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ehemalige Userin 24092013
02.07.2010, 21:01
"arme Heidenkinder" (aus dem Osten Deutschlands)


Nanana...net alle sind da Heidenkinder....ich wurde zu hoch sozialistischen Zeiten sogar getauft.;-)

Allerdings gab es vor net allzulanger zeit einen Moment, wo meine Konfession (die übrigens unter einigen Hardcorekatholiken wohl auch als Heidentum zählt) eine Art Referenz gab so nach dem Motto: naja ist halt net ganz die richtige aber wenigstens ne Religion...

*pfffffffff*

Hoppla-Daisy
02.07.2010, 21:01
Najaaa, die "armen Heidenkinder" können ja nix dafür, weil eben in der DDR Religion nicht so groß geschrieben wurde ;-). Vielleicht daher die "Gnade".

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Personalabteilungen in einem kirchlichen Haus Zugang zu den Kirchenbüchern haben. Als Geschiedene z. B. muss ich ja in jedem bescheuerten Formular angeben, dass ich Frau Daisy, geb. B., bin. Da ich aber auf meiner Steuerkarte die Klasse II habe (Kind sei Dank ;-)), bin ich ja sofort als Geschiedene "gebrandmarkt". Da müssen die noch nichtmal Kirchenbücher bemühen :-(.

Grombühlerin
02.07.2010, 21:06
Und was soll ich jatzt machen??? Hoffen, dass keiner fragt??? Und wenn doch??

Hoppla-Daisy
02.07.2010, 21:10
Such dir doch ggf. eine andere Religionszugehörigkeit. Buddhismus findet in den Augen der katholischen Kirche bestimmt Gnade.

Keine Ahnung, wie eine Lüge im Nachhinein zu bewerten wäre, wenn es denn rauskäme :-nix. Auf der anderen Seite frag ich mich ja, wieso man dann eine bestehende Schwangerschaft oder den Wunsch nach Schwangerschaft verneinen dürfte, eine nicht mehr bestehende Religionszugehörigkeit aber nicht.

Solara
02.07.2010, 21:46
Und das Solara wäre zum Beispiel ein weiterer Grund auch als unreligiöser Mensch an einem kirchlichen Haus arbeiten zu wollen.
Es gibt in D nun mal nicht immer die Möglichkeit alternative Krankenhäuser in der Nähe zu haben, ein industrielles Balungsgebiet hat da sicher mehr Möglichkeiten als ausgestorbenes Flachland in Nordostdeutschland.
Wenn man es da seinem Kind oder seiner Familie net zumuten möchte umzuziehen, Schulen zu wechseln usw....bzw. sich in der Gegend eigentlich mal wohl fühlt, warum sollte das dann nicht gehen?

Interessant wie ein Ort "der Zuflucht und des inneren Haltes" doch soo diskriminierend sein kann.

Faszinierend, dass das katholische Bayern dann doch so viele nicht-kirchliche Häuser hat, dass man nicht gezwungen ist, in eben diese zu gehen.

Klar ist bspw Daisys Situation doof - aber wohnt sie wirklich so AdW, dass da nur kirchliche Häuser in der Umgebung sind?

Geht gar nichts anderes, muss man sich halt mit den Gegebenheiten arrangieren - will ich ein superbeliebtes Fach in einer best. Klinik machen, komme ich da auch oft nicht rein, sondern muss viell. in die 100km entfernte Klinik (oder ein anderes Fach machen) - man muss halt Abstriche machen, ist doch überall so.

Immer noch nicht verstanden habe ich, warum man als ganz normal aus Glaubensgründen Ausgetretener (also nicht geschieden etc) unbedingt in eine kirchliche Einrichtung will - widerstrebt mir der Glaube, widerstrebt mir doch auch die religiöse Gesinnung dieser Klinik?

Hoppla-Daisy
02.07.2010, 22:03
Sehr katholische Gegend.... 3 Kliniken im Stadtgebiet, davon 2 in kirchlicher Hand. In der weiteren Umgebung sieht es nicht besser aus.

Und nein, es ist nicht AdW!

Solara
02.07.2010, 22:17
Und dann sag noch einer, Bayern ist so erzkatholisch :-D ...

