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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Marburger Bund - was blüht uns dieses Jahr ?



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Leucovorin
18.12.2021, 23:13
Ein einziges zentrales Großkrankenhaus pro 1.000.000 Einwohner. Ein feuchter Traum für jeden Krankenhausbetreiber; man kann sich die besten Arbeiter aussuchen, absoluten Mindestlohn zahlen (durch undokumentierte Überstunden deutlich darunter) und auf Arbeitszeitschutzgesetze scheißen, wer sich beschwert fliegt einfach und hat dann keinen Job mehr.

Und der Tarifvertrag? Das hast du dir ja nett ausgedacht, dass ein staatliches Krankenhaus so verfahren darf.
Glaubst du nach dem Desaster von Marburg-Gießen man überträgt nochmal einem privaten Betreiber eine Uniklinik?
Außerdem kann es ja auch nicht "nur" nach Einwohnern gehen. Dann hätte nach deiner komischen Rechnung Mecklenburg-Vorpommern 1,6 Großkrankenhäuser. :-oopss

Angestellte Ärzte haben dann in einer Metropolregion nicht mehr 20 Arbeitgeber, sondern 10. Wenn man es sich mit 10 verscherzt, wird man es auch mit 20 tun irgendwann. Und klar muss ein angestellter FA weiterhin mind. ca. OA Gehalt verdienen als "Beginner". Das ist europäischer Durchschnitt, wenn man das nicht bietet, gehen alle. Und ja der 1A spezialisierte angestellte Kardiologe, der spezialisierte Ophthamologe oder XY-Facharzt mit jahrelanger Erfahrung und super Ergebnissen sollen 400.000 oder 800.000 oder mehr erhalten.
Was aber nicht nötig ist, ist das Privaty Equity, Helios und Co "Gewinne" abschöpfen mit dem Gesundheitssystem und ihren Ketten und Häusern. Diese Entwicklung Krankenhaus/MVZ-Kette = Gewinnbringendes Wirtschaftsunternehmen mit jährlicher Ausschüttung, geleitet von Leuten, die nie im Krankenhaus gearbeitet haben, halte ich für falsch. Warum nicht auch das "Wasserwerk" oder die "Feuerwehr" in gewinnbringende Wirtschaftsunternehmen an der Börse verwandeln?


Und man kann die Aus und Weiterbildung noch mehr als jetzt (komplett) unter den Tisch kehren.

Eher nicht, wenn mal genug Personal vorhanden ist, so dass eingearbeitet werden kann und auch mal Zeit ist was zu erklären. Letztendlich kann man deinen Satz immer so schreiben, egal was verändert wird :-nix
Du weißt doch: die Ärztekammer ist zuständig für die Weiterbildung, da sind nette Damen zum Anschreiben;-)
Da könnte man auch etwas mehr strukturieren und bessere Standards festlegen. Nur nur ein Witz, das ist wirklich total unrealistisch. Irgendwann hast du die Weiterbildung durch und dann denkst du nicht mehr dran. :-keks

Endoplasmatisches Reticulum
19.12.2021, 09:11
Eher nicht, wenn mal genug Personal vorhanden ist, so dass eingearbeitet werden kann und auch mal Zeit ist was zu erklären.
Du denkst, nur weil es weniger Krankenhäuser gibt schrauben die Verbleibenden dann die Personalschlüssel hoch, obwohl es vorher nicht nötig war und der Laden trotzdem lief? Viel Glück!

In Metropolregionen gibt es durch die Privatisierung bereits heute oft sehr viel weniger Arbeitgeber als Kliniken. Und in kleinen Fächern hat man bereits jetzt nur eine Hand voll Kliniken zur Auswahl, das würde dann vermutlich tatsächlich bereits auf 1 runtergehen.

In welcher Welt haben Monopol- und Kartellbildung jemals zu einer Verbesserung geführt?



Ein feuchter Traum für jeden Krankenhausbetreiber; man kann sich die besten Arbeiter aussuchen, absoluten Mindestlohn zahlen (durch undokumentierte Überstunden deutlich darunter) und auf Arbeitszeitschutzgesetze scheißen, wer sich beschwert fliegt einfach und hat dann keinen Job mehr.
Das entspricht so ehrlich gesagt bereits heute ganz exakt meinen Erfahrungen in der Großstadt.

schnix25
19.12.2021, 09:48
Die nächste Verhandlungsrunde ist nun für Mitte Februar geplant. Weiß hier zufällig jemand warum zwischen den einzelnen Runden immer so lange Abstände sind? Finden dazwischen informelle Gespräche zwischen den Beteiligten statt?

