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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Läuft der Klinikkollaps schon?



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Kackbratze
26.01.2024, 17:23
Wenn es deine Mehrheit gäbe, wären die PKV schon abgeschafft.
Gefühlte Mehrheiten gibt es bei x.com

DrSkywalker
26.01.2024, 18:06
Bzgl Psychotherapie für Private: wenn das so ist, wieso sagt dann die "Lage der Nation", dass KJP-Termine für Schulängstler usw oft nur privat zu zahlen sind? Ist das da anders?

"Die Lage der Nation" höre ich auch manchmal, aber die sind sows von links. Tun immer so ausgeglichen und vernünftig, aber eigentlich ist das reiner Meinungsjournalismus.

h3nni
26.01.2024, 18:36
"Die Lage der Nation" höre ich auch manchmal, aber die sind sows von links. Tun immer so ausgeglichen und vernünftig, aber eigentlich ist das reiner Meinungsjournalismus.

Danke für deine Meinung. Ich bin mir da manchmal unsicher, höre es aber trotzdem, um sozusagen mal eine Gegenposition zu meinen Gedanken zu hören (und bisschen konstruktiven Journalismus zu konsumieren).

Gibts inhaltlich zur Vergütung bei KJP was anderes? Wie kann man in der PKV dann an Therapie kommen? Pech für die Beamten und Gutverdiener des Landes?

Tramaldol
27.01.2024, 09:01
Wenn es deine Mehrheit gäbe, wären die PKV schon abgeschafft.
Gefühlte Mehrheiten gibt es bei x.com

Die gibt es, aber dank Lobbyarbeit wird das verhindert. Du willst es offensichtlich nicht wahrhaben.

Oder was meinst du, warum hier so lasch mit Zigarettenwerbung umgegangen wird. Der Anteil der jungen Raucher steigt hier entgegen dem weltweiten Trend. "Deine Mehrheiten" Lobby will ihre Zigaretten an den Mann bringen.

oder der laxe Umgang mit Alkohol...Oder warum wir hier immer die letzten in Europa sind, was Rauchverbot in Lokalen, öffentlichen Einrichtungen sind. Dank der Lobby, die dahintersteht. Außerdem wird dir der Alkohol ja förmlich dir nachgeworfen mit seinen Niedrigpreisen. Tolle Sache. Das will bestimmt eine "Mehrheit".

Oder die zahlreichen Probleme der Bahn und ihr fehlender Ausbau. (vergleiche mal das Hochgeschwindigkeits Netz Deutschland zu Frankreich oder Spanien). Das will ja eine "Mehrheit" so. Oder ist es nur die Autolobby?

freak1
27.01.2024, 15:23
Oder die zahlreichen Probleme der Bahn und ihr fehlender Ausbau. (vergleiche mal das Hochgeschwindigkeits Netz Deutschland zu Frankreich oder Spanien). Das will ja eine "Mehrheit" so. Oder ist es nur die Autolobby?

Das ist aber, denke ich, hauptsächlich in der absoluten Inkompetenz und Korruption der DB begründet. Höchstboni genehmigen und die Ziele dafür selbst festsetzen etc., in gewinnorientierten privaten bzw. börsennotierten Unternehmen ohne Staatsfinanzierung als Backup wäre der gesamte Vorstand schon mehrfach auf die Straße gesetzt worden.

davo
27.01.2024, 16:28
Eben. De facto ist das ein Staatsmonopolkapitalist. Dass das nicht gut funktionieren kann, ist klar.

mbs
12.02.2024, 16:58
Um es auf den Punkt zu bringen: Was ist eurer Meinung nach der Hauptgrund oder wichtigste Auslöser für die aktuellen Klinikpleiten? Man hört die unterschiedlichsten Theorien, von zu vielen und zu teuren Honorarärzten, weil man kein Personal mehr findet, bis hin zur Pandemie.

Bonnerin
12.02.2024, 17:49
Buhu, natürlich sind die Kosten für Honorararztstellen das Problem. Das wünschen sich die Kliniken höchstens.

Fakt ist, dass die Arbeit in vielen Bereichen des Systems einfach höchst unattraktiv ist und spätestens seit Covid da als Brandbeschleuniger gewirkt hat, machen das eben nur noch weniger Personen mit.

Schlechte bis mäßige Bedingungen in schlechter Lage bedeuten halt, dass man das teure Honorarpersonal nehmen muss, weil da niemand arbeiten möchte. Aber es mag eben auch keine Kliniksleitung Geld in die Hand nehmen, um die Bedingungen zu verbessern -> Schließungen.