Hoppla-Daisy
02.07.2010, 22:19
Die zwei psychiatrischen Fachkliniken (natürlich in katholischer Hand ;-)) hab ich mal nicht mitgezählt :-oopss

Jeannychen
02.07.2010, 22:55
Ich habe bis vor kurzem in einem evangelischen Haus gearbeitet: bei der Einstellung musste ich nur eine Taufbescheinigung einreichen und wurde Mur nahegelegt, dass ich bitte eine Gemeinde suchen soll. Ich habe mit "klar, ich werde mich bemühen" geantwortet und es ist dabei geblieben. Ich suche bis heute:-D

Einer Schwester haben sie den Vertrag erst dann verlängert, als sie sich taufen ließ.

Was ich aber gar nicht verstehe: es herrscht in meinem früherem Haus ein Personalmangel sowohl an Ärzten als auch an Pflegepersonal und dann in der Stellenanzeige bestehen sie auf Religionszugehörigkeit!!! Bezahlung, Arbeitszeit und z.T. die Arbeits- und Weiterbildungsbedingungen nicht die besten sind.
Wie wollen sie dann Personal rankriegen???

Inelein
02.07.2010, 23:00
Einer Schwester haben sie den Vertrag erst dann verlängert, als sie sich taufen ließ.



Und genau das finde ich so extrem heuchlerisch von der Kirche - obwohl ich gläubig bin.
Naja, mein Trost ist, dass Heuchelei eine Sünde ist und sie das hoffentlich mit ein paar Jährchen Fegefeuer ausbaden müssen:-))

Relaxometrie
02.07.2010, 23:20
Mal ne Frage, können die (die Klinik) eigentlich rauskriegen, ob man ausgetreten ist oder nie dabei war?
Ich weiß es nicht. Aber wenn die es rausbekommen wollen, gibt es garantiert entsprechende Tauf-/Kommunions-/Konfirmationsregister, in die sie Einsicht bekommen.


Weiß von einer Klinik, die nehmen keine Angestellten, die ausgetreten sind, haben aber mit ungetauften oder Moslems kein Problem.
So kenne ich das hier aus dem katholischen Rheinland auch. Eine ungetaufte Kommilitonin hat bereits die zweite Stelle an einem kirchlichen Haus. Nie Mitglied gewesen ist für manche kirchlichen Häuser weniger schlimm, als "aus der Kirche ausgetreten".


Ich will mich da bewerben, bin vor ewigen Zeiten leider in jugendlichem Leichtsinn ausgetreten.
Ich würde es für mich anders sehen: ich bin damals in jugendlichem Leichtsinn und als Mitläufer, weil man es halt so machte, zum Konfirmandenunterricht gegangen und habe die Reißleine nicht gezogen. Sprich: konfirmiert und Kirchmitglied geworden :-(
Ich überlege, ob man dagegen klagen kann. Sozusagen gegen seine eigene Unzurechungsfähigkeit :-D
Im Ernst: ich sehe es nicht ein, daß mir eine undurchdachte Sache, die ich vollzogen habe, als ich minderjährig war (Taufe und Konfirmation), jetzt zum Verhängnis bei der Stellensuche wird, weil ich wieder aus der Kirche ausgetreten bin und somit schlechter bin, als jemand, der niemal eingetreten ist.


"Darf" man da Lügen? Was meint ihr? rechtlich/moralisch und überhaupt?
Das habe ich nach meiner Stellenabsage durch die Verwaltung eines kirchlichen Hauses (Chefs hatten mir mündliche Zusage gegeben) mit meiner Cousine, die ihr Jurastudium fast fertig hat, besprochen. Es ist so, daß die Häuser in kirchlicher Trägerschaft tatsächlich nach der Religionszugehörigkeit fragen und eine korrekte Antwort verlangen dürfen. In dem Fall ist die Frage also nicht so zu verstehen, wie die Fragen nach Schwangerschaft oder sexueller Ausrichtung, bei denen man lügen darf.
Sollte das Haus später feststellen, daß man gelogen hat, so gilt der Arbeitsvertrag als auf einer Täuschung zustande gekommen und wird vom Krankenhaus angefochten. Es bedarf dann keinerlei Kündigung seitens des Krankenhauses, weil der Vertrag ab dem Zeitpunkt der Feststellung der Lüge nichtig ist.
Somit wäre dann eine nicht ganz koschere Angelegenheit aktenkundig, und das schleppt man letztlich sein ganzes Berufsleben mit sich herum. Soviel Einfluß gönne ich den Kirchen nicht, deswegen werde ich immer wieder die Wahrheit sagen, oder eben doch gegen jede innere Überzeugung wieder in die Kirche eintreten. Noch schreibe ich ja nur meine Diss und arbeite nicht. Aber das wird sich je nach Kontostand auch bald ändern, und dann muß ich irgendeine Entscheidung treffen.

