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Nefazodon
12.07.2021, 20:34
Nichts ließe sich leichter implementieren als eine automatisierte Zeiterfassung. Elektronisch mit Chipkarte. Ohne Anwesend-Status kein Login ins KIS, keine Schließberechtigung für Türen, keine Möglichkeit als Operateur/Assi vom Pflegepersonal eingetragen zu werden. Bekommen haben wir "Elektronische Erfassung, oder ähnlich genau" und Oberärzte die meinen, eine Excel-Tabelle in Oberarzthand, die dann einmal im Monat ins Dienstplanprogramm übertragen wird oder nicht, wäre ja "elektronisch". Schon ist der Schwarze Peter wieder bei den Assis und im Forum ließt man: Wehrt euch doch, wenn's euch nicht passt.
Ich weiß nicht, in welchen Krankenhäusern die Menschen arbeiten. In allen Häusern, in denen ich in den letzten 2-3 Jahren hospitiert habe, haben die Assistenten mir erzählt, dass Überstunden unverändert ein ziemliches Problem sind. Und eine irgendwie geartete Anwesenheitserfassung abseits von zu genehmigenden Überstundenzetteln habe ich auch noch nicht gesehen. Ich glaube, da rührt viel Missverständnis hier im Forum her. Es gibt wohl einfach Leute, die erleben, dass so etwas umgesetzt wird. Die verstehen das Probelm nicht und meinen, die Assis wären weltfremde Motzer. Und es gibt Leute, die noch nie etwas von einer Umsetzung irgendwelcher Tarifvereinbarungen gespürt haben. Die verstehen das Gerede von "Es tut sich doch ganz viel" nicht. Die Wahrheit liegt vermutlich mal wieder in der Mitte. Und ist wohl auch regional geprägt, mit Tälern in den Ballungsgebieten?
Ich habe beides schon in Krankenhäusern erlebt.
Letztendlich steht und fällt halt alles mit dem Zusammenhalt unter den Assistenten bzw. ggf. sogar mit dem Zusammenhalt zwischen Assistenten-Oberärzten-Chefärzten gegen die Verwaltung (ja, auch das gibt es, wobei alles natürlich gewisse Grenzen hat).
Und daran kann auch der MB nichts ändern.
Die Voraussetzungen zur elektronischen Zeiterfassung sind zumindest im Tarifbereich VKA jetzt geschaffen. Wenn man der Meinung ist, dass das in der eigenen Abteilung nicht ausreichend umgesetzt wird, Stichwort: Excel-Tabelle, muss man halt aktiv werden und sich beschweren.
Und das wiederum hat nur Erfolg, wenn die Anderen mitmachen und sich nicht klaglos fügen.
Edit: Und ich glaube tatsächlich im "Aktiv werden" liegt das ganze Problem begraben...
Endoplasmatisches Reticulum
12.07.2021, 20:49
Ich habe beides schon in Krankenhäusern erlebt.
Und ich nirgends. Da kann man jetzt sagen: Die vielleicht 20 Häuser, in denen ich über die Jahre hospitiert habe, waren alle nicht repräsentativ. Möglich wär's. Ich aus meiner Erfahrung sehe da aber eben doch noch ein Systemproblem. Nicht immer, mag sein. Aber in breiter Masse schon. Ist halt Erfahrung gegen Erfahrung, und mangels objektiver Daten m.E. beides eine legitime Ansicht.
Und daran kann auch der MB nichts ändern.
Warum? Gerade die Tariffloskel zur Anwesenheitserfassung ist wirklich maximal vage gehalten. Versteh mich nicht falsch. Ich bin im MB und finde deren Arbeit wichtig. Ich stehe auch in regelmäßigem Austausch mit höherrangigen Mitgliedern meines Landes-MB, und der war immer sehr positiv. Aber trotzdem gibt es im Großen aus meiner Warte Dinge zu kritisieren.
Und das wiederum hat nur Erfolg, wenn die Anderen mitmachen und sich nicht klaglos fügen.
Korrekt, und damit sind viele Regeln im Tarifvertrag effektiv wirkungslos. Ich bin übrigens so einer, der sich beschwert hat und aktiv geworden ist. Folge war, dass plötzlich kurz ganz viel ging, nur um mich sofort nach Abklingen der übelsten Corona-Engpässe wenige Wochen später vorzuladen, mir zu erklären mir würde offensichtlich die Leidenschaft fürs Fach fehlen und ich bräuchte ab dem übernächsten Tag nicht mehr zur Arbeit erscheinen, weil mein Ersatz soeben unterschrieben habe. Und meine ehemaligen Kollegen haben mich beim Chef als dauerunzufriedener Querulant angeschwärzt, obwohl sie im Arztzimmer tagtäglich deutlich emotionaler und vehementer geflucht haben als ich jemals. Das macht man einmal mit und dann überlegt man es sich sehr genau.