Langfristig überleben halt:
- die wenigen Häuser, die wirklich gute Bedingungen bieten, auch wenn die Lage schlechter sein sollte
- verhältnismäßig viele Häuser in attraktiver Lage, auch bei bestenfalls mäßigen Bedingungen (hier fallen dann eben auch viele Unikliniken drunter)

mbs
12.02.2024, 18:24
Welche Rolle spielt eurer Meinung nach der aktuelle Digitalisierungsdruck? Digitalisierung kann nur funktionieren, wenn man ordentlich investiert, und ich wage es zu bezweifeln, dass dafür überall ausreichend viel Geld da ist.

Philip_MHH
12.02.2024, 20:33
Die Digitalisierung ist doch nur die Spitze des Eisbergs. Das Problem ist eine extreme Schere zwischen (sowieso unterdimensionierten) DRG und stark gestiegenen Kosten. Kein Handwerker würde für eine Leistung einen Pauschalbetrag anbieten für Arbeitsleistung und Material, völlig egal ob er 20 kg Zement oder 200 kg Zement verbraucht und egal ob er alleine oder mit 4 Mitarbeitern tätig wird.. aber genau nach dem Prinzip funktioniert unser Gesundheitssystem oder eben nicht....

Kackbratze
13.02.2024, 08:58
Das Problem ist eine extreme Schere zwischen (sowieso unterdimensionierten) DRG und stark gestiegenen Kosten.

Punkt.

Alles Andere sind die Brandbeschleuniger. Egal ob "Digitalisierung", "Honorarpersonal" oder Investitionskosten.
Der Laden wird nicht richtig finanziert, das schlägt sich auf die Personaldecke und die Ausstattung durch, was dann den Rattenschwanz an Problemen nach sich zieht.
Jede Diskussion um "Digitalisierung" oder wasauchimmer, wenn politisch geführt, soll nur vom eigentlichen Problem ablenken.

morgoth
13.02.2024, 11:45
Die Digitalisierung ist doch nur die Spitze des Eisbergs. Das Problem ist eine extreme Schere zwischen (sowieso unterdimensionierten) DRG und stark gestiegenen Kosten. Kein Handwerker würde für eine Leistung einen Pauschalbetrag anbieten für Arbeitsleistung und Material, völlig egal ob er 20 kg Zement oder 200 kg Zement verbraucht und egal ob er alleine oder mit 4 Mitarbeitern tätig wird.. aber genau nach dem Prinzip funktioniert unser Gesundheitssystem oder eben nicht....

Völlig richtig.
Nur weiss ich nicht, wie man im System überprüfen könnte, ob tatsächlich die vom Kreiskrankenhaus Schwarzach 600 km nach Berlin übermittelten 63,7 kg verbraucht worden sind.
Jedenfalls nicht, ohne wieder eine Irrsinnsbürokratie und Personalkontrollen einzuführen.
Und dann pendeln sich doch wieder 63,7 kg-Pauschalen ein.

Kackbratze
13.02.2024, 17:49
Das DRG-System ist genauso bürokratisch überfrachtet. Codierer, die teilweise auf Visiten mitlaufen, Gutachten, Gegengutachten und die jährlichen "Anpassungen", die mit Schulungen, etc. einhergehen.
So Bürokratie-frei....

morgoth
13.02.2024, 21:16
Das DRG-System wollte ich jetzt eigentlich nicht loben oder als bürokratie-frei verkaufen.
Ich weiss halt nicht, wie man es besser machen könnte.
Im Gesundheits-/Versicherungsystem wird halt mit gewaltigen Summen jongliert, die (fast) alle Personen in verschiedenen Höhen in Anspruch nehmen, nur indem sie ihren Namen und Geburtsdatum nennen.

Cor_magna
14.02.2024, 16:22
Es gibt kein perfektes System. Das ist wie ein magisches Dreieck mit den 3 Ecken "Billig" - "Gute Patientenversorgung" - "Personell Nachhaltig bzw. Arbeitnehmerfreundlich". Man kann je nach Bedürfnis noch mehr Ecken dazu basteln.

