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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ein "Klaps" ist Körperverletzung oder wo fängt Gewalt an...



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funny
11.12.2007, 16:20
das liest sich alles recht schön. Nach dem ductus: Papier ist geduldig. Anders wirds dann, wenn man im täglichen Leben steht.
Ich möchte einen zugegebenerweise blöden Vergleich anstellen:
Jeder von uns kennt den §1 der StVZO: "Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet.........wird."
Wenn nun ein Fahrzeuglenker während der Fahrt einen Herzinfarkt erleidet und sein Fahrzeug dadurch nicht mehr beherrscht und einen Anderen z.B. anfährt, schon hat er gegen diesen Paragrafen verstoßen.
Man muss also trotz allem Regelwerk abwägen. Es gibt eben nicht nur Schwarz und Weiß.

Parallele aus dem Familienhandbuch: "....Tut sich ein Kind zuviel Essen auf den Teller und missachtet die Warnung, dann darf es kein Dessert mehr erhalten....."
Wie gesagt, das liest sich recht schön, aber was wäre zu tun, wenn das Kind unbedingt ein Dessert haben will und anfängt zu schreien und zu toben?
Man könnte sogar so weit gehen und unterstellen, dass alleine mit der Verweigerung des Desserts bereits eine mehr oder weniger große seelische Gewalt auf das Kind ausgeübt wird.
Also was nun? Der Königsweg liegt wahrscheinlich wie so oft in der goldenen Mitte. Wer allerdings nur Schwarz und Weiß kennt, wird diesen Königsweg verfehlen. Basta???

Königsweg????? Papier ist geduldig???? ,Es reicht mir hier jetzt mit deinem blöden, peinlichen Geschwätz und diesem unsäglichen Verlgeich. KINDER HAT KEIN MENSCH IN DIESER WELT ZU SCHLAGEN. JA, BASTA UND ENDE.

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hennessy
11.12.2007, 16:31
Königsweg????? Papier ist geduldig???? ,Es reicht mir hier jetzt mit deinem blöden, peinlichen Geschwätz und diesem unsäglichen Verlgeich. KINDER HAT KEIN MENSCH IN DIESER WELT ZU SCHLAGEN. JA, BASTA UND ENDE.

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Siehst Du, wie schön man Dich provozieren kann? ;-) Was würdest Du jetzt machen, wenn ich Dein Kind wäre (Gott behüte, welche Vorstellung)? Mit mir diskutieren? Das kannst Du nicht mal hier, wo wir doch ohne Zwang miteinander reden könnten. Traurig! Wie würde dies erst aussehen, wenn wir uns face to face gegenüber stünden. Da könntest Du Deine Emotionen wahrscheinlich noch viel weniger im Zaum halten. Also bitte nicht Wasser predigen und Wein trinken, meine Liebe!

Christoph_A
11.12.2007, 16:36
@hennessy: Vorsicht, sonst kriegst keinen Nachtisch mehr und mußt um 8 ins Bett und das ohne Gute Nacht Geschichte-willst das wirklich riskieren? :-wow
@ funny: Wahrhaft beeindruckend pazifistische Gesprächskultur-fehlt nur noch der Satz: "Und wenns nicht spurst, dann kriegst einen in die Fr****!" Ein Musterbeispiel an Ausgeglichenheit.

hennessy
11.12.2007, 16:41
@hennessy: Vorsicht, sonst kriegst keinen Nachtisch mehr und mußt um 8 ins Bett und das ohne Gute Nacht Geschichte-willst das wirklich riskieren? :-wow
@ funny: Wahrhaft beeindruckend pazifistische Gesprächskultur-fehlt nur noch der Satz: "Und wenns nicht spurst, dann kriegst einen in die Fr****!" Ein Musterbeispiel an Ausgeglichenheit.
Hi Christoph!
Da sieht man wieder mal, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen. Ich finde es nur sehr sehr schade, dass der an sich interessante thread zugemüllt wird. Vielleicht könnte man es doch irgendwie teilen, wie es schon vorgeschlagen wurde.

