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Grombühlerin
03.12.2010, 11:38
Sind die Arbeitszeiten in der Anästhesie in der Uni vergleichbar mit den Arbeitszeiten an kleineren Häusern?
Meiner Erfahrung nach leider nicht.... Aber was hilfts, ich brauch die Uni für den Facharzt, danach geh ich aber wieder in ein kleines Krankenhaus am Rande der Stadt.
@ mainzer: hast PN :-winky
Kaffee_Caro
04.01.2011, 11:36
Meiner Erfahrung nach leider nicht.... Aber was hilfts, ich brauch die Uni für den Facharzt, danach geh ich aber wieder in ein kleines Krankenhaus am Rande der Stadt.
Danke für die Antwort! Kannst Du das genauer beschreiben? Worin unterscheiden sich bei Dir die Arbeitsbedingungen in der Anästhesie an der Uniklinik im Vergleich zu Deiner früheren Stelle?
Grombühlerin
04.01.2011, 19:49
Danke für die Antwort! Kannst Du das genauer beschreiben? Worin unterscheiden sich bei Dir die Arbeitsbedingungen in der Anästhesie an der Uniklinik im Vergleich zu Deiner früheren Stelle?
Naja, im Vergleich zu den Arbeitszeiten in der Inneren ist es auch in der Uni-Anästhesie paradiesisch :-)
An meiner alten Stelle hatten halt fast immer alle pünktlich Feierabend, wenn mal mehr als ein Saal länger lief hat der OA rumgefragt, wer bleiben kann, und sich vielmals bedankt wenn man ne halbe Stunde länger gemacht hat.
An der Uni laufen ständig viele OPs länger als bis Dienstschluss und so viele Spätdienste können gar nicht kommen und Leute auslösen. Man sitzt da also manchmal etwas länger fest.
Ist jetzt nicht soooo schlimm aber ich hab ein Kind, das ich oft nach der Arbeit abholen muss, und da macht mir eine Stunde länger bleiben viel mehr aus als früher.
Die Teilzeit-Bedingungen waren an meinem alten Haus auch viel besser (flexibler), aber das betrifft ja auch nur Eltern.
In der Uni kann man aber wahrscheinlich lange darauf warten, dass diese Überstunden ausgezahlt/abgefeiert werden, oder?
Mein ehemaliger Chef war mal, als ich am Wochenende Dienst hatte, in der Klinik und sah die Massen, die da in unsere Ambulanz stürmten und hat sich kurzerhand mit an die Spaltlampe gesetzt und zwei Stunden lang Patienten, auch die mit Pillepalle, angeschaut, um mich zu entlasten, fand ich sehr anständig :-top Der schleust aber auch die Patienten ein und aus und fährt sie, wenn er sowieso auf Station muss, hoch, ohne dass die Pfleger von Station oder der Transportdienst bestellt werden muss. Da ist der sich nicht zu schade für, echt nett :-)
In der Uni kann man aber wahrscheinlich lange darauf warten, dass diese Überstunden ausgezahlt/abgefeiert werden, oder?
Nö, wieso? Wer an so einem Haus abeitet (egal ob Uni oder peripher) ist wohl selbst Schuld...
Grombühlerin
05.01.2011, 07:22
In der Uni kann man aber wahrscheinlich lange darauf warten, dass diese Überstunden ausgezahlt/abgefeiert werden, oder?
Kann ich noch nicht sagen, ich mach ja weniger als meine Kollegen. (1. Teilzeitstelle und 2. muss ich manchen Tagen einfach pünktlich gehen).
Zwischen Weihnachten und jetzt ist es etwas ruhiger, da kann man auf jeden Fall mal früher gehen bzw. ganz zuhause bleiben.
@muriel: cooler Chef!
Kaffee_Caro
05.01.2011, 08:45
@ Grombühlerin:
Ich hab dazu noch ein paar Fragen :)
- Was war denn so der Durchschnitt an Stunden, die Du am Tag in der Inneren gearbeitet hast und jetzt in der Anästhesie an der Uni?
- Wenn Du an der Uni bist, forscht Du dann auch?
Ich bin selber am überlegen Anästhesie oder Innere (Gastro) zu machen. Mikrobio hat mich auch lange interessiert :-D
Auf Anästhesie bin ich durch meine Dr.Arbeit gekommen. Da ich wissenschaftliches ARbeiten mag, bin am überlegen Anästhesie an einer Uniklinik zu machen. Allerdings würden mich absolut unmenschliche Arbeitsbedingungen doch davon abhalten. Ich bin zur Zeit im "stehe kurz vorm PJ und überlege was ich danach machen möchte"-Zustand ;-)
Daher finde ich es toll, dass hier so fleissig geantwortet wird, denn das hilft doch sehr bei der eigenen Entscheidungsfindung :-)
Grombühlerin
05.01.2011, 11:58
@ Grombühlerin:
Ich hab dazu noch ein paar Fragen :)
- Was war denn so der Durchschnitt an Stunden, die Du am Tag in der Inneren gearbeitet hast und jetzt in der Anästhesie an der Uni?
Innere war ein kleines Haus, hab an normalen Tagen mind. 10h gearbeitet, plus jedes 2. Wochenende mind. 14h, außerdem 2 Nächte (ok, da war ich dann am nächsten Tag spätestens gegen Mittags raus).
Bin also selten vor 18:00 Uhr gegangen.
