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luckyscrub
29.03.2008, 11:13
Promovierter Germanist mit Marketingquali geht nach Studium zu Mittelständler in leitende Position, fliegt regelm. rund um den Globus und wird nach einem Jahr Büroleiter in Asien.

Keiner von denen macht 40h/Woche.




Da kenn ich allerdings mindestens ein Gegenbeispiel.....40h/Woche sind da auch eher die Ausnahme.......die Regel sind eher 70-80h/Woche

fatman
29.03.2008, 12:03
Zitat:
Zitat von Frau Betty Land
Promovierter Germanist mit Marketingquali geht nach Studium zu Mittelständler in leitende Position, fliegt regelm. rund um den Globus und wird nach einem Jahr Büroleiter in Asien.

Keiner von denen macht 40h/Woche.






Da kenn ich allerdings mindestens ein Gegenbeispiel.....40h/Woche sind da auch eher die Ausnahme.......die Regel sind eher 70-80h/Woche

ich glaube, dass wollte betty auch sagen...

Neuling08
29.03.2008, 12:32
es kommt ja auch noch auf das fach des ingenieurs an. maschinenbau ist wahrscheinlich im vergleich zu anderen ingenieuren besser bezahlt. es ist ja auch so ziemlich das schwerste studium, dass es gibt. mein vergleich bezog sich auf ingenieure für biotechnologie. und dann kommt es ja da auch noch darauf an, wo man arbeitet. es gibt da vom anspruch her wirklich noch unterschiede.

und die gehaltstabelle bezieht sich ja auf die arbeit ohne dienste. die dienste kommen ja noch zusätzlich dazu und werden anscheinend verhältnismäßig gut bezahlt(also besser als normale arbeitszeit). deshalb lohnt es sich ja(vom geld her) dienste zu machen. und wie oft diese zu machen sind ist ja auch wieder von klinik zu klinik unterschiedlich, wie man so liest.
mich schrecken die dienste z.b. nicht ab. da kann noch so oft jemand zu mir sagen, da musst du ja auch dienste machen. es stört mich nicht. eher würde es mich fertig machen jeden tag um die gleiche zeit aufzustehen und immer von 8 - 17 uhr zu arbeiten. mo-fr, jede woche.


wie ja auch oft geschrieben wird, ist die arbeit wenigstens sicher. und das ist finde ich ein großer vorteil. krankenhäuser gibt es überall und kann dort bleiben wenn man will.
angenommen man arbeitet für eine große firma in der freien wirtschaft z.b. als ingenieur und dann wird man gefragt: wir hätten da eine stelle in stadt xy(300 km), können sie da ein jahr lang hingehen? das passiert einem als arzt nicht.

meiner meinung nach muss man das machen was man wirklich will.
alles andere hilft eh nichts. das geld alleine ist nämlich keine motivation ein ingenieurstudium erfolgreich durchzuziehen.

Lifendhil
29.03.2008, 12:36
mich schrecken die dienste z.b. nicht ab. da kann noch so oft jemand zu mir sagen, da musst du ja auch dienste machen. es stört mich nicht. eher würde es mich fertig machen jeden tag um die gleiche zeit aufzustehen und immer von 8 - 17 uhr zu arbeiten. mo-fr, jede woche.

Hast du denn schon Erfahrung mit Nachtdiensten irgendwelcher Art?
Und von 8 - 17 Uhr musst du ja trotzdem arbeiten, wenn nicht nach einem Schichtdienstmodell gearbietet wird. Oder meinst du den Tag genau danach?

Giant0777
29.03.2008, 12:40
Also, in unserem Bekanntenkreis ist auch jemand als Ingenier bei ´ner grösseren Firma die Silos bauen tätig. Über seinen Verdienst kann ich nichts sagen,aber zeitlich ist er auch bei gut 12 Std pro Tag. Sowas wie Überstunden abbummeln gibts da nicht, Feierabend ist dann,wenn das Projekt fertig ist. Obendrein muss er jetzt in seiner spärlichen Freizeit einen Russischkurs machen, weil diese Firma auch in Russland ihre Produkte vertreibt und er dort umherreist!