Mr. Pink online
19.12.2021, 10:03
Es ist so traurig...
Das einzige Druckmittel wäre streiken. Das macht aber erfahrungsgemäß das Gros der Ärzte nicht mit und wenn dann, auch nur mit Notfallkonzepten, was bedeutet das de facto trotzdem mehr als 50% der Belegschaft im KH bleiben. Gestreikt wird dann auch nur ein Tag lang. Man sollte es mal machen wie die SNCF in Frankreich.

Matzexc1
19.12.2021, 11:04
Uns ködert man mit dem Wohl der Patienten, die TdL hat Vden Pflegekräften ausrichten lassen in einer Pandemie zu streiken wäre nicht "solidarisch".

Einen Zug oder Maschine kannst du abschalten, beim Menschen geht das schlecht.

Wenn du dir dann noch die klasssichen Aussagen anhörst:
1)Früher war es noch viel schlimmer 2)Wir wollen doch Menschen helfen

Eingie hoffen auch so ihr Standing beim Chef zu verbessern.

Zusammenhalt ist etwas seltenes unter Medizinern

Mr. Pink online
19.12.2021, 11:26
Außer Streiken gibt es aber kein Druckmittel. Davon abgesehen ist es schon gesundheitsgefährdend den öffentlichen Nahverkehr zu bestreiken. Die Leute die in den Kliniken arbeiten, müssen auch irgendwie dorthin kommen. Abgesehen von dem Verkehrschaos das daraus resultiert mit allen mittel- und unmittelbaren Folgen. Das darf man nicht unterschätzen.

ehem-user-23-12-2021-1346
19.12.2021, 12:00
:
1)Früher war es noch viel schlimmer

Aber vieles war auch besser: Kein DRG, weniger Arbeitsverdichtung, keine/wenig Privatisierung, mehr Pflegepersonal

Sonic the Hedgehog
19.12.2021, 13:37
Uns ködert man mit dem Wohl der Patienten, die TdL hat Vden Pflegekräften ausrichten lassen in einer Pandemie zu streiken wäre nicht "solidarisch".

Einen Zug oder Maschine kannst du abschalten, beim Menschen geht das schlecht.

Wenn du dir dann noch die klasssichen Aussagen anhörst:
1)Früher war es noch viel schlimmer 2)Wir wollen doch Menschen helfen

Eingie hoffen auch so ihr Standing beim Chef zu verbessern.

Zusammenhalt ist etwas seltenes unter Medizinern

Sehe ich genauso. Eigentlich wäre die Covid Pandemie ideal um Druck auf die Politik auszuüben und endlich hervorragende Arbeitsbedingungen für Ärzte (und das Pflegepersonal) durchzusetzen. Nur leider wird von "interessierter Seite" gerne mit der Moralkeule geschwungen wenn Ärzte die momentane Situation für sich ausnutzen möchten.

Leucovorin
19.12.2021, 17:21
Du denkst, nur weil es weniger Krankenhäuser gibt schrauben die Verbleibenden dann die Personalschlüssel hoch, obwohl es vorher nicht nötig war und der Laden trotzdem lief? Viel Glück!


Da reden wir jetzt aneinenader vorbei. Zum einen gibt es nicht nur Ärzte als Fachpersonal, du brauchst auch Pflege und auch sonstiges Personal für Technik, IT, Verwaltung, Küche, Servicekräfte. Wirklich schwierig ist es Pflege zu finden. Es gibt ja garnicht genug Leute, um die vorhandenen Stellen zu besetzen in der Pflege.
Jetzt auf die Idee zu kommen, möglichst vieles doppelt anzubieten in einem kleinen Umkreis macht die Auswahl an Personal nicht unbedingt höher. Dass die Stellenschlüssel (Ärzte und Pflege) hier (oft!) mau sind, gebe ich dir recht. Dafür sind Untergrenzen überfällig, auch bei Ärzten.
Klar ist es "super", wenn wir viele Arbeitgeber haben, nach 2 Jahren festellen: Es ist nix und weiter Jobhopping machen zum nächsten Job, wo wir wieder unzufrieden sind.



In welcher Welt haben Monopol- und Kartellbildung jemals zu einer Verbesserung geführt?


