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Solara
01.01.2012, 22:26
Du hast du selbst übers Leben wegwerfen philosophiert ... was denn nun - jetzt ist dir dein eigener Kommentar zu hart?

wjsl
02.01.2012, 22:15
Wo denn? Diese Worte stammen sicher nicht aus meiner Feder.

Durchwegs drängte sich mir der Eindruck auf, dass die nichtoperativen Fächer bezüglich Diensten, Überstunden und Arbeitsbelastung ebenso ziemlich am Limit waren. Das gibt sich vermutlich nichts, immerhin habe ich noch keine Idee, wo man humane Belastungen finden würde; alles hat seine Tücken.

Kackbratze
02.01.2012, 23:44
wo man humane Belastungen finden würde;

Pathologie, Labormedizin, Humangenetik, Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und natürlich Verwaltungsmedizin.

WackenDoc
03.01.2012, 00:04
Hab ich schon mein Highlight erwähnt?
Allgemeinmedizin im öffentlichen Dienst.
OK, durch die 2 Jahre Sklaver..ähm Innere muss man halt durch.

DrSkywalker
03.01.2012, 09:43
Hab ich schon mein Highlight erwähnt?
Allgemeinmedizin im öffentlichen Dienst.
OK, durch die 2 Jahre Sklaver..ähm Innere muss man halt durch.

Es sind sogar nur 18 Monate Sklavendienst in manchen (den meisten?) Bundesländern.... :-)

Leelaacoo
03.01.2012, 10:39
Darf ich mal eine ketzerische Frage in den Raum werfen? Was macht man mit all den Betriebsmedizinern, Laborärzten und HUmangenetikern, wenn man die großen Fächer konsequent als "zu arbeitsintensiv" abstempelt? Dann können die wenig verbliebenen (und überlasteten) Hausärzte der Zukunft ihre Patienten zu den wenig verbliebenen (und entsprechend belasteten) Internisten und Chirurgen in der Klinik überweisen...schöne neue Welt. Ich jammere durchaus auch mal gerne...aber mich jetzt hinter einen Schreibtisch zu hocken ist auch nicht die Lösung. Wir haben in unserer Klinik in den letzten 3-4 Jahren viele Dinge auch gegen Chefmeinung und Verwaltung durchgesetzt, die das Arbeiten erträglicher machen und auch mal Position bezogen...und es ist in gewissem Maße möglich, auch in "schwierigen" Abteilungen (und auch ohne 100% Assistentenbeteiligung...Neinsager gibts immer)....gerade jetzt, wo man nicht am Hungertuch nagen muss, wenn man es nicht unter den 300 Bewerbungen auf Cheffes Tisch schafft...
Ich will ja niemanden auf den Schlips treten...aber "abhauen" ist auch nicht dauerhaft möglich. Und ich habe auch das gefühl, dass die Verbesserungen der letzten 10 Jahre (Dienstbezahlung, Grundlohn, Einhaltung des Arbeitszeitschutzes, Wertschätzung etc.), die von vielen Ärzten erkämpft wurde nun irgendwie bei der "jungen" Generation nur eines hinterlassen hat: wenns net passt, dann geh ich halt woanders hin, mich will ja eh jeder...
Ein wenig Idealismus und Kampfgeist täte den meisten Abteilungen ganz gut und man kann auch in der Inneren und Chirurgie durchaus Arbeitsbedingungen schaffen, die einen nicht kaputtmachen.
Und sooo rosig ists nicht mit den Stellen...klar, die Dorfklitsche ist froh, jemanden mit rudimentären Deutschkenntnissen zu bekommen...bei uns aber (Maxiamlversorger) haben wir z.B. einen Einstellungsstopp.
Ich könnt mich gerade z.B. aufregen über die "Neuen", die sich weigern, auch mal länger als die vorgeschriebenen 6 Monate auf der ITS zu bleiben, weil "zu viele WoEnden", obwohl wir Dauerassis sie schon wo es nur geht entlastet haben (wir haben im Schnitt ein komplettes WoEnde mehr im Monat als die Rotationsassis gerade wegen der "Beschwerden"), jährlich mehrere Fortbildungsveranstaltungen organisieren, uns mit dem Chef und der Verwaltung anlegen, wenn mal ne Stelle zu lange unbesetzt bleibt und im Gegenzug kommt null komma nichts...da verliert man die Motivation mit seinen Kollegen und ich finde, es sollte sich jeder auch mal an die eigene Nase fassen und nicht immer "die da oben" oder das Fach an sich für alles verantwortlich machen.