Auch wenn das immer nur einzelne Beispiele sind, zeigt mir das, dass alle, die was erreichen wollen, nunmal auch dafür arbeiten müssen! Schon möglich, dass man hier und da etwas besser verdient, aber der Arzt kann ja in die Forschung gehen, wenn es da soviel mehr Geld gibt! :-meinung

Aber dieses Geschiele nach anderen, den es immer besser geht, hört eh nie auf! Als wenn man mit dem Grundgehalt eines Assi´s nicht leben könnte! :-meinung

Grüsse, Giant!

Neuling08
29.03.2008, 12:47
nein ich habe nicht direkt erfahrungen damit. aber ich bin sowieso ein nachtmensch. ich werde abends erst richtig wach. also hab ich prinzipiell kein problem damit nachts zu arbeiten. hab auch schon öfters nächte zum lernen durchgemacht. ist wahrscheinlich kein vergleich aber eine erfahrung.
ich meine ich würde schon irgendwie damit klar kommen und es ist für mich kein grund deshalb nicht ärztin sein zu wollen. die menschen sind ja auch verschieden. andere würden da sagen: nein dann kommt arzt für mich nicht in frage. und das ist ja auch ok.
man ja, wenn es einen freizeitausgleich gibt oder zumindest einen teilweisen freizeitausgleich mal unter der woche frei. naja aber ich hab jetzt da natürlich keine erfahrungen wie es wirklich abläuft.

kannst du mir das schichtdienstmodell vielleicht kurz beschreiben?
ist es so, wenn nicht nach diesem schichtdienstmodell gearbeitet wird, dass man normal am tag arbeitet und dann noch einen nachdienst anhängt? ist das immer so. oder kann es auch sein das man am tag frei hat und dann dienst machen muss und dann meinetwegen noch den nächsten tag arbeitet? aber es kann nicht sein, dass man einen tag arbeitet und dienst macht und dann noch einen tag arbeitet oder?

astrophys
29.03.2008, 13:06
Seit wann wird in der Forschung viel Geld verdient? Hab ich was verpasst oder ist der Kelch an mir vorübergegangen. Mein neuer Kollege, promovierter Physiker hat erst mal geweint als er seine Gehaltsabrechnung sah: 2800 Euro brutto, und das nach 11 Jahren Ausbildung. Dabei hat er sich schon in eine höhere Stufe "gekämpft".
Übrigens wird Nacht und Wochenendarbeit in der Forschung grundsätzlich nicht bezahlt.
Wenn du als Physiker nach der Promotion in die Industrie gehst, fängst du normalerweise bei etwa 50.000 Euro / Jahr brutto an. Das ist auch nicht mehr, als ein Arzt verdient.

astrophys
29.03.2008, 13:10
Der eine startet nächsten Monat an der RWTH Aachen mit knapp 6200 Euro Brutto.


Das ist echt geil, dann verdient er mehr als seine Professorenchefs. :-D :-D :-D

zweistein
29.03.2008, 13:15
Das ist echt geil, dann verdient er mehr als seine Professorenchefs. :-D :-D :-DVielleicht ist er der Institutsdirektor. ;-)

Relaxometrie
29.03.2008, 13:20
Wenn du als Physiker nach der Promotion in die Industrie gehst, fängst du normalerweise bei etwa 50.000 Euro / Jahr brutto an. Das ist auch nicht mehr, als ein Arzt verdient.
So? Das ist ja mal eine interessante Behauptung.
Die Gehaltsdebatten lese ich ja immer mit einem gewissen Interesse. Was mich interessiert, sind allerdings Tatsachen, die nicht einfach so behauptet und in den Raum gestellt werden, sondern einer Überprüfung standhalten.
Obige Behauptung ist schlicht und ergreifend falsch.
Mein Einstiegsgehalt beträgt 3400 € brutto, macht also 40800 € brutto im Jahr.
Ich beklage mich jetzt an dieser Stelle nicht darüber, daß das evtl. zu wenig ist, sondern möchte nur obiges Zitat widerlegen.

astrophys
29.03.2008, 13:23
So? Das ist ja mal eine interessante Behauptung.
Die Gehaltsdebatten lese ich ja immer mit einem gewissen Interesse. Was mich interessiert, sind allerdings Tatsachen, die nicht einfach so behauptet und in den Raum gestellt werden, sondern einer Überprüfung standhalten.
Obige Behauptung ist schlicht und ergreifend falsch.
Mein Einstiegsgehalt beträgt 3400 € brutto, macht also 40800 € brutto im Jahr.
Ich beklage mich jetzt an dieser Stelle nicht darüber, daß das evtl. zu wenig ist, sondern möchte nur obiges Zitat widerlegen.

