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Der Leser möge sich sein eigenes Urteil über Mary's Pläne zur Bekämpfung des Welthungers ziehen. Ich bin (beinahe) sprachlos.
zur Footballmannschaft: kenne ich. Aber es macht einen kleinen Unterschied zwischen Dauerkannibalismus und Not-Kannibalismus.
airmaria
25.11.2002, 23:45
Original geschrieben von Froschkönig
... Diesmal finde ich jedoch, daß Du mit Deinen "Was wäre wenn..." Ausführungen in die Region der Polemik oder zumindest Phantasie abdriftest....
Ach Könich! ich wollte damit nur klar machen, daß es meiner Meinung nach durchaus sinnvolle Benimm- und Anstandsregeln gibt... nur das Tragen oder Nichttragen eines Hutes bei einer Sektion gehört für mich nicht dazu. Es ist eine Festlegung irgendwelcher Leute, die sich sogar geschichtlich von Zeit zu Zeit geändert hat...
Ein ähnliches Beispiel is das Rauchverbot in einigen Einheiten beim Tragen des Stahlhelms... weil doch soviele Soldaten mit Stahlhelm gestorben sind... das ist doch völlig absurd!
"Mary" airmaria
Froschkönig
25.11.2002, 23:46
@Air
Das man sich selbst plastinieren lassen will, kann ich ja nachvollziehen, die laternative ist wirklich nicht prikelnd...
Aber die Aussage zu dem kannibalischen Footballteam...tztztz...:-)
Das hieße hier in diesem zusammenhang, menschliche Reaktionen in Grenzsituationen zum alltag hochzustilisieren...und das wollen wir wohl kaum !
airmaria
25.11.2002, 23:48
Original geschrieben von hobbes
Der Leser möge sich sein eigenes Urteil über Mary's Pläne zur Bekämpfung des Welthungers ziehen. Ich bin (beinahe) sprachlos.
zur Footballmannschaft: kenne ich. Aber es macht einen kleinen Unterschied zwischen Dauerkannibalismus und Not-Kannibalismus.
Wer sagt denn, daß ich so den gesamten Welthunger bekämpfen möchte?
Aber wo Du von Not sprichst: das süße kleine Leben, was am nächsten Tag nicht mehr leben wird, hat keine Not?
"Mary" airmaria
Froschkönig
25.11.2002, 23:59
Original geschrieben von airmaria
Ach Könich!
"Mary" airmaria
Wenn Du nicht endlich mit diesem gönnerhaften "Ach König" aufhörst, komme ich vorbei und mähe Deine Wiese !!!!!!!:-D
luckyblue
26.11.2002, 03:10
Die Links müssten jetzt funzen. Wenn nicht: Einfach mal die Adressen von vorne aufrollen, dann findet man sich schon durch (mein ganz persönlicher Beitrag zur Service-Wüste Deutschland;-))
So, ich tobe mich noch mal ein wenig aus;-)
Zwei Erfindungen von Hagens werden die Zeit überdauern, die eine vielleicht, die andere sicher: Vielleicht sein Plastinationsverfahren, sicher aber sein Geniestreich, wie man einem nackten Manne in die Tasche greift. 110 Millionen Euro Eintrittsgelder und eine florierende Merchandisierung mit Shirt und Mousepad – vor sich selbst wird der Plastinat-Tycoon kurz mal den Hut lüften und rasch versichern, dass es um das Füllen von Bildungslücken gehe, nicht um Marktlücken. Nicht um Kommerzialisierung, sondern um Demokratisierung. Anatomie für alle – Tod auch.
Tod - was wir davon wissen und meinen
Von Hagens will den Tod demokratischer machen, was nicht Not tut: Der Tod ist urdemokratisch in seinem Wesen - er kommt zu jedem, ob Bettler oder König, Moslem oder Christ. Und wenn er kommt, dann geht das Leben. Das mag banal klingen, ist es aber nicht: Denn was heißt das - Tod? Und was heißt das - Leben? Wir wissen es nicht und können es nicht wissen, weil wir nicht sehen, was der Tod mit der Seele macht. Nicht sehen, ob er der Seele den Garaus macht oder nicht, nicht mal wissen, ob es so etwas gibt - Seele. Quo vadis, Seele, wenn der Kahn nach der Odyssee des Lebens im Port des Todes vor Anker geht? Quo vadis, Seele - ins Dorado auf dem Festland oder auf große Fahrt zu neuen Ufern? Taut die Seele gar auf in den Elementen (Kreislauf zwischen Seele/Wasser/Erde/Wasser/Seele nach Heraklit von Ephesos, dem Promi-Vorsokratiker)? Wir wissen es nicht. Geburt und Tod - wir sehen nur die beiden Grenzposten unseres irdischen Daseins; und wir durchpflügen das ausgespannte Land zwischen ihnen, ohne den Boden zu kennen. Was ist das Leben - ein Zwischenlandeplatz im Kontinuum zwischen Leben, Schlaf und Tod? Leben als ein Bewusstseinszustand, Tod als "Schlafes Bruder"?