alley_cat75
11.12.2007, 17:47
Herje, hier prallen ja wieder Fronten aufeinander. Trotzallem eine interessante und immer wieder erfrischende Diskussion. Obwohl selbst noch kinderlos, finde ich auch, dass man nur als Elternteil wirklich beurteilen kann, wie schwierig es ist, Kindern rein verbal Grenzen aufzuzeigen. Hier geht es nicht um Prügeln, Liebensentzug, Verwahrlosung. All diese schrecklichen Dinge lehnen wir hier doch mehrheitlich ab oder nicht?! Ich habe 2 Neffen im Grundschulalter und eine 4jährige Nichte. Alle drei haben es faustdick hinter den Ohren und testen täglich aus, wie weit sie gehen können. Einen Klapps gab es von mir noch nie; sonntags schicke ich sie immer wieder nach Hause. Aber es gab so manche Situation, da hätte ich den Radaubrüdern wirklich gern mal auf die Finger gehauen oder einen Klapps auf den Po. Du sagst 10 Mal nein und erklärst ruhig und kindgerecht und trotzdem versuchen sie, die Fische aus dem Aquarium zu angeln... :-wow Oder sie sind völlig überdreht, toben wie wild und kein vernünftiges Wort dringt mehr in ihre Spatzenhirne vor. Ja, da habe ich schon oft gedacht, wie man so etwas eigentlich 7 Tage die Woche aushalten kann. :-nix Schon mal beim Zappen Die Supernanny gesehen? Das sind nicht immer nur die Eltern allein. Viele junge Mütter sind überfordert und ihre Kinder merken das. Kinder brauchen Grenzen, unbedingt und wenn man diese mit einem Klapps zieht. Bevor jetzt wieder einige aufschreien: ich habe in meinem bisherigen Leben eine Ohrfeige und einen Poklappser bekommen. Und wisst Ihr was? Das war gut so. Mit 5 habe ich meiner Mama erklärt, sie sei eine blöde Kuh und ich komme abends rein, wann ich will. :-dance Mit 10 bin ich unerlaubt mit Papas Auto durch den Garten gefahren. Ich hatte einfach vergessen, wer die Bosse zu Hause sind und dass ich noch kein bleibendes Gebiss habe. :-)


Nach dieser Ohrfeige oder dem Klaps ist das Kind wieder "gut" drauf, gehorcht und macht, was ihr sagt? Ist das wirklich so? Ist das Kind nicht vielmehr erschrocken, traurig, verletzt und wird noch wütender?

Nein, ich habe begriffen, wozu Eltern da sind - um mich zu beschützen und mich vor Schaden zu bewahren.

Feuerblick
11.12.2007, 17:59
Aber was mich echt interessiert, sozusagen als Gewaltunerfahrene: Nach dieser Ohrfeige oder dem Klaps ist das Kind wieder "gut" drauf, gehorcht und macht, was ihr sagt? Ist das wirklich so? Ist das Kind nicht vielmehr erschrocken, traurig, verletzt und wird noch wütender?Du verkennst die Absicht des Kindes. Wenn (!) die Ohrfeige berechtigt und in der jeweiligen Situation SOFORT kommt, dann hat es mit einer Abstrafung gerechnet. Dann ist es bewusst (ja, sowas machen Kinder) ÜBER die schon verbal gesetzte Grenze gegangen. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass ich es eigentlich immer maximal weit getrieben habe und dass ich ab Ohrfeige definitiv wusste, dass es hier nicht weitergeht. Traurig, erschrocken oder verletzt war ich nie - ich hatte ja nichts erlebt, womit ich nicht gerechnet hätte. Ich hatte auch nie Angst vor meinen Eltern oder ähnliches, was immer als Horrorszenario angeführt wird.

Warum auch? Ich hatte es ja mehr oder weniger absichtlich so weit getrieben... ;-)

@Funny: Glaub mir, meine Eltern hatten keine Chance, mit mir zu diskutieren. Es wäre letztlich ganz klar zu Links-liegen-lassen und Traurigkeit seitens meiner Eltern gekommen... und DAS finde ich wesentlich gewaltsamer als ein Klaps oder eine Ohrfeige. Weil DAS nämlich sich eingräbt in die Seele eines Kindes. Oder hättest du deinen Vater jemals enttäuscht und traurig sehen wollen?

Hoppla-Daisy
11.12.2007, 17:59
Ally!!!!! Du machst mir langsam wirklich ANGST :-))!!!!!