Die Promotion zählt bei Naturwissenschaftlern üblicherweise als Berufserfahrung. Wieviel verdienst du als Arzt nach 4-5 Jahren im Beruf?

zweistein
29.03.2008, 13:27
@Relaxometrie:
Ein Physiker, der nach der Promotion in die Industrie geht, hat im Gegensatz zu einem Arzt, der seine erste Stelle nach Abschlussdes Studiums antritt, also im ersten Berufsjahr nach ist, bereits mehrere Jahre (bis zu 5) Beruferfahrung gesammelt, da man als Naturwissenschaftler mit der Arbeit an einer Dissertation erst nach Abschluss des Studiums beginnen kann und eine Promotion in einer Naturwissenschaft zwischen drei und sechs Jahren dauert.

Edit: Astrophys war schneller. Hat im Prinzip das Gleiche wie ich gesagt.

Kackbratze
29.03.2008, 14:19
mich schrecken die dienste z.b. nicht ab. da kann noch so oft jemand zu mir sagen, da musst du ja auch dienste machen. es stört mich nicht. eher würde es mich fertig machen jeden tag um die gleiche zeit aufzustehen und immer von 8 - 17 uhr zu arbeiten. mo-fr, jede woche.

Tja, das ist ja schön. Ändert sich aber spätestens dann, wenn Du NICHT die ganze Nacht durcharbeitest, sondern immer nur alle 1 1/2h losmusst. Dann bist du den nächsten Tag wirklich im Eimer.
Ausserdem gibt es sowas wie Privatleben. Ich weiss, das braucht man als "Jungassistent frisch von der Uni" nicht, hat man aber. Und spätestens da gibts dann irgendwann Reibereien was Wochenenddienste und Nachtdienste anbetrifft. Da ist es viel entspannter, wenn man mal feste Zeiten hat, selbst mit Überstunden, an denen man ohne Probleme Abends noch mit dem entsprechendem Kumpel oder dem Partner mal entspannt irgendwas machen kann.

LasseReinböng
29.03.2008, 14:57
Mir fällt zu diesem Thema nur ein: Es war schon immer so ! Als Assi hat man doch noch nie besonders herausragend verdient, aber es haben sich in der Vergangenheit trotzdem alle um Medizinstudienplätze gerissen...denn mit dem Facharzt in der Tasche konnte man sich früher meistens niederlassen und mit einem Einkommen rechnen, daß wohl nur sehr wenige Berufsgruppen jemals erreichen können.

Heute bröckelt diese Option aber zunehmends weg. Deswegen muß man schon verdammt viel Spaß an seinem Beruf haben...und eine Partnerin, die einen trotzdem mag.

Geerthe
31.03.2008, 01:00
also wir haben ein Dipl-Ing. Gehalt zu acht und gerade Bafög abbezahlt.
wieder 100 € im Monat mehr. Wirklich super, daß hinter sich zu haben.
Große Sprünge sind da nicht drinne. Auslandsaufenthalte für Kinder oder Musikunterricht möchte ich gerne für die Kinder.Dafür verkneife ich mir den Kindergarten und behalte sie bei mir zu Hause bis zur Schule.

test
31.03.2008, 07:58
So? Das ist ja mal eine interessante Behauptung.
Die Gehaltsdebatten lese ich ja immer mit einem gewissen Interesse. Was mich interessiert, sind allerdings Tatsachen, die nicht einfach so behauptet und in den Raum gestellt werden, sondern einer Überprüfung standhalten.
Obige Behauptung ist schlicht und ergreifend falsch.
Mein Einstiegsgehalt beträgt 3400 € brutto, macht also 40800 € brutto im Jahr.
Ich beklage mich jetzt an dieser Stelle nicht darüber, daß das evtl. zu wenig ist, sondern möchte nur obiges Zitat widerlegen.