Und was ist die Seele? Ist die Seele unsterblich oder nicht, ist sie unkörperlich oder nicht, wer hat Recht - Platon oder Epikur? Platons Seele, die umherflattert zwischen der vergänglichen "Sinneswelt" (Leben) unserer Wahrnehmungen und der ewigen "Ideenwelt" (posthum und postnatal) jenseits unserer irdischen Bahnen. Platons Seele, die die Ideenwelt sieht, wenn sie die Phänomene der Sinneswelt ("Schatten der Ideenwelt") betrachtet, weil sie die vorgeburtlichen Erfahrungen in der Ideenwelt auf der Festplatte gespeichert hat. Platons Seele, die die Fesseln der irdischen Existenz zu sprengen trachtet unter dem Eindruck der Ideen. Tod als Fixgestirn, Philosophie als praktizierte Sterbehilfe in Eigenregie.
Das Verfallsdatum der Seele wird mit dem Tode nicht erreicht - ein Gedanke, der sich wie ein roter Faden durch alle relevanten Weltreligionen zieht. Für sie kommt mit dem Ende ein neuer Anfang, für andere das dicke Ende und nichts weiter. Auch ein Ansatz: Mit dem Tode läuft das Verfallsdatum der Seele ab, da sie wie der Körper selbst materiell ist. Klappe zu, Seele tot, Affe auch. Apologet dieses Gedankens ist Epikur, als Hedonist der Altertum-Bonvivant par excellance. Der Tod sei die Abwesenheit der Sinnesempfindung und von daher absolut unspektakulär. Epikurs Herzensangelegenheit war die Einbürgerung einer lebensbejahenden Nonchalance im Umgang mit dem Tod.
Und was meint der "godfather of Philosophie" namens Sokrates zum Thema? Weiß nicht, was er wissen kann und was nicht. Typisch, war ja nichts anderes zu erwarten. Der Tod sei, doziert er in seiner "Apologie", entweder ein "Nicht-Sein" oder aber die "Übersiedelung der Seele", in jedem Fall aber ein lauschiges Plätzchen. Aha. Danke. Nö, kann man sich was für kaufen.
Tod - was wir damit machen und was daraus wird
Wir werden alle 150, bei uns macht der Tod eine Ausnahme. Und da der Herr Professor Power-Plastinator noch viel, viel älter wird und das ganz, ganz sicher weiß, hat er auf seine Biographie auch gleich "Endlich unsterblich" raufgepappt. Nomen est omen. Oder "Schall und Rauch"? Hoffentlich.
Laut Sigmund Freud sind wir im Unterbewussten von unserer Unsterblichkeit überzeugt. Wir sehen den Tod erst, wenn er aus der Dunkelheit heraus an uns herantritt; und dann senken wir erschrocken den Blick und hoffen, dass er uns übersieht. Er wird uns übersehen - und seine Schulter streift uns im Vorübergehen. Respektlos, tödlich - im Vorübergehen.
Die Wahnidee der Unsterblichkeit bricht sich heute Bahn in der "Ausbürgerung des Todes" (Philippe Aries). Das ist ein gesellschaftliches Dilemma. Früher, auf dem Dorf, vor der Ära urbaner Unbill, war noch alles in Ordnung. In der Großfamilie saß der Tod am Küchentisch, wenn die Zeit reif war. Jeder wartete auf das, was kommen sollte. Und dann kam alles ganz anders. Urbanisierung, Wohlstand, Patch-work-Familie - die Großfamilie wird zum Anachronismus und der Tod unter den Tisch gekehrt. Versteckt. Verteufelt. Vergessen. Weil er Sand im Getriebe der Freizeitgesellschft ist. Weil er neben der radikalen Umwälzung unserer Lebensumstände als ewig Gestriger auftritt. Weil er einfach unterm Strich doch ziemlich uncool ist.
Das hat Konsequenzen. Trauer tut weh, aber nicht trauern dürfen noch viel mehr; und dann ist das Geschrei groß. Mag sein, dass die Zeit alle Wunden heilt, weil ja aus Napoleon schließlich auch noch ein Cognac geworden ist, aber ohne Zeit läuft nichts. Denn wenn die emotionalen und kognitiven Prozesse der Trauerarbeit (Schock, kontrollierte Phase, regressive Phase, adaptive Phase - nach Yorik Spiegel) im Korsett des Alltags eingeschnürt werden, sucht sich die Trauer andere Ventile: psychosomatisch (Colitis, Depression) oder psychosozial (Aggressivität), meint Kübler-Ross. Die soziokulturelle Bedeutung der Trauer fußt auf der Sensibilisierung dafür, was gut ist für den einen und schlecht für den anderen. "Si vis vitam, para mortem", räsoniert Freud.
im nächsten Beitrag geht's weiter!
luckyblue
26.11.2002, 03:13
Tod - was von Hagens damit treibt
Die Vorbereitung des Todes als Lebenselixier im Horrorszenario der Anonymisierung der Trauer - trifft von Hagens mit seinen Aktionen den Nerv der Zeit? Ja, er trifft den Nerv, und zwar den Schmerznerv. Warum? Seine Ziele können, seine Taten müssen kritisiert werden.