Nichts für ungut, aber meine Erfahrung war eher dass die, die den Mund aufgemacht und sich beschwert haben, dann in irgendeiner Form benachteiligt wurden. Beispielsweise eine Beförderung nicht erhalten haben obwohl sie aus fachlicher Perspektive eigentlich "dran gewesen" wären.
Nefazodon
12.07.2021, 20:59
Korrekt, und damit sind viele Regeln im Tarifvertrag effektiv wirkungslos. Ich bin übrigens so einer, der sich beschwert hat und aktiv geworden ist. Folge war, dass plötzlich kurz ganz viel ging, nur um mich sofort nach Abklingen der übelsten Corona-Engpässe wenige Wochen später vorzuladen, mir zu erklären mir würde offensichtlich die Leidenschaft fürs Fach fehlen und ich bräuchte ab dem übernächsten Tag nicht mehr zur Arbeit erscheinen, weil mein Ersatz soeben unterschrieben habe. Und meine ehemaligen Kollegen haben mich beim Chef als dauerunzufriedener Querulant angeschwärzt, obwohl sie im Arztzimmer tagtäglich deutlich emotionaler und vehementer Geflucht haben als ich jemals. Das macht man einmal mit und dann überlegt man es sich sehr genau.
Mein Beileid. Kann das gut nachvollziehen. Habe selbst so meine Erfahrungen gemacht (wenn auch nicht so schlimm wie offensichtlich bei dir). Wenn man sich als Einzelner beschwert ist es schwer. Da ist man schnell das Schwarze Schaf.
Nichts für ungut, aber meine Erfahrung war eher dass die, die den Mund aufgemacht und sich beschwert haben, dann in irgendeiner Form benachteiligt wurden. Beispielsweise eine Beförderung nicht erhalten haben obwohl sie aus fachlicher Perspektive eigentlich "dran gewesen" wären.
Und genau deswegen wäre Zusammenhalt unter den Assistenten so wichtig, wie ich in einem Beitrag weiter oben geschrieben habe.
Denn nur dann wäre so etwas nicht mehr möglich.
Mein Beileid. Kann das gut nachvollziehen. Habe selbst so meine Erfahrungen gemacht (wenn auch nicht so schlimm wie offensichtlich bei dir). Wenn man sich als Einzelner beschwert ist es schwer. Da ist man schnell das Schwarze Schaf.
Und genau deswegen wäre Zusammenhalt unter den Assistenten so wichtig, wie ich in einem Beitrag weiter oben geschrieben habe.
Denn nur dann wäre so etwas nicht mehr möglich.
Ich habe schonmal geschrieben, dass ich mehrfach von dem Zusammenhalt enttäuscht wurde und letztlich nur für mich streite. Hatte keine größeren Nachteile aber den Ruf des Querulanten.
Bei meiner zweiten Stelle gab es eine Zeiterfassung, die Abgeltung anfangs war problemlos. Nach 2 Jahren wurden dann die Einträge von der Personalabteilung plötzlich frisiert und sind nicht mehr automatisch ausbezahlt worden sondern teilweise verfallen. Habe dann gewechselt.
…..
Und genau das hat der MB getan. Die Bereitschaftsdienstzeiten verteuert. 10% mehr für jede einzelne Stufe. Hinzu kommen Zuschläge für kurzfristiges Einspringen, wenn man mehr Bereitschaftsdienste macht etc. Ich finds cool.
Indem man die Arbeit des MB wertschätzt zum Beispiel?
….
Ich möchte eigentlich nicht die Industrie als Vergleich heranziehen, aber 10% bei unterirdischen Ausgangswert wird der Klinikleitung nicht schmerzen. Es muss so teuer werden, dass es sich eher lohnt eine zusätzliche Stelle zu schaffen.
Und, bist Du wieder Mitglied? Oder lohnt es sich für dich subjektiv nicht mehr, da Du ja nicht mehr tarifgebunden arbeitest?
Nein bin ich nicht. In meiner Weiterbildung war ich leider sehr mit der Arbeit beschäftigt und habe es nicht geschafft mich dort zu engagieren, was jedoch kein Vorbild sein soll. Besser wäre es, wenn sich dort mehr Leute engagieren.