So, kurz mal Dampf abgelassen, jetzt solle sich bitte jeder sein Wunschfach suchen...aber nicht nur unter dem Aspekt der Arbeitszeit, sondern auch der Arbeitsbelastung. Ich habe während dem Studium in den Sem. ferien in einer fabrik gearbeitet. 7,5 h, Pausen...Geld ok...es war die Hölle, auch nur Minuten etwas zu tun, was einen langweilt und keinen Spaß macht...da rödel ich doch tausendmal lieber 14 h auf der ITS! (oder bin ich hoffnungslos veraltet und idealistisch? Wohl meine "kommunistische" Kindheitsprägung ;-)) )

LG Lee

Sunflower
03.01.2012, 11:01
Wie habt ihr euch eigentlich auf eure erste Anästhesie-Stelle vorbereitet (v.a. die unter euch, die vorher kein PJ, etc. in der Anästhesie gemacht haben)?
Die Bücherumfrage habe ich mir schon angeschaut, aber vielleicht habt ihr doch noch ein paar Tipps/Ratschläge oder selbsterfahrene "Lebensweisheiten" ;-)

DrSkywalker
03.01.2012, 11:17
Darf ich mal eine ketzerische Frage in den Raum werfen?

...................

Wohl meine "kommunistische" Kindheitsprägung ;-)) )

LG Lee

Würde man deine Einstellung durch kommunistischen Kindheitsprägung bekommen, würde die DDR heute noch existieren :-)) ;-)

Leelaacoo
03.01.2012, 11:31
Pfff...DDR...wir reden da von GRÖßEREM ;-)

LG Lee

Logo
03.01.2012, 11:38
Darf ich mal eine ketzerische Frage in den Raum werfen? Was macht man mit all den Betriebsmedizinern, Laborärzten und HUmangenetikern, wenn man die großen Fächer konsequent als "zu arbeitsintensiv" abstempelt? Dann können die wenig verbliebenen (und überlasteten) Hausärzte der Zukunft ihre Patienten zu den wenig verbliebenen (und entsprechend belasteten) Internisten und Chirurgen in der Klinik überweisen...schöne neue Welt.
Systemfehler sind primär mal nicht die Meinigen. Hemd ist mir näher als Hose...
Irgendwann greift hier -vielleicht- auch die Selbstregulation von Märkten. Versorgungsferne Stellen verknappen & verlieren an Reiz, Patientenversorgung öffnet sich und wird wieder attraktiver (Praxis + Haus geschenkt, mehr Kohle, Reputation, whatever...). Schweinezyklus ;-)



Ich jammere durchaus auch mal gerne...aber mich jetzt hinter einen Schreibtisch zu hocken ist auch nicht die Lösung. Wir haben in unserer Klinik in den letzten 3-4 Jahren viele Dinge auch gegen Chefmeinung und Verwaltung durchgesetzt, die das Arbeiten erträglicher machen und auch mal Position bezogen...und es ist in gewissem Maße möglich, auch in "schwierigen" Abteilungen [...]. Und ich habe auch das gefühl, dass die Verbesserungen der letzten 10 Jahre (Dienstbezahlung, Grundlohn, Einhaltung des Arbeitszeitschutzes, Wertschätzung etc.), die von vielen Ärzten erkämpft wurde nun irgendwie bei der "jungen" Generation nur eines hinterlassen hat: wenns net passt, dann geh ich halt woanders hin, mich will ja eh jeder...
Löblich und Notwendig. WÄRE ich in der Situation, würde ich es auch tun bzw. hätte es getan!
Aber mal ehrlich, das war überfällig. Das sind Selbstverständlichkeiten. Jetzt kommt der eigentliche Wettbewerb um ein reizvolles Arbeitsumfeld (Kitaplatz, Umzugshilfe, außertarifliche Zuwendungen usw.)...


