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Hoppla-Daisy
26.07.2010, 14:24
Ich hab deshalb - kein Schei$$ - noch nicht einmal bei You Tube nach der Loveparade 2010
geguckt. Bei der Olympia war YT ja relativ fix und hat die Videos den den
Rodellauf mit dem tödlich verunglückenden Rodler zeigen gelöscht.

Was auf YT vom letzten Samstag zu sehen ist will ich gar nicht wissen. :-dagegen
Wie wahr. Mir reichen auch die Informationen, die ich höre. Da brauch ich keine Bilder mehr.

Ich frag mich eh immer wieder, woher diese ganzen Augenzeugenvideos kommen. Mal ehrlich, ich hätte irgendwie Anderes im Sinn, wenn ich in einer solchen Situation wäre, als mein Handy zu zücken. Aber DAS ist ja gerade ein trauriges Phänomen unserer Zeit. Alles ist für ein Video gut.

Hypnos
26.07.2010, 14:35
Aber dann wüssten wir ja gar nicht, wie es um unsere Gesellschaft steht.



Liebe Daisy;-)

Wir kennen uns beide gut genug, um zu wissen, daß wir für DIESEN Erkenntnisgewinn weder auf solche Zitate noch auf deren Sendung angewiesen sind, oder? :-)

Hoppla-Daisy
26.07.2010, 14:37
Das stimmt wohl, aber ich fürchte, viele nehmen das gar nicht wahr. So bin ich jedesmal geschockt, dass meine Eltern so geschockt sind, wenn sie sowas mitbekommen. Da frag ich mich jedesmal, ob sie auf einem anderen Stern leben :-nix.

DrSkywalker
26.07.2010, 15:15
Ohne Wertung und mit allem Respekt und Mitgefühl den Angehörigen der Opfern gegenüber frage ich mich:

Warum macht uns alle ein solcher Vorfall so unglaublich betroffen und das alltägliche Leid registrieren wir gar nicht mehr? Wenn ich lese: Ein obdachloser ist erfroren oder es gab ein Autounfall mit 3 Toten denke ich mir: "Üble Sache, aber so ist das Leben..."

Ich denke immer, so lange mein direktes Umfeld nicht betroffen ist, lasse ich mich da emotional zu nicht hinreißen, aber bei manchen Vorfällen kommt es dann doch anders.

Sind es die Medien die so ausführlich berichten und schreckliche Bilder zeigen? Ist es die Tatsache dass es einem bewusst wird, dass es immer passieren kann? Was denkt ihr?

Hoppla-Daisy
26.07.2010, 15:40
Jetzt konkret in diesem Fall ist es glaub ich so, dass jeder schon mal irgendwie in der Situation war, dass einem eine Menschenmenge einfach zu dicht und zu eng wurde, dass so peu a peu Panikgefühle aufkeimten. D. h. wahrscheinlich die meisten Menschen können sich vorstellen, wie man sich da fühlt (wobei die Toleranzgrenzen natürlich unterschiedlich sind, aber das tut da eigentlich nix zur Sache - Panik ist Panik).

Klar sterben weltweit in jeder Sekunde viele Menschen unter tragischen Umständen, aber das ist so abstrakt teilweise, dass man sich da nicht so reindenken kann. Oder aber, man schafft es, das nahezu perfekt auszublenden. Man kann sich ja auch nicht die Last der ganzen Welt auf die Schultern laden.

Aber tragische Unfälle auf Festivals, der Kirmes, nem Volksfest o. ä. gehen einem vielleicht deshalb so nahe, weil man sich einfach besser reindenken kann.

Wenn andere z. B. hören, dass irgendwo ne Autobombe losgegangen ist, dann berührt sie das höchstwahrscheinlich nur peripher. Aber wer bereits mal knapp einer entgangen ist (durch eigene Faulheit), wird dran erinnert, wie schnell sowas gehen kann, wie endlich das eigene Leben ist.

Distress Misstress
26.07.2010, 15:41
Sind es die Medien die so ausführlich berichten und schreckliche Bilder zeigen? Ist es die Tatsache dass es einem bewusst wird, dass es immer passieren kann? Was denkt ihr?