Habe Ally nichts hinzuzufügen. Sehr schöner, kurzer Abriss, was Kinder doch alles als Grenzerfahrung probieren ;-).

alley_cat75
11.12.2007, 19:34
Glaub mir, meine Eltern hatten keine Chance, mit mir zu diskutieren.

Mit dieser Diskutiert-mit-den-Kinder-Mentalität komme ich nicht wirklich klar. :-dagegen Kinder sind Kinder und bis zu einem bestimmten Alter eben keine kleinen Erwachsenen. :-meinung Es gibt kein Eis vor dem Mittagessen ist eine Tatsache, die ein Kind lernen muss zu akzeptieren. Was ist das für eine Welt, in der ich als Mutter deswegen eine halbstündige Diskussion führen muss? Kein Eis, weil Mama das sagt. Basta! :-meinung Solche Beispiele können die Eltern unter Euch (und die Tanten und Onkel) beliebig fortführen. Sorry, wenn ich mit dieser blöden Sendung komme, aber die Supernanny ist für mich ein wirklich schönes Beispiel, wie ich meine Kinder sicher nie erziehen werde. Da braucht der Tag 72 Stunden, um elterliche Entscheidungen zu diskutieren und dann noch arbeiten zu gehen und ein bisschen Haushalt zu machen. :-oopss Im späteren Leben wird auch nicht alles ausdiskutiert. Wenn mein OA oder CA mir sagen, der Patient bekommt jetzt sofort 5000 IE Heparin, dann mache ich das, weil sie mehr (Lebens)erfahrung haben und nicht umsonst höhere Positionen bekleiden als ich. Ähnlich sehe ich das auch in der Elternrolle. ICH = Mama = mehr Erfahrung; DU = Kind = keine Erfahrung = gehorchen oder eine Erfahrung mehr sammeln; nämlich, dass heimliche Eisstiehlerei ( :-) ) vor besagtem Mittagessen ggf. auch mal einen Klapps auf die Finger verdient.

Dr. Pschy
11.12.2007, 19:55
"Es gibt kein Eis vor dem Mittagessen [...]"

GOTT SEI DANK wird jedes Kind irgendwann erwachsen und darf dann selbst entscheiden, was es tut :-) Wenn ich mir vorstelle, heute noch kein Eis vorm Mittagessen haben zu duerfen, auweia...

little_lunatic
11.12.2007, 21:06
gegenbeispiel: ich durfte als kind süßigkeiten essen wenn ich wollte - und heute find ich nix spannendes dran.

was mich erst recht wütend macht: anstatt dass man als eigentlich doch erwachsener mensch einsieht dass man überreagiert hat oder man mist gebaut hat oder ähnliches wird nach argumenten und gründen gesucht. "ja, aber das kind hat geschrien. ja aber..." da frag ich mich manchmal wer sich wie ein kind verhält.

jeder hat ein recht auf unversehrtheit. auch kinder. egal WIE sehr sie schreien oder was auch sonst. kinder schreien eben und sind stressig. aber es ist eben kein schreibtischstuhl von ikea sondern stress, verantwortung und kostet geld und nerven. keiner sagt dass es toll sein wird. aber meiner meinung hat es kein kind verdient. wenn dann war es ein fehler des erwachsenen. und dazu hat er oder sie dann gefälligst auch zu stehen udn sich nicht rauszureden oder die sache schön zu reden.

