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Alzheimer
05.10.2010, 18:27
Ich habe zunächst in einem kleinen Haus angefangen und nach 1,5 Jahren in eine Haus der Maximalversorgung (keine Uni) gewechselt. Auch Neulinge in dem Fach sind in meiner jetzigen Abteilung gut aufgehoben. Ich denke pauschal kann man das nicht sagen. Im jetzigen Team fühle ich mich sehr wohl auch wenn ich zunächst Angst vor dem großen Team hatte (völlig unbegründet). In welchem Teil von Deutschland willst du arbeiten?

lara162
06.10.2010, 00:54
Ich habe gleich an der Uni angefangen. Hat den Vorteil, wie ggf. ein Haus der Maximalversorgung, dass die volle Weihterbildungsermächtigung vorliegt und man auch von Anfang an mit ´großen Kisten´ und kranken Patienten konfrontiert ist (mögen andere auch negativ auslegen). Außerdem stehen oftmals Gebiete wie Schmerz-, Palliativ- und Rettungsmedizin mit zur unmittelbaren Verfügung.
Dass da alle unkollegial und karrieregeil sind kann man wohl pauschal kaum sagen. Gerade in der Anästhesie sind die Hierachien ja oftmals eher flach gehalten, auch an Unis.

Mir hat damals in meinem PJ mein betreuender FA geraten, auf jeden Fall ein ein großes Haus zu gehen, wenn ich mich für die Anästhesie entscheiden sollte. Ich habe diese Entscheidung nicht bereut

Grombühlerin
06.10.2010, 11:46
Hallo,

ich bin erst an ein kleineres Haus und hab dann an eine Uniklinik gewechselt -mit den Erfolg, dass ich dem kleineren Haus total nachtrauer.

Da war viel mehr Abwechslung, man war fast jeden Tag in einem anderen Saal (d.h. anderem Fachgebiet) während man an der Uni monatelang in der Ortho oder so festsitzen kann.

Und ja, ich gebe zu, es kränkt mich schon ein bisschen, jetzt wieder für jede Einleitung den OA rufen zu müssen. Und das liegt nicht an mir, das ist bei den anderen Assistenten auch so.

Ich bin aber auch kein Uni-Mensch (bin froh, dass die Diss geschafft ist und ich nicht mehr forschen muss :-)) und so ein Massenbetrieb ist auch nichts für mich.

Aber es hilft ja nix, für den Facharzt braucht man mal was größeres, und da ist es sicher strategisch sinnvoller, das am Anfang zu machen. Wenn man dann in ein kleines Haus wechselt und es da nett ist, kann man gleich dableiben.

Generell glaube ich aber, dass ein Wechsel in beide Richtungen heutzutage kein Problem ist. Also ich meine, dass man auf jeden Fall eine Stelle kriegen sollte. Schließlich hat man Berufserfahrung!

Dr. Jackyll
17.10.2010, 22:56
hey,

also, ich nutze hier mal den Thread und hoffe ich bekomme ein paar Antworten: ich mache gerade HEX, wollte schon immer in die Chirurgie und will das auch immer noch. Jetzt dachte ich aber, dass ich gern noch vorher ein Jahr Anä machen würde, mit Schmerzmitteln umgehen zu können ist ja nicht so verkehrt. :-)) So, also, meine Sorge ist jetzt, dass ich noch nie nen Tubus in der Hand hatte... alle Famus etc waren in irgendeinem chirurgischen Fach.... außerdem weiß ich nicht so recht, was ich meinem zukünftigen Chef sagen soll :-blush "ich geh dann in nem Jahr wieder, ne?!" ist ja keine so recht gute Grundlage. Wie war das denn bei euch?

ChillenMitBazillen
17.10.2010, 23:22
Intubieren ist ja bloß ein klitzekleiner Teil von Anästhesie...auch wenn alle, die schon mal intubiert haben, immer glauben, sie könnten jetzt Anästhesie :-)) Das ist also kein Hindernis, wenn man das nicht am ersten Tag hinkriegt....

Und hinsichtlich eines Wechsels nach einem Jahr würde ich mir keine Gedanken machen, alle möglichen Leute wechseln die ganze Zeit von der oder in die Anästhesie!

blubb
02.11.2010, 18:03
Möchte den Thread nochmal aufwärmen :-))

Komme jetzt ins PJ und bekomme bei einem Freund (3. Weiterbildungsjahr Innere) hautnah die Überlegung mit, evtl. in die Anästhesie zu wechseln. Doch er "traut" sich wohl nicht richtig.
"Nachteile" der Inneren, Aufnahmen, Entlassungen, Briefe etc. wurden ja schon aufgezählt.

