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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Marburger Bund - was blüht uns dieses Jahr ?



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kartoffelbrei
18.10.2021, 20:04
Wurde ich eig von unserer Personal Abteilung auf den Arm genommen, als man mir sagte, dass man in den Bereitschaftsdienststunden mehr verdient als in der normalen Arbeitszeit?

Im TV-VKA wird seit Januar 2021 pro Bereitschaftsstunde ein 15% Zuschlag gezahlt (Paragraph 12, Satz 3). Wenn man in der höchsten Bereitschaftsstufe eingeordnet ist, macht das tatsächlich insgesamt 115%.

Mr. Pink online
18.10.2021, 23:58
@freak1
Ins Minus kommt man damit ja trotzdem nicht. Wenn im BD dann tatsächlich nur 49% Arbeit anfallen, dann ist das auch unter der Woche "lohnenswert". Vielleicht nicht finanziell, aber doch zumindest auf die Freizeit bezogen. Wenn man allerdings den BD durchschuftet, dann hat man freilich nichts gewonnen.

Banane123
17.12.2021, 20:07
Wow, in der dritten Tarifrunde hat die VKA eine Nullrunde bis 01/23 angeboten und danach eine Lohnerhöhung um 1,6 %...
Ich bin sprachlos. Zum Dank dafür, dass wegen Corona seit zwei Jahren keine Weiterbildung mehr passiert so ein Schlag ins Gesicht. Der Pflege hat man im Frühjahr den Tarif klatschend um bis zu 10% erhöht.

Mr. Pink online
17.12.2021, 20:15
Das alte Spiel auf Zeit. Sobald es wieder wärmer wird, wird der MB zu Streiks aufrufen.

Nulllinie
17.12.2021, 20:45
Wow, in der dritten Tarifrunde hat die VKA eine Nullrunde bis 01/23 angeboten und danach eine Lohnerhöhung um 1,6 %...
Ich bin sprachlos. Zum Dank dafür, dass wegen Corona seit zwei Jahren keine Weiterbildung mehr passiert so ein Schlag ins Gesicht. Der Pflege hat man im Frühjahr den Tarif klatschend um bis zu 10% erhöht.

Die Nullrunde ist natürlich eine absolute Frechheit!
Die 1200 Euro Einmalzahlung würd ich stattdessen freiwillig her geben, wenn ich dafür ein Intensivbett pro Tag mehr belegen dürfte. Würde meinen Stresspegel deutlich mehr senken als die Einmalzahlung an sich :-meinung

Cingulum123
17.12.2021, 21:09
Gab es bisher jemals eine Nullrunde?? 1,6 % ist auch absolut lächerlich. Ich glaube/hoffe, dass durch die ganzen Frechheiten seit Beginn der Pandemie die Streiklust diesmal bei allen größer ist. Wenn ich da nur an die kreativen Begründungen, warum wir keine Masken brauchen denke… und dann die Bonuszahlungen für die Verwaltung im ÖD

Pflaume
17.12.2021, 21:22
Ich glaube/hoffe, dass durch die ganzen Frechheiten seit Beginn der Pandemie die Streiklust diesmal bei allen größer ist.
Das Gegenteil ist der Fall. Die Arbeitgeber (und der Marburger Bund) wissen genau, dass Ärzte in der Pandemie sowieso nicht streiken können, während die Kliniken alle sowieso überlastet sein werden (die ganzen nächsten Monate). Man wird sich auf irgendwas um 2% einigen, während die Renten um 5,5% angehoben werden.

Nulllinie
17.12.2021, 21:25
Vor allem war / ist die Pandemie einfach auch energieraubend. Da muss man sich sogar zum Streiken echt aufraffen :/

ehem-user-23-12-2021-1346
17.12.2021, 21:28
Bringt Streik überhaupt was? Demos (egal für was) haben ja auch keinen Effekt.