Feuerblick
11.12.2007, 21:30
Eine Sache hätte ich als Kind damals maximal schlimm gefunden: Wenn ich meine Mutter genervt hätte bis aufs Blut und sie mich entsprechend abgekanzelt oder mir meinetwegen einen Klaps verpasst hätte und sie hätte sich danach bei mir entschuldigt. DA wäre sie für mich total unglaubhaft geworden. Ich gehe eindeutig konform mit Alley, muss ich mal sagen... Wenn Eltern etwas sagen, dann hat das für das Kind Gesetz zu sein. Ich werde mit meinem Kind sicher nicht diskutieren. Gerne erkläre ich, WARUM das Kind nun genau das tun soll, was ich ihm sage, aber GETAN wird es trotzdem. Beispiel: Keine Lust auf Mittagessen, nur im Essen rumgestochert. Aussage Mutter "Okay, du muss nicht, wenn du Hunger hast. Aber Süßigkeiten bekommst du nachher auch nicht!". Halbe Stunde später: "Mama, darf ich Schokolade?" Antwort "Nein, du hattest vorhin keinen Hunger. Wenn du möchtest, kannst du gerne noch was vom Mittagessen haben, aber Schokolade gibt es keine". Punktum. Bis dahin ginge meine Erklärfreude. Ab da käme nur noch ein "Basta". Ich glaube, das ist das, was vielen Kindern heute fehlt. Die Erziehung dazu, ohne langes Diskutieren anzunehmen, was ihnen die Eltern/Erwachsenen und später Lehrer/Chef sagen. Ich meine nicht schwachsinnige Befehle. Aber eben die einfachsten Dinge...
Ich glaube nicht, dass meine Eltern mich falsch oder mit zuviel Gewalt erzogen haben. Ohrfeigen waren die Ausnahme, nicht die Regel. Aber wenns zu arg wurde, dann gabs auch mal eine. Einen Knacks hab ich sicher nicht davongetragen. Weil meine Eltern sehr liebevolle Menschen waren, die immer für mich da waren.
Seht nicht immer alles schwarz oder weiß. Grau gibts auch noch und das kann je nach Situation sogar das Beste sein. Kinder erziehen ist definitiv etwas, bei dem man auch auf die Situation individuell reagieren muss.

sodbrennen
11.12.2007, 23:16
Ich glaube nicht, dass meine Eltern mich falsch oder mit zuviel Gewalt erzogen haben. Ohrfeigen waren die Ausnahme, nicht die Regel. Aber wenns zu arg wurde, dann gabs auch mal eine. Einen Knacks hab ich sicher nicht davongetragen. Weil meine Eltern sehr liebevolle Menschen waren, die immer für mich da waren.
Seht nicht immer alles schwarz oder weiß. Grau gibts auch noch und das kann je nach Situation sogar das Beste sein. Kinder erziehen ist definitiv etwas, bei dem man auch auf die Situation individuell reagieren muss.
:-meinung

sehr schön, funkel!!

Christoph_A
12.12.2007, 08:18
@ Funkel: Schönes Beispiel-genauso hab ich das als Kind auch erlebt. Ich habe manchmal halt bewußt meine Grenzen ausgelotet. Und, wenn man nach x-maliger Ermahnung wieder nen Fußball gegen die Wohnzimmerscheibe donnert und die dann gütlicherweise auch noch bricht-naja, dann weiß man, warum man jetzt eine gefangen hat. War danach werder verletzt noch traumatisiert und ein Leistreter bin ich dadurch auch nicht geworden. Kinder brauchen Grenzen und die muß man ihnen auch aufzeigen. Ist auch für das Kind gut-ich wußte meist genau, wie weit ich gehen konnte. Und bis zur Grenze haben mir meine Eltern alle Freiheiten gelassen.
Nichts nervt mich mehr, als diese Kids, bei denen man sich denkt, ob die überhaupt sowas wie Erziehung genossen haben. Neulich stand ich nach ner Notarztnachtschicht im Supermarkt, als ein Vierjähriger mal fröhlich die ganzen Cornflakespackungen und Müsliriegel aus den Regalen auf meine Latschen geräumt hat. Als er auf höfliches Erklären, warum er aufhören sollte immer noch ungerührt weitergemacht hat, bin ich muffig geworden und hab ihm in lauterem Ton gesagt, er solle das jetzt sofort sein lassen-wisst ihr was passiert ist-die Mutter hat mich angepampt, daß ich die persönliche Freiheitsentwicklung dieses Kindes nicht beeinträchtigen solle und ich ihn jetzt traumatisiert habe-da fällt Dir nix mehr ein. Ich wär als Kid nie auf die Idee gekommen, sowas zu veranstalten,weil meine Mama da schon längst was gesagt hätte. Manchmal frag ich mich schon......

hiddl
12.12.2007, 08:30
Ich bin baff, das meint Ihr doch alle nicht ernst, oder :-???