Ziele:
Den Sinn schulen für Natürlichkeit, Individualität und anatomische Schönheit des Menschen - das hat sich der Kampf-Plastinator auf die Fahnen geschrieben. Wem reicht das als Grabinschrift?
Natürlichkeit des Menschen: Nein, nichts ist natürlicher als ein Plastinat mit Basket-Ball, zur Schau gestellt in einem Londoner Schaufenster als Halloween-Special - ein didaktischer Home-Run regelrecht. Nein, nichts ist natürlicher als Plastinate, die dem Gaffer in jovialer Geste ihre eigene Leber auf dem Handteller präsentieren (schau her, ich war ein Trinker), ihre Haut lässig huckepack nehmen (guck mal, ein Intim-Tatoo) - christopherusgleich die Last ihrer selbst tragend als Sinnbild für ein Schicksal ohne Notausgang zu Lebtagen - oder in Andeutung einer Jonglage mit Hirnhälften von Mensch und Pferd als Reiterstandbild posieren gleich einem Phallussymbol menschlicher Hybris über die niedere Kreatur. Nein, nichts ist natürlicher, als mit einer Handvoll Leichen die Berliner Love-Parade kräftig aufzumischen. "Rest in peace" – ach, geh doch, wo du wohnst. Lass die Puppen tanzen!.
Individualität der inneren Gesichtszüge - von Hagens, der Frauenversteher, endlich achtet einer auf die inneren Werte. Klar, dass eine Kopie da nicht mit einem Original mithalten kann. Modelle seien Interpretationen, denen in puncto Lerneffekt schnell die Puste ausgehe. Logisch – wer Fußball spielen lernen will, schaut sich ja auch zuerst 200 Länderspiele an, bevor er sich mal die Spielregeln verklickern lässt.
Individualität sells – auch beim öffentlichen Sezieren. Wer will schon Sermon für den Mammon? Empfehlung des Hauses heute zur geistigen Erquickung: Als Horsd’oeuvre eine Schöpfkelle Präparationsfluidum aus dem geöffneten Bauchraum, als Hauptgang Säuferleber, kredenzt mit einem Hauch von Bordeaux, und zum Dessert Großhirn, tranchiert im eigenen Saft. Ganz in seinem Element als "Event-Anatom" verwurzelt, füllt von Hagens die abstrakten Begrifflichkeiten mit Leben: Während er die sezierten Organe - angerichtet in mundgerechten Portiönchen im Silber der Petrischalen und drapiert mit wohligem Schauder als Sättigungsbeilage - dem wissbegierigen Publikum serviert, würzt er kräftig nach: Hier eine Prise Pathologie, da eine Spur Anamnese. Dass der 72jährige Geschäftsmann aus Köln mit 50 seinen Job verloren und seitdem gesoffen habe wie ein Loch und geraucht wie ein Schlot. Und dass er am 17. März gestorben sei. Ja, das muss man wissen, um die Funktionsweise des menschlichen Körpers zu verstehen, keine Frage.
Vor der Kulisse der Individualität unseres Interieurs wird das Wirken des Leichen-Gurus dann also reüssieren, wenn Thomas Gottschalk den ersten Wettkönig präsentiert, der mit der Wette kandidierte: "Ich unterscheide blind 200 männliche Leichen an der Größe ihrer Corpora cavernosa!"
Tat und Wirkung:
„Schicht für Schicht nähern wir uns beim Sezieren dem Tode“, meint Formalin-Schnüffler von Hagens und unterstreicht damit seine materialistische Todesauffassung. Wenn er sein Skalpell zum Zwecke der Ausstellung in das Fleisch der Leichen fräst, mausert er sich damit zwar nicht zum Totengräber unserer Gesellschaft, untergräbt aber die Fundamentalnorm aller demokratischen Gesellschaften - die Menschenwürde. Aus zwei Gründen. Erstens: Wer Leichen auf dem Präsentierteller offeriert, nimmt eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte durch die Öffentlichkeit in Kauf. Zweitens, und das fällt mehr ins Gewicht: Aufgrund des gesetzlich postulierten Fortwirkens der Menschenwürde über den Tod hinaus sind Leichen nicht eigentumsfähig, d. h. die Erhebung von Eintrittsgeldern dürfte lediglich das Tilgen von Unkosten bezwecken. Wer sich aber eine goldene Nase verdient mit der Zurschaustellung der sterblichen Hülle, verdinglicht Leichen zu den gefügigen Puppen eines Panoptikums mit Varieté-Charakter.
Tod – was wir damit tun sollten
Die Bausteine im Wertemosaik unserer Gesellschaft sind überwiegend utilitaristischen Ursprung („Glück für die größtmögliche Individuenzahl“) und subsummieren sich zu unserem Begriff von der Menschenwürde.
