Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Läuft der Klinikkollaps schon?
Seiten :
1
2
[
3]
4
5
6
7
8
Endoplasmatisches Reticulum
17.01.2024, 12:56
..........
Problem ist doch, dass man als nicht-Oberarzt oder niedergelassener wenig persönliche Erfahrungen mit der Berufspolitik hat, zumindest nicht viel weiter über dem Maß hinaus, was man sich als "normaler" Politiker durch Treffen mit Berufsverbänden etc. aneignen könnte. Man war in keiner Position, wie man Entscheidungen auf der "anderen" Seite treffen müsste. Aber mit 40 in die Politik ist schwer, da die aktuelle Parteienpolitik dazu führt, dass man schon früh sich innerhalb der Partei hocharbeiten muss und so in seine Bubble gefangen bleibt. Ich begrüße es, dass Herr L. zumindest probiert, Veränderungen anzustoßen, denn das aktuelle System kann so nicht bleiben. Ob die Veränderungen irgendwann positive Veränderungen nach sich ziehen, steht auf einem anderen Blatt...
HalliGalle
17.01.2024, 15:20
https://youtu.be/Y7RSS-UNxPg?feature=shared
Good luck have fun als Hausarzt im System von Hr. L.
Ich will den L. in keinster Weise verteidigen...
Auf der anderen Seite: so richtig viel dafür für das aktuelle System kann er nicht.
Ist wie mit den Bauernprotesten. Da läuft seit 7000 Jahren was in die falsche Richtung und die Bundesregierung die seit 2 Jahren dran ist bekommt ihr Fett weg. Klar. L. hätte was verbessern können, in welche Richtung auch immer. Aber für mindestens 90% der Dinge die schlecht laufen kann er schonmal nichts.
Ich finde auch, dass das Gesundheitssystem schon seit vielen Jahren in den Untergang gesteuert wird. Keiner hatte bisher den Mut richtige Reformen anzustoßen. Bei jedem Vorschlag kommt aus einer anderen Ecke ein dickes Aber. Das ist nicht nur im Gesundheitsministerium so. Wir sind vom Land der Dichter und Denker zum Land der Redner und Schwätzer geworden.
Kackbratze
18.01.2024, 07:16
Deswegen können wir ja auch nix machen, weil die letzten Jahre ja so scheixxe waren.
Anstatt irgendwie nach vorne zu schauen, wird immer nur nach hinten geschaut.
Wir haben einen gordischen Knoten, aber den fässt keine an. Dann lieber auf Interessensgruppen hören, die einfach "nur Geld" machen wollen und deren Flickenteppich umsetzen, damit die Kasse klingelt.
Mehr als 20 Krankenkassen mit den gleichen Leistungen? Warum nicht dort kürzen?
Die Vergütung entspricht nicht dem, was geleistet wird? Warum nicht dort anpassen?
Lohn und Arbeitsbedingungen sorgen für einen weiteren Aderlass? Warum nicht die Bedingungen verbessern?
Marktwirtschaft in einem System, was kaum monetären Gewinn generieren kann? Ach, egal. Einfach weiter.
Achja, geht ja nicht, weil die Gesetze und Vorgaben der letzten Jahrzehnte in STEIN GEMEIßELT wurden und man da bloss nix dran ändern soll. Am Ende tritt man noch Jemandem mit Geld auf die Füsse, der dann eine Kapagne startet.
ehem-user-19-05-2025-1430
18.01.2024, 10:22
Ich finde auch, dass das Gesundheitssystem schon seit vielen Jahren in den Untergang gesteuert wird. Keiner hatte bisher den Mut richtige Reformen anzustoßen. Bei jedem Vorschlag kommt aus einer anderen Ecke ein dickes Aber.
Ich will den L. in keinster Weise verteidigen...
Auf der anderen Seite: so richtig viel dafür für das aktuelle System kann er nicht.
Genau so meine ich es. Bin kein Jünger Kals, finde nur den HAss der ihm entgegengebracht wird völlig irrational scharf.
Christoph_A
18.01.2024, 11:04
Die Abneigung der Ärzteschaft hat sich der gute Mann über Jahre und Jahrzehnte erarbeitet, begann mit dem DRG System und seiner Mietmaultätigkeit. Haß finde ich an dieser Stelle zu hoch gegriffen.
Aktuell beweist er nur wieder überdeutlich, auf welcher Seite er steht. Nestbeschmutzer und Blendgranate par excellence eben.