Im Gegensatz zu den meisten hier habe ich ein Kind, das zugegebenermaßen erst 6 Monate alt und daher sicher noch nicht im Trotzalter angekommen ist. Trotzdem ist es manchmal schwierig, seit Wochen wacht sie nachts alle 1-2 h auf, da baut sich ein Schlafdefizit auf, das man als gewöhnlicher Nachtdienst-machender Arzt sich gar nicht vorstellen kann :-(( . Es gibt schlechte Tage, an denen sie den ganzen Tag nur motzt, das ist eben so. Es hat ja keiner behauptet, dass es einfach wäre, ein Kind großzuziehen, oder?

Trotzdem käme ich im Traum nicht auf die Idee, weder jetzt noch später, mein Kind zu schlagen, zu klapsen oder ihm sonst irgendwelche Gewalt anzutun. Ich meine, es ist mein Kind, wie könnte ich mir das jemals verzeihen?
Davon abgesehen - wie soll ich meinem Kind beibringen, dass man sich anderen Menschen gegenüber friedlich verhält, wenn ich das selbst nicht tue :-??? ?

Auch dieses ewige "dem Kind Grenzen setzen", das kann ich echt nicht mehr hören. Es gibt Grenzen, die sind da, über die wird nicht diskutiert (mein Kind darf nicht bei rot über die Straße laufen und auch nicht vom Balkon springen) und beim Rest hab ich kein Problem, wenn sich auch mal das Kind durchsetzt. So rechthaberisch bin ich nicht ;-). Ich glaube, Ihr unterschätzt das Lernen am Vorbild. Wenn die Eltern ständig Schoki essen, werden die Kinder auch welche haben wollen, wenn sie das nicht tun, dann wird auch die Schoki irgendwann uninteressant (und man kann sein Kind ja darauf aufmerksam machen, dass es sich dabei um suboptimale Ernährung handelt).

Und bevor jetzt das Argument kommt, dass es wegen Eltern wie mir so viele Gewalt und schreckliche Dinge unter Jugendlichen gibt - ich bin schon genau so erzogen worden. Ich wurde nicht geschlagen, nicht geklapst, man hat mich nicht angeschrieen und es gab auch keine sinnlosen Verbote, Liebesentzug oder was weiß ich. Trotzdem ist aus mir was geworden, ich bin Ärztin, nehme für gewöhnlich keine Drogen und habe auch noch keine Straftat begangen.

Soweit mein Wort zum Mittwoch,
Gruß, Ute

Doctöse
12.12.2007, 08:43
Danke, hiddl!!! :-top
Meine Großeltern haben mir meine Grenzen ebenfalls ohne Gewalt und Psychoterror gezeigt. Bei mir fruchtete nämlich eines: eine kurze, vernünftig ausgesprochene Erklärung, was an meinen Verhalten grad falsch war und manchmal auch ein einfaches aber bestimmtes "Nein".
Und ich war gewiss nicht immer das brave Kind. Auch wenn sie mir nur verbal und in vernünftigem Ton Grenzen gesetzt haben, hab ich diese Grenzen sehr wohl erkannt. Meine Geschwister im übrigen auch.
Schön, dass sich hier auch mal eine Mutter anderweitig äussert. :-)

little_lunatic
12.12.2007, 08:53
hiddl, öse, danke! find ich gut :-)

blanko
12.12.2007, 09:52
Klar wäre es nicht wundervoll, wenn wir ohne Klapse, Geschreie und sonstiges in der Kindererziehung auskommen würden. Wundervoll und Glückwünsche an alle, die das tatsächlich durchhalten. Es gibt sicherlich auch solche und solche Kinder (die ganz friedlichen und die absoluten Rabauken)- manchmal nicht nur Erziehungsbedingt. Natürlich soll man kein Kind schlagen.

Aber soll ich jetzt meine Eltern verurteilen und anzeigen, weil sie mich ind er Kindheit 2-3 mal mal rauher angefaßt haben? (auch bei mir nicht ohne Grund). Und muß man jetzt alle Eltern vertäufeln, denen mal der Geduldsfaden reißt, ihre Kinder aber sonst jahrzehnte lang lieben, unterstützen und bis aufs Blut verteidigen würden?

