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Alles wird gut
26.11.2002, 22:10
Original geschrieben von Janine
Ist es denn wirklich wirklich nötig, einen echten Menschen dafür aufzuschneiden?? Nein!!!!!!!!!!! Bücher tuns auch und sind aufgrund der Farben auch viel besser als eine Leiche, wenn es wirklich darum gehen WÜRDE, etwas über den menschlichen Körper zu lernen.
:-meinung
Da muss ich Dir widersprechen! Wir reden hier über Laien. Ein Laie will nicht wissen wie viele Muskeln das Arm oder das Bein hat oder wie alle seine Gesichtsmuskeln heissen, er will wissen, wie er von innen aussieht und auch wie es sich anfühlt!
Und mal ehrlich- wie lange und intensiv hast Du Dich mit einem Physikbuch beschäftigt? Wenn Dich jetzt jemand fragen würde, ob Du für x,xx Euro einen Raketenstart beobachten willst?
Ich unterstelle Dir mal, dass Du das auch tun würdest!
Jeder sieht im Fernsehen jeden Tag mehrere Menschen sterben- auf verschiedenste Art und Weise. Zeigen wir ihnen doch mal, warum der eine nach einem Schuss in den Bauch sofort tot umfällt und der andere danach noch die Welt retten kann...
@Kaddel:
es mir schon klar, dass wir in dem Jahrhundert leben, indem gesellschaftliche Normen vollkommen out sind - in ist wer sich öffentlichkeitswirksam darüber hinwegsetzt. Cool!
Kann ja schon sein, dass selbst Hagen in seinem Herzen (falls er eins hat) Respekt für die Toten erweist (ich bezweifle es zwar). Aber es geht doch letztlich darum, diesen Respekt insofern zu erweisen, indem er auch kommuniziert wird. Und dies geschieht wenn nicht über das gesprochene Wort durch eine entsprechende Haltung, Verhalten und letztlich Kleidung. Dafür gibt es diese gesellschaftliche Normen - sie sind nicht verbale Kommunikationsformen.
Wenn einer im roten Hemd an eine Beerdigung geht, dann heisst das eigentlich: der Tote war mir immer ein Dorn im Auge.
@airmaria:
Das Durcheinanderbringen von hungernden afrikanischen Kindern und Sektionsmoden eines Herrn Hagens ist doch mehr als lächerlich. Das es wichtigere Dinge als Sektionen auf der Welt gibt, entschuldigt Hagens Verhalten in keiner Weise.
Alles wird gut
26.11.2002, 22:16
Original geschrieben von Rico
Nicht die Gedanken zählen sondern die Taten!
Ein Mensch kann noch so lautere Absichten haben, wenn das was am Ende dabei rauskommt Mist ist, dann macht das eigentlich keinen Unterschied.
Wenn von Hagens meint, er müsse die Tabus der öffentlichen Sektion und dem allgemeinen Austellen von Toten brechen, dann ist das eine Sache.
Wenn er gleichzeitig noch meint, die Tabus des pietätvollen Umgangs mit den Toten, die wenigstens ein Mindestmaß an Rücksicht in Bezug auf Kleidung und Verhalten mit sich bringen, brechen zu müssen, dann ist das was wo der Spaß aufhört!
Schon mal was vom Kategorischen Imperativ gehört?
Zugegeben übertreibt es von Hagens in seinem öffentlichen Auftreten- Leichen auf der Loveparade gibt es wirklich schon genug, wenn man den Hirntod als Todeszeitpunkt akzeptiert... :-))
Aber für "seriöse" Mediziner könnte es eine Möglichkeit werden, ein neues Körperverständnis in ihrer Umwelt zu schaffen.
Feuerblick
26.11.2002, 22:18
Wenn einer im roten Hemd an eine Beerdigung geht, dann heisst das eigentlich: der Tote war mir immer ein Dorn im Auge.