Ein wenig Idealismus und Kampfgeist täte den meisten Abteilungen ganz gut...
Aus Idealismus bin ich nicht Arzt geworden. Satt wird davon auch niemand und -Hand aufs Herz- mit "Idealismus" kann ich später meinen Sportwagen und die Platzgebühr auch schlecht bezahlen...
Ich mache gute Arbeit und will gutes Geld+Anerkennung - einfacher Deal oder?!


Und sooo rosig ists nicht mit den Stellen...klar, die Dorfklitsche ist froh, jemanden mit rudimentären Deutschkenntnissen zu bekommen...bei uns aber (Maxiamlversorger) haben wir z.B. einen Einstellungsstopp. Habe ich bisher so nicht erlebt. Weder an Unis noch bei "nur" Maximalversorgern. Liegt vielleicht auch am Geschlecht oder so...



Ich könnt mich gerade z.B. aufregen über die "Neuen", die sich weigern, auch mal länger als die vorgeschriebenen 6 Monate auf der ITS zu bleiben, weil "zu viele WoEnden", obwohl wir Dauerassis sie schon wo es nur geht entlastet haben (wir haben im Schnitt ein komplettes WoEnde mehr im Monat als die Rotationsassis gerade wegen der "Beschwerden"), jährlich mehrere Fortbildungsveranstaltungen organisieren, uns mit dem Chef und der Verwaltung anlegen, wenn mal ne Stelle zu lange unbesetzt bleibt und im Gegenzug kommt null komma nichts...da verliert man die Motivation mit seinen Kollegen und ich finde, es sollte sich jeder auch mal an die eigene Nase fassen und nicht immer "die da oben" oder das Fach an sich für alles verantwortlich machen.
Schade, da habt "ihr" die "Falschen" erwischt bzw. ausgesucht. Wenn man im Team ist, spielt man auch im Team - meine Meinung dazu.
Aber: IHR (Altassis) macht euch -löblich- lang, um die Situation für die Jungen (& Euch) zu verbessern und buckelt mehr. Im Optimalfall sagen die Jungassis noch "Danke", aber das Ausbildungskonzept und Personalkonzept bleibt halt weitgehend ******* --> das ist ne Pseudo-Verbesserung und bleibt damit im Prinzip weiterhin inakzeptabel und ablehnenswert.



So, kurz mal Dampf abgelassen, jetzt solle sich bitte jeder sein Wunschfach suchen...
Zurecht, zurecht.



Ich habe während dem Studium in den Sem. ferien in einer fabrik gearbeitet. 7,5 h, Pausen...Geld ok...es war die Hölle, auch nur Minuten etwas zu tun, was einen langweilt und keinen Spaß macht...da rödel ich doch tausendmal lieber 14 h auf der ITS! (oder bin ich hoffnungslos veraltet und idealistisch? Wohl meine "kommunistische" Kindheitsprägung)

Das Sein bestimmt nunmal das Bewusstsein...
(nicht böse gemeint)

LG LOGO

LasseReinböng
03.01.2012, 14:20
Pfff...DDR...wir reden da von GRÖßEREM ;-)

LG Lee

ehem UDSSR ? :-))

Rico
03.01.2012, 16:56
Darf ich mal eine ketzerische Frage in den Raum werfen? Was macht man mit all den Betriebsmedizinern, Laborärzten und HUmangenetikern, wenn man die großen Fächer konsequent als "zu arbeitsintensiv" abstempelt? Also Arbeitsmediziner werden doch reichlich gesucht im Ärzteblatt...

Und ich habe auch das gefühl, dass die Verbesserungen der letzten 10 Jahre (Dienstbezahlung, Grundlohn, Einhaltung des Arbeitszeitschutzes, Wertschätzung etc.), die von vielen Ärzten erkämpft wurde nun irgendwie bei der "jungen" Generation nur eines hinterlassen hat: wenns net passt, dann geh ich halt woanders hin, mich will ja eh jeder...Genau, langsam muss man nämlich echt trennen zwischen hin uns wieder einfach "schicksalhaft" anfallenden Überstunden (z.B. ein wirklich kranker Patient, der einen lange absorbiert, ein Massenansturm auf die Aufnahme, etc...) und solchen, die durch (teilweise bewußte) Fehlplanung und Missmanagment entstehen (z.B. Röntgenbesprechung nach offiziellem Arbeitsende, ein Assistent für 30 Patienten mit 6 Aufnahmen und Entlassungen, ...). Letztere waren früher so erdrückend in der Überzahl, dass die ersteren da nicht ins Gewicht gefallen sind.