Die Frage(n) find ich gut. Ich denke, dass viele Schreiberlinge hier so sensibel genug sind und durchaus erkennen, dass Sensationsberichterstattung viele Gesichter haben kann; eben auch ein zur Hälfte verstecktes Gesicht. Vernachlässigt wird in Zeitungen ja alles andere nicht; dass aber so viele lange Artikel oder Reportagen zu lesen/sehen sind, lässt doch so einiges andere in den Hintergrund rücken.

Meine Vermutung wäre, dass sich einfach viele Leute mit der Situation identifizieren können; jeder war mal auf einem Konzert. In der Regel ist man da aber besser drauf und dass jeder Idiot einen auf die Pelle rückt, stört bei der guten Musik nicht. Nun stelle man sich das ganze aber nun um ein sehr vielfaches grösser vor, sodass alle nur NOCH enger aneinander stehen und drücken. Auch das ist noch erträglich, wenn eben nichts passiert. Aber wenn was passiert, dann überträgt sich die Unruhe auch auf einen selbst, man steckt ja mittendrin. Gewissermassen ist man auch in einer Menge eingesperrt.

Ich kann mir auch die Ohnmacht der Hilfskräfte vorstellen. Ob Sani oder Notarzt; jemanden aus der Menge zu schaffen, ist so schwer; das brauch ich hier an Board ja gar nicht zu schreiben. Dass man als Helfer auch oft blindfahren muss (ohne genauere Dinge zu wissen, während man ersteinmal eine Person aus der Gefahrenzone zieht), ist auch klar. Aber dass man zumindest keinen 100%igen Überblick hat und somit auch das Blindfahren für kurze Zeit Angst machen kann und Spuren hinterlässt, wäre für mich eine plausible Erklärung. Fehlender Überblick ist wie ein Sinnesverlust.

Sowohl die Identifikation als Besucher und gleichzeitig als Helfer macht wohl die Angst perfekt.

In einem anderen Thread schrieb DocMartin, dass er sich fragt, ob er sich Sorgen machen müsse, weil ihn das Ganze nun nicht so nahe geht wie manch anderen hier. Zu verurteilen ist das natürlich nicht. Ich denke, dass das meine Vermutung bestärkt und daher würde mich auch interessieren, wie ihr das so seht. Also: Das Ganze ist eben eine Vermutung einer nicht-fachkundigen Person (icke).

"Sensationsforumsdiskussion"? Nein; solange ein Rahmen da ist, in dem Leute nicht nur schreiben, wie leid ihnen das tut (siehe dieser Thread zB).

DrSkywalker
26.07.2010, 16:12
Um noch mal zu verdeutlichen was ich meinte:

http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan2068.html

Hoppla-Daisy
26.07.2010, 16:28
Oh, da war er, der erhobene Zeigefinger!

Wie du schon eingangs bemerkt hast, tragen die Medien gewiss nicht unerheblich dazu bei, dass manche Nachrichten in anderen Teilen der Welt schier untergehen, während jene, die im eigenen Land entstanden sind, "über"berichtet werden.

Aber auch hier gilt (leider): Die meisten von uns werden sich nicht im geringsten vorstellen können, wie es ist, sich in einem Kriegsgebiet (nichts Anderes ist Afghanistan m. E.) aufzuhalten, dort zu leben. Ergo - und da komme ich auf mein Posting von eben zurück - ist es für viele auch schwierig, sich da reinzudenken, da die meisten von uns nicht WISSEN, wie sich Krieg anfühlt.

Es ist schlimm, keine Frage. Aber ich glaub, es hat weniger mit Desinteresse zu tun, dass man viele Dinge, die weit weg passieren, einfach ausblendet. Ich schätze, man schützt sich so auch vor zuviel schädigendem Input. Ich für meinen Teil könnte mir nicht den ganzen Tag schlimme Nachrichten im TV/Radio ansehen/anhören. Da würd ich ja bekloppt werden vor lauter Elend.