Ich habe persönlich noch nie etwas von ihm erwartet, aber, wie Bratze es so schön formuliert hat, momentan ist der Topf für ne großangelegte Reform in seinem Sinn (und dem seiner Auftraggeber) leer und in gut 2 Jahren isser eh Geschichte. Warum also unnötig über den Mann sprechen.
Aber genau da liegt der Punkt. Hier im Forum gibt es viele Posts die persönlich Karl Lauterbach verantworlich machen. Du glaubst doch wohl selbst nicht, dass er mehr Verantowrtung trägt als irgendein anderer Mitarbeiter im BMG der letzten 20 Jahre. Er ist genauso ein Fähnchen, das sich immer am Wind ausrichtet. Für jeden Reformansatz wird sofort ein diametraler Gegenvorschlag vorgelegt - ob es sinnvoll ist oder nicht.
Auch der Anspruch, dass er als Arzt anders agiert als ein Nicht-Arzt, ist ziemlich naiv.
Kackbratzes letzer Post skizziert die Probleme sehr gut. Aber es gibt eben eine starke Lobby, die die Marktwirtschaft als Allheilmittel propagiert.
Ich frage mich, wo dann die ganzen Patienten hingehen sollen. Finden dann weniger elektive Eingriffe statt, ähnlich wie während der Pandemie? Oder fährt man die Zuzahlungsbeträge so hoch, dass dann einfach weniger Leute eine Klinik aufsuchen? Baut man den ambulanten Bereich aus? Und wie genau soll letzteres aussehen.
Das erinnert mich ein wenig an die Problematik mit den E-Autos: Alle anderen Fahrzeuge sollen auslaufen oder verboten werden, aber es gibt null Infrastruktur und keinen Plan wie das ganze realistisch funktionieren soll. Und schon gar kein Geld um die nötigen Investitionen für eine Transformation zu finanzieren.
Man hört immer nur "es wäre am besten" oder "es soll", aber irgendwie nie wie genau das realistisch umgesetzt werden könnte.
Tramaldol
18.01.2024, 20:32
Lauterbach für alles verantwortlich zu machen ist ne persönliche Sache offensichtlich. Bisher haperts an der Umsetzung, weil keiner reformbereit ist inkl. so banale Leute wie Datenschützer. Ob es China oder Putin interessiert, ob Erwin Müller jetzt Ramipril UND Bisoprolol nimmt. Sicher nicht. Trotzdem darf der Brief nur gefaxt werden. Im Internet liest der Mossad mit. Und der Patient muss natürlich noch einwilligen. Anstatt eine einzige digitale Patientenakte für jeden. Und das sind nur die Datenschützer. Niemand will was abgeben oder Veränderung zulassen. Immer nur mehr mehr mehr Geld. Das kanns nich sein.
Spahn, Bahr, Rösler...das waren die Leute unter denen nix passiert es 10 Jahre.
Kackbratze
18.01.2024, 22:30
In Deutschland redet man nicht über Geld und neidet anderen Leuten Alles. Also auch das Wissen aus der Krankenakte, etc.
Ausserdem muss man ja alles neu erfinden, weil wir so viel schlauer sind als der Rest der Welt.
Funktionierende Systeme implementieren? Wo kommen wir denn dahin?
Konnte man schon bei der LKW Maut sehen, ein Aufkleber an der Scheibe ist zu profan für Deutschland. Lieber mit der Telekom und Co Milliarden versenken für ein ineffizientes digitales System.
Genauso in der Medizin. Lieber viel Geld im Ofen als ein funktionierendes System.
Egal ob digital, analog oder persönlich.
Gesundheitskioske. Verlagerung von ärztlichen Tätigkeiten in Apotheken, aber parallel dem Pflegepersonal weiterhin Dinge untersagen, die es eh schon macht.
Es wird ein diffuses Krankenhaus-Sterben geben. Klitschen werden vom Land gerettet werden, grosse Dinger werden klein und tot im Verlauf, weil der Konzern die Klinik dann fallen lässt.
Ändern wird sich nix gravierend, ausser längere Wartezeiten auf Ops und Untersuchungen.
Wenn dann noch der schwammige Moloch "Qualität" zur Vergütung dazukommt....gute Nacht
Endoplasmatisches Reticulum
18.01.2024, 22:57
..........
Cor_magna
19.01.2024, 11:41
Es wird ein diffuses Krankenhaus-Sterben geben. Klitschen werden vom Land gerettet werden, grosse Dinger werden klein und tot im Verlauf, weil der Konzern die Klinik dann fallen lässt.
Ändern wird sich nix gravierend, ausser längere Wartezeiten auf Ops und Untersuchungen.