Heutzutage gibt es durchaus Häuser in denen Überstunden nicht mehr das "normale" Maß übersteigen und dann auch entsprechend ausgeglichen werden. Wenn die Notaufnahme mal plötzlich vollläuft ist, dann ist das halt Schicksal, das muss man dann halt abarbeiten so wie ein Journalist halt auch mal länger bleiben muss, wenn grad irgendwo ein Flugzeug abgestürzt ist.
Sofern die NA nicht chronisch unterbesetzt ist und das Vollaufen ein Dauerzustand ist, ist dagegen auch nichts einzuwenden - v.a. wenn man sie als Freizeit wiederkriegt oder bezahlt bekommt. Bei uns haben von 18 Assistenten nur zwei mehr als 20 Überstunden auf dem Konto (maximal 35h), etliche +/- 0 oder (wenige) Minusstunden - und da sind Dienste schon mit verrechnet.

Ein wenig Idealismus und Kampfgeist täte den meisten Abteilungen ganz gut und man kann auch in der Inneren und Chirurgie durchaus Arbeitsbedingungen schaffen, die einen nicht kaputtmachen.:-meinung Neben den wenigen Überstunden haben wir medizinische Dokumentare für die DRGs und MDK-Anfragen, Needle-Teams für die BEs, einen Sozialdienst und eine Pflegeüberleitung für Reha- und Sozialstationorganisation, etc.

Man muss also nicht immer gleich in ein anderes (vermeindlich weniger arbeitsintensives) Fach wandern, vielleicht braucht man eigentich nur das richtige Haus...

Und sooo rosig ists nicht mit den Stellen...klar, die Dorfklitsche ist froh, jemanden mit rudimentären Deutschkenntnissen zu bekommen...bei uns aber (Maxiamlversorger) haben wir z.B. einen Einstellungsstopp.
Habe ich bisher so nicht erlebt. Weder an Unis noch bei "nur" Maximalversorgern. Liegt vielleicht auch am Geschlecht oder so...Bei uns (Uni) stapeln sich zwar auch nicht die Bewerbungen, aber alle Stellen sind besetzt.

Solara
03.01.2012, 16:57
Wo denn? Diese Worte stammen sicher nicht aus meiner Feder.


Ich hatte es dir zwar schon mal zitiert, mache es aber gerne nochmal:

Man wirft sein Leben nur weg, wenn man das Fach wählt, das einem selbst nicht liegt, oder weil man seinen Beruf zu wichtig nimmt. Das kann einem überall passieren. Vielleicht ist auch das Haus wichtiger als das Fach. Eigentlich hatte ich im PJ nicht den Eindruck, dass Chirurgen ihr Leben mehr verschwenden würden als andere...

Ich hab's zur Verdeutlichung noch mal markiert.
Ob sie aus deiner Feder stammen - nö (im web schreibt es sich so schlecht mit Feder), aber getippt und drüber philosophiert

WackenDoc
03.01.2012, 17:27
@wjsl: Nochmal mein Rat: Überleg dir, was du willst.
Willst du Neurochirurgie auf Uniklinikniveau mit schneller Habil und Forschung?- Dann wirst du richtig rankloppen müssen.
Oder willst du ne Fachrichtung, die dich interessiert mit halbwegs geregelten Arbeitszeiten und -bedingungen?

Das Fachgebiet muss einem ja liegen.
Und wenn man dann nen Fach hat, das den eigenen Interessen am nächsten liegt, dann sucht man sich ne passende Stelle und schaut sich das mal praktisch an. Wenn das Fach zwar Spass macht, die Arbeitsbedinungen nicht passen, dann sucht man sich nen anderes Haus. Wenn man merkt, dass das Fach doch nicht so das Wahre ist, schaut man in ein anderes rein.
Nach ner Weile kann man auch seine Nische finden, wenn bestimmte Aspekte des Fachs einen reizen.