Was ist Menschenwürde?
Menschenwürde steht für den Bereich, der dem menschlichen Individuum zusteht und von Artgenossen nicht ohne weiteres überschritten werden darf: Sie respektiert den Menschen als Träger höchster geistig-sittlicher Werte und gesteht der Person aufgrund ihrer Vernunftbegabung eine eigenverantwortliche Selbstbestimmung zu.
Was resultiert aus der Menschenwürde für den Umgang mit dem Tod?
Erstens für die Lebenden: Seit den ersten Bestattungszeremonien vor 60000 Jahren investieren wir Gedanken und Gelder, um mögliche spirituelle Komponenten in der Verflechtung von Leben und Tod zu ergründen. Ohne Ergebnis. Doch gerade die Unwissenheit in puncto metaphysischer Aspekte des Todes zwingt uns zu einem menschenwürdigen Umgang mit der sterblichen Hülle.
Zweitens für die Toten: Die Freiheit des Toten endet, wo die Freiheit des Lebenden beginnt. Wer über den Tod hinaus Rechte für sich einfordert, darf bei den Pflichten nicht knausern. Es ist eine erhabene Pflicht im utilitaristischen Sinne und sollte eine Ehre sein, den Begleitern des eigenen Lebensweges eine erfüllende Trauerarbeit zu ermöglichen, was im Idealfall eine Erdbestattung als Fokus der Trauer einschließt (für den Satz wird‘s Kritik hageln;-), wenn ihn noch wer liest). Dass sich sowohl Organtransplantation als auch Sektionen zu wissenschaftlichen Zwecken auf dieser Folie problematisch gestalten, darf nicht darüber hinweg täuschen, dass eine „Input-Output-Analyse“ unter utilitaristischen Gesichtspunkten tendenziell eine Durchführung derselben befürwortet.
Anders bei der Plastination – schon der implementierte Egoismus, die Umwelt körperlich überdauern zu wollen, muss gallenbitter aufstoßen. Das Natürliche soll gehen, das Kulturelle bleiben; der biologische Verfall gehört zum Leben, ist das Leben – töricht, ihn aufhalten zu wollen bis in eine Zeit, wo das Morgen gestern und unser Milieu vergangen ist.
Wir müssen akzeptieren, dass wir als gefallenes Blatt im Herbst nicht mehr zurück an den Zweig können. Wir leben in einem Milieu, das mit uns stirbt. Denn wir sind alles und nichts durch unsere Mitmenschen, ihre Gesichter geben uns Augen, ihre Sprache Ohren, ihre Worte Bewusstsein. Wir suchen Wege und finden einen Sinn, weil wir sie sehen und uns erkennen. Eingesponnen in den Kokon ihrer Nähe bleiben wir unsterblich bis zum Ende ihrer Wege.
„Da ist ein Land der Lebenden
Und da ist ein Land der Toten
Die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe
Das Einzig-Bleibende, der einzige Sinn“
(Thornton Wilder)
cu, luckyblue
luckyblue
26.11.2002, 03:21
Was du schon immer über Religion wissen wolltest und nie zu fragen wagtest;- )
Das Verfallsdatum der Seele ist mit dem Eintritt des Todes noch nicht abgelaufen - diese Vorstellung zieht sich wie ein roter Faden durch alle relevanten Weltreligionen:
Hinduismus:
Ob die heilige Kuh jetzt gerade BSE hat oder nicht, schlägt dem Hindu schon auf den Magen. Wichtiger ist aber, dass das "Karma" ("Lohn der Taten") stimmt, was immer dann der Fall ist, wenn das Ursache-Wirkungs-Gefüge seiner Handlungen ins Bild passt. Karma mau, Karma whow - unterschiedliche Qualifikationen münden ein in qualitativ unterschiedliche Wiedergeburten: entweder in der Wiege einer hohen Kaste oder als grüner Kaktus auf dem Fenstersims einer öffentlichen Bedürfnisanstalt.
Und da das ja irgendwie auch kein erfüllendes Dasein ist, haben die Hindus sich in den Kopf gesetzt, diesem circulus vitiosus ("samsara" - ewiger Kreislauf von Leid und Tod) zu entrinnen, Richtung "Erlösung" bzw. "Erleuchtung" (mokscha - Vereinigung mit der Gottheit).
Und der Weg dorthin? Karma (Weg der Taten), Jaina (Weg der Erkenntnis), Bhaki (Weg der liebenden Hingabe).
Buddhismus
Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich - für den Laien ist die Differenzierung zwischen Hinduismus und Buddhismus ein lustiges Gesellschaftsspiel. Die Zielvorgabe (mokscha/Nirvana) ist dieselbe, der Weg anders und die Kaste egal. Eckpfeiler sind die "Vier Edlen Wahrheiten" (Dharma), nämlich
a) Leben ist leidvoll,
b) b) Ursache für a) ist unwissendes Begehren,
c) Überwindung des Leidens möglich,
d) Mittel für c) ist der Edle Achtfache Pfad (da geht's um rechte Gesinnung [nein, nicht politisch], Lebensführung, Konzentration und Kontemplation).