Da wollen wir zwei verschiedene Sachen. Ich sehe es als nicht förderlich an, wenn Krankenhäuser sich gegenseitig "Wettbewerb" machen. Dieses ganze DRG System hat sich überhaupt nicht bewährt und müsste ersetzt werden.
Ähnlich wie mit dem Wasserwerk und der Feuerwehr. Da würde man ja auch nicht mehrere unterschiedliche bauen. Und die Feuerwehr, die zuerst da ist beim Brand kriegt den Zuschlag fürs Löschen.;-) Und weil es soviele "Konkurrenz"feuerwehren gibt, gibt es Mangel an Feuerwehrleuten.
Das zahlt letztendlich eh der Steuerzahler und die Krankenkassen. Dann lieber wenige vernünftige Angebote in einem Umkreis anstatt viele mit Personalmangel und wenig Erfahrung.



Das entspricht so ehrlich gesagt bereits heute ganz exakt meinen Erfahrungen in der Großstadt.

Du bist in der Weiterbildung oder? Innere?
Ganz ehrlich, glaube die ist nirgends toll, auch in anderen Ländern.


Sehe ich genauso. Eigentlich wäre die Covid Pandemie ideal um Druck auf die Politik auszuüben und endlich hervorragende Arbeitsbedingungen für Ärzte (und das Pflegepersonal) durchzusetzen. Nur leider wird von "interessierter Seite" gerne mit der Moralkeule geschwungen wenn Ärzte die momentane Situation für sich ausnutzen möchten.

Hierfür ist die "gewerkschaftliche" Organisation von Ärzten zu schlecht. Die schlechtesten Bedingungen haben die Assis und die sind am schlechtesten organisiert und ich habe manchmal den Eindruck, keiner interessiert sich für deren Arbeitsbedingungen.
Wenn man viele fragt sagen sie: Warum jetzt mir Ärger einhandeln, in 3 Jahren bin ich fertig, habe ne vernünftige OA - Stlle oder kann im ambulanten Bereich ohne Nacht- und Wochenenden arbeiten und hab noch weitere unzählige Möglichkeiten als FA.

Kandra
19.12.2021, 17:25
Glaubt hier jemand ernsthaft, eine Schließung von (unrentablen) Krankenhäusern würde nicht zu einer weiteren Privatisierung und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen führen? Niemand wird Asklepios, Helios und Konsorten enteignen und genau das müsste aber geschehen um eure Wunschvorstellungen zu realisieren.

Mr. Pink online
19.12.2021, 17:36
Die Zentralisierung von Krankenhäusern macht vor allem Sinn, wenn man Ressourcen sparen möchte! Auch ärztliche Ressourcen. Aktuell fehlt es insbesondere an der Pflege, daher kann man es sich kaum noch erlauben bspw. in zwei Krankenhäusern einer Stadt jeweils zwei unterschiedliche Pflegeteams zu haben. Grundsätzlich könnten durch Zentralisierung bessere Arbeitsbedingungen für alle entstehen, wenn Tarifverträge eingehalten werden würden. Dem steht aber ein ganz klares Profitinteresse privater Konzerne entgegen, die in jeder Veränderung nur eine neue Möglichkeit zur Kostenminimierung sehen. Nur mal so btw. stehen denen viele kommunale Träger in ihrer Rigorosität in nichts nach. Die Zentralisierung wird kommen, weil es aufgrund der Pflege nicht anders geht. Für Ärzte wird es in der sogenannten Weiterbildung aber nur noch bergab gehen.

ehem-user-23-12-2021-1346
19.12.2021, 18:17
Ich kenne einige Ärzte, die kategorisch ausschließen bei einem dieser privaten Konzerne zu arbeiten um das System nicht zu unterstützen. Natürlich muss man da örtlich flexibel sein. Aber es kommt oft das Argument: Kommunale Träger schreiben häufig rote Zahlen, private machen prozentual mehr Gewinn als die allermeisten Industrieunternehmen. Dieser Gewinn wird natürlich nicht in Personal investiert, obwohl es möglich wäre. Das ist der Grund, weshalb die da nicht arbeiten wollen. Finde den Ansatz gut, leider bewerben sich da noch zu viele mit deutscher Approbation. Habe lange genug in der Industrie gearbeitet. Das brauche ich nicht in der Medizin

Leucovorin
19.12.2021, 20:44
Habe lange genug in der Industrie gearbeitet. Das brauche ich nicht in der Medizin