Sei mir nicht böse hobbes, aber das ist dann doch schon ein bißchen sehr engstirnig, oder??????
Feuerblick
ehemalige Userin 24092013
26.11.2002, 22:18
.........und das ist mal ein klassisch soziologisches Bild von der (blöden) Gesellschaftsnorm, die ich nicht immer nachvollziehen kann...................sorry
Gruss kaddel
ehemalige Userin 24092013
26.11.2002, 22:26
was ist denn nun, wenn der Tote, den man zu Grabe trägt, die Farbe rot sehr mochte..................und der Rothemdträger den zu Grabe getragenen sehr mochte.....................ich würde da erstrecht in Rot auftauchen.....................weil es meine Art ist, dem Verstorbenen meine Sympathie und Achtung zu zeigen................er hätte sicher nicht gewollt, dass ich da auch noch in Schwarz auftauche.
Gruss Kaddel
Herzliche Gratulation Kaddel: du bist in. Ein Mensch unserer Zeit.
Ich bin leider out wie ich sehe - aber mir ist wohl dabei.
airmaria
26.11.2002, 22:48
Original geschrieben von luckyblue
@Kaddel
Dann nenn sie doch mal, die wesentlichen Dinge! Sorry, aber so einen Sermon von oberflächlicher Vermengung nicht zusammengehöriger Sachverhalte habe ich hier schon lange nicht mehr gelesen.
Sorry Lucky, aber das ist eine Frechheit!
Nur weil Du ein riesenlanges Post losgelassen hast, gespickt mit irgendwelchen Hintergrundinformationen, differenziert bis zur Unkenntlichkeit...
bleib bitte auf dem Teppich und behandle nicht die anderen von oben herab!
Im Gegensatz zu Deiner Aussage war Kaddels eindeutig, klar verständlich und vor allem hat sie Stellung bezogen... bei Deinem "Monsterposting" vermisse ich das.
Vielleicht bin ich aber auch nur zu einfach gestrickt, um prosaangehauchte Romane verstehen zu können.
:-)) :-)) :-))
"Mary" airmaria
Froschkönig
26.11.2002, 22:56
Ach Air (das wollte ich immer schon mal sagen :-D)
Über lucky´s Formulierung kann man sich meinetwegen streiten, ist aber trotzdem richtig, vielleicht verwirredn mich ja auch nur kaddels Punkte ein wenig, aber Ihre "Wichtigerend Dinge des Lebens ", wie sie das ursprünglich mal schrieb, haben mit von Hagens ja wohl überhaupt nix zu tun und der Satz ist in diesem zusammenhang wirklich nichtssagend, zumindest für mich. Luckys Monsterpostings sind zwar ein wenig anstrengend gewesen, enthielten zum einen aber viele interessante info´s und außerdem haben sie mehr als alle anderen klar gemacht, daß das gegenwärtige Thema moralischer Natur ist. Seit Jahrhunderten versuchen sich Menschen gegenseitig aufzudrängen, was "richtig" ist und wir haben heute über viele Punkte immernoch unterschiedliche Ansichten. Der Tod und der Umgang mit Leichen gehören nunmal auch dazu !
Deswegen ist es wirklich sinnlos, nach einer Ursprünglich interessanten Diskussion jetzt eine Schlammschlacht um Moral anzufangen...führt zu nix !
Ihr wolltet Euch ausklinken, oder? Wäre vielleicht im Rahmen einer gepflegten Konversation das Beste!
Chater
Froschkönig
26.11.2002, 23:06
Original geschrieben von medichater
Ihr wolltet Euch ausklinken, oder? Wäre vielleicht im Rahmen einer gepflegten Konversation das Beste!
