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Skalpella
13.10.2009, 13:17
Wenn es sich nicht um einen Nachtdienst handelt, sondern um einen 24-Stunden-Dienst, hat man sogar 3x8 und nicht nur 1x8 Stunden gearbeitet. Davon bekommt man 1x8 Stunden quasi als Freizeit am "freien" Tag. Somit wurden dennoch 8 Überstunden abgeleistet, die entsprechend zu vergüten wären, abgesehen von einer entsprechenden Zulage für Nachtarbeit.

tobyonecanoby
10.04.2010, 20:53
Vielliecht ist in diesem Zusammenhang auch noch

"Lohn eines Arztes nach Ausbildung" (http://www.lohncheck.ch/lohn/gesundheit/Arzt/ausbildung)

spannend da gibt es alle Löhne auch nach Ausbildung und nach Praxiserfahrung gegliedert.

Gruss Toby

Exodontia
12.05.2010, 19:53
Da hier bereits behauptet wurde, dass es den Zahnis finanziell schlechter als den Ärzten geht, dem kann ich entgegenen: Dem ist nicht so!

Als Assi habe ich ein Jahresumsatz von knapp 300 000€ auf einem Stuhl (ohne mir den Allerwerteseten aufzureißen) produziert, von denen 30% auf mein Gehalt entfallen sind. Jede halbwegs straff organisierte Zahnarztpraxis wirft 35-40% Gewinn für den Inhaber ab. Chirurgisch orientierte Praxen sogar noch etwas mehr, da der Materialeinsatz für das Erbringen der Leistung geringer ist (Zange, Hebel + Naht statt Komposit + Adhäsivsystem).

Dem ZA wird während seiner Assi-Zeit (je nach Chef) der Verkauf hochwertiger Leistungen quasi permanent eingehämmert. Derjenige dem das nicht gelingt, wird zum Amalgamschmied in Akkordarbeit, der bei gebotener Geschwindigkeit trotzdem noch gut verdient.

Als Stino-Zahnarzt sind 600 000€ Jahresumsatz absolut machbar zuzüglich steuerlicher Annehmlichkeiten wie z.B. Abschreibung des "Firmenwagens". Falls hier jemand entgegnen sollte: mein ZA-Papi bekommt weniger als Arzt XY, dann solltet ihr diesen, wenn ihr den gleichen Studiengang gewählt habt, definitiv nicht als Euer berufliches Vorbild betrachten.

Ich kann schon verstehen warum den Ärzten bei dem gebotenen Arbeitsaufwand und der zugehörigen Bezahlung der Kragen platzt. Für Eure Entbehrungen und Euren Fleiß werdet ihr finanziell schlichtweg über den Nuckel gezogen.

Es lebe TV-Ä.

Exodontia

Arutha
08.06.2010, 08:21
Hiho,

habe letztens beim beim Friseur oder wars beim (Zahn)Arzt ;-), im Stern geblättert und folgendes gefunden:

100 Berufe - Wer verdient wie viel? (http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/karriere/der-stern-gehaltsreport-100-berufe-wer-verdient-wie-viel-1533752.html)

Und wenn ich mir das so ansehe, ist das doch gar nicht so schlecht! Laut dieser Erhebung verdient der Beruf "Arzt" in Deutschland immer noch am besten!

Klar unbezahlte Arbeitszeit ist ******* usw. verstehe ich, dass man sauer ist und sich ungerecht behandelt fühlt, was man ja auch klar wird! Aber man verdient schon mehr als ein großer Teil der restlichen Bevölkerung.

Und als hoffentlich bald Medizinstudent sieht das Ganze dann doch nicht sooo düster aus, wie ich am Anfang dieses Threads noch dachte! :-keks


Mal wieder eine Beispiel ausm Umfeld:
Ein Freund von mir will nach seinem Master in die Unternehmensberatung und rechnet mit um die 4000/Monat, geht allerdings auch von einer mind. 70 Stundenwoche aus. Aber er freut sich drauf, weils ihm (bisher noch) Spaß macht! Wenn ich benke, dass er akuell noch in ner studentischen Unternehmensberatung für wenig Geld kaum schon Zeit für was anderes hat und sogar seinen Master um nen Jahr verschieben musste, hat man echt Angst davor, dass man trotz Geld, nix vom Leben hat....