Bonnerin
13.07.2021, 11:18
Ich war im klinischen Abschnitt bei so einigen Sitzungen des MB. Das wirkliche Hauptproblem am MB an sich ist für mich wirklich die Mehrfachbesetzung, d.h. die Leute machen eben nicht hauptsächlich Gewerkschaftsarbeit, sondern machen noch irgendwelchen Polit-Kram und/oder haben teilweise noch Oberarztposten in Teilzeit irgendwo. Da sind die eigenen Interessenskonflikte vorprogrammiert und es steht eben nicht die generelle Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Krankenhaus im Vordergrund. Man will es sich ja nicht zu sehr mit dem Brötchengeber des AT-Vertrages verscherzen...
Aber generell ist es so, dass man sich ja nur mal in der eigenen Abteilung umhören muss und schon weiß, warum sich nichts ändert. Die meisten haben noch nicht mal den Tarifvertrag gelesen und wissen noch nicht mal, was da an Regularien drinsteht. Die einfachsten Arbeiter der IG Metall kennen da deutlich besser ihre Rechte als viele Ärzt:innen. Und in Kombination dieser beiden Probleme (Gewerkschaftler, die eigentlich wenig adäquate Gewerkschaftsarbeit machen und eine Basis, die nicht mal Interesse an den eigenen Rechten hat) erschließt sich auch, warum die Tarifabschlüsse oft so ein Graus sind, z.B. gerade mal eben so im Bereich der Inflation liegen.
Ich bin jetzt demnächst auch nicht mehr tariflich angestellt, bleibe aber Mitglied im MB. Die haben zwar auf meine Nachfragen nie wirklich was gemacht und ich weiß, dass meine Rechtsschutzversicherung darum die deutlich bessere Beratung für mich ist, aber an sich finde ich die Grundidee sehr richtig.
Nefazodon
13.07.2021, 13:03
Nein bin ich nicht. In meiner Weiterbildung war ich leider sehr mit der Arbeit beschäftigt und habe es nicht geschafft mich dort zu engagieren, was jedoch kein Vorbild sein soll. Besser wäre es, wenn sich dort mehr Leute engagieren.
@Valoron: Kann das verstehen. Wobei Du natürlich auch unabhängig von der Weiterbildung mitglied im MB sein könntest...
Der MB engagiert sich ja auch bei den Kammerwahlen z.B....
Und da wären wir dann auch schon bei den Verflechtungen, die Bonnerin angesprochen hat.
Ein Stück weit wird es immer so sein, dass es personelle Verflechtungen gibt und ein Stück weit ist es sogar gut, weil die Funktionäre des MB dadurch wesentlich mehr Einfluss haben, als wenn der MB nur aus Assistenzärzten besteht....
Dennoch sind die Verflechtungen des MB gerade auch mit den Ärztekammern sehr weitreichend. Teils ist das aber auch logische Konsequenz: Wer sich an der einen Stelle engagiert, engagiert sich eben auch an der anderen.
Die Frage ist auch, was man machen kann um sowas zu verhindern. Man kann den Leuten ja nicht verbieten als Oberarzt oder Chefarzt Karriere zu machen. Das wäre auch kontraproduktiv für die Mitgliedszahlen.
Man kann eigentlich nur hoffen, dass all diese Leute aufgrund einer gemeinsamen Gesinnung bzw. dem Willen etwas zu verbessern Mitglied im MB sind und dass es daher auch positive Auswirkungen auf ihre Tätigkeit als Chefarzt hat.
@Nefazodon: Weiterbildung habe ich schon abgeschlossen. Momentan geht das Interesse eher Richtung Ausland, wenn ich nochmals die Stelle wechsle. Es tut gut über den Tellerrand zu schauen.
Das wirkliche Hauptproblem am MB an sich ist für mich wirklich die Mehrfachbesetzung, d.h. die Leute machen eben nicht hauptsächlich Gewerkschaftsarbeit, sondern machen noch irgendwelchen Polit-Kram und/oder haben teilweise noch Oberarztposten in Teilzeit irgendwo. Da sind die eigenen Interessenskonflikte vorprogrammiert und es steht eben nicht die generelle Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Krankenhaus im Vordergrund. Man will es sich ja nicht zu sehr mit dem Brötchengeber des AT-Vertrages verscherzen...