Chater
Sorry, aber wann ich mich wohin klinke, ist meine Entscheidung ;-)
airmaria
26.11.2002, 23:07
Original geschrieben von hobbes
@airmaria:
Das Durcheinanderbringen von hungernden afrikanischen Kindern und Sektionsmoden eines Herrn Hagens ist doch mehr als lächerlich. Das es wichtigere Dinge als Sektionen auf der Welt gibt, entschuldigt Hagens Verhalten in keiner Weise.
Nee Hobbes!
Ich bringe hier garnichts durcheinander!
Es ging um Totenehre und Totenwürde, dann kam noch die Organspende dazu... und zu allem wurde hinterfragt, ob es sinnvoll ist.
Ich habe lediglich eine weitere sinnvolle Möglichkeit der Organspende aufgezeigt: die Organspende von - gegebenenfalls auch denaturierten - Muskeln.
Natürlich ist es krass und kommt in unserer wohlbehüteten Gesellschaft anstößig rüber... aber genauso war es gedacht!
Das Leben ist krass! Zumindest an vielen Orten auf dieser Erde.
Genauso krass ist der Übergang vom Leben zum Tod: unwiderruflich, endgültig und spontan unverständlich.
Der Mensch braucht etwas zur Verarbeitung des Ganzen: die Trauer.
Dazu braucht er Hilfsmittel: den Leichnam... weil wir das eben immer schon so machen.
Aber ist es denn sinnvoll, nur weil das immer schon so war?
Kann man denn nicht einfach den toten Körper vom Leben trennen? Was spricht dagegen?
"Mary" airmaria
Original geschrieben von Froschkönig
Sorry, aber wann ich mich wohin klinke, ist meine Entscheidung ;-)
Ach Frosch, Dich hab ich garnicht beachtet *gg* Postest Du hier auch?
Nur als Hinweis, "Wäre das Beste" sagte ich! Wo siehst du da den Imperativ?
chater
Froschkönig
26.11.2002, 23:23
Tja chater, da Du mich ja nicht gemeint haben kannst, weil Du mich ja nicht bemerkt hast ;-) können wir die Sache ja auch als erledigt betrachten....
und der konjunktiv ist die höfliche Form des Imperativ :-D
airmaria
26.11.2002, 23:28
Original geschrieben von Froschkönig
... aber Ihre "Wichtigerend Dinge des Lebens ", wie sie das ursprünglich mal schrieb, haben mit von Hagens ja wohl überhaupt nix zu tun und der Satz ist in diesem zusammenhang wirklich nichtssagend, zumindest für mich....
Dann darf ich mir mal anmaßen, Dir Kaddels Worte zumindest ansatzweise zu erklären:
Wir reden immer von Sinn und Unsinn, Normen und Gesellschaftspflichten.
In diesem Zusammenhang ist der völlig unsinnge streit über Hut oder Nichthut entbrannt.
Wie kann man sich an solch einer banalen Sache hochziehen, wo das "Wesentliche" nochnichteinmal geklärt ist?
Und dann kamen noch Luckys zwar recht interessante und informative Ausführungen über Religionen hinzu (im übrigen so gesehen auch ohne Zusammenhang), bringen aber gar nichts, denn da fängt der Unsinn ja wohl erst richtig an!
"Mary" airmaria
Original geschrieben von Froschkönig
und der konjunktiv ist die höfliche Form des Imperativ :-D
Der war gut Frosch :-D
Sebastian1
26.11.2002, 23:50
Original geschrieben von airmaria
Und dann kamen noch Luckys zwar recht interessante und informative Ausführungen über religionen hinzu (im übrigen so gesehen auch ohne Zusammenhang), bringen aber gar nichts, denn da fängt der Unsinn ja wohl erst richtig an!Sinn und Unsinn von Relgion zu diskutieren kann und soll ja wohl hier in diesem thread nicht unsere Aufgabe sein. Jedenfals lässt sich nicht abstreiten, daß das Thema Sektion - zumindest historisch betrachtet - einen direkten Bezug zur Religion hat. Seien es ethische Werte oder aber Verbote der Sektion durch die Kirche. Luckyblues Ausführungen fand ich (und sie bezogen sich ja bei weitem nicht nur auf die Kirche, sondern z.B. auch auf den historischen Vorbildcharakter, auf den sich Hagens beruft) daher sehr gut als Hintergrundinformation geeignet.