Aber wie sieht es mit den "Vorteilen" (klar, ist immer subjektiv) in der Inneren gegenüber der Anästhesie aus: als Facharzt weniger Dienste, fast nur noch Hintergrund, weniger Briefe, weniger Stationsalltag mit Aufmahmen und Entlassungen, mehr selbst durchgeführte Diagnostik...

Die Dienste in der Anäst werden ja später nicht weniger, oder? Man ist eigentlich auch als Facharzt noch an die Klinik gebunden, oder?
Und wird zumindest der OP Alltag mit den Jahren nicht etwas "langweilig" - hier versteht mich bitte nicht falsch, in jedem Fach bekommt man mit der Zeit Routine und das ist auch gut so, sodass viele Sachen automatisch und sicher ablaufen, aber wie ist das in der Anästhesie? Klar, man hat die Intentiv mit dabei und Notarzt, große Gebiete - sind die Narkosen in einem großen Haus wegen vielleicht spezielleren Eingriffen umfassender und abwechslungsreicher als die in einem kleinen?

Vielleicht wisst ihr, was ich meine :-)

GOMER
02.11.2010, 19:19
Tatsache ist, daß man in der Anästhesie als nicht-OA Facharzt keinen Vorteil im Vergleich zu einem vorgeschrittenen Assi hat, es ist an Maximalversorgungshäusern eher noch stressiger, weil man in der Regel der einzige ist, der alle Dienste machen kann.
In der Inneren seh ich aber auch als OA keinen echten Vorteil, weil man normalerweise trotzdem auch Wochenends reinkommen muß, es vergeht ja eigentlich kein Sa. oder So. ohne OA-Visite. Zusätzlich sind es normalerweise nur die OAs die Funktionsdiagnostik machen (können), also muß man auch Nachts für Angios oder Gastros reinkommen.

blubb
02.11.2010, 20:01
Stimmt! Ich kenn aber einige periphere KHs, an denen wochenends keine OA Visiten in der Inneren stattfinden. Auch als Nephrologe an einem Dialysezentrum muss man an den Wochenenden oder nachts in der Regel nicht rein, denke ich zumindest. Dafür hat man aber in vielen anderen Bereichen die Diagnostik als FA an der Backe.

Was ist bei euch mit Anästhesie als "familien bzw. frauenfreundliches" Fach? Dort, wo ich meine Fam gemacht hatte, gab es einige Fachärztinnen, die halbtags arbeiten. Könnt ihr das in eurem Umkreis bestätigen bzw. wie ist hier die Tendenz? Sollte auch den Männern gestattet sein, ich möchte jetzt keinen Geschlechterkampf anfechten, habe das aber so in der Fam beobachtet.

Danke :-winky

Hypnos
02.11.2010, 21:47
Auch als Nephrologe an einem Dialysezentrum muss man an den Wochenenden oder nachts in der Regel nicht rein, denke ich zumindest.

Also, wenn ich mir überlege, daß sich meine letzten 30 Berufsjahre nur noch um Urin drehen sollten, würde ich mich sofort erschiessen:-)):-meinung

Gruß,

Hypnos

blubb
02.11.2010, 21:53
war kein personenbezogenes beispiel :-))

Grombühlerin
03.11.2010, 11:48
Naja, ein Riesenunterschied ist doch der, dass du in der Inneren als FA irgendwann in eine Praxis gehen und ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen kannst.

In der Anästhesie bleiben die meisten doch in der Klinik. (ich weiß, es gibt auch Anästhesie-Praxen).

Und ja, ich glaube schon, dass das alles irgendwann bisschen langweilig werden kann. Das Problem hat der Internist in seiner Praxis beim 50.000sten Belastungs-EKG aber wahrscheinlich auch.

Kaffee_Caro
11.11.2010, 11:13
Hallo!

Ich habe hier mal mitgelesen und finde das Thema sehr spannend. Überlege auch Anästhesie zu machen. Wie sieht es denn mit dem Arbeitsklima an Unikliniken aus? Ich weiss, dass sich das nicht pauschalisieren lässt. Aber für ein paar Erfahrungsberichte wäre ich bereits dankbar. Hat man mehr Dienste in Unikliniken als in regionale Krankenhäusern? Hat man ander Uni auch Zeit für Forschung? Wie sieht es mit Überstunden in der Anästhesie an Unikliniken aus?
Mich Anästhesie and er Uni vor allem wegen der Möglichkeit zusätzlich forschen zu können interessieren. Allerdings stellt sich mir auch die Frage, wie sehr das Privatleben darunter leidet. Dann lieber doch in ein kleineres Haus und auf Forschung verzichten?
Danke schonmal für Antworten :)