Die Souveränität, mit der das Leid ins rechte Fahrwasser bugsiert wird, umreißt die Standortbestimmung des Buddhisten in der Hierarchie von geistiger Unwissenheit (avidiya), Begehren (kama), Tod (mara) und transzendenter Weisheit (vidiya) mit Befreiung (mokscha) all inclusive. Und das dauert - bei Buddha selbst circa 100 Wiedergeburten.
Pythagorismus – na ja, Weltreligion isses ja nicht gerade ...
Die Pythagoreer mit Hindus und Buddhisten in einen Topf zu werfen, wäre für jeden stud. phil. vermutlich ein handfester Exmatrikulationsgrund. Für mich nicht;-) Die Schnittpunkte zwischen asiatischen Religionen und philosophischen Strömungen Griechenlands sind natürlich eher weiße Raben (nein, keine Eulen;-)), aber die pythagoreische Idee des Seelengerichtes mit Wiedergeburt in Abhängigkeit des Lebenswandels ähnelt doch stark den Gesichtszügen von Hinduismus bzw. Buddhismus.
Chinesen
Wo bleibt die Seele im Land, wo die Mauer noch steht? Nach chinesischem Volksglaube steigt die Geisterseele als Geist in eine übergeordnete Welt auf.
Islam
Das pfeifen ja mittlerweile die Spatzen von den Dächern, nicht nur von Moschee und Minarett - die Litanei von den "Gärten der Wonne", wo die Seelen der Verstorbenen mit je 200 jungfräulichen "Paradiesmädchen" am Hals lustwandeln. Nichtsdestotrotz konkurrieren im Islam heterogene Todesvorstellungen.
Judentum
Der Körper stirbt, die Seele lebt ewig. Basta. Ziel ist die "Vereinigung von Anfang und Endlosigkeit", die "große Versöhnung"; eine Topographie über das Jenseits existiert nicht.
Christentum
Klar, dass die Christen als jüdischer Ableger den Unsterblichkeitsgedanken der Seele tradieren. Ziel ist die "ewige Gemeinschaft des Menschen mit Gott". Zwar gibt es unterschiedliche Grade der himmlischen Seligkeit in Abhängigkeit vom irdischen Lebenswandel, aber alles in allem ist doch alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ob Messerstecher oder Tugendwächter – selig werden sie alle, weil Gott barmherzig ist und vergibt. So barmherzig, dass er mir sogar mein latent blasphemisches Geschreibsel vergeben wird;-)
cu, luckyblue
... meinen persönlichen "Senf" dazugeben.
Ich bin zwar "nur" Physiotherapeut und nicht Mediziner (was ich manchmal bedaure, aber bei der momentanen Situation eher nicht, das steht jedoch auf einem anderen Blatt) ... jetzt das grosse ABER:
Ich habe mir von Hagens' "Körperwelten" auch angesehen. Zugegebenerweise ist man über die Herkunft der Präparate im Ungewissen. Aber ich möchte auch nicht unbedingt wissen, ob nicht vielleicht Herr X aus der Nachbarschaft da vor mir ausgebreitet steht, liegt oder wie auch immer.
Nein, ich habe eigentlich meine anatomische Neugier befriedigt und musste feststellen, dass ich manche Zusammenhänge aus der Ausbildung doch umstellen musste. Im Lehrbuch war alles wundervoll erklärt und toll gezeichnet. Und dann steht man vor einem (ich sag mal "normalen") Präparat und muss feststellen "oooops...." das scheint mir ja doch ganz anders zu sein.
Das zu "Körperwelten"
In meiner Familie gab es reichlich Diskussionen über den Sinn bzw Unsinn einer öffentlichen Obduktion.
Sicher ist von Hagens nicht unbedingt Vorreiter des guten Geschmacks, aber unbedingt von der Sensationslust der Menschen zu leben, das traue ich ihm weniger zu.
Ich glaube eigentlich eher, das das Thema aufgrund von Nachrichtenlöchern und der allgemeinen Sensations- und Blutgier der Sender derart ausgeschlachtet wird.
Wen interessieren denn heute schon noch "normale" Nachrichten?
Interessant wird es für die breite Masse erst bei Katastrophen, Morden oder ähnlich gelagerten Ereignissen.
Ich für meinen Teil wäre gern bereit gewesen, 19 € für einen Platz auszugeben. Denn wenn ich eines bedaure an dem Fakt, nicht Medizin studiert zu haben, dann ist es der PräpKurs. Denn nur so kann man meiner Meinung nach nachvollziehen, wie und wo die unterschiedlichen anatomischen Gegebenheiten funktionieren.
Und da sich ein Physiotherapeut nunmal nicht einfach in den PräpKurs mogeln kann, muss man halt auf andere Möglichkeiten ausweichen.