Übrigens fine ich hinkt der Vergleich, warum man seinen Chef nicht schlägt doch sehr. Wie oft schimpft man den hinter Verschlossener Tür oder im Auto über andere...ist das nicht auch Beleidigung und nicht in Ordnung? Natürlich, aber unter Erwachsenen kann man halt auch andere Wege bestreiten. Ich kann mein Kind ja schließlich nicht vor Gericht zerren und auf Einhaltung der Regeln verklagen.

Ist jetzt doof...aber ein Ausrutscher ist doch menschlich (Achtung gleich gibt es wieder einen Aufschrei)....nicht entschuldbar aber verzeihlich. Und ich hoffe mein Kind vergibt mir, wenn ich mal doch nicht an mich halten konnte (auch ich würde gerne eine Gewaltfreie Erziehung betreiben-nehme mich aber nicht aus, daß es mir passieren kann), genauso wie ich und viele andere es unseren Eltern vergeben hat.

hiddl
12.12.2007, 10:24
Ist jetzt doof...aber ein Ausrutscher ist doch menschlich (Achtung gleich gibt es wieder einen Aufschrei)....nicht entschuldbar aber verzeihlich. Und ich hoffe mein Kind vergibt mir, wenn ich mal doch nicht an mich halten konnte (auch ich würde gerne eine Gewaltfreie Erziehung betreiben-nehme mich aber nicht aus, daß es mir passieren kann), genauso wie ich und viele andere es unseren Eltern vergeben hat.

Das ist aber nicht das, was viele hier schreiben, die so tun, als könne man ohne Klapse oder Schläge sein Kind nicht erziehen.
Ich glaube zwar trotzdem, dass es ohne Gewalt geht, würde aber niemanden als "schlechte Eltern" o.ä. verurteilen, dem es in einer Extremsituation vielleicht trotzdem mal nicht gelingt. Es sollte in meinen Augen nur klar sein, dass das nicht normal ist, dass es ein Fehler ist und dass die Erwachsenen die Erwachsenen sind und sich auch so benehmen sollten.

Noch was anderes: Manchmal denke ich, ich lebe auf der Insel der Glückseligen, denn Kinder, wie Ihr sie beschreibt (im Supermarkt die Regale ausräumen...), habe ich noch nie erlebt. Dafür erlebe ich ständig Eltern, die in einem Ton mit ihren Kindern reden, dass einem ganz anders wird, die sich so wenig erwachsen verhalten - da würde ich als Kind auch trotzen.

Lg, Ute

Anilila
12.12.2007, 10:30
Klar wäre es nicht wundervoll, wenn wir ohne Klapse, Geschreie und sonstiges in der Kindererziehung auskommen würden. Wundervoll und Glückwünsche an alle, die das tatsächlich durchhalten. Es gibt sicherlich auch solche und solche Kinder (die ganz friedlichen und die absoluten Rabauken)- manchmal nicht nur Erziehungsbedingt. Natürlich soll man kein Kind schlagen.


So seh ichs auch: es gibt einfach Phasen, in denen man Kindern 1000mal auf die stille Treppe schicken kann, 17mal erklären kann, wieso gewisse Dinge mit gutem Grund verboten sind und es bringt in dem Moment einfach null. :-nix
Ich erinnere mich noch gut, als ich mit ca. 5 Jahren mal so richtig motzig-trotzig drauf war und so richtig Lust hatte, meinen Papa in den Wahnsinn zu treiben. Nachdem ich den Vormittag mit Zimmer verwüsten und anderen lustigen Sachen verbracht hatte und mein Papa immernoch nicht ausgeflippt war, hab ich dann beschlossen, einen schönen "Papa-ist-ein-Doofmann-und-nervt-Song/Tanz" aufzuführen, während der Tagesschau, verkleidet mit seinem neusten Anzug und verschönert mit Mamas teuersten Lippenstift... :-))
Da hats dann zum ersten und letzten Mal in meinem Leben geklatscht und ich konnt das voll akzeptieren! Bin weder traumatisiert, noch würde ich mich davon freisprechen, mein Kind später niemals zu schlagen.
Es gibt eben nicht nur antiautoritär oder Prügelstrafe, das sind Extreme und zwar beides Schlechte! :-meinung

hiddl
12.12.2007, 10:48
Von antiautoritär war doch nie die Rede :-???