MediHH
03.07.2010, 05:54
Da Ihr ja vom Krkhs eine Gehaltsabrechnung bekommt, wo ausgewiesen sein muss ob man Kirchensteuer zahlt, muss man das bei der Verwaltung angeben. Also wissen die schon ob man in der Kirche ist.
Die meisten die ich kenne sind ausgetreten damit sie keine Kirchensteuer mehr zahlen müssen. Also austreten und dem Krkhs verheimlichen dass man ausgetreten ist macht keinen Sinn.

Und heimlich eintreten und keine Kirchensteuer zahlen ist Steuerhinterziehung.

LieberInvasiv
03.07.2010, 07:22
Immer noch nicht verstanden habe ich, warum man als ganz normal aus Glaubensgründen Ausgetretener (also nicht geschieden etc) unbedingt in eine kirchliche Einrichtung will - widerstrebt mir der Glaube, widerstrebt mir doch auch die religiöse Gesinnung dieser Klinik?

Woran zum Teufel merkt man denn die "kirchliche" Gesinnung eine z.B. katholischen Hauses, außer das man beim Einstellungsgespräch gefragt wird und in den Patientenzimmer über der Tür ein kleines Kreuz hängt?
Ich habe selber ein Jahr lang in so einem Haus gearbeitet und kann ganz klar sagen, außer dem Namen gibt es da nichts kirchlicheres als an der nächsten Uniklinik!
Gibt also auch keine "Gesinnung" mit der man sich identifizieren könnte/müsste!! :-???

Hypnos
03.07.2010, 07:35
Nur ganz kurz, da diese Diskussion schon so oft geführt wurde, aber offensichtlich immer noch Informationsbedarf herrscht:
Kirchliche Häuser finanzieren sich zum allerallergrößten Teil aus staatlichen Geldern und Krankenkassenbeiträgen. Warum sollten dann bei den Einstellungskriterien kirchliche Maßstäbe angelegt werden?



Quelle???

Ah so. Und noch was: bekennend katholisch und der Arbeitsmarkt steht mir offen:-))

Solara
03.07.2010, 09:08
Woran zum Teufel merkt man denn die "kirchliche" Gesinnung eine z.B. katholischen Hauses, außer das man beim Einstellungsgespräch gefragt wird und in den Patientenzimmer über der Tür ein kleines Kreuz hängt?
Ich habe selber ein Jahr lang in so einem Haus gearbeitet und kann ganz klar sagen, außer dem Namen gibt es da nichts kirchlicheres als an der nächsten Uniklinik!
Gibt also auch keine "Gesinnung" mit der man sich identifizieren könnte/müsste!! :-???

Echt? Hab andere Erfahrungen gemacht.

Leider hat mir immer noch keiner erklärt, warum man denn in einem Haus, das bei euch dann eben nur pro forma kirchlich ist, überlegt zu arbeiten, wenn man gegen die Kirche eingestellt ist.
Ist für mich eine inkonsequente Einstellung gegenüber Glaube und Kirche (Wasch mich, aber mach mich nicht nass ...).

Nur das die Argumentation gegen kirchliche Häuser und Nachfrage hier ein wenig aggressiv geführt, das fällt mir auf!

Ehemaliger-User-13092010
03.07.2010, 09:08
ich habe mal in meiner nähe in einem kirch, KH in der Pflege gearbeitet und da hat keiner stress deswegen gemacht (bin natürlich ein Ungläubiger und auch aus der Steuer ausgetreten, bin ja nicht blöd). Auch im KH war von Kirche oder sonstwas nix besonderes. Deswegen würde ich hier nicht so viel Panik haben, von wegen, die hälfte der KHs steht mir nicht zur Verfügung oder so. Das ist Quatsch.

Ehemaliger-User-13092010
03.07.2010, 09:10
Echt? Hab andere Erfahrungen gemacht.