Sicherlich ist meine Meinung nicht die der breiten Masse und "die Nachbarn waren auch schon da deswegen müssen wir auch hin" find ich abgrundtief furchtbar. Aber ich bitte Euch, auch Interesse der medizinverwandten Berufe zu akzeptieren. Immerhin würden sich sicherlich Patienten beschweren, wenn man statt einer z.B. richtigen Behandlung eines (sagen wir's mal volksverständlich) Tennisellenbogens plötzlich den Leuten an der Schulter oder gar am Knie rumbehandelt....
Kollegiale Grüsse,
Sabo
Sebastian1
26.11.2002, 09:29
@luckyblue:
Vielen Dank für deine ausführungen. Ich habe sie mit großem Interesse gelesen und vieles war mir neu.
Eine sehr differenzierte Betrachtung mit vielen Hintergrundinformationen - das würd ich mir öfter wünschen :-top
Gruß,
Sebastian
Alles wird gut
26.11.2002, 10:44
Da schaut man nach einem Tag Pause mal wieder hier rein und die Diskussion hat sich auf Irrwegen verlaufen, dass ich kaum glauben konnte, schon wach zu sein!
Plötzlich geht's hier um Benimmregeln, Kannibalismus, geschichtliche und religiöse Ausführungen seitenweise- zugegeben stellenweise recht interessant aber überhaupt nicht auf den Punkt gebracht!
@hobbes: Du erwartest, dass jeder Deine Postings so versteht, wie Du sie meinst. Aber wenn Airmaria einen hypothetischen Vergleich mit Not und Menschenfleisch zieht- dann nimmst Du sofort jedes Wort "todernst", da solltest Du Mary aber langsam ein bisschen besser kennen...
Und jetzt wird sich tatsächlich nicht mehr darüber beschwert, dass jemand öffentlich Leichen aufschneidet, sondern, dass er den Hut dabei nicht abnimmt!?!!?! Hallo?!? Kommt mal wieder runter!
Gerne werden in dieser Diskussion die Gefühle der Hinterbliebenen angeführt- dann geht mal ein halbes Jahr nach dem Versterben eines geliebten Angehörigen zu der trauernden Familie und erzählt denen, dass der "Opa" wegen eines Kunstfehlers frühzeitig gestorben ist und man, wenn man das nachweist, eine Menge Schadensersatz bekommt..............
Da fliegen die Särge regelrecht aus der Erde!!!
Die Würde der Toten: In manchen Ländern gibt's das, glaub ich schon, hier wird es gerade diskutiert: Bilder von Raucherlungen usw. auf Zigarettenschachteln abzudrucken, nach dem Motto: Sei nicht so blöd, wie die es waren!
Wir leben in der Unterhaltungs- & Spaßgesellschaft, dass hat keiner von uns verschuldet, aber wir machen alle mit, die wir zuhause an den Rechnern sitzen und uns virtuell unterhalten!
Und eine große Erkenntnis dieser Zeit ist, dass man besser lernt, wenn's Spass macht bzw. interessant ist.
Wir haben früher in der Sek 1 auch mal Organe im Unterricht gehabt- Schweinelunge, Leber, Fischauge...
da hatte keiner Ahnung von Partialdrücken oder dünnen Linsen geschweige denn vom Citratzyklus aber die Stunde war so interessant dass ich mich heute noch daran erinnere.
RamonaS.
26.11.2002, 12:03
Also ich kenne weder bei der öffentlichen Sektion noch bei der Ausstellung die genaueren Umstände, aber jetzt mal grundsätzlich: was ist daran auszusetzen, wenn auch Laien oder solche die mal später Medizin studieren wollen die Möglichkeit haben, die Anatomie des Menschlichen Körpers kennenzulernen? Ich meine verwerflich wird es doch dann, wenn man daraus so ne Art Kommerz macht, aber wenn sich die Leute zur Verfügung gestellt haben, dass sie nach ihrem Tod wissenschaftlichen Zwecken zu Verfügung stehen ist es doch egal ob das jetzt 100 Studenten sehen oder 500 Interessierte...
Ramona
Froschkönig
26.11.2002, 12:32
Original geschrieben von RamonaS.
...Ich meine verwerflich wird es doch dann, wenn man daraus so ne Art Kommerz macht, aber wenn sich die Leute zur Verfügung gestellt haben, dass sie nach ihrem Tod wissenschaftlichen Zwecken zu Verfügung stehen ist es doch egal ob das jetzt 100 Studenten sehen oder 500 Interessierte...
Ramona
Sind Eintrittspreise also kein Kommerz ?
Ich denke, jeder der schonmal in eine Leiche reingekuckt hat weiß, daß der alte Anatomen-Lehrspruch: "Was man nicht weiß, sieht man nicht" mehr als zutreffend ist.