Hat alles Vor- und Nachteile, wichtig ist doch, dass man selber glücklich ist!:peace:

Kackbratze
08.06.2010, 10:45
Hallo Arutha,
hast Du den Thread auch teilweise gelesen?
Es geht nicht "bloss" um das Gehalt, sondern auch um die damit verbundenen Aufgaben, Nachtdienste und unbezahlte Zusatzstunden.


Zumindest bei den meisten hier im Thread geht es nicht um einen höheren Stundenlohn, sondern um eine korrekte Entlohnung für die geleistete Arbeit!

gnuff
08.06.2010, 11:56
Ich lach mich schlapp €6400,-... weisst Du eigentlich wie lange es dauern wird bis Du das verdienst? Es macht wesentlich mehr Sinn sich die Tabellen z.B. vom Marburger Bund anzuschauen.
Ich habe in Deutschland zuletzt €4000,- brutto (exkl. Dienste, aber das war lächerlich) verdient und dafür zwischen 70 und 80h die Woche gearbeitet. Jetzt verdiene ich das gleiche und habe für einen Dienst (keine 24h) zwei Tage frei, DAS ist Lebensqualität!

Arutha
08.06.2010, 13:37
Hallo Arutha,
hast Du den Thread auch teilweise gelesen?
Es geht nicht "bloss" um das Gehalt, sondern auch um die damit verbundenen Aufgaben, Nachtdienste und unbezahlte Zusatzstunden.


Zumindest bei den meisten hier im Thread geht es nicht um einen höheren Stundenlohn, sondern um eine korrekte Entlohnung für die geleistete Arbeit!

Mahlzeit,

klar hab ich den Thread gelesen sogar so ziemlich jede Seite! :-lesen

Und ja da stimme ich Euch zu, korrekt ist was anderes, allein von der Verantwortung her usw.! Aber wir wollen mal ehrlich sein, es ist ja nicht so, dass es nicht zum Leben reicht, ne? Also wenn ich so sehe, dass eine Freundin von mir, die jetzt im ersten Jahr als Assi arbeitet sich gleich mal nen schönen neuen 1er BMW gekauft hat, ist das doch..wow nich schlecht fürs erste Berufsjahr! Gönn ich Ihr und freu mich für Sie!:-top
Ich selber hab aktuell nen Job als Fachinformatiker, arbeite hier auch meine 50-60std. die Woche und muss überlegen ob ich mir jetzt demnächst nen kleines gebrauchtes Auto besorge oder lieber mit meiner Freundin zusammenziehe! Weil beides auf einmal geht wohl nur schwer...

Nicht falsch verstehen, ich stimme Euch zu und ich hoffe, dass die Situation gerechter wird, wenn ich dann soweit bin, aber im Gegensatz zur bekannten Situation von Friseurinnen die für 5€/Stunde arbeiten nagt man ja nicht gerade am Hungertuch!

Und mit dem Link wollt ich nur deutlich machen, dass der Beruf Arzt an sich zumindest laut dieser Statistik (ja ja trau keiner Statistik...) zumindest im Schnitt (@gnuff) immer noch der bestbezahlte in Deutschland ist! Inwiefern es auch der "Fairstbezahlte" ist, dazu macht die Quelle keine Angaben und ich hab das auch nicht getan....

Leute, ich bin auf Eurer Seite, also nicht gleich hauen! :-angel

/EDIT: by the way, bezahlte Überstunden gibts Deutschlandweit soweiso so gut wie gar nicht mehr! Und selbst wenn, mit SK 1 lohnt sich dass dann irgendwann nicht mehr sich die auszahlen zu lassen.... :( Aber ja besser schlecht bezahlte Überstunden als gar nicht bezahlt..schon klar! :)

Lava
08.06.2010, 13:52
Ich selber hab aktuell nen Job als Fachinformatiker, arbeite hier auch meine 50-60std. die Woche und muss überlegen ob ich mir jetzt demnächst nen kleines gebrauchtes Auto besorge oder lieber mit meiner Freundin zusammenziehe! Weil beides auf einmal geht wohl nur schwer...