Mit Diensten und evtl. bezahlten Überstunden bzw. evtl. Poolzulage werden schon viele Assis ihr Gehalt im 1.Jahr auf 45-50 000 aufbessern können, teilweise noch höher. ;-)

Kackbratze
31.03.2008, 08:09
Das Problem ist meiner Meinung nach nicht das "grundgehalt" oder die Dienstzulagen die man bekommt, sondern die nicht gezahlten Stunden im Dienst oder schon in der Woche bei der normalen Arbeitszeit.
Wenn ich auf meinen Stundenzettel schaue und danach in den Tarifvertrag freue ich mich doppelt auf jeden Nachtdienst, der meinem Arbeitgeber jede Menge unbezahlte Arbeitsstunden meinerseits gibt.

Und das sind nicht Überstunden, die nicht abgegolten werden können, sondern FESTE ARBEITSZEITEN, die nicht bezahlt werden...

kra-
31.03.2008, 14:40
...weil in Fernsehserien wie Beauty-Queen Carsten Spengemann als Superchirurg morgens vor der Arbeit erstmal vom Steg in den glasklaren See springt der seiner Villa anliegt und in der nächsten Szene dann überlegt ob er mit seinem Ferrari, Porsche oder Hummer zu Arbeit fahren soll...

...und auf Grund solcher (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,544416,00.html) Artikel. Ich zitiere:


Schuld an der Misere sind zunächst die Ärzte selbst. Vom heiteren Leben in Metropolen wie Berlin, Hamburg, München und dem Rhein-Ruhr-Gebiet sowie von den Vororten mit vielen Gutverdienern fühlen sie sich magisch angezogen. Die Hartz- IV-Hochburgen in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern hingegen sind schon wegen des sehr geringen Aufkommens an Privatpatienten aus Medizinersicht zu meiden.
[...]
Noch üppigere Sätze lassen sich mit den zahlreich vorhandenen Privatversicherten abrechnen. Und so bleibt den Ärzten genug Zeit, das Leben zu genießen. Mittwochnachmittag sind die Golf-, Reit- und Tennisplätze in der Region immer besonders voll.