Deshalb ist eine Sektion einer didaktisch nicht aufbereiteten Leiche für einen Laien (man möge mir das deftige Wort verzeihen) Perlen vor die Säue geworfen. Denn was der Laie erkennt sind vielleicht die Organe und wenn's hochkommt noch ein oder zwei markante weil jedermann bekannte Muskeln und das war's - und die Menschenleber sieht ja jetzt nicht so abenteuerlich anders aus als die Ringerleber.
Welcher Laie schaut vorher ins Anatomiebuch, damit er nachher bei der Sektion weiß, was für Abgänge die Aorta hat?
Auch die Erkenntnis, daß der komische Knubbel, der da in der Leber drinsitzt ein Tumor ist kann problemlos auf anderem Wege gewonnen werden.
Deshalb halte ich den "didaktischen" oder "aufklärerischen" Effekt dieser Veranstaltung für nahe null gehend, was bleibt ist das "jetzt hab ich das auchmal gesehen"-Erlebnis auf Kosten eines Toten. :-???
ehemalige Userin 24092013
26.11.2002, 17:26
.........ich denke ehr, dass es darum weniger um Äste der Aorta geht Rico.
Sondern ehr um die Sache an sich................einem Laien zu zeigen, wie genau es in einem Menschen aussieht...........es soll ja tatsächlich Leute geben, die glauben, dass Nieren in der Herzgegend sitzen..........allerdings denken die auch man studiert nur drei Jahre Medizin. :-D
Aber mal im Ernst, es ist absolut nicht verwerflich, wenn man sowas in der Öffentlichkeit zeigt..................denn fakt ist, auch wenn viel kontrovers drüber diskutiert worden ist, am Schluss wurde es doch erlaubt!!!!
Viele Nichtmediziner haben auch nen Anatomieatlas zu Hause........und wer das gerne mal "live" sehen will kann es dann zun..............wer damit nen Problem hat soll nicht hinsehen.
Bei den, um mal mit Marys Worten zu arbeiten, Schokokindern aus Afrika schaut doch auch kaum noch jemand hin.
Aber kaum fliegt mal ein Flugzeug in ein Hochhaus ( ich persönlich finde den Vorfall auch schrecklich), ist das Geschrei gross...............
es wird von tiefer Anteilnahme aus sämtlichen Ländern gesprochen, was auch o.k. ist, aber es kommt schlimmer...............man ruft auf, für die Opfer des mehr oder weniger reichsten Landes der Welt Geld zu spenden.................und keiner interressiert sich für die täglich zu hunderten oder tausenden Sterbenden in den Entwicklungsländern!!!!!!!!!!!! Da sind plötzlich alle Augen zu und kein Geschrei mehr!
Wirklich erschreckend.............ich glaube, irgendwas läuft da nicht richtig.
Und wer bitte schön regt sich über den Hut von Hagens auf..............jeder einzelne steht dem Tod mit seinen persönlichen Ansichten von Respekt gegenüber................so ein Hut ist doch nur Individualität...................wichtig ist doch, was man im Herzen fühlt...............bzw. wie man im Herzen mit dem Tod umgeht.............und auch ein Hagens hat seine Art von Respekt.........ich kann mich nicht dran erinnern, dass er da wie "wild rumgeschlachtet" hat.
Wie auch immer, um die Sache mal auf den Punkt zu bringen.............Leute! Verschliesst doch nicht vor den wesentlichen Dingen des Lebens die Augen..........das ist ja furchtbar.
Gruss Kaddel
was ist daran auszusetzen, wenn auch Laien oder solche die mal später Medizin studieren wollen die Möglichkeit haben, die Anatomie des Menschlichen Körpers kennenzulernen?
Ist es denn wirklich wirklich nötig, einen echten Menschen dafür aufzuschneiden?? Nein!!!!!!!!!!! Bücher tuns auch und sind aufgrund der Farben auch viel besser als eine Leiche, wenn es wirklich darum gehen WÜRDE, etwas über den menschlichen Körper zu lernen.
:-meinung
luckyblue
26.11.2002, 18:24
@Kaddel
Dann nenn sie doch mal, die wesentlichen Dinge! Sorry, aber so einen Sermon von oberflächlicher Vermengung nicht zusammengehöriger Sachverhalte habe ich hier schon lange nicht mehr gelesen.
Und was den Respekt des Plastinat-Tycoons angeht: Das Problem ist ja gerade, dass er mit seiner Hutmode im Augenblick der Sektion seiner Anatomen-Tradition (Dr. Tulp, vgl. oben) mehr Respekt zollt als dem Körper des Verstorbenen. So etwas ist bestenfalls Weißkittelmentalität und schlimmstenfalls Anmaßung, hat mit respektvollem Umgang mit Leichen aber weniger zu tun.
Und wenn dir das nicht reicht: von Hagens führt seine Sektionen in Ausübung seiner Professur in Kirgisien normalerweise vor versammelter Medi-Mannschaft unter freiem Himmel durch. Dabei sticht er dann immer schelmisch mit dem Skalpell in den vermöge des Präparationsmittel errigierten Penis der Leiche - mit den WOrten: "Viagra braucht der nicht mehr!" Schnippschnapp ab. Wenn du das für respektvollen Umgang hältst, möchte ich von dir keinen Totenschein ausgestellt bekommen.