Leider hat mir immer noch keiner erklärt, warum man denn in einem Haus, das bei euch dann eben nur pro forma kirchlich ist, überlegt zu arbeiten, wenn man gegen die Kirche eingestellt ist.
Ist für mich eine inkonsequente Einstellung gegenüber Glaube und Kirche (Wasch mich, aber mach mich nicht nass ...).

wurde doch schon gut erklärt: ein KH könnte in deiner Nähe sein (das war z.b. auch in meinem Fall). Warum soll man sich in so einem KH nicht bewerben, je mehr Möglichkeiten man hat, um so besser, v.a. wenn das kirchl. Etikett eh nur pro Forma ist. Ausserdem gibt es nicht wenige kirch. KHs...

Relaxometrie
03.07.2010, 09:55
Quelle???
ein Beispiel (http://www.kirchensteuer.de/zusammkranken.html)
Die wirkliche Beschäftigung mit dem Thema der Finanzierung und der kirchlichen Farce bzgl. der Krankenhäuser ist zeitaufwendig. Da bringt ein einzelner Link so gut wie nichts, der jetzt selbstverständlich von den Kirchenfans hier im Forum auch noch zerrissen werden wird. Da aber der Wunsch nach einer Quelle geäußert wurde, habe ich obiges mal als Beispiel gebracht.


Ah so. Und noch was: bekennend katholisch und der Arbeitsmarkt steht mir offen:-))
Selten dämliches Gefasele: was hat der Glaube mit der Berufsausübung zu tun, außer daß einem als Atheist/Agnostiker von deutschen Kirchen ein Glaube auf dem Papier aufgezwungen wird, um gleiche Arbeitsmarktchancen wie echt Gläubige zu haben?


Leider hat mir immer noch keiner erklärt, warum man denn in einem Haus, das bei euch dann eben nur pro forma kirchlich ist, überlegt zu arbeiten, wenn man gegen die Kirche eingestellt ist.
Ich weiß nicht, ob Du es nicht verstehen kannst, oder nicht verstehen willst. In kirchlichen Häusern steht "Kirche" ganz groß drauf, ist aber nicht drin.

So, und nun verzeiht mir bitte (oder seid froh), daß ich die Diskussion verlasse, denn ich erwarte keinen weiteren Erkenntnisgewinn, sondern werde mich lieber diesem Buch (http://www.amazon.de/Die-Caritas-Legende-Kirchen-N%C3%A4chstenliebe-vermarkten/dp/B002BJLNDG/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=books&qid=1278147284&sr=8-2) widmen, das ich antiquarisch ergattern konnte.

Solara
03.07.2010, 10:17
Schade, dass sich keiner dazu äußern will, warum er/sie sich aktiv gegen die Kirche und somit gegen den Glauben entscheidet durch Austritt, aber dann trotzdem in Erwägung zieht, in ein kirchliches Haus zu gehen.

Und dass nur und ausschließlich kirchliche Häuser im Umkreis von 100km sind, das wage ich dann doch zu bezweifeln.

Aber darum geht es mir auch gar nicht - wie gesagt, für mich käme es nicht in Frage in einem kirchlichen Haus nach dem Austritt zu arbeiten - entweder entscheide ich mich für die Kirche und den Glauben oder eben dagegen - dann aber auch mit allen Konsequenzen.

Aber nachdem das hier anscheinend nicht möglich ist, eine nicht-motzende ("selten dämliches Gefasle ..") Antwort auf eine normale Frage zu bekommen ...

Stephan0815
03.07.2010, 11:16
Ich würde es für mich anders sehen: ich bin damals in jugendlichem Leichtsinn und als Mitläufer, weil man es halt so machte, zum Konfirmandenunterricht gegangen und habe die Reißleine nicht gezogen. Sprich: konfirmiert und Kirchmitglied geworden :-(
Ich überlege, ob man dagegen klagen kann. Sozusagen gegen seine eigene Unzurechungsfähigkeit :-D
Im Ernst: ich sehe es nicht ein, daß mir eine undurchdachte Sache, die ich vollzogen habe, als ich minderjährig war (Taufe und Konfirmation), jetzt zum Verhängnis bei der Stellensuche wird, weil ich wieder aus der Kirche ausgetreten bin und somit schlechter bin, als jemand, der niemal eingetreten ist.
Ich kann dich beruhigen, du bist kein "Ausgetretener".
Du warst nämlich nie Mitglied. ;-)
Zumindest nicht in der Kirche.
Hast also gute Chancen gleich aufgenommen zu werden im Schoß der guten alten katholischen Kirche. :-)
Dann kannste auch in den anscheinend sehr begehrten Häusern arbeiten.