Nulllinie
17.12.2021, 21:32
Bringt Streik überhaupt was? Demos (egal für was) haben ja auch keinen Effekt.

Willst du diesen Blödsinn lieber UNstreikend hinnehmen?
Das käme meiner Meinung nach einer Absolution für den Arbeitgeber gleich...

ehem-user-23-12-2021-1346
17.12.2021, 21:43
Willst du diesen Blödsinn lieber UNstreikend hinnehmen?
Das käme meiner Meinung nach einer Absolution für den Arbeitgeber gleich...

Nein, ich stehe voll hinter den Forderungen. Das man das "Angebot" nicht akzeptieren sollte ist klar

anignu
18.12.2021, 00:09
Das mit der Höhe des Geldes ist totaler Blödsinn. Das ist allen Beteiligten klar.

Was mich viel mehr stört ist dass versucht wird an der Berechnung der Arbeitszeiten, an der Menge der Bereitschaftsdienste etc. zu schrauben. Quasi an einem Rückschritt. Das sind ja alles Sachen da DARF der Marburger Bund nicht zurück. Kommt man also mit zwei Forderungen, einer absolut unerfüllbaren und einer Nullrunde, dann wäre ein Kompromiss die Nullrunde... bin mal gespannt wie die da rauskommen.

Insgesamt absolute Frechheit vom VKA. Absolut unverschämt.

Und ich hatte noch gehofft, dass der Rufdienst aufgewertet wird...

ehem-user-23-12-2021-1346
18.12.2021, 00:26
"Der Marburger Bund wirft der VKA vor, sich nicht an die Regelungen des bestehenden Tarifvertrags zu halten, durch den die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern Anspruch auf mindestens zwei arbeits*freie Wochenenden im Monat haben. Von dieser Regelung dürfen die Arbeitgeber nur bei einer Gefähr*dung der Patientensicherheit abweichen."

Es wäre mal wichtig genau zu definieren, wann eine Gefähr*dung der Patientensicherheit vorliegt. Da die allermeisten Abteilungen unterbesetzt sind liegt ja quasi täglich eine Gefähr*dung der Patientensicherheit vor wenn jemand krankheitsbedingt ausfällt.

ehem-user-23-12-2021-1346
18.12.2021, 00:27
"Der Marburger Bund wirft der VKA vor, sich nicht an die Regelungen des bestehenden Tarifvertrags zu halten, durch den die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern Anspruch auf mindestens zwei arbeits*freie Wochenenden im Monat haben. Von dieser Regelung dürfen die Arbeitgeber nur bei einer Gefähr*dung der Patientensicherheit abweichen."

Es wäre mal wichtig genau zu definieren, wann eine Gefähr*dung der Patientensicherheit vorliegt. Da die allermeisten Abteilungen unterbesetzt sind liegt ja quasi täglich eine Gefähr*dung der Patientensicherheit vor wenn jemand krankheitsbedingt ausfällt.

anignu
18.12.2021, 00:46
Genau das wird dem VKA ja auch vorgeworfen. Dass die "Gefährdung der Patientensicherheit" ziemlich großzügig ausgelegt wurde.

In der Mitteilung des MB vom 22.9.21 steht dazu:

„Wir haben lernen müssen, dass unter ‚Gefährdung der Patientensicherheit‘ sehr unterschiedliche Sachverhalte verstanden werden. Fast kann man den Eindruck haben, dass die Arbeitgeber schon die bloße Einhaltung arbeitszeitgesetzlicher Vorschriften als Gefährdung der Patientensicherheit betrachten. Deshalb müssen wir nun im Interesse unserer Mitglieder und vor allem auch im Interesse der Patienten die Grenzen des Zulässigen noch klarer definieren. Die Regelungen werden dadurch klarer, transparenter und leichter handhabbar. Unsere Mitglieder erwarten, dass sie ihre tarifvertraglichen Ansprüche besser verwirklichen können, ohne dass sie ihren Ansprüchen Nachdruck verleihen oder sie sogar auf dem Rechtsweg gegen den Arbeitgeber durchsetzen müssen“, begründete Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, die Notwendigkeit zur Schärfung der bestehenden Vorschriften im Tarifvertrag.