Was ich gerne kritisieren möchte (neben der Tendenz einiger Leute, hier vom Hölzchen aufs Stöckchen zu kommen, aber das hat Mary schon ausreichend kritisiert) ist aber die Tendenz, den Diskussionsstil teilweise auf persönliche Sticheleien oder nichtinhaltliche Angriffe zu reduzieren. Nicht ausschlisslich, aber immerhin tendenziell.
Bitte: Wir sind alle Erwachsene Menschen, die alle sehr wohl in der Lage sind, sich eine Meinung zu bilden und diese argumentativ zu vertreten. Tun wir das doch.
Das wir bei einem Thema wie diesem nur Standpunkte austauschen können und niemanden von seinem Standpunkt wegdrücken wollen, sollte doch bitte allen Teilnehmern klar sein. Dazu ist das Thema nämlich viel zu sehr mit Wertvorstellungen behaftet. Genauso könnte man jetzt anfangen über Sterbehilfe zu debattieren - auch bei diesem heikllen Thema wird man niemals alle Diskussionsteilnehmer unter einen Hut bringen. und das ist gut so, denn Diversifikation tut not.
Aber nochmal: bitte respektiert doch eure Mitschreiber, denn diese haben ein recht auf Ihre Meinung, genauso wie auch ihr. Und es geht hiernicht darum, ob Hut oder Nicht Hut (wie Mary sagte) oder aber rotes oder schwarzes Hemd bei der Beerdigung.
Gruß,
Seba "Weichspüler" stian :-D
Ja, so kann man das auch formulieren ;-)
chater
Original geschrieben von airmaria
Wir reden immer von Sinn und Unsinn, Normen und Gesellschaftspflichten.
In diesem Zusammenhang ist der völlig unsinnge streit über Hut oder Nichthut entbrannt.
Wie kann man sich an solch einer banalen Sache hochziehen, wo das "Wesentliche" nochnichteinmal geklärt ist? Um mal eine medizinische "Mode" zu bemühen: Man muß die Angelegenheit halt ganzheitlich sehen.
Man kann nicht - oder zumindest sollte man nicht - die Frage der öffentlichen Sektionen völlig losgelöst von der Person von Hagens erörtern.
Und wenn man die Person von Hagens betrachtet und dort eben auf Dinge stößt, wie Penisse abschneiden, einen affigen Hut bei der Sektion tragen zu müssen oder sonstige weiter oben nachzulesende Marotten, die ebenfalls weiter oben mal (meiner Meinung nach recht zutreffend) als Profilneurose bezeichnet wurden, dann ist das ein nicht zu ignorierender Faktor für die Hauptdiskussion über die öffentliche Sektion. Denn die gibt es comme ci - comme ca bloß im Doppelpack mit von Hagens und daß dabei dann - egal wie pädagogisch wertvoll man die Grundidee aufbereiten könnte - nichts gescheites (im Sinne des Spagats zwischen Bildungsanspruch und würdevollem Umgang mit den Toten) bei rauskommen kann, wird dann ganz schnell klar.
Ich bin da nicht ganz einverstanden mit Sebastian. c'est le ton qui fait la musique! Gesellschaftliche Konventionen und Normalen aus averbale Kommunikation und Ausdruck gesellschaftliche Werte und Traditionen spielen sehr wohl eine wichtige Rolle. Es ist hier von Belang ob Hut oder Nichthut, ob rotes oder schwarzes Hemd. Denn hinter dieser Kleidung, hinter den lockeren Sprüchen, hinter dem Verhalten steckt eine ethische Wertvorstellung.
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