Naja, also was man bei Mercedes&Co sowie bei den allermeisten größten Läden der Industrie für Arbeitnehmerschutz getan wird, ist schon vorbildlich. Kann man jetzt nicht unbedingt mit der Arbeit im Krankenhaus vergleichen. Da würde zumindest nicht eine 24h Bereitschaft in 20h Arbeit umgemünzt. Ansonsten hätte man ja 1000x Qualitätsmängel in den Produkten. Und Stechuhr gibt's in den Fabriken ...seit deren Erfindung im 19Jhd, während es in Kliniken ja immer noch nicht üblich ist. Bei manchen Mittelständlern siehts tatsächlich nicht immer so rosig aus meiner Erfahrung nach bzw. wurde es so in der Vorlesung Arbeitsmedizin verbreitet seitens der Lehrenden.

Größere Krankenhäuser müssten eh seitens des Staates gebaut werden, sonst würden Abteilungen, die keinen Gewinn einfahren wie z.B. Humangenetik direkt rausgekegelt seitens großer Klinikkonzerner. Hat man alles gesehen damals bei der Privatisierung von Marburg-Gießen, die ja im Großen und Ganzen ein Fiasko ist.
Außerdem haben die Konzerne kein Interesse an Grundlagenforschung oder klinischer Forschung. Hierzu würden sich ja große Läden geradezu besonders eignen anstatt mehrere verteilte kleine Häuser, wo eins dann eine Forschungsabteilung hat.

ehem-user-23-12-2021-1346
19.12.2021, 20:54
Naja, also was man bei Mercedes&Co sowie bei den allermeisten größten Läden der Industrie für Arbeitnehmerschutz getan wird, ist schon vorbildlich. Kann man jetzt nicht unbedingt mit der Arbeit im Krankenhaus vergleichen. Da würde zumindest nicht eine 24h Bereitschaft in 20h Arbeit umgemünzt. Ansonsten hätte man ja 1000x Qualitätsmängel in den Produkten. Und Stechuhr gibt's in den Fabriken ...seit deren Erfindung im 19Jhd, während es in Kliniken ja immer noch nicht üblich ist. Bei manchen Mittelständlern siehts tatsächlich nicht immer so rosig aus meiner Erfahrung nach bzw. wurde es so in der Vorlesung Arbeitsmedizin verbreitet seitens der Lehrenden.

Größere Krankenhäuser müssten eh seitens des Staates gebaut werden, sonst würden Abteilungen, die keinen Gewinn einfahren wie z.B. Humangenetik direkt rausgekegelt seitens großer Klinikkonzerner. Hat man alles gesehen damals bei der Privatisierung von Marburg-Gießen, die ja im Großen und Ganzen ein Fiasko ist.
Außerdem haben die Konzerne kein Interesse an Grundlagenforschung oder klinischer Forschung. Hierzu würden sich ja große Läden geradezu besonders eignen anstatt mehrere verteilte kleine Häuser, wo eins dann eine Forschungsabteilung hat.

Ich meine auch nicht die Arbeitsbedingungen sondern dass mich die Arbeit am Ende nicht mehr so interessiert hat. Und private Krankenhausträger unterstütze ich nicht. Ich kann nicht in einem Konzern arbeiten, dessen System ich ablehne. Mir ist kein Unternehmen bekannt, was eine so hohe Marge macht. Und das Geld kommt nicht der Patientenversorgung zugute. Da arbeite ich lieber unter schlechteren Bedingungen bei einem kommunalen KH. Meine Arbeitsmoral bei einem privaten Konzern wäre sehr schlecht. Aktien von Fresenius kaufen würde ich, aber da arbeiten, niemals. Und ich würde auch nirgendwo arbeiten, wo meine Arbeitszeit nicht erfasst wird und täglich 3 ÜS anfallen. Wenn sich ÜS in Grenzen halten oder nur ich als neuer ÜS ist mir das egal, aber nicht wenn ich täglich für nix bis 21 dasein muss. Bin aber auch örtlich flexibel und möchte keine Klinikkarriere machen.

hebdo
20.12.2021, 11:50
... Und private Krankenhausträger unterstütze ich nicht. Ich kann nicht in einem Konzern arbeiten, dessen System ich ablehne. Mir ist kein Unternehmen bekannt, was eine so hohe Marge macht. Und das Geld kommt nicht der Patientenversorgung zugute.....