Und du? Noch nie an nem Obdachlosen vorbeigeschaut und so getan, als hättest du ihn nicht gesehen?

airmaria
26.07.2010, 16:33
es ist wohl keine neue erkenntnis, dass die nicht-lebensbedrohende krankheit eines nächsten akut mehr einfluss auf die eigenen emotionen hat, als das tägliche verhungern unzähliger kinder am arsch der welt oder vergleichbare ergeignisse... so ist der mensch, anders könnte er gar nicht überleben.
airmaria

Relaxometrie
26.07.2010, 17:23
1) Trotz vieler Planungen ist ein Großschadensereignis bei einer geplanten Großveranstaltung auch heutzutage noch in Deutschland möglich.
Das sehe ich genauso.
Bei einem Zusammentreffen von Menschenmassen ist immer damit zu rechnen, daß es eng und panisch wird. Dieses Risiko geht jeder Teilnehmer einer Massenveranstaltung ein. Wer dieses Risiko vorher anspricht, gilt -leider- als Spaßbremse. Meistens geht ja alles gut, und das ist selbstverständlich auch wünschenswert. Aber ein Restrisiko bleibt trotz aller Notfallpläne bestehen. Solange die Notfallpläne von Menschen gestaltet wurden, die sich mit der Materie auskennen, ist ein trotzdem eintretendes Schadensereignis höhere Gewalt.
Bei insuffizienten Notfallplänen, die zudem auch noch von sehr vielen Menschen VOR dem Schadensereignis kritisiert wurden, kann man aber nicht mehr von höherer Gewalt sprechen. Als Veranstalter und als ausrichtende Stadtbehörde hätte ich da viel Zeit und Mühe investiert, um die Bedenken der Bevölkerung zu prüfen, anstatt in dem malignen Konglomerat aus Vergnügungssucht/Marketing (McFit)/Repräsentationswahn (Ruhrpott) zu verharren.



2) Aus dieser Tragödie MÜSSEN Konsequenzen für alle weiteren Großveranstaltungen jedweder Art gezogen werden (obschon ich ansonsten kein Befürworter des deutschen Regulierungswahns bin)
Das Tragische ist ja, daß es genügend Menschen gibt, die dazu in der Lage sind, Großveranstaltungen (die ich eh überflüssig finde und meide) so zu organisieren, daß ein gängiges Sicherheitsniveau gewährleistet ist.
Wenn aber nicht genug Geld für eine sichere Planung zur Verfügung steht, und der Veranstalter dann nicht den Mut hat, die Veranstaltung abzusagen, wird es kriminell. Wer weiß, was da noch für Bestechungsaffären zu Tage befördert werden. Jeder kleine Geschäftsmann wird überprüft, ob er seinen Laden auch pünktlich schließt, jeder Falschparker bekommt sein Knöllchen. Aber sobald die Dinge eine gewisse Dimension angenommen haben, läuft es gerne mal aus dem Ruder. Leider.

Hoppla-Daisy
26.07.2010, 17:28
Meine 13jährige Tochter meinte eben zu mir: "Sag mal, Mama, ich versteh das nicht. Wieso macht so eine Stadt wie Duisburg überhaupt ne Love Parade, wenn die eh kein Geld mehr hat. Die mussten doch schon Schwimmbäder und Sporthallen schließen, weil kein Geld da ist. Da kann man doch nicht sowas noch aufziehen :-nix"

Tja, sehr aufschlussreich, wenn sogar Kindern klar ist, was man sich leisten kann und was nicht :-nix.

Relaxometrie
26.07.2010, 17:37
Wieso macht so eine Stadt wie Duisburg überhaupt ne Love Parade, wenn die eh kein Geld mehr hat.
Um diesen -grundsätzlich berechtigten- Einwand als Argument zu verwenden, muß man die Finanzierung der Love Parade kennen. Das ist bei mir nicht der Fall. Wieviel musste Duisburg denn dafür auf den Tisch legen?
Die ursprüngliche Love Parade von Dr. Motte war doch als Demonstration ("Friede, Freude, Eierkuchen") angemeldet, weil somit die Kosten von der Stadt getragen wurden. Aber das ist ja jetzt anders.

Ich frage mich übrigens auch, wieviele Menschen in anderen Städten Schaden davon getragen haben, weil der Rettungsdienst aus weiten Teilen NRWs in Duisburg beschäftigt war und nicht für das eigentlich geplante Gebiet zur Verfügung stand.

Hoppla-Daisy
26.07.2010, 17:49
Zahlen kann ich dir keine liefern. Ich weiß nur, dass sich das Land NRW sogar dran beteiligt hat, damit diese LP stattfinden kann.

Und wie soeben in Nachrichten berichtet wurde, ist ein umfassenderes Sicherheitskonzept abgeschmettert worden aufgrund zu hoher Kosten.