Alle Ecken vollends zu erfüllen ist unmöglich. Man könnte für jedes gesundheitssystem der Welt eine Grafik erstellen, alle haben ihre Vor und Nachteile

Mir geht nur auf den Keks dass wir aktuell zugunsten von billig die anderen beiden Ecken opfern, und eben Geld über Patienten und Mitarbeiterwohl gestellt wird, und wenn wir ehrlich sind geben sich die Geldverwalter (also die BWler) noch nicht mal groß Mühe das zu verheimlichen ("Mehr Personal?? Nönö bewilligen wir Ihnen nicht Herr Chefarzt, schöpfen Sie lieber die personellen Ressourcen ausreichend aus, die Sie schon haben!!")

Kandra
14.02.2024, 20:08
Man müsste vermutlich verbieten, dass eventuelle Gewinne eines Hauses von irgendwem abgeschöpft werden. Alles muss reinvestiert werden, entweder in die Infrastruktur oder in Personal. Dann gäbe es eventuell weniger "Fehlanreize" und es könnte wieder ein offeneres System etabliert werden.

freak1
14.02.2024, 20:46
Kandra, du willst doch nicht etwa die großen Hedge Fonds um ihre schmalen Gewinne bringen? ;-)

Kandra
14.02.2024, 21:09
Tut mir leid, ich höre zur Zeit wohl zu viel linksradikalen Schlager :-angel

docdean
15.02.2024, 08:48
Das Problem ist eher, dass der Krankenhausbetrieb gar nicht so viele Gewinne bringt, die abgeschöpft werden können. Fresenius SE hat zum Beispiel eine Rendite von um die 9%, davon werden 3-4% als Dividende ausgeschüttet, der Rest wird reinvestiert. Der Aktienkurs läuft seitwärts bis bergab, während DAX und Zinsen steigen. Würdet ihr in ein Unternehmen investieren, das euch am Ende mit Risiko kaum mehr Geld bringt als sichere Staatsanleihen?

Die Gesundheitsversorgung ist nun mal teuer und kaum profitabel zu betreiben. Ein staatlicher Betrieb (mit weniger Kostendruck) würde nicht heißen, dass wir einfach keine Gewinne mehr an Private ausschütten müssen, sondern dass wir mehr Verluste aus öffentlichen Geldern bezahlen. Das Geld muss dann irgendwo her kommen, und ich glaub nicht, dass irgendjemand bereit ist, monatlich mehr als 1000€ Krankenkassenbeitrag zu zahlen.

piandorable
15.02.2024, 10:06
Die Gesundheitsversorgung ist nun mal teuer und kaum profitabel zu betreiben. Ein staatlicher Betrieb (mit weniger Kostendruck) würde nicht heißen, dass wir einfach keine Gewinne mehr an Private ausschütten müssen, sondern dass wir mehr Verluste aus öffentlichen Geldern bezahlen. Das Geld muss dann irgendwo her kommen, und ich glaub nicht, dass irgendjemand bereit ist, monatlich mehr als 1000€ Krankenkassenbeitrag zu zahlen.

Keine oder schlechte Gesundheitsversorgung ist für die Volkswirtschaft noch teurer. Als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge darf der Staat da meiner Meinung nach gern Geld reinpumpen und nicht auf Kosten der Mitarbeiter und der Schwächsten im System (Gesundheitsversorgung von Kindern, Obdachlosen etc.) das ganze kaputtsparen. Die Ausstattung darf ja auch einer demokratischen Kontrolle unterliegen. Es muss nicht jedes Kreiskrankenhaus irgendwelche hochspezalisierten Tumorzentren haben. Da man aber mittlerweile die Inzidenzen diverser Erkrankungen kennt, kann man ja ganz gut ausrechnen, wie viele Ressources man für die adäquate Versorgung dieser Patienten braucht. Indem man Personaluntergrenzen festsetzt, kann man eben auch bestimmen, wie viel Personal für die Versorgung benötigt werden. Wäre alles möglich, aber kostet halt Geld und das darf es ja heute nicht mehr. Leider wird immer vergessen, dass auch sog. Konsumausgaben des Staates für die Wirtschaft förderlich sind. Würde man der Ärzteschaft, den Pflegekräften, Physiotherapeuten, technischen Assistenten, medizinischen Fachangestellten etc. attraktive Arbeitsbedingungen schaffen und sie gut bezahlen, würden diese das Geld ja auch wieder ausgeben und damit in die Privatwirtschaft getragen. Die Bezahlung wäre wohl kaum so hoch, dass das meiste ungenutzt auf dem Konto versauert. Aktuell schrecken die Umstände aber mehr Bewerber ab, sodass sich die Leute lieber in irgendwelche Bullshit-Jobs begeben.