Dass dieses ganze Aufklärungs-Gefasel Bullshit ist, versteht sich eigentlich sowieso von selbst. Außerdem - wenn es tatsächlich um Volksbildung ginge, würden ja nun wirklich Wachsmodelle voll und ganz ausreichen. (Aber ich sehe schon, dass du meinen vorhergehenden Beitrag übersprungen hast.) Dass es von Hagens hauptsächlich um seine eigene Profilneurose und ums knüppeldicke Geldverdienen zu tun ist, beweist wohl am besten die geschmacklose Kommerzialisierung und diese ganzen PR-Gags im Umfeld. Was haben denn MOusepads, Kalender, T-Shirts oder Halloween-Artikel bitte mit anatomischer Bildung zu tun? Und who the fuck hat Mister Power-Plastinator geritten, dass der mit seinen Leichen auf der Love-Parade rumhampelt? RIchtig: der schnöde Mammon!
cu, luckyblue
ehemalige Userin 24092013
26.11.2002, 21:44
...............ich dachte, das wäre einigermassen klar rüber gekommen, dass es um die wesentlichen Dinge geht............ich habe gesagt, jeder hat seine eigene Art von Respekt über den Tod..............wie es dann ein einzelner Mensch in seinem Herzen oder in seinen Gedanken mit sich ausmacht, ist seine Sache............und die Leute, die sich das dann ansehen, die haben wohl auch kein Problem damit......................wie gesagt, wers hat, solls lassen..................!
Das Hagens die ganze Sache kommerziell aufzieht, find ich auch nicht klasse.........aber mein Gott, wenn die Leute dafür ihr Geld ausgeben wollen..........:-nix
Und nochmal zur Hutgeschichte..............es ist verdammt nochmal völlig egal.............wie der Hagens da auftritt.............und wenn er sich nur in Unterhose da hinstellt..................!
Bestimmte Kleidung, die man tragen sollte, eben schwarz, wenn z.B. ein Angehöriger stirbt oder wie auch immer....ist doch nur von der Gesellschaftsnorm vorgeschrieben................dabei ist es sooo egal, ob man nun weiss oder bunt trägt oder sonstwas..........nochmal, es geht um das Gefühl im Herzen, was man dabei hat.
Zu den wesentlichen Dingen.............1. er bringt Laien, die sich dafür interressieren, aus welchen Gründen auch immer, die Anatomie des Menschen eben mal direkt nah.
2. wesentlich ist auch, dass diese Sache nicht verboten worden ist, sondern legal war (wenn auch mit gegensätzlichen Meinungen)
3. Für mich besonders wesentlich................was zieht man sich hier eigentlich an Kleinkram hoch............(Hut......oder Aussagen von ihm)...............darum geht es nicht, es geht um die Tatsache, dass er einen Menschen in der Öffentlichkeit seziert..........und über diese Tatsache kann man diskutieren.........aber bitte nicht über Hüte.
So und jetzt zu den nicht zusammenhängenden Sachverhalten..........................das ist ein wesentlicher Punkt für mich, den ich mal angesprochen habe, weil dieses Thema in diesem Tread schon fiel............das sind für mich Dinge, über die man sich mal ernsthaft Gedanken machen sollte..........über die man sich auch mal richtig aufregen sollte..........denn das, was da passiert ist ja wohl um einiges unwürdiger..........da geht es noch!!! um Menschenleben.
Gruss Kaddel
ehemalige Userin 24092013
26.11.2002, 21:48
.......keine Sorge, ich werde bestimmt nicht die Gelegenheit haben, irgendwann mal Totenscheine aus zu stellen...........
Gruss Kaddel
Original geschrieben von Kaddel
Und wer bitte schön regt sich über den Hut von Hagens auf..............jeder einzelne steht dem Tod mit seinen persönlichen Ansichten von Respekt gegenüber................so ein Hut ist doch nur Individualität...................wichtig ist doch, was man im Herzen fühlt...............bzw. wie man im Herzen mit dem Tod umgeht.............und auch ein Hagens hat seine Art von Respekt......... Nicht die Gedanken zählen sondern die Taten!
Ein Mensch kann noch so lautere Absichten haben, wenn das was am Ende dabei rauskommt Mist ist, dann macht das eigentlich keinen Unterschied.
Wenn von Hagens meint, er müsse die Tabus der öffentlichen Sektion und dem allgemeinen Austellen von Toten brechen, dann ist das eine Sache.
Wenn er gleichzeitig noch meint, die Tabus des pietätvollen Umgangs mit den Toten, die wenigstens ein Mindestmaß an Rücksicht in Bezug auf Kleidung und Verhalten mit sich bringen, brechen zu müssen, dann ist das was wo der Spaß aufhört!
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