DocEmmetBrown
31.03.2008, 22:17
Zuersteinmal sollte man die Verhältnisse der Ärzte offenlegen. Tariflich verdient ein Assistenzarzt an einer Uniklinik im ersten Jahr nach Tarif 45.000€ brutto im Jahr. Im 5. Jahr liegt das Brutogehalt tariflich etwa bei 56.000€. Der einsteigende Assistenzarzt hat dabei 6 Jahre Studium/Ausbildung hinter sich. Ein diplomierter Maschinenbauer oder Physiker wird für seinen Abschluss mindestens die gleiche Zeit brauchen. Während der Arzt aber seine im Vergleich zum Maschinenbauer relativ einfache Promotion praktisch schon während dem Studium fertig stellen kann, müssen Maschinenbauer und Physiker noch 3-4 Jahre eine Doktorarbeit schreiben. Ausser High-Potentials, die dafür in Unternehmen unterkommen, müssen die meisten dafür bei einem Professor als Assistent anfangen. In der Zeit sind sie die Deppen des Professors und verdienen etwa so gut, wie früher ein Arzt im Praktikum. Zwar sind die Aussichten auch für Ingenieure ohne Doktor sehr gut, im Gehalt spiegelt sich das aber nicht so deutlich wieder. Ein Einsteiger verdient zwischen 40.000€ und 50.000€ im Jahr je nach Fachrichtung. Bauingenieure müssen sich teilweise sogar mit 30.000€ zufrieden geben. Im Laufe der weiteren Karriere erreichen Ingenieure in reiner Fachlaufbahn maximal 60.000€ bis 80.000€ je nach Branche und Firma.
In den unteren bis mittleren Führungsebenen liegt das Gehalt dann bei etwa 70.000 - 110.000€ jährlich zuzüglich Dienstwagen. Ein guter Teil der Ingenieure wird aber schon gar kein Teamleiter mehr. Wenige werden vielleicht Abteilungsleiter bzw. Bereichsleiter. Einsteigen tut selbst ein promovierter Ingenieur in einer Fachlaufbahn. Im Vergleich dazu liegen die Oberarztgehälter zwischen 74.000€ (1. Jahr) und 84.000€ (7. Jahr). Die Oberärzte stellen sich also etwa wie ein Teamleiter und etwas schlechter wie ein Abteilungsleiter in einem Unternehmen. Ein Vergleich von Bereichsleitern bzw. Chefärzten ist dann nicht mehr wirklich aussagekräftig. Genauso wie kaum ein Arzt Chefarzt werden wird, haben auch die wenigsten Ingenieure je die Gelegenheit Bereichsleiter zu werden. Man bedenke nur, wieviele Ingenieure z.B. BMW beschäftigt, während man die Bereichsleiter an einer Hand abzählen kann. Auf dem Papier wird dabei sowohl an Unikliniken wie auch in den typischen Unternehmen etwa 42 Stunden gearbeitet. Unbestreitbar geht es den Ingenieuren im Moment richtig gut, insbesondere was einfach die Anzahl der Stellen angeht. Von einem riesigen Gehaltsnachteil der Ärzte zu sprechen halte ich aber doch für sehr gewagt. Ich möchte dabei anmerken, dass die Ärztegehälter hierbei dem TVÖD entnommen sind, während die Ingenieurgehälter aus dem Spiegel bzw. von monster.de stammen. Hierbei sollte man nicht den Fehler machen, von den Gehälter einzelner Spitzenabsolventen, die z.B. bei Unternehmensberatungen o.ä. einsteigen auf die Gesamtheit der Ingenieure zu schließen. Insbesondere unter den Bauingenieuren gibt es viele, die sich auch nach einem Jahrzehnt über das Gehalt eines Assistenzarztes freuen würden. Dass die Bezahlung der Ärzte wahrscheinlich nicht deren Verantwortung entspricht, die sicherlich höher ist, als die, welche ein Ingenieur trägt, möchte ich nicht bestreiten. So deutlich schlechter kommen sie aber jedenfalls was das Geld, welches am Ende auf dem Konto landet, anbelangt, nicht weg. In Amerika sind für Fachärzte finanziell natürlich Traumbedingungen vorzufinden, die man für Deutschland aber nicht als Maßstab nehmen sollte.