Dieser Vorwurf ist ungefähr auf dem Niveau von "die Leute im Betriebsrat machen nicht hauptsächlich Betriebsrattätigkeit sondern haben teilweise noch Arbeitsstellen beim selben Arbeitgeber, da sind Interessenskonflikte vorprogrammiert, man will es sich ja nicht zu sehr mit dem Brötchengeber verscherzen." Und das stimmt. Es gibt Betriebsratsmitglieder bei denen würde ich sagen dass deren Tätigkeit nix bringt. Aber die meisten engagieren sich und machen das eben weil sie Verbesserungen wollen und genau das unterstelle ich auch dem MB: dass die Meisten die sich beim MB engagieren Verbesserungen wollen.
Und da wären wir dann auch schon bei den Verflechtungen, die Bonnerin angesprochen hat.
Ein Stück weit wird es immer so sein, dass es personelle Verflechtungen gibt und ein Stück weit ist es sogar gut, weil die Funktionäre des MB dadurch wesentlich mehr Einfluss haben, als wenn der MB nur aus Assistenzärzten besteht....
Dennoch sind die Verflechtungen des MB gerade auch mit den Ärztekammern sehr weitreichend. Teils ist das aber auch logische Konsequenz: Wer sich an der einen Stelle engagiert, engagiert sich eben auch an der anderen.
Die Frage ist auch, was man machen kann um sowas zu verhindern. Man kann den Leuten ja nicht verbieten als Oberarzt oder Chefarzt Karriere zu machen. Das wäre auch kontraproduktiv für die Mitgliedszahlen.
Sind die Verflechtungen mit der Ärztekammer ein Problem?
Und wieso sollte es dem MB auch nur um Assistenzärzte gehen? Denen geht es genauso um Fachärzte und Oberärzte. Chefärzte vielleicht weniger, die sind eh AT.
Nefazodon
14.07.2021, 11:57
Sind die Verflechtungen mit der Ärztekammer ein Problem?
Und wieso sollte es dem MB auch nur um Assistenzärzte gehen? Denen geht es genauso um Fachärzte und Oberärzte. Chefärzte vielleicht weniger, die sind eh AT.
Wie ich schon geschrieben hatte, kann das auch von Vorteil sein, aber eben auch von Nachteil.
Dass sich der MB auch für Fach- und Oberärzte einsetzt ist kein Problem. Die sind ja genauso angestellt und leiden genauso wie Assistenten.
Dass viele Funktionäre des MB entweder selbst Chefärzte sind und/oder hohe Tiere in den Ärztekammern, kann schon ein Problem sein.
Denn dadurch müssen sie teils zwei Herren dienen, bzw. sehen die Dinge vielleicht auch mal eher aus chefärztlicher Perspektive.
Ein Beispiel: Für die Qualität der Weiterbildung könnte es durchaus sinnvoll sein, die Anzahl der Weiterbildungsassistenten pro Weiterbilder zu limitieren. Aus Sicht eines Chefarztes und Weiterbilders aber würde das seinen Einfluss und die Anziehungskraft seiner Klinik beschränken. Aus Sicht der Ärztekammer könnte es zu weniger FA-Anerkennungen führen, was die Versorgung gefährden würde.
Oder: man könnte darüber nachdenken, dass Weiterbilder regelmäßig ihre Ermächtigung neu beantragen müssen, ggf. gekoppelt mit Nachweisen einer positiven Evaluation. Oder man könnte die Weiterbildungsermächtigung z.B. daran knüpfen, dass die minutengenaue elektronische Zeiterfassung umgesetzt wird, quasi als Strukturvoraussetzung. Ich denke aber, soetwas dürfte vielen Chefärzten auch im MB nicht gefallen und sie würden eher dagegen stimmen.
Sind jetzt nur erfundene Beispiele und Gedankenspiele aber mögliche Konstellationen, in denen die "Verflechtungen" oder "Doppelrollen" eine effektive Interessenvertretung schmälern oder verhindern könnten gibt es viele.
Eine Verbandspolitik, die die Ärztekammern stärker in die Pflicht nehmen würde, z.B. bei der Kontrolle der Weiterbilder, halte ich so z.b. für nicht machbar.
Summa summarum denke ich schon, dass die verschiedenen Verflechtungen in der ein oder anderen Situation ein Problem sein könnten.
Allerdings:
Aber die meisten engagieren sich und machen das eben weil sie Verbesserungen wollen und genau das unterstelle ich auch dem MB: dass die Meisten die sich beim MB engagieren Verbesserungen wollen.
Insgesamt glaube ich das auch, und kann dir da zustimmen.
ehem-user-19-08-2021-1408
14.07.2021, 14:16
Ein Beispiel: Für die Qualität der Weiterbildung könnte es durchaus sinnvoll sein, die Anzahl der Weiterbildungsassistenten pro Weiterbilder zu limitieren.