Nur Nachteile finden sich in jedem Fach- genauso wie Vorteile.

Meine Arbeitsbedingungen sind zur Zeit sehr entspannt in nem Fach, was mir liegt und Spass macht- trotzdem würden viele meinen Job nicht machen wollen und ich hab hier im Forum auch schon reichlich über vergangene Bedingungen geflucht.

Um zum ursprünglichen Thema zurück zu kommen: Ich finde, dass eine Arbeitszeitreduzierung wegen Überlastung nicht dauerhaft die Lösung des Problems darstellt.
Aus medizinischen oder familiären Gründen- kein Thema.
Auch wenn man sich irgendwann in höherem Alter überlegt, dass man mit weniger Geld bei weniger Arbeit auch ganz nett leben kann- ok.
Vielleicht bin ich ja auch was altmodisch- aber das normale Arbeitsverhältnis als Hauptverdiener besteht doch üblicherweise aus der vollen Stundenzahl und die Arbeitsbedingungen sollten so sein, dass ein junger, gesunder Mensch diese Arbeit leisten kann.

wjsl
03.01.2012, 19:09
Ich wollte mit dem Gesagten nur ausdrücken, dass man das mit dem "Leben wegwerfen" nicht auf etwas bestimmtes begrenzen könnte, sondern es sich um etwas multifaktorielles und individuelles handelt.

In mir sind sehr widerstrebende Tendenzen: Einerseits der Wunsch nach Karriere, dann einem ungewöhnlichen Fach, in dem es viel neues zu entdecken gäbe, dann wieder das Bewusstsein, dass wegen einer chronischen Erkrankung Leistungseinbrüche immer im Bereich des Möglichen liegen; und die Frage, ob und wie ich das in der Fachwahl berücksichtigen müsste.

Anästhesie fand ich wie gesagt toll, aber zu keinem Zeitpunkt konnte ich es mir langfristig vorstellen; genau so wenig wusste und weiß ich warum das so war und ist. Auch dort waren die Leute kurativ tätig(Intensiv, NA, Schmerztherapie), erfuhren Dankbarkeit, die Arbeitszeiten waren wirklich gut verglichen mit anderen Fächern...keine Ahnung. Ich muss mir halt einen Grund einreden.

Mein Wunsch wäre was Operatives, eindeutig; das PJ klappte gut, aber ob ich es auch als Assistent packen würde, nicht zuletzt auch körperlich; da bin ich mir momentan unsicher. An Radiologie dachte ich, weil die heute vieles interventionell behandeln, was früher operiert werden musste. Daher rühren die scheinbar widersprüchlichen Wünsche.

Was machst du übrigens für ein Fach? Und warum meinst du, dass viele deinen Job nicht machen wollen würden?

Muriel
03.01.2012, 19:19
Wahrscheinlich meint sie das, weil viele Kollegen meinen, als Hausarzt sei man ein nichtskönnender Feld-, Wald- und Wiesenarzt, und entweder würde man "richtige" Erkrankungen nicht erkennen oder aber sie ja selber nicht behandeln sondern sofort weiterschicken. Für mich eine der bescheuertsten Einstellungen überhaupt, da ich einen guten Hausarzt als immens wichtig erachte.

wjsl
03.01.2012, 19:25
Das Schwierige an Allgemeinmedizin ist wohl vor allem, dass man für mehr zuständig ist als das rein medizinische, Probleme lösen muss die man eigentlich nicht lösen kann. Das schieben dann einige gern ab, wodurch der Eindruck, sie könnten nichts entstehen mag; allerdings ist man dann in der Klinik ebenso nicht in der Lage, das (oft auch soziale) Problem zu lösen. Letzten Endes will niemand eine schwere Entscheidung treffen; aber je weniger man den Betreffenden kennt, desto leichter fällt das vielleicht.
Nur "Schuld" sind meist immer dieselben; insgesamt tatsächlich ein sehr undankbarer Job in den meisten Fällen.

Kackbratze
03.01.2012, 19:31
Wirklich? Das ist Allgemeinmedizin?
Irgendwie war das in Studium und Praxis etwas anders gelagert und vorallem nicht so konfus, aber okay, vielleicht hat sich das Alles ja weiterentwickelt.
Oder Wacