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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : administrativer Umgang mit nonbinären Patienten



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anignu
20.01.2022, 22:28
Nacht in der Notaufnahme auf der Liege verbringen bis zum nächsten Tag. Dann können Leute die für solche Diskussionen bezahlt werden sich drum kümmern.

arbeiter79
21.01.2022, 08:08
Krass wie intolerant und ohne Einfühlungsvermögen hier viele sind. Die Diskriminierung beschränkt sich eben doch nicht nur auf Ungeimpfte sondern eben auch auf nicht binäre Mitglieder unseres Volkskörpers.

EDIT: Ich sehe schon die Schlagzeile:

"Rechte Hetze auf einschlägigem Ärzte-Forum- Weltchefarzt Montgomery fordert sofortige Sperrung."

MissGarfield83
21.01.2022, 08:20
Sicher verstehe ich das Dilemma, aber die gehässigen Kommentare hier müssen auch nicht sein. Gibt sicher keine Patentlösung für den Fall - letztlich wäre es wohl bei mir darauf hinausgelaufen, dass ich der/dem Patient*in gesagt hätte, dass wir darauf nicht eingerichtet sind, wir nur noch entweder ein Männer oder ein Frauenbett haben, Einzelzimmer gerade alle belegt sind und ein Bett in dem Zimmer was für ihn/sie die geringste Belastung darstellt nahe lege, da die Erkrankung behandlungsbedürftig ist. Ansonsten bliebe noch die Entlassung gegen ärztlichen Rat. Gespräch ausführlich dokumentieren und gut ist. Die Handvoll Patienten die mir bisher untergekommen sind, haben da Verständnis für gehabt - wobei diese sich dann doch eindeutig einem Geschlecht zugehörig fühlten.

Matzexc1
21.01.2022, 09:25
Krass wie intolerant und ohne Einfühlungsvermögen hier viele sind. Die Diskriminierung beschränkt sich eben doch nicht nur auf Ungeimpfte sondern eben auch auf nicht binäre Mitglieder unseres Volkskörpers.

EDIT: Ich sehe schon die Schlagzeile:

"Rechte Hetze auf einschlägigem Ärzte-Forum- Weltchefarzt Montgomery fordert sofortige Sperrung."

Dann bitte nenne uns deine einfühlsame, nicht-diskriminierende Lösung die alle zufriedenstellt und auch nachts im Dienst funktioniert ohne gleich beleidigend zu werden.

Endoplasmatisches Reticulum
21.01.2022, 09:30
Die Kommentare sind doch nicht gehässig, weil die Person sich als nichtbinär identifiziert, sondern weil sie ein unmögliches Assiverhalten an den Tag legt: "Ich fühl mich besonders, ich will eine Extrawurst, tanzt jetzt für mich oder ich schreie!"

Ich würde mich auf Streitideologen gar nicht einlassen. Das Nichtgewähren exklusiver Privilegien ist keine Diskriminierung.

Matzexc1
21.01.2022, 09:32
Die Kommentare sind doch nicht gehässig, weil die Person sich als nichtbinär identifiziert, sondern weil sie ein unmögliches Assiverhalten an den Tag legt: "Ich fühl mich besonders, ich will eine Extrawurst, tanzt jetzt für mich oder ich schreie!"

Ich würde mich auf Streitideologen gar nicht einlassen. Das Nichtgewähren exklusiver Privilegien ist keine Diskriminierung.

*gefaelltmir*:-meinung

morgoth
21.01.2022, 09:47
Ich hätte auch versucht, auf dieser Schiene zu argumentieren.
Natürlich sollte im Idealfall der/die/das Zimmernachbar leise, ohne ausgeprägte Körpergerüche, ohne ständiges Klingeln, ohne Toilettengänge im Minutentakt..., sein; aber gerade im Rahmen einer notfallmässigen Aufnahme/Akutbehandlung besteht darauf kein Anspruch - und es ist auch keine Diskriminierung, wenn die Person im gleichen Zimmer Brüste hat (oder nicht).

Tigga
21.01.2022, 10:10
Kenne ich auch aus der Pädiatrie mit Transgender, chronisch kranke/r Jugendliche/r. Wir haben ein 4-Bett Zimmer nach biologischem Geschlecht ausgewählt, am nächsten Tag kamen (höfliche) Anfragen ob ein Wechsel in das andersgeschlechtige Zimmer möglich ist und welche Toilette besucht werden kann/muss.
Die Station und Ärzte- unvorbereitet auf so eine Situation- haben auf Zimmer im biologischen Geschlecht bestanden aber die Behindertentoilette als Kompromiss angeboten. Eine Arbeitsgruppe wurde eingerichtet, nach >4 Jahren soweit ich weis keine Ergebnisse zu Transgender auf der Station. ;-)

arbeiter79
21.01.2022, 10:38
...dass ich der/dem Patient*in...

Deine Bemühungen in allen Ehren aber es ist nun mal kein Patient (männlich) oder eine Patientin (weiblich). Da geht die Diskriminierung weiter.

Feuerblick
21.01.2022, 10:41
Und wie würdest du die Bezeichnung wählen?

Endoplasmatisches Reticulum
21.01.2022, 10:44
Gar nicht. Das kann nur das patientierende Wesen tun.

DA1994
21.01.2022, 10:49
Wir haben wirklich andere Probleme, unfassbar was sich manche Leute einbilden, und furchtbar wie das von vielen auch noch hofiert wird.

Geschlechtsneutrale Toiletten für absolut jeden haben wir zum Glück auf jeden Stationsgang seit 61 Jahren.

Mano
21.01.2022, 11:05
Vielleicht sollte man die Frage andersherum angehen: Warum haben wir Männer und Frauenzimmer? Ich würde doch meinen, wenn dann doch wegen der beim Umkleiden ggf. sichtbaren äußeren Geschlechtsmerkmale. Ob sich nun jemand männlich, nicht-binär oder sonstwas fühlt, macht dabei doch keinen Unterschied...
Und das Kliniken keine Extrazimmer für nicht-binäre vorhält, dürfte den betroffenen bekannt sein. Das man dies falsch findet ist ja auch als persönliche Meinung in Ordnung. Wenn aber jemand nachts um 3 darüber eine Diskussion startet, dann weiß derjenige doch auch ganz genau, dass er damit die falschen (in diesem Fall das Nachtdienst-Team) trifft. Wenn er es trotzdem tut, dann entweder weil er auf Stunk aus ist oder weil er sich Vorteile (hier: kostenloses Einbett-Zimmer) erschleichen will...

roxolana
21.01.2022, 11:13
Also ich würde selber ungerne in einem Zimmer mit einer Person mit Penis untergebracht werden, egal ob diese sich als männlich, weiblich, nichtbinär oder Cola-Gender (für nicht Eingeweihte: https://lgbta.fandom.com/wiki/Colagender) identifiziert. Daher würde ich nach biologischem Geschlecht unterbringen, es sei denn es wurde eine geschlechtsangleichende OP durchgeführt.

hebdo
21.01.2022, 11:39
Ich finde das Vorgehen gar nicht so falsch. Wenn die Aufnahmeindikation steht würde ich zunächst versuchen nach biologischem Geschlecht zu belegen. Wenn das nicht geht, habe ich absolut kein Problem Privatpatienten zusammen zu legen. Freue mich immer auf die Argumentation der Verwaltung oder Chef - können das ja gern mit dem Menschen ausdiskutiert. Pekuniäre Faktoren stehen einfach ganz weit hinten.

DienDrohung an die Öffentlichkeit zu gehen, ist natürlich ganz schön dreist.

Matzexc1
21.01.2022, 12:06
Wenn die Indikation oder die Hygiene eine Einzelunterbringung verpflichtend macht dann ist zusammenlegen anderer Patienten völlig richtig.
Aktuell hab ich auf der Intensiv die Hygienerichtlinie das neue Patienten ohne Corona PCR alleine liegen sollen(außer die Notfallversorgung geht vor)

Nur sehe ich bei nicht Versicherten Extrawünschen keinen Grund Patienten umzuschieben, was bei diesen auch eine Unbegeisterung ausgelöst haben dürfte.

@roxolana: danke für den Link Cola Gender kannte ich noch nicht

@arbeiter: was ist deine Lösung?

arbeiter79
21.01.2022, 12:43
Ich finde das Vorgehen gar nicht so falsch. Wenn die Aufnahmeindikation steht würde ich zunächst versuchen nach biologischem Geschlecht zu belegen. Wenn das nicht geht, habe ich absolut kein Problem Privatpatienten zusammen zu legen. Freue mich immer auf die Argumentation der Verwaltung oder Chef - können das ja gern mit dem Menschen ausdiskutiert. Pekuniäre Faktoren stehen einfach ganz weit hinten.

DienDrohung an die Öffentlichkeit zu gehen, ist natürlich ganz schön dreist.

Was ist wenn die Privatpatienten sich dann spontan auch eher als nonbinäre Personen oder sich gar einer der beiden e.g. männlichen Privatpatienten auf einmal als stinknormale Frau fühlt? Dann geht der Spaß wieder von vorne los.

arbeiter79
21.01.2022, 12:49
Wenn die Indikation oder die Hygiene eine Einzelunterbringung verpflichtend macht dann ist zusammenlegen anderer Patienten völlig richtig.
Aktuell hab ich auf der Intensiv die Hygienerichtlinie das neue Patienten ohne Corona PCR alleine liegen sollen(außer die Notfallversorgung geht vor)

Nur sehe ich bei nicht Versicherten Extrawünschen keinen Grund Patienten umzuschieben, was bei diesen auch eine Unbegeisterung ausgelöst haben dürfte.

@roxolana: danke für den Link Cola Gender kannte ich noch nicht

@arbeiter: was ist deine Lösung?

Jede Station muss mindestens ein nonbinäres Zimmer bereithalten, welches dann auch bei Bettenmangel nicht mit binären Patienten belegt werden darf. Wie ich schon gesagt hatte es kann ja immer auch während eines KH-Aufenthalts passieren das Patienten das (gefühlte) Geschlecht wechseln. Viele haben ja da erst Zeit mal nachzudenken welchem Geschlecht, und ob überhaupt einem, sie sich zugehörig fühlen. So was muss dann aber vom Gesetzgeber verpflichten gemacht werden. Dann müssen eben den Krankenhausbetreibern Prämien für das freihalten eines solchen Bettes gezahlt werden. Alles nicht so schwer.

Matzexc1
21.01.2022, 12:58
Jede Station muss mindestens ein nonbinäres Zimmer bereithalten, welches dann auch bei Bettenmangel nicht mit binären Patienten belegt werden darf. Wie ich schon gesagt hatte es kann ja immer auch während eines KH-Aufenthalts passieren das Patienten das (gefühlte) Geschlecht wechseln. Viele haben ja da erst Zeit mal nachzudenken welchem Geschlecht, und ob überhaupt einem, sie sich zugehörig fühlen. So was muss dann aber vom Gesetzgeber verpflichten gemacht werden. Dann müssen eben den Krankenhausbetreibern Prämien für das freihalten eines solchen Bettes gezahlt werden. Alles nicht so schwer.

Interessante Idee, Nur dann brauchst du auch das reservierte Einzelzimmer für andere "besondere" Personen, weil andernfalls könnte man das als Diskriminierung der nicht berücksichtigen Personengruppen sehen.

Am besten wären also die Umwandlung aller Mehrbett- in Einzelzimmer. Was natürlich von einem regulierenden Staat verpflichtend gemacht werden müsste und entsprechende bauliche Vorraussetzungen bedeutet, was dir Zahl der verfügbaren Betten halbiert.

Bei gleichzeitiger Sperrung der nicht binären Betten, auch für Notfälle, hätten wir plötzlich einen riesigen Bettenmangel und würden Patienten quer durch das halbe Land transportieren müssen um allein der Notfallversorgung entsprechend gerecht zu werden. Außerdem müsste bei nicht binären Patienten zwingend die Weiterverlegung erfolgen wenn alle nicht binären Betten belegt ist und das mit einem entsprechenden Personal- und auch Kostenaufwand.
Weil binäre Zimmer,oder für andere besondere Personen reservierte Betten, nicht zur Verfügung gestellt werden dürften da diese ja faktisch fest zugewiesen sind.

Dein Gedankengang erinnert mich etwas an Policy of Segregation in den Dixie Staaten.

roxolana
21.01.2022, 13:14
Ich glaube arbeiter79 meint es nicht so ernst mit seinem Gedankengang...