Wenn dann noch der schwammige Moloch "Qualität" zur Vergütung dazukommt....gute Nacht
Genau meine Einschätzung. Bin gespannt ob es wirklich dazu kommt.
Wäre tragisch, will nicht wissen wieviele Menschen, v.a. einkommens- bzw vermögensschwache Leute dadurch gesundheitlich unter die Räder kommen... wenn ich so überlege wieviele Verläufe damals in der Onko wesentlich besser gewesen wären, hätten die Leute früher einen Ambulanzermin bekommen...
Mehr als 20 Krankenkassen mit den gleichen Leistungen? Warum nicht dort kürzen?
Wenn alle die gleichen Leistungen erbringen müssen, wie soll das dann Geld sparen? Wir haben in Deutschland einfach sehr hohe Ausgaben für Leistungen.
Die Vergütung entspricht nicht dem, was geleistet wird? Warum nicht dort anpassen? Lohn und Arbeitsbedingungen sorgen für einen weiteren Aderlass? Warum nicht die Bedingungen verbessern?
Weil das Geld kostet. Solange die Ärzte noch ihre Arbeit machen, muss man denen ja nicht mehr Geld geben. Sonst müsste man die Krankenkassenbeiträge noch weiter anheben und die sind schon absurd hoch.
Marktwirtschaft in einem System, was kaum monetären Gewinn generieren kann?
Die Marktwirtschaft soll dafür sorgen, dass Kosten gespart werden, damit das System effizient bleibt. Das Gesundheitssystem kann ja kein Selbstbedienungsladen sein, in dem sich jede Klinik und jede Praxis einfach das Geld aus dem Topf nimmt, das sie haben will.
Unser System ist aktuell nicht gut, aber es ist halt auch nicht so einfach, es besser zu machen. Verglichen mit anderen Ländern machen wir manche Eingriffe viel zu häufig, wir lassen Patienten zu lange oder komplett unnötig stationär liegen, und - außer unter Ärzten vielleicht ein kontroverser Punkt - wir behandeln auch Menschen zu intensiv (lebensverlängernd), die gar nichts mehr davon haben. Da ist viel Einsparpotenzial, aber schwer umzusetzen, weil es für das Volk aussieht, als würden wir seine Versorgung verschlechtern. Außerdem sind wir europaweit führend in der Verfügbarkeit neuartiger Medikamente, das wollen wir aber vielleicht beibehalten.
Feuerblick
19.01.2024, 17:47
@Docdean: Es spart den immensen Wasserkopf der Krankenkassen. Der ist teuer. Sehr teuer.
Endoplasmatisches Reticulum
19.01.2024, 19:09
.........
@Docdean: Es spart den immensen Wasserkopf der Krankenkassen. Der ist teuer. Sehr teuer.
Quelle?
Da musste ich schon schmunzeln. Doppelstrukturen einzusparen ist DIE treibende Kraft der Klinikverschmelzungen, die einen Großteil der Krankenhausschließungen treibt.
Krankenhäuser funktionieren anders als Krankenkassen. Jedes einzelne Krankenhaus braucht bestimmte Abteilungen und Einrichtungen, die von Skaleneffekten profitieren können. Labor, Apotheke, OP, Intensivstation zum Beispiel, oder die gesamte Organisation im Bettenhaus. Eine Krankenkasse ist hauptsächlich ein Büro mit Angestellten, die für jeden Versicherten Fälle bearbeiten. Ein Sachbearbeiter kann x Versicherte betreuen, egal wo er angestellt ist. Ob zwei Sachbearbeiter bei derselben Groß-Krankenkasse oder zwei verschiedenen kleineren Krankenkassen arbeiten, macht in den Kosten keinen Unterschied.
Endoplasmatisches Reticulum
19.01.2024, 22:29
......
Es braucht genau eine Kasse von mir aus die Deutsche Gesamtkasse. Das wäre effizient und fair. Außerdem müsste man auch deutlicher und kritischer bei der Vergabe von teuren Medikamenten prüfen. An der Uniklinik bekommt jeder der bei 3 nicht auf dem Baum ist ein Biologikum - das kann nicht sein.
Ich zahle deutlich über 1000€ Krankenkassenbeitrag, dafür kriegt man dann nicht mal gute Brillengläser alle 2 Jahre. Das ist doch wahnsinnig. Da müsste man aus anderen Steuertöpfen viel mehr übertragen z.B. alle Steurergewinne aus Tabak und Alkohol zweckgebunden in den Pool.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.