Zukünftig soll die Anordnung weiterer Dienste nur im Notfall zulässig sein. Außerdem will der Marburger Bund die Durchschnittsbetrachtung bei der Höchstzahl der Dienste beseitigen und anstatt des Kalenderhalbjahres eindeutig den Kalendermonat als Bezugszeitraum festlegen. Gleiches soll in Zukunft für die Arbeit an Wochenenden gelten.
"Notfall" ist schon deutlich härter zu erreichen als "Patientengefährdung"... ich denk da bräuchte es mal ein Gerichtsurteil damit sowas geklärt wird...

Anne1970
18.12.2021, 00:56
Wow, in der dritten Tarifrunde hat die VKA eine Nullrunde bis 01/23 angeboten und danach eine Lohnerhöhung um 1,6 %...
Ich bin sprachlos. Zum Dank dafür, dass wegen Corona seit zwei Jahren keine Weiterbildung mehr passiert so ein Schlag ins Gesicht. Der Pflege hat man im Frühjahr den Tarif klatschend um bis zu 10% erhöht.

Presseerklärung MB von 17.Dezember 2021
„Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hat in den Tarifverhandlungen mit dem Marburger Bund ein komplett inakzeptables Angebot vorgelegt, das den Leistungen der Ärztinnen und Ärzte in den kommunalen Kliniken in keiner Weise gerecht wird.

Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes
„Die Mitglieder des Marburger Bundes empfinden das, was die VKA gestern präsentiert hat, nicht nur als Zumutung, sondern als bewusste Provokation. Offensichtlich legen es die kommunalen Arbeitgeber darauf an, die Probleme im ärztlichen Dienst weiter zu verschärfen und so den Abwanderungsdruck aus ihren Krankenhäusern weiter zu erhöhen – anders kann man das vergiftete Angebot der VKA nicht interpretieren. Wer den Ärztinnen und Ärzten nicht mehr anzubieten weiß als das Schleifen bereits vereinbarter Regelungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in Kombination mit einer 15-monatigen Nullrunde bei den Gehältern, handelt absolut verantwortungslos“, sagte Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes.

Obwohl die aktuelle Entgelttabelle mit Wirkung zum 30. September 2021 gekündigt wurde, bieten die Arbeitgeber eine lineare Erhöhung der Gehälter erst zum 1. Januar 2023 – das heißt nach 15 sogenannten Leermonaten – um lediglich 1,65 Prozent und danach zum 1. Januar 2024 um weitere 1,65 Prozent an. „Wenn man die von der VKA vorgesehene Gesamtlaufzeit von 39 Monaten zugrunde legt, würden sich die Ärztegehälter im Jahresdurchschnitt um gerade einmal etwa ein Prozent erhöhen. Bei der derzeitigen und aller Voraussicht nach auch zukünftigen Inflationsentwicklung würde dadurch noch nicht einmal die Preissteigerung kompensiert. Dies wird auch nicht durch die Einmalzahlung einer Corona-Prämie wettgemacht. Faktisch will die VKA den Ärztinnen und Ärzten in den kommunalen Krankenhäusern ein Gehaltsminus zumuten.“

„Wir haben von den kommunalen Arbeitgebern erwartet, dass sie die Notwendigkeit von eindeutigen, transparenten und verbindlichen Höchstgrenzen bei Bereitschaftsdiensten und Rufbereitschaften erkennen. Das Gegenteil ist der Fall: Die VKA will hinter die im Jahr 2019 vereinbarten Regelungen wieder zurück und die fristgerechte Aufstellung von Dienstplänen erschweren, die maximale Belastung mit vier Bereitschaftsdiensten pro Monat praktisch verdoppeln und eine unbegrenzte Anzahl von Rufbereitschaften zulassen. Der hierzu vorgesehene Zuschlag bei im Kalenderhalbjahr durchschnittlich mehr als 16 solcher Dienste pro Monat ist bestenfalls schlechte Kosmetik“, so Botzlar.

Auch bei der Arbeitszeiterfassung soll die Uhr wieder zurückgedreht werden. Nach der geltenden Regelung im Tarifvertrag ist die gesamte Anwesenheitszeit der Ärztinnen und Ärzte am Arbeitsplatz zu dokumentieren und als Arbeitszeit zu werten. Der Arbeitgeber muss beweisen, welche Tätigkeiten während der Anwesenheit des Arztes im Krankenhaus keine Dienstaufgabe waren. Diese Begründungspflicht soll nach dem Willen der VKA nun wieder auf den einzelnen Arzt übertragen werden. Nur die arbeitsvertraglich und dienstplanmäßig vorgesehene Anwesenheit soll als Arbeitszeit gelten. Außerplanmäßige Arbeitszeiten, wie sie gerade jetzt in der Corona-Krise an der Tagesordnung sind, würden de facto unter den Tisch fallen.

„Wir wollen einen Abschluss, der Arbeitsbedingungen verbessert und nicht verschlechtert. Wir wollen einen Abschluss, der Personal hält und nicht vertreibt. Deshalb haben wir in diesen Tarifverhandlungen klare Grenzziehungen bei Bereitschaftsdiensten und Rufbereitschaften gefordert. Nichts davon findet sich in dem Angebot der VKA. Im Gegenteil: Die Arbeitgeberseite will diese Grenzen zu Lasten der Ärztinnen und Ärzte verschieben und die Arbeitslast weiter erhöhen. Auf dieser Grundlage ist keine Annäherung möglich. Die VKA hat jetzt die Möglichkeit, sich während der Zeit des Jahreswechsels eines Besseren zu besinnen und ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen“, sagte Botzlar. „

Weitere Informationen zur aktuellen Tarifrunde: www.vka-tarifrunde.de.

ehem-user-23-12-2021-1346
18.12.2021, 01:55
"Notfall" ist schon deutlich härter zu erreichen als "Patientengefährdung"... ich denk da bräuchte es mal ein Gerichtsurteil damit sowas geklärt wird...

Wie ich die VKA einschätze, werden die argumentieren, dass ja jede Nacht Notfälle in die Notaufnahme, IMC, Intensivstation kommen und oft gerade diese Bereiche chronisch unterbesetzt sind. Und es ist ja auch nicht von lebensbedrohlichen Notfällen die Rede. Hoffe wirklich, dass die Rechtssprechung mal klar definiert, was ein "Notfall" ist und das Unterbesetzung nicht als "Notfall" gewertet wird

anignu
18.12.2021, 02:04
"Notfall" in der Dienstplanung würde meiner Meinung nach bedeuten dass sämtliche Register gezogen werden müssten und es keine sonstige Lösung gibt. Also auch dass Hintergrunddienste Vordergrund machen oder auch der Chef einspringt. Außerdem müssten meiner Meinung nach die Kliniken auch versuchen Dienste mit Honorarkräften auszugleichen. Und wenn sie das nicht schaffen dann nachweisen dass sie es versucht haben. Das wäre mein Ansatz bei einem Rechtstreit.

Banane123
18.12.2021, 05:43
Am Ende wird man sich irgendwo bei 2% treffen. Was angesichts der aktuellen und erwarteten Inflation noch immer einem relevanten Reallohnverlust entspricht. Aber wenn man mit nur 5% Forderung in die Verhandlung geht, bleibt halt auch nicht viel Spielraum.

vanilleeis
18.12.2021, 10:14
Und einer Regelung, dass kleine Abteilungen >4 Dienste machen müssen. Ich erwarte gar nichts mehr vom MB. Dabei hätte man aktuell eine so gute Verhandlungsbasis wie selten