotzdem ist die Regelung für die Ärzte äußerst positiv. Bei 24h Dienst mit 60% Vergütung und den hier angegebenen 5% Arbeit bekommt man letztendlich für gut eine Stunde Arbeit mehr als 500 Euro brutto. In der übrigen Zeit kann man für die Facharztprüfung lernen oder ggf. z.B. noch einem zusätzlichen Online-Nebenjob nachgehen. Ist doch logisch, dass sich da kein "gesammelter Widerstand" organisieren lässt :-peng Wie gesagt, gäbe es das bei uns so, würde ich so viele Dienste übernehmen wie ich kriegen kann.
Die meisten anderen Häuser würden von sich aus dringend versuchen, die Regelungen so zu ändern, dass es auch reicht, wenn der diensthabende erst nach 45 Minuten da ist, um sich die zusätzlichen Kosten für den Bereitschaftsdienst zu sparen.
A) Pauschale 60€ für Erreichbarkeit die ganze Nacht ohne irgendeinen Einsatz....nee danke. 100€ brutto kriegt man auch nicht für 1h, ganz normale Entlohnung plus Nachtzuschlag und ggfs Feiertagszuschläge. Man kann 45 Minuten an und Abfahrt berechnen. Und Vllt noch einige Telefonate und Arbeit via VPN Klient. Wer das möchte....nur zu.
B) Bei nur. 5% Arbeit tatsächlich eine geringe Belastung und Bereitschaft passt da eigentlich auch nicht.
C) oder einfach die Station an die Innere abgeben,wenn da nur 5% Arbeit anfällt. Und die kriegen dafür was Extra.
Mr. Pink online
21.05.2021, 07:40
Man muss ehrlicherweise sagen, dass Rufbereitschaft was ist für OÄ im Hintergrund und da ist es meistens schon sehr attraktiv. Erstens weil man in Wahrheit sehr selten angerufen wird, bzw. dann meistens nicht reinkommen muss. Zweitens, wenn man reinkommen muss, dann lohnt es sich in der Regel auch (bspw. Herzkatheter, Endoskopieren, Operieren, etc.) und dann kassiert man dementsprechend den Stundenlohn. Bereitschaftsdienst ist was für die Weiterbildungsassistenten, die vor Ort sein müssen und Akutversorgung machen. Wobei wie gesagt meiner Meinung nach es kein attraktives Modell ist. In den wenigsten Fällen wird es so sein, dass maximal 49% Arbeit anfallen und meistens hat man dann davor noch regulär 8h gearbeitet. Es ist also nur ein billiger Trick die rechtlich vorgeschriebene maximale Arbeitszeit von 12h auf 24h auszudehnen. Und dann auch noch für weniger als 100% Bezahlung. Da lacht sich halt jeder Arbeitgeber ins Fäustchen wenn die WBA das mitmachen.
Man muss ehrlicherweise sagen, dass Rufbereitschaft was ist für OÄ im Hintergrund und da ist es meistens schon sehr attraktiv. Erstens weil man in Wahrheit sehr selten angerufen wird, bzw. dann meistens nicht reinkommen muss. Zweitens, wenn man reinkommen muss, dann lohnt es sich in der Regel auch (bspw. Herzkatheter, Endoskopieren, Operieren, etc.) und dann kassiert man dementsprechend den Stundenlohn. Bereitschaftsdienst ist was für die Weiterbildungsassistenten, die vor Ort sein müssen und Akutversorgung machen. Wobei wie gesagt meiner Meinung nach es kein attraktives Modell ist. In den wenigsten Fällen wird es so sein, dass maximal 49% Arbeit anfallen und meistens hat man dann davor noch regulär 8h gearbeitet. Es ist also nur ein billiger Trick die rechtlich vorgeschriebene maximale Arbeitszeit von 12h auf 24h auszudehnen. Und dann auch noch für weniger als 100% Bezahlung. Da lacht sich halt jeder Arbeitgeber ins Fäustchen wenn die WBA das mitmachen.
Kann nicht verstehen was so reizvoll ist die Varizenblutung, den verschleppten Hauptstammverschluss, den 3Wochen alten gammelhaxen oder das Feta-Spinat-Aspirat nachts um 3.00 Uhr zu behandeln. Beim letzterem hatte ich zufällig Nachtschicht und der Pneumologe fand es nur mäßig interessant und herausfordernd.
Die Gastroenterologen und Kardiologen werden in einem maximalversorger mit Hintergtundregelung fast jede Nacht angerufen. Selten sind die Augen Freude strahlend
Die Gastroenterologin war letztens auch nur mäßig begeistert als die zum notfallmäßigen ÖGDieren um 3 Uhr nachts antanzen musste.... ;-) Konnte bei unseren Kardiologen auch bisher wenig Begeisterung raushören wenn ich sie nachts angerufen habe. Und die Chirurgen stehen fast jede Nacht am Tisch, die werden auch nicht freudestrahlend in die Klinik fahren.