Ich finde die Privatisierung im Gesundheitswesen auch falsch. Habe mich letzte Woche bei einem privaten Träger vorgestellt und hatte üblen Brechreiz bei den Ausführungen des Chefarztes. ABER: die Daumenschrauben werden auch in den kommunalen Trägern angezogen. Es wird gespart und das hauptsächlich beim Personal. Sobald Gewinne anfallen, geht es in die Stadtkasse - ist immer noch besser als in die Privatwirtschaft.

Endoplasmatisches Reticulum
20.12.2021, 12:34
Hier in der nördlichsten Großstadt hat man z.B. im Wesentlichen die Wahl zwischen einer einzigen privaten Großkette, kirchlichen Trägern mit nicht minder gruseliger Personalethik, die gerade übrigens auch dabei sind, fast alle in einen gemeinsamen Muttermoloch verschluckt zu werden, oder Aderlass an der Uniklinik. Wer aus Prinzip private Krankenhäuser ablehnt, kann den Großteil der Region für sich abschreiben. Das wird in den nächsten Jahren überall in Deutschland immer schlimmer werden.

Dass die Tarifregelungen hier so offen missachtet werden können, liegt meiner Einschätzung nach vor allem am Bewerbersturm. Alleine die Idee, dass eine eine Verknappung und Konzentrierung ärztlicher Arbeitsplätze irgendeine Form von Verbesserungspotential für unsere Arbeitsbedingungen mit sich brächte, missachtet m.E. die bereits heute beobachtbare Realität.

anignu
20.12.2021, 13:15
Alleine die Idee, dass eine eine Verknappung und Konzentrierung ärztlicher Arbeitsplätze irgendeine Form von Verbesserungspotential für unsere Arbeitsbedingungen mit sich brächte, missachtet m.E. die bereits heute beobachtbare Realität.
Das seh ich leider genauso. So lange es noch genug Kliniken gibt hat man wenigstens teilweise die Chance zu gehen wenn einem die Bedingungen zu schlecht sind.
Das ist für mich auch der Grund warum ich die immer mehr kommende Verpflichtung einen Teil der Weiterbildung an der Uni ablehne. Die Bedingungen sind dort eh schon schlecht genug. Wenn man die Weiterbildung dort noch verpflichtend macht und die Leute dann erpresst dass sie ihre Eingriffe nur bekommen wenn sie ... (unbezahlte Überstunden, Forschung, was auch immer) machen. Das wäre totaler Wahnsinn. So schafft man Sklavenhaltung.

Leucovorin
20.12.2021, 16:39
Das sehe ich anders. Ein Großkrankenhaus maximal Mitarbeiterunfreundlich zu gestalten, finde ich natürlich auch blöd. Auch viele kleine Krankenhäuser, die maximal mitarbeiterunfreundlich sind, finde ich blöd.
Außerdem arbeiten im Krankenhau nicht nur Ärzte, bei der Pflege findet sich wirklich niemand mehr auf Bewerbungen. Wirklich keiner. Auch niemand aus dem EU-Ausland, Nahen Osten, Balkan, Osteuropa..wo auch immer. Dann noch hier für möglichst viele Abteilungen zu plädieren, die genauso dasselbe anbieten.

freak1
20.12.2021, 16:45
Das sehe ich anders. Ein Großkrankenhaus maximal Mitarbeiterunfreundlich zu gestalten, finde ich natürlich auch blöd. Auch viele kleine Krankenhäuser, die maximal mitarbeiterunfreundlich sind, finde ich blöd.
Außerdem arbeiten im Krankenhau nicht nur Ärzte, bei der Pflege findet sich wirklich niemand mehr auf Bewerbungen. Wirklich keiner. Auch niemand aus dem EU-Ausland, Nahen Osten, Balkan, Osteuropa..wo auch immer. Dann noch hier für möglichst viele Abteilungen zu plädieren, die genauso dasselbe anbieten.

Naja, dann muss man eben die Pflegepositionen mit Hilfsjobs füllen. Muss eine Krankenschwester Essen austeilen? Achja: Ohne Ärzte findet überhaupt keine Versorgung mehr statt, egal wie viel Pflege und Hilfspersonal da ist. ;)

Endoplasmatisches Reticulum
20.12.2021, 16:50
@Leucovorin: Denkst du etwa, die Pflege würde eine weitere Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen hinnehmen zu Gunsten von uns Ärzten?