Ex-PJ
11.11.2010, 14:57
"Auch als Nephrologe an einem Dialysezentrum muss man an den Wochenenden oder nachts in der Regel nicht rein, denke ich zumindest."
--> Der Arzt muß schon samstags vorbeischauen, denn er muß ja z.B. die Flüssigkeitsbilanz überwachen. Außerdem gibt es ja auch - je nach Koperation mit einem Krankenhaus- Notfalldialysen, z.B. wg. Überwässerung oder ANV bei z.B. vorbestehnder kompensierter Retention und zusätzlich aufgetretener Gastroenteritis

"Was ist bei euch mit Anästhesie als "familien bzw. frauenfreundliches" Fach? Dort, wo ich meine Fam gemacht hatte, gab es einige Fachärztinnen, die halbtags arbeiten. Könnt ihr das in eurem Umkreis bestätigen"
--> Ich kann dieses bestätigen

mainzer
11.11.2010, 15:34
kann fam-freundliche anästhesie auch bestätigen...

haben zwei kolleginnen mit 0,5er stelle...die eine kommt jeden tag von 8-12, die andere eine woche voll, eine woche gar nicht..
dann haben wir noch eine 0.6er stelle...4 tage arbeiten, einen frei
dann eine 0,75er stelle: drei wochen arbeiten, eine frei...

geht ganz gut so ;-)

Anka_p
13.11.2010, 12:31
Huhu,

meine Frage passt hier auch ganz gut rein, deshalb drängle ich mich hier mal rein.
Für mich stand auch immer eigentlich schon fest, mal in die Chirurgie zu gehen. Ich hab sämtliche Famulaturen und auch mein PJ darauf ausgelegt.

Im PJ hab ich allerdings sehr sehr schlechte Erfahrungen machen müssen in der Chirurgie.

Deshalb komme ich jetzt nach meinen Hex immer mehr in die Grübelphase. Ist Chirurgie wirklich was für mich?

Ich kann mir als Anästhesie als Fach allerdings auch immer mehr gut vorstellen. (auch durch die Chirurgischen Erfahrungen - man kann ja als Hakenhalter doch öfters mal über das Tuch schauen und neidisch werden :-peng)

Allerdings hab ich weder mal einen ZVK, einen arteriellen Zugang oder beherrsche das Intubieren. Außerdem, was soll ich dem Chef beim Vorstellungsgespräch erklären?

Alles schwierig :( Würde mich über einen Rat, Tipp oder Entscheidungshilfe sehr freuen :-)


Lg

ChillenMitBazillen
13.11.2010, 16:14
Allerdings hab ich weder mal einen ZVK, einen arteriellen Zugang oder beherrsche das Intubieren.
Na und, wenn du alles könntest, wärest du Facharzt....



Außerdem, was soll ich dem Chef beim Vorstellungsgespräch erklären?

Wie wär's mit "Ich wollte immer Chirurgie machen, habe aber im PJ gemerkt, dass ich doch lieber Anästhesie machen will" :)

Tijaiw
13.11.2010, 16:32
@Anka: Das ist doch gar nicht so ungewöhnlich... wer lernt denn im PJ schon ZVKs legen? Ich bin auch gänzlich ohne Erfahrung in die Anästhesie gestolpert und das war alles kein Problem (und ich bin nicht die einzige Ärztin in unserer Abteilung, die ein anderes Wahlfach im PJ hatte). Nur Mut! Du musst nur ein wenig Interesse haben, den Rest lernst Du ja erst noch :-)) Und falls es Dir doch wider Erwarten in der Anästhesie nicht gefallen sollte, ist es sicher eines der sinnvollsten Fächer, in denen man in der Zwischenzeit Erfahrungen sammeln kann :-meinung

blubb
13.11.2010, 21:58
kann fam-freundliche anästhesie auch bestätigen...

haben zwei kolleginnen mit 0,5er stelle...die eine kommt jeden tag von 8-12, die andere eine woche voll, eine woche gar nicht..
dann haben wir noch eine 0.6er stelle...4 tage arbeiten, einen frei
dann eine 0,75er stelle: drei wochen arbeiten, eine frei...

geht ganz gut so ;-)

Sowas meinte ich, danke :-) Gilt das von dir beschriebene für ein Krankenhaus in MZ? Denke, dass diese Modelle auch woanders ähnlich sind, aber ich frage, weil du "mainzer" bist und das vielleicht nach dem Hex für mich spannend wäre ;-)

Kaffee_Caro
16.11.2010, 13:57
Sind die Arbeitszeiten in der Anästhesie in der Uni vergleichbar mit den Arbeitszeiten an kleineren Häusern?

mainzer
03.12.2010, 11:19
@blubb...studiert hab ich in mainz; arbeite - und darauf bezog es sich auch - aber in der schönen pfalz...nähere gern per pn.

grüße