Und es wiederspricht sich doch ein bisschen, dass die Assistenten die ganze Nacht durchrotieren und die Oberärzte nur selten angerufen werden. Das klappt vielleicht bei sehr erfahrenen Assistenten, die vieles alleine regeln aber bei jungen Assistenten ist man als Oberarzt doch ständig am Telefon, wenn in die Klinik viel los ist... oder was machen die Assistenten so die ganze Nacht, was Oberärzte nicht interessiert/betrifft?
Typischer Bias: man glaubt selbst so lange dass die anderen weniger arbeiten und deren Leben ach so toll ist bis man selbst in der Position ist.
Nur zum Verständnis: Hintergrund Viszeralchirurgie wohnt sagen wir mal direkt neben dem Krankenhaus, kommt um halb zwei nachts ins Haus um einen Ileus zu operieren und braucht dafür zweieinhalb Stunden. Dann bekommt er eine Bezahlung von drei Stunden (für ca. 50€/h brutto, damit bleiben vielleicht insgesamt 80€ übrig) und steht morgens wieder auf der Matte. Die ganze Nacht komplett im A... und dafür 80€. Und am nächsten Tag Vollgas weiter. Klar. Genau das wünsche ich mir jede einzelne Nacht weils so attraktiv ist.
Und wer es immer noch nicht verstanden hat: wenns nach mir ginge würde ich null Hintergrund oder Dienste machen. Ich komm mit dem Grundgehalt zurecht, ich brauch diese "riesigen Mengen" an Geld für schlaflose Nächte nicht.
Mr. Pink online
21.05.2021, 21:53
Naja wenn man reinkommen muss, dann bekommt man die Stunden plus Zulagen bezahlt. Ob das jetzt viel oder wenig ist, kannst du dich bei deinem Grundgehalt dann genauso fragen. Klar besteht eine relevante Chance, dass man als Hintergrund mal reinkommen muss. Bei einigen Fächern kann's auch jede Nacht sein. Obwohl ich selbst in der Uniklinik nicht jede Nacht bspw. den Gastroenterologen bemühen musste. Die Ruhezeit nach einem Einsatz müsste halt gewahrt werden.
Grundsätzlich ist es aber schwierig im klinischen Setting arbeiten zu wollen, nachts aber nicht zur Arbeit rangezogen zu werden. Das ist primär erst Mal den meisten unangenehm, wobei die Bezahlung und die Arbeitsbelastung bei den Weiterbildungsassistenten doch deutlich mieser sein dürfte.
Die Gastroenterologen haben mir bei GI-Blutungen gern die Leitlinien zitiert. Das Fazit war:
Ist der Patient stabil oder instabil? Wenn instabil dann sagen die Leitlinien erstmal auf ITS und stabilisieren. Wenn stabil dann ist es kein Notfall. Wenn erst instabil und dann stabil dann ist es ja auch kein Notfall. Also keine Gastro/Colo indiziert...
Die Ruhezeiten bei Rufbereitschaft sind anders als bei "normaler" Arbeit. Einfach mal nachlesen...
Mr. Pink online
22.05.2021, 07:23
Das stimmt so nicht, es gibt da auch Regelungen.
Hier vom Marburger Bund:
"Die Ruhezeit bei Ableistung von Rufbereitschaft kann auf die Hälfte verkürzt werden, also auf bis zu fünfeinhalb Stunden, sofern die Inanspruchnahme in der Rufbereitschaft ebenfalls nicht mehr als fünfeinhalb Stunden beträgt. Liegt sie darüber, dann tritt erneut die 11 Stundenregelung ein, d.h. der Arzt oder die Ärztin müssen eine elf Stunden andauernde Pausenzeit einhalten.
Wenn nun im Zusammenspiel mit vorgelagerter Regelarbeitszeit insgesamt mehr als zwölf Stunden gearbeitet wurde, gilt auch hier eine elfstündige Ruhezeit. Aber ob regulär oder verkürzt, in jedem Fall sind Ruhezeiten am Stück zu nehmen und dürfen nicht durch eine Addition mehrerer Kurzruhezeiten erreicht werden."
Im übrigen darf Rufbereitschaft eigentlich nur als Dienstsystem angeordnet werden, wenn nur in Ausnahmefällen Arbeit anfällt. Ist das nicht der Fall, dann muss eben Bereitschaftsdienst angeordnet werden. Der ist dann auch "besser" bezahlt. Dann muss man aber auch in der Klinik sein.
und am nächsten Tag Vollgas weiter..
Und wer es immer noch nicht verstanden hat: wenns nach mir ginge würde ich null Hintergrund oder Dienste machen. Ich komm mit dem Grundgehalt zurecht, ich brauch diese "riesigen Mengen" an Geld für schlaflose Nächte nicht.
Finde ich sehr verständlich. Wenig attraktiv auf Dauer.
@mrpink
A) zum einen wird sich an die Gesetze nicht so 1:1 gehalten, oft wird erwartet,dass man kommt... zumindest ab 11 oder 12 Uhr morgens.
B) selbst wenn die Gesetze eingehalten werden, finde ich es persönlich unattraktiv auf die Dauer.
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