Hihi, geht meinem Freund ähnlich. Allerdings wird er, wenn er promoviert ist und enen anderen Arbeitgeber hat als jetzt deutlich mehr verdienen. Bei uns steigt das Gehalt eher langsam. Außerdem: arbeitest du nachts? Am Wochenende? An Feiertagen? Musst du dich entscheiden, ob du Weihnachten oder Silvester arbeiten willst? Nein, wir nagen nicht am Hungertuch, ich kann von meinem Gehalt ganz gut leben, aber angemessen finde ich höchstens das Grundgehalt. Die Vergütung der Dienste und erst recht der Überstunden ist eine Frechheit.

Arutha
08.06.2010, 14:09
Naja nachts nur manchmal wenns sein muss, leider ists in der EDV so, dass man vieles erst machen kann wenn die Mitarbeiter weg sind, gleichzeitig muss man auch tagsüber da sein, wenn die Kollegen so ihre lieben Wehwehchen mit den PCs haben usw..... klar bin ich noch meilenweit vom Stress den Ärzte haben entfernt, aber ich kanns dennoch nachvollziehen! Und hoffe ja, dass es mal fairer wird!

By the way, ich denke die meisten würden lieber auf die 70/80 Stunden Woche verzichten, als diese bezahlt zu bekommen oder? Ich mein, da hat man ja echt nix mehr vom Leben.. :( Die Arbeitssituation als solche müsste einfach besser werden.... Kraftfahrer dürfen nach soundsoviel Stunden auch nicht mehr fahren, aber Ärzte sollen nach ner 12 Stunden Schicht noch operieren und kriegen als Ausgleich nicht mal angemessene Bezahlung...:-notify

Wie gesagt bin auf Eurer Seite und wenn alles klappt...gehts zum WS in Münster los... :-party

gnuff
08.06.2010, 14:48
@ Arutha:
kein Mensch will Dich hauen, ich wollte nur verdeutlichen, dass man diese Statistik wohl in der Pfeife rauchen kann. In Deutschland ist das Gefälle zwischen Häuptling und Indianer immernoch immens, und das gibt diese Statistik eben nicht her. Kann man davon leben? Sicherlich, aber: Kommt man als Frischling von der Uni und hat auser seinem 1er BMW keine Igel zu bürsten, kein Problem, finanziell laues Leben mit wenig Freizeit. Im Vergleich zu anderen steigen wir aber relativ spät ins Berufsleben ein und haben in der Regel bis dahin nix verdient. Möchte man jetzt mit dem anfangen, was viele schon einige Jahre früher begonnen haben, nämlich Haus und Familie usw., wird es schon etwas anders, da stehen Anschaffungen an die viele schon ewig hinter sich haben usw. usw. ... Ich weiss, das hört sich nach fürchterlichem Gejammer an, aber eine fünfköpfige Familie (Kinder alle im Kiga), fernab jeglicher Verwandtschaft die mal auf die Kinder kucken könnte usw., kommt in einer deutschen Grossstadt mit einem Assistenzarztgehalt zwar aus, aber es ist nicht so, dass man jeden Monat was auf die Seite legen kann und mal eben einen neuen VW-Bus kauft. Die Zahl klingt hoch, ist aber sehr leicht zu relativieren... zumal wenn man einrechnet, dass man jedes zweite Wochenende in die Tonne kloppen kann und der Partner reichlich oft mit den Kindern alleine zu Hause sitzt.
Ich kann nur eines sagen: Republikflucht rulez! :-party

Arutha
08.06.2010, 15:00
@gnuff: Gut..wollte schon weglaufen! ;-)

Ja Du hast ja recht unter den von Dir geschilderten Aspekten ists dann nicht mehr so viel, wie auf den ersten Blick gedacht.... wie gesagt ich muss momentan auch schauen wo ich mit meinem Geld bleibe... und ich hab noch nicht mal ne Familie zu ernähren...und meine Süße verdient auch eigenes Geld und trotzdem ists schon arg und man muss sich immer gut überlegen, was man sich anschafft! :-kotz

Gut mit der Berufserfahrung würde hier auch das Gehalt steigen lassen...aber ich will ja eigentlich in ne andere Richtung :)

Übrigens: Republikflucht wär für mich auch ein Thema, aber Freundin hört das gar nicht gern... :-D Ist aber eh noch ferne Zukunft von daher!

Trotzdem bleibt das nen Durchschnittswert...und wenn wir mal davon ausgehen, dass es vieeeeeeeeeel mehr "Indianer" als "Häuptlinge" gibt, dann kann man ja sagen, dass die Indianer den Schnitt eher noch runterreißen... also von daher betrachtet.... :-music

Ich versuchs mir ja auch nur schmackhaft zu machen um nicht vor Studienbeginn von meinem Traum enttäuscht zu werden...:-peng

DoctorNew
08.06.2010, 16:08
@Styleforce
Wobei man mit den ersten Link ganz wenig anfangen kann. Zum einen Fehlen bei den Einnahmen der Ärzte immer die Standardabweichen, was eine Interpretation schwer macht. Zudem ist die Häufigkeitsverteilung nur für Fachärzte allgemein angegeben und nicht für jede Fachgruppe. Es erscheint mir nämlich doch nicht unbedingt plausibel, dass ein Endokrinologe die selben Einnahmen macht, wie ein Radiologe. Fernerhin fehlt jegliche Information zum versteuerten Einkommen oder dem Kostenanteil, dem die jeweiligen Einnahmen gegenüber stehen.

Die zweite Aufstellung ist zwar in einigen Bereichen besser, aber immer fehlt es noch an der Standardabweichung und der fachlichen Aufteilung der Internisten. Insbesondere bei denen ist da ja ein riesiges Spektrum abdeckbar. Zudem scheint mir die Erhebung auch nicht total zuverlässig. Internistische Einzelpraxen haben eine geringe Kostenquote wie Gemeinschaftspraxen, das macht eigentlich keinen Sinn.

Auffällig sind auch die Unterschiede in beiden Statistiken. Inbesondere Radiologen, Hautärzte und Orthopäden bekommen in der zweiten Statistik viel bessere Gewinne bescheinigt, während Internisten deutlich verlieren.

Nautila
08.06.2010, 19:05
Wie sieht das eigentlich aus bei Honoraren für Kongresse und Lehre (Uni)?
Oder gibt es sowas nur, wenn man schon ein weltberühmter Forscher auf seinem Gebiet ist?

Da dürfte doch bei den Menschen, die fast wöchentlich auf Kongresse bis ins Ausland tingeln, ordentlich was zusammenkommen.

gnuff
09.06.2010, 00:17
Von kaum einer anderen Berufsgruppe gibt es so viele und gute Daten in Punkto Entgelt die frei abrufbar sind, wie bei Ärzten:

http://www.kbv.de/publikationen/125.html -> II Honorar
...
Die Daten erfüllen alle Anforderungen an Reliabilität und Validität. So ich hoffe damit sind die ellenlangen z.T. subjektiv gefärbten Eindrücke mal beendet :-party

Die Statistik im Ausgangspost bezieht sich aber nur auf angestellte Ärzte, dein Link auf Praxen...

anba
09.06.2010, 09:05
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-06/17107468-roundup-aerzte-bekommen-2-prozent-mehr-fuer-20-monate-016.htm

Lateiner
09.06.2010, 11:47
Habe gerade Ähnliches gelesen, und zwar hier: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/tarifeinigungaerzte102.html

Distress Misstress
09.06.2010, 12:54
Gingen dafür nicht bei Niedergelassenen 2% runter? (Argh, Quelle suchen...)

Lava
09.06.2010, 14:41
Wie sieht das eigentlich aus bei Honoraren für Kongresse und Lehre (Uni)?
Oder gibt es sowas nur, wenn man schon ein weltberühmter Forscher auf seinem Gebiet ist?


Also als durchschnittlicher Poster/Vortraghaltender bekommst du nichts. Und Lehre steht in deinem normalen Arbeitsvertrag als Teil deines Jobs drin. Gibt also auch nichts extra.

DrSkywalker
09.06.2010, 15:10
Gingen dafür nicht bei Niedergelassenen 2% runter? (Argh, Quelle suchen...)

Das eine hat mit dem anderen NULL zu tun, nichts.....

Was mich interessieren würde: Wie zufrieden sind die anwesenden Ärzte hier im Forum mit dem Abschluss?

milz
04.08.2010, 18:09
Nur mal zum Vgl. was Tiermediziner verdienen:

http://www.faz.net/s/RubC43EEA6BF57E4A09925C1D802785495A/Doc~EB992FA73C53F4BC6A9ECC47AD5697887~ATpl~Ecommon ~Scontent.html