Wird in den USA durch Residencies so gemacht und klappt sehr gut. Und alle (categoricals) kriegen Festverträge bis zum FA. Die Abteilungen müssen außerdem z.B. in der Chirurgie ihre OP Zahlen veröffentlichen, bei denen die Assistenten assistiert bzw. selbst operiert haben. Wenn die Zahlen nicht da sind, gibt es ggf. Strafen und Kürzungen. Und es ist kein kleiner Aufwand die Anzahl seiner zugelassen Assistenzarztzahl zu erhöhen.
Kann ich nur befürworten.
Banane123
19.09.2021, 11:54
Wurde der Tarifvertrag eigentlich schon seitens des Marburger Bundes gekündigt? Das hätte für einige Teile ja vor mittlerweile drei Monaten passieren müssen, wenn ich das richtig verstehe.
Hab für dich Google befragt: https://www.arbeit-und-arbeitsrecht.de/fachmagazin/fachartikel/marburger-bund-kuendigt-tv-aerztevka.html
Nach dem Urteil dass zwar bei dem einen OA die Rufbereitschaft widerrechtlich angeordnet wurde (weil zu hohe Arbeitsbelastung) dies aber nicht dazu führt dass man daher mehr Geld bekommt und nach den neuen Vorgaben bzgl. Anwesenheit eines Facharztes am Patienten zur Abrechnung von Komplexcodes bin ich auf die Ausgestaltung des Bereichs "Rufbereitschaft" gespannt...
Banane123
19.09.2021, 22:00
Hab für dich Google befragt: https://www.arbeit-und-arbeitsrecht.de/fachmagazin/fachartikel/marburger-bund-kuendigt-tv-aerztevka.html
Nach dem Urteil dass zwar bei dem einen OA die Rufbereitschaft widerrechtlich angeordnet wurde (weil zu hohe Arbeitsbelastung) dies aber nicht dazu führt dass man daher mehr Geld bekommt und nach den neuen Vorgaben bzgl. Anwesenheit eines Facharztes am Patienten zur Abrechnung von Komplexcodes bin ich auf die Ausgestaltung des Bereichs "Rufbereitschaft" gespannt...
Fail meinerseits. Ich hatte nur auf der Homepage vom MB geschaut und dazu nichts gefunden. Danke fürs googlen :-blush
Banane123
27.09.2021, 07:19
Wär ich nicht schon ausgetreten wäre jetzt der richtige Zeitpunkt. Lächerlich. https://www.marburger-bund.de/sites/default/files/files/2021-09/Forderungen%20Marburger%20Bund%20TV-Ärzte%20VKA%202021.pdf
kartoffelbrei
27.09.2021, 08:05
Welche Forderungen hättest du für adäquat und realistisch durchsetzbar gehalten?
Nefazodon
27.09.2021, 17:45
Die Regelungen zur Übertragung von Wochenenden entfallen. Jedenfalls ein
Wochenende ohne jede Arbeitsleistung im Kalendermonat ist zu gewährleisten.
D.h. freie Wochenenden, die nicht gewährt wurden werden nicht mehr in das nächste Halbjahr übertragen und verfallen einfach?
Ich hatte ja immer Zweifel an der Praktikabilität der Regel mit der Übertragung....aber so....werden die Ärzte weiter 3 Wochenenden im Monat arbeiten mit nur unzureichendem finanziellen Ausgleich.
Ich finde ja, wenn der Arbeitgeber gegen die zwei Wochenenden im Monat Regel verstößt, sollte es richtig teuer werden. Also 100% Aufschlag. Nur so kann man die Arbeitgeber dazu bewegen, die Dienstpläne anders zu gestalten und mehr Ärzte einzustellen.
Mr. Pink online
28.09.2021, 12:20
Ich glaube mit finanziellen Sanktionen kommt man nicht weiter. Ich habe das Gefühl für den Arbeitgeber ist es günstiger Aufschläge für Wochenendarbeit und Überstunden zu bezahlen, als diese auszugleichen und neues, sozialversicherungspflichtiges Personal zu engagieren. Von der Pflege wurde mir die Vermutung bereits bestätigt. Bisher hatte ich nicht die Muße, das nachzuvollziehen und nachzurechnen. Könnte aber stimmen. Aber um zum Punkt zurückzukommen: 100% Aufschlag scheint nicht genug zu sein, da müsste es schon massiv viel teurer werden.
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