Das reicht mir dann eigentlich schon. Da muss ich keine Zahlen mehr wissen, um mir ein Urteil zu bilden.

McFit hat im übrigen 3 Mio. investiert.

EDIT: Hier (http://www.presseportal.de/pm/61150/1596628/loveparade_berlin_gmbh) werden die Kosten zwar nicht aufgeschlüsselt, aber zumindest teilweise aufgezählt

Dr.Hackenbush
26.07.2010, 17:51
Die ursprüngliche Love Parade von Dr. Motte war doch als Demonstration ("Friede, Freude, Eierkuchen") angemeldet, weil somit die Kosten von der Stadt getragen wurden. Aber das ist ja jetzt anders.
Einspruch - ohne jetzt zu googeln, ich weiß das Wowereit ab ca. 2002 nicht
mehr bereit war das Berlin die Kosten für die Reinigung übernimmt, wo Dr. Motte
& Co sich die Taschen vollmachten. Allein der Merchandise mit den T-Shirts
und den jährlich sich ändernden Logos (und Mottos) brachte Millionen.

Motte hatte aber kein Bock mehr Geld abzudrücken, und so wanderte die LP ab.

Oder weiß es jemand genauer? :-lesen

Keenacat
26.07.2010, 17:56
Ich schätze, man schützt sich so auch vor zuviel schädigendem Input.

QFT.
Man kann nicht bei allem mitleiden und es schrecklich finden, das müsste hier im Forum ja eigentlich jeder wissen. Dass das jedes Mal bei solchen Geschehnissen wieder als Vorwurf aufgetischt wird, find ich weder zweckdienlich noch nachvollziehbar. :-nix

Hoppla-Daisy
26.07.2010, 18:08
Hier (http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Loveparade-wird-fuer-Duisburg-noch-viel-teurer-id2481567.html) ein Artikel, in dem die städtischen Kosten zunächst mit 840.000 Euro angegeben wurden. Diese Zahl wurde aber schnell nach oben korrigiert, so dass man mit mind. dem Doppelten rechnete.

Dr.Hackenbush
26.07.2010, 18:22
Hier (http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Loveparade-wird-fuer-Duisburg-noch-viel-teurer-id2481567.html) ein Artikel,
Unter uns Pastorentöchtern, ist die Quelle derwesten.de eigentlich seriös?

Gestern meldeten die das die Bundespolizei Akten von der Loveparade hat verschwinden (b.z.w. löschen) lassen.

http://www.derwesten.de/nachrichten/Bei-Bundespolizei-sollen-Unterlagen-geloescht-sein-id3285300.html

Jeannychen
26.07.2010, 19:09
Was für bl**e, besch****e Kommentare!!! Wie kann dieses Weib noch wagen sich öffentlich zu äußern???? Auf welchem Stern wo sie denn??? Sie sollte endlich verschwinden und den M**l halten!
Wie kann sie so unverschämt über so eine traurige Geschichte reden?

Was noch trauriger ist: die Medien berichten sogar noch darüber - und ich rege mich darüber total auf!:-keks

Hoppla-Daisy
26.07.2010, 19:19
Unter uns Pastorentöchtern, ist die Quelle derwesten.de eigentlich seriös?

Gestern meldeten die das die Bundespolizei Akten von der Loveparade hat verschwinden (b.z.w. löschen) lassen.

http://www.derwesten.de/nachrichten/Bei-Bundespolizei-sollen-Unterlagen-geloescht-sein-id3285300.html
Schätzelein, das hatte Spiegel Online ebenso berichtet ;-).

Die Pastorentochter

@Jeannychen: Du meinst gewiss Eva Hermann, die blöde Nuss, ne? :-wand

Keenacat
26.07.2010, 19:21
Was für bl**e, besch****e Kommentare!!! Wie kann dieses Weib noch wagen sich öffentlich zu äußern???? Auf welchem Stern wo sie denn??? Sie sollte endlich verschwinden und den M**l halten!
Wie kann sie so unverschämt über so eine traurige Geschichte reden?

Was noch trauriger ist: die Medien berichten sogar noch darüber - und ich rege mich darüber total auf!:-keks

Eva Hermann? Die ist schon lange pathologisch, wundert mich jetzt nicht so. :-kotz