funny
01.04.2008, 09:12
Zuersteinmal sollte man die Verhältnisse der Ärzte offenlegen. Tariflich verdient ein Assistenzarzt an einer Uniklinik im ersten Jahr nach Tarif 45.000€ brutto im Jahr. Im 5. Jahr liegt das Brutogehalt tariflich etwa bei 56.000€. Der einsteigende Assistenzarzt hat dabei 6 Jahre Studium/Ausbildung hinter sich. Ein diplomierter Maschinenbauer oder Physiker wird für seinen Abschluss mindestens die gleiche Zeit brauchen. Während der Arzt aber seine im Vergleich zum Maschinenbauer relativ einfache Promotion praktisch schon während dem Studium fertig stellen kann, müssen Maschinenbauer und Physiker noch 3-4 Jahre eine Doktorarbeit schreiben. Ausser High-Potentials, die dafür in Unternehmen unterkommen, müssen die meisten dafür bei einem Professor als Assistent anfangen. In der Zeit sind sie die Deppen des Professors und verdienen etwa so gut, wie früher ein Arzt im Praktikum. Zwar sind die Aussichten auch für Ingenieure ohne Doktor sehr gut, im Gehalt spiegelt sich das aber nicht so deutlich wieder. Ein Einsteiger verdient zwischen 40.000€ und 50.000€ im Jahr je nach Fachrichtung. Bauingenieure müssen sich teilweise sogar mit 30.000€ zufrieden geben. Im Laufe der weiteren Karriere erreichen Ingenieure in reiner Fachlaufbahn maximal 60.000€ bis 80.000€ je nach Branche und Firma.
In den unteren bis mittleren Führungsebenen liegt das Gehalt dann bei etwa 70.000 - 110.000€ jährlich zuzüglich Dienstwagen. Ein guter Teil der Ingenieure wird aber schon gar kein Teamleiter mehr. Wenige werden vielleicht Abteilungsleiter bzw. Bereichsleiter. Einsteigen tut selbst ein promovierter Ingenieur in einer Fachlaufbahn. Im Vergleich dazu liegen die Oberarztgehälter zwischen 74.000€ (1. Jahr) und 84.000€ (7. Jahr). Die Oberärzte stellen sich also etwa wie ein Teamleiter und etwas schlechter wie ein Abteilungsleiter in einem Unternehmen. Ein Vergleich von Bereichsleitern bzw. Chefärzten ist dann nicht mehr wirklich aussagekräftig. Genauso wie kaum ein Arzt Chefarzt werden wird, haben auch die wenigsten Ingenieure je die Gelegenheit Bereichsleiter zu werden. Man bedenke nur, wieviele Ingenieure z.B. BMW beschäftigt, während man die Bereichsleiter an einer Hand abzählen kann. Auf dem Papier wird dabei sowohl an Unikliniken wie auch in den typischen Unternehmen etwa 42 Stunden gearbeitet. Unbestreitbar geht es den Ingenieuren im Moment richtig gut, insbesondere was einfach die Anzahl der Stellen angeht. Von einem riesigen Gehaltsnachteil der Ärzte zu sprechen halte ich aber doch für sehr gewagt. Ich möchte dabei anmerken, dass die Ärztegehälter hierbei dem TVÖD entnommen sind, während die Ingenieurgehälter aus dem Spiegel bzw. von monster.de stammen. Hierbei sollte man nicht den Fehler machen, von den Gehälter einzelner Spitzenabsolventen, die z.B. bei Unternehmensberatungen o.ä. einsteigen auf die Gesamtheit der Ingenieure zu schließen. Insbesondere unter den Bauingenieuren gibt es viele, die sich auch nach einem Jahrzehnt über das Gehalt eines Assistenzarztes freuen würden. Dass die Bezahlung der Ärzte wahrscheinlich nicht deren Verantwortung entspricht, die sicherlich höher ist, als die, welche ein Ingenieur trägt, möchte ich nicht bestreiten. So deutlich schlechter kommen sie aber jedenfalls was das Geld, welches am Ende auf dem Konto landet, anbelangt, nicht weg. In Amerika sind für Fachärzte finanziell natürlich Traumbedingungen vorzufinden, die man für Deutschland aber nicht als Maßstab nehmen sollte.

Ein kluger, richtiger Kommentar.
Ebenso verhält es sich mit den BWLern. Es kann / will nicht jeder zu McKinsey gehen. Einstiegsgehälter bei BWLern liegen durchaus auch mal bei 35.000 Euro/Jahr.

Und das Thema Verantwortung ist so eine Sache. Natürlich geht ein Menschenleben über alles, aber ein Unternehmen KORREKT prüfen oder KEINEN Schlammassel anrichten wie in der aktuellen Finanzmarktkrise hat ebenfalls eine große (globale) Verantwortung für ganze Heerscharen an Menschen, deren Arbeitsplätze, deren Zukunft, deren Kinder, deren Gesundheit und Altersvorsorge-fähigkeit. Die höhere Verantwortung eines Arztes / Krankenschwester / Apotheker etc. gegenüber einem Finanzvorstand oder Wirtschaftsprüfer oder Aufsichtsrat kann ich deshalb nicht sehen.

Und es ist ja nicht erst seit gestern bekannt, dass man in pflegenden/sozialen Berufen weniger verdient. Das Gehalt einer Kindergärtnerin, der ich mal meine Kinder anvertraue, finde ich beispielsweise empörend. Kleines Beispiel. Eine Bekannte leitet 2 Kindergärten im Münchner Umland und kommt auf 1.300 netto. Überleben in München bzw. Umland fast nicht möglich. Okay, sie hat nicht studiert etc., hat aber ein extrem wichtiges "Gut" in ihrer Obhut/Verantwortung.