Uni-Anästhesie: ich bleibe im Schnitt an 2 von 3 Tagen ca. 45 bis 60 Minuten länger.
Wenn ich pünktlich gehen muss und das dem OA rechtzeitig sage klappt das aber auch immer.
Dienste mach ich z.Zt. nicht, das Gute an Anästhesie-Diensten ist auf jeden Fall, dass man danacht sofort gehen kann und nicht noch Visite machen oder Briefe schreiben muss.
Unmenschlich würde ich das bei uns auf keinen Fall nennen.
- Wenn Du an der Uni bist, forscht Du dann auch?
Nöö, keine Lust und keine Zeit..........bin froh, dass meine Promotion fertig ist und ich nie mehr forschen muss.
Aber viele meiner Kollegen forschen. Wer nicht will muss aber nicht.
Mach doch Anästhesie-PJ und entscheide dann.
Kaffee_Caro
05.01.2011, 12:04
Mach doch Anästhesie-PJ und entscheide dann.
Ja, das mache ich auch :-)) Mache das letzte Tertial in der Anästhesie an einem kleineren Haus. Innere Tertial mache ich an der Uniklinik.
Eine letzte Frage habe ich noch: Was für einen Eindruck hast Du von Deinen Kollegen, die zusätzlich noch forschen? Wie vereinbaren die das mit der Kliniksarbeit?
Danke für Deine Antworten!:-)
Grombühlerin
05.01.2011, 12:10
Leider keine Ahnung!
Ich krieg in meinem OP recht wenig mit von der Welt außenrum.
Kaffee_Caro
05.01.2011, 12:16
Schade. Na, vielleicht folgen ja noch Erfahrungsberichte von anderen, die die Frage beantworten können ;-)
Wenn ich lese, unter welchen Bedingungen andere Leute hier so arbeiten, wird mir ja Angst und Bange.
Ich bin im 3. WBJ Anästhesie in einem peripheren Haus mit irgendwas über 500 Betten. Es gibt die volle Weiterbildungsermächtigung mit dem entsprechenden OP-Spektrum.
Ich gehe praktisch jeden Tag pünktlich nach Hause.
Wenn ich doch mal länger bleiben muss, beschränkt sich das in aller Regel auf eine Viertelstunde.
Wenn ich mal früher gehen muss, lässt sich das in aller Regel irgendwie lösen.
Ich mache 4-5 Dienste (24h, BD-Stufe 3) im Monat, davon einen am Wochenende.
Ich kann jede Überstunde aufschreiben und bekomme sie in Form von Freizeit oder auch auch finanziell vergütet.
Kosten für externe Fortbildungen (z.B. Notarztkurs, Grundlagen Intensivmedizin, etc.) werden vom Arbeitgeber übernommen, außerdem erfolgt für diese Zeit eine (bezahlte) Freistellung von der Arbeit.
Auch hausintern gibts viele Weiterbildungsangebote (Ultraschallkurs, Anästhesiesimulatortraining).
Negativ ist höchstens zu bemerken, dass die Ausbildung am Patienten aus Gründen des Zeitdrucks (Stichwort Überleitungszeiten) manchmal etwas zu kurz kommt, verglichen mit anderen Häusern in der Umgebung aber immer noch extrem gut ist.
Dafür fahre ich auch gerne jeden Morgen eine halbe Stunde zur Arbeit.
So wie Vystup das beschreibt muss es sein, alles andere ist unakzeptabel und heutzutage muss niemand mehr so arbeiten.
Es gibt nichts befreienderes als einem Ausbeuter-Chef auf den Tisch zu kacken und ihm mitzuteilen, dass er seinen Schei$$ in Zukunft alleine machen kann...
Die Vorteile der Anästhesie sind ja ausreichend beschrieben worden. Den hier genannten Vorteil der Inneren mit der möglichen Niederlassung sehe ich persönlich nicht. Wer möchte sich denn diese Kosten bei absolut ungewisser Zukunft ans Bein binden?
Kaffee_Caro
13.01.2011, 19:11
Als Anästhesist kann man sich doch, wenn man unbedingt möchte, auch niederlassen oder?
Ja schon, aber ist das wirklich interessant? Fand ich nie, werde ich nie finden... der Stress ist mir zuviel und das finanzielle Risiko zu gross...
und ausserdem habe ich mein Glück woanders gefunden :-)
seelenkind
14.01.2011, 07:16
@gnuff
wo hast du denn dein glück gefunden?
fänd ja die richtung schmerzthera und palliativ spannend..aber erstmal ein paar jahre intensiv
@gnuff
wo hast du denn dein glück gefunden?
in Schweden...
Kaffee_Caro
04.02.2011, 16:51
Ha, mir liegt schon wieder eine Frage zur Anästhesie an Uniklinik oder peripherem Haus auf der Seele ;)
Wie läuft das mit den Diensten und der Hintergrundbetreuung? Wo wird man eher schnell alleine in den Dienst geschickt? Ich habe von kleinen Häusern gehört, die aufgrund von Personalmangel schnell alleine Diensten schieben lassen. Das würde mir gerade am Anfang ziemlich Angst machen. Ist die Betreuung an Unikliniken besser? Oder lassen die einen genauso schnell alleine Nachdienste ect schieben? Mit anderen Worten: In welchen Häusern ist genug Personal vorhanden, dass man im Notfall schnell einen Oberarzt rufen kann ;) Kann man sich da an irgendwas orientieren oder muss man einfach Glück haben bei der Stellensuche?
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