Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kletter-Thread



Seiten : 1 [2] 3 4 5 6 7 8

Evil
03.12.2009, 17:06
Mal halblang haemo, Kaddel weiß was sie tut und wie sie sichern muß, aber ich kenne ihren Kletterpartner, und der ist nunmal, ähem, großzügig dimensioniert ;-)

Die Idee mit den Sandsäcken ist eigentlich ziemlich Mist, spätestens dann, wenn Du damit selber klettern mußt.
Besser ist dynamische Sicherung mit Eigensicherung, d.h. Du klinkst Dich selber zusätzlich ein.
Und in der Halle kann man Nachstiegsstürze auch bei größerem Gewichtsunterschied ganz gut abfangen.

haemo
03.12.2009, 17:32
@evil: Wenn sie's weiß erübrigt sich mein Beitrag. Allerdings klangen ihre Aussagen nicht gerade danach. Ich erlebe leider dauernd ziemlich viele Kletterer, die tatsächlich zu leichtfertig ans Sichern rangehen, deswegen bin ich da mittlerweile ziemlich "sensibilisiert". Ich wollte aber auch keinen bloßstellen, der Beitrag klang nur so, als müsste da mal jemand zum nachdenken gebracht werden ...

*g* Mit Sandsack selber klettern? Ne gute Trainingsmethode ;-) Ob ich wohl mit 15 kg mehr noch ne 5 raufkäme :-blush
Für Mehrseillängen hast du natürlich Recht, da gibt's bessere Methoden ... war mehr so auf's Sportklettern bezogen.

Muriel
03.12.2009, 17:41
Sind diese Zahlen (4, 5 etc) eigentlich Meterangaben, oder was meint Ihr damit? Hab absolut gar keine Ahnung :-blush

Flauta
03.12.2009, 17:45
Das sind Schwierigkeitsgrade:

es gibt:

3a, 3b, 3c

4a, 4b, 4c

5a, 5b, 5c....

Je höher der Buchstabe, umso schwieriger wird es.
Anfangen tut man mit den 3ern....aber ist realtiv....mache 3c kommt man besser sauber hoch als ne 3a...

Je höher die Zahlen, um so farbenfroher sollte man Klettern :-blush
Immer die gleiche Farbe wäre ja laaaangweilig....bunt ist das Leben einfach schöner! :-meinung

*duckundweg*

Muriel
03.12.2009, 17:53
Aber was heißt denn genau Schwierigkeitsgrade? Sind das in der Halle die Anordnung dieser Pinörpel an den Wänden (also Abstände zueinander etc)?

haemo
04.12.2009, 10:06
Aalsoo:

Wie schon gesagt gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade.
Entweder nach UIAA. Hier gilt: Je höher die Zahl, desto schwieriger. + davor heißt etwas schwerer, - davor etwas leichter als der jeweilige Grad. Meist die in den Hallen verwendete Bewertung (zumindest bei uns in der Gegend).
Vor allem outdoor werden häufig die schon genannten französischen Grade genommen. Funktioniert ähnlich, je höher die Zahl und außerdem von a-c aufsteigend schwieriger.

Wie schwer jetzt eine Route bewertet wird, hängt unter anderem ab von: Griffabstände, Griffgröße, Position der Tritte zu den Griffen, Komplexität der Bewegungsabläufe, ob du einen Ruhegriff (zum Schütteln) zwischendurch hast, Neigung der Wand etc. Je schwerer du kletterst, desto mehr Kraft, Beweglichkeit und vor allem auch Technik brauchst du.
Trotzdem haben auch unterschiedliche Routen eines Schwierigkeitsgrades nicht immer den gleichen Charakter, bedeutet: die eine liegt einem mehr, die andere weniger. Das hängt dann immer von den persönlichen Stärken und Schwächen ab.

Muriel
04.12.2009, 12:04
Danke für de Erklärung :-)

Lava
04.12.2009, 12:50
Jo. Es gibt in ... eine 3, die ich bei mehrere Anläufen immer noch nicht geschafft habe. Dafür bin ich in ... neulich eine 5 hoch geklettert :-nix

Ein bisschen fies ist es, wenn eine Route gar nicht so schwer ist, es aber eine sehr schwierige Schlüsselstelle gibt. Das macht dann nicht so viel Spaß, finde ich :-? Aber in ... schrauben sie ja grad neue Routen, da bin ich mal gespannt. :-)

haemo
04.12.2009, 13:12
Joah, ein bisschen fies ist auch, wenn der Routenschrauber so nen 1,80-Mensch ist und man selber dann bei 1,63 m Körpergröße plötzlich nicht mehr so gut stehen kann wie er bzw. viel höher antreten, durchblockieren etc. muss.

Schlüsselstellenrouten sind aber eigentlich die leichtesten. Probierste halt jedes Mal 10 Mal an der Schlüsselstelle rum, irgendwann hastes raus und die Route ist im Sack. Ich find's schwieriger, konstante Routen zu gehen. Da sind die Einzelstellen dann machbar, nur hintereinander weg kriegt man's nicht gebacken ...

Kleiner Tip für die 3er: Sauber treten, viel aus den Beinen arbeiten, nicht verkrampfen und am langen Arm klettern. Dann wird des scho ...

Buah, ich bin gestern Abend ne Wette eingegangen, die ich nie im Leben schaffen kann ... jetzt muss ich zumindest versuchen, mich bis Februar ordentlich zu steigern, sonst muss ich ein Essen zahlen ... Leider bin ich momentan ziemlich am Limit. Na, mal sehen, was geht ...

GOMER
04.12.2009, 13:16
Das beste Training fürs Klettern ist das Klettern

True, hab auch allen möglichen Kram daheim liegen (Unterarmhanteln, Chinese Balls, etc.), nutzt man aber eh nicht. Bevor der Partner kommt 20min bouldern reicht im Normalfall um innerhalb von wenigen Monaten ganz ordentliche Arm- und Rumpfmuckis aufzubauen. Vorausgestzt man geht regelmäßig, woran es z.B. bei mir in den letzten Jahren scheitert.

Flauta
04.12.2009, 17:13
Bei uns wird regelmässig umgeroutet.

Letztes Mal angeknotet bei "meiner Lieblings-4B" und den Fuss gehoben, währenddessen dem Nachbar zugekuckt....ins Leere getreten...mit der Hand den Griff gesucht....komisch, keiner da.
Hab dann erst realisiert, dass meine Route gar nicht mehr da ist *grins*.

Die Neue Ersatz ist aber auch sehr schön (vor allem schwieriger) und noch nicht so versifft und in einer schönen Farbe (blau-schwarz), wobei mir die lila Griffe einfach am schönsten gefallen :-love
Die Ästhetik der Griffe spielt auch eine Rolle....

Zum Ausruhen sind Eck-Routen toll :-).

Was mir nicht geheuer ist, ist wenn man bei Überhang-Routen Pause macht nach dem 1. Überhang oder davor, wenn er ganz oben ist....dann hängt man so im Leeren...ist nicht wirklich entspannend und kann die Griffe da nicht loslassen. Bin da eher weniger couragiert!

Evil
04.12.2009, 20:25
Joah, ein bisschen fies ist auch, wenn der Routenschrauber so nen 1,80-Mensch ist und man selber dann bei 1,63 m Körpergröße plötzlich nicht mehr so gut stehen kann wie er bzw. viel höher antreten, durchblockieren etc. muss.
Diese Routen bezeichnet man auch als "Zwergentod" :-))

Schwierigkeitsbewertungen sind immer subjektiv. Und ganz unübersichtlich wird es dann, wenn noch technische Routen (man nutzt technische Hilfsmittel zum Hochkommen, z.B. Skyhooks) und Eistouren im kombinierten Gelände dazukommen, weil dann verschiedene Skalen zusammen benutzt werden. Wobei Eisklettern richtig cool sein kann :-)

Dazu gibbet noch Verschärfungen wie rotpunkt (quasi ohne Durchhänger die Route durchstiegen), onsight (im ersten Anlauf), etc.

Flauta
04.12.2009, 21:47
Diese Routen bezeichnet man auch als "Zwergentod" :-))


Eine meiner kleinsten Schülerinnen (so ein 1,30m Floh) springt die 7c über Überhang (und Dach) durch...von Griff zu Griff zu springen ist ihre einzige Chance, weiterzukommen. Wahnsinn, da zuzuschauen.
Zudem muss dann noch jemand sie hochheben, damit sie überhaupt den Einstieg in die Wand schafft.
Sie meint, als sie noch "klein" gewesen sei, wäre es ja noch schwer gewesen, zu klettern.......... :-bee:-oopss

haemo
04.12.2009, 23:24
Tja, irgendwie macht's ja auch Spaß zu beweisen, dass "Zwerge" doch ziemliche Überlebenskämpfer sind :-top Möchte nur Behaupten, dass der Schwierigkeitsgrad mancher Route dadurch nicht mehr unbedingt der Bewertung entspricht ... aber was soll's, will auch nicht zu viel meckern, werd eh nicht wachsen, also: einfach durch :-dance

Zum Ausruhen in den Überhängen: Entweder direkt unter der Expresse, da bist du nah genug an der Wand dran. Oder nen guten Griff suchen, am langen Arm greifen, ordentlich stehen und sich "runterschütteln", entweder für jede Hand an einem Griff oder sogar einen, wo man die Hände wechseln kann. Bis in die 7er (UIAA) findet man so was im Überhang eigentlich immer, danach wird das Eis da leider dünner meiner Erfahrung nach ... Andererseits kann man irgendwann halt auch an schlechteren Griffen schütteln.
Gutes Training dazu übrigens: Routen klettern und vor jedem Weitergreifen chalken und kurz schütteln. Ok, ich bin eh so'n Psychologic-Chalking-Fan :-))

Lava
28.12.2009, 20:21
So, ich hab jetzt mal HMS ausprobiert. Klappt zwar, aber ich finde es doch sehr anstrengend für die Arme. Da hätte ich Angst, dass die mir auf Dauer schlapp machen - im falschen Moment. Ein ATC hab ich noch ausprobiert, das gefiel mir ganz gut. Ist ja vom Handling her genau wie der Eddy, nur eben ohne die automatische Sicherung. Aufgrund des günstigen Preises werd ich wohl ein ATC nehmen. :-)

Flauta
28.12.2009, 21:40
Ok, ich bin eh so'n Psychologic-Chalking-Fan :-))

*unterschreib*

Eddy ist sowas wie ein Grigri?

Bei uns machen 98% mit Grigri, einige auch mit Tube. Wollten wir jetzt auch mal mal so versuchen.
Beim Grigri passiert halt nix, wenn man mal die Bremshand loslässt, für meinen Sicherer wohl das Beste, weil ich manchmal ewig brauch, bis ich oben bin, weil einfach kein Griff passen will ich mich nicht trau, oder jemand meine Griffe weggenommen hat (weil ich ja auch die Griffe der Nebenroute brauche....meist jedenfalls...)

haemo
29.12.2009, 00:06
Naja, wenn jemand ne Route länger ausbouldert, sind ist nen GriGri schon ganz angenehm, zugegeben. Bremshand sollte man aber tunlichst nie loslassen!
Im Vorstieg mag ich die Dinger gar nicht. Es gibt durchaus Leute, die mit dem Ding so viel Routine haben, dass sie damit absolut zuverlässig sichern. Ansonsten aber: Die guten alten nicht-blockierenden Geräte Achter, Tube/ATC oder HMS tun's immer noch am besten meiner Meinung nach und man wiegt sich dort nicht in der Sicherheit, dass das "automatische" Sicherungsgerät schon seinen Teil tut.

Bin mittlerweile auch auf's ATC als Hauptgerät umgestiegen, weil das Seil dort beim Nachziehen/Ausgeben so angenehm leicht durchläuft.
Ist nur blöd, wenn man mal am Fels den HMS braucht, dass er total ungewohnt ist, da muss ich mich schon drauf konzentrieren, die Hand wirklich oben zu behalten ... vielleicht sollt ich das doch hin und wieder der Gewohnheit halber ins Training einbauen ...

orome
29.12.2009, 08:07
super thema ;-)

ich bin auch ein grigri verachter, vor allem für den vorstieg. da nehm ich wirklich alles lieber. meiner meinung nach gewöhnt man sich das sichern am besten mit einem atc an, das ding ist ziemlich universal einsetzbar (abseilen, alpinklettern mit doppelseil usw...) und dann später fürs ewig lange ausbouldern vielleicht noch ein grigri.
zum gewichtsunterschied wollte ich auch noch etwas sagen, und zwar sind 30kg bei einem aufmerksamen sicherer auch ohne selbstsicherung im klettergarten kein problem. bei meiner exfreundin lag die differenz in dem größenraum und ich hab mal nen 3m überm haken mit felsen rausreissen usw gemacht. halten ging problemlos (hms) sie hing eben nur 3m höher... schön dynamisch wars also schon ;-)

und wie haemo schon geschrieben hat, braucht es meiner meinung nach bis zum sprung in den 8 grad kein spezielles training ausser viel klettern gehen. vor allem hanteln u.ä. bringens gar nicht, dann wirklich eher ein campusboard/griffbrett mit umgreifen, blockieren usw. das ganze muss man ja am anfang auch nicht frei hängend machen, sondern man kann seine zehen auch auf eine stuhlkante oder so stellen.

ich kann eigentlich nur jedem dem klettern spass macht empfehlen, den schritt in den vorstieg zu wagen und vor allem raus zu gehen. es ist schon eine unsitte, dass man klettern zur zeit nur noch in der halle und toprope lernt und als sicherungsgerät ein grigri. meiner meinung nach liegt genau da die ursache für steigende unfallzahlen.

@lava: so wie ichs mitbekommen habe kommst du aus der darmstädter ecke? auch wenn dus sicher schon kennst bzw. weisst, geh mal nach schriesheim. da kann man sobald die sonne scheint auch im winter gut klettern (war da mal an neujahr), es gibt viele einfache touren und die haken sind nah beieinander. und da das ganze auf verschiedenen wandstufen ist, kann man sich sogar zum teil was von oben einhängen.

so viel text, aber super thema. ich geh jetzt skitour machen :-top

orome
29.12.2009, 08:17
was mir noch einfällt:


Ist nur blöd, wenn man mal am Fels den HMS braucht, dass er total ungewohnt ist, da muss ich mich schon drauf konzentrieren, die Hand wirklich oben zu behalten ...
ich will ja nicht klugscheissen, aber offizielle dav/öav lehrmeinung zur bremshand beim hms ist unten. zumindest wies anfängern beigebracht werden soll. einerseits weils sogar so mehr reibung als ein achter hat, andererseits weil der umstieg auf andere geräte erleichtert wird. beim ablassen ist die hand oben aber besser, weils seil sonst arg krangelt. langer rede kruzer sinn, du musst dich nicht dabei ertappen, denn du machst es richtig ;_9

Flauta
29.12.2009, 13:02
Ich mach eh nur Toprope, bei uns in der Halle gibt es nur das.

Beim Grigri die Bremshand weglassen tun doch alle, viele sichern ja auch im Sitzen.....mich nervt nur die hiesige Gepflogenheit, dass die Eltern ihre Kinder manchmal sogar 30 Min. oder länger am Seil hängend "Tarzan" spielen lassen:
Also das Kind hängt inner Wand, drückt sich dann mit den Füssen ab um dann hin und her zu zu schaukeln. Erstens nervt/stört das Leute, die in der Gegend klettern und blockiert die Seile, weil dies ja nicht ausschliesslich bei den 8 Kinderseilen passiert.
In Deutschland scheint das allgemein etwas "gründlich ernster" zu sein als bei uns.
Bei uns ist es ja auch so, dass es so 5 Min. Grigri Einweisung gibt, und dann darf jeder klettern.
Kinder ab 4-5 Jahren sichern sich ja auch eigenständig selbst.
Es passieren aber trotzdem keine Unfälle. Also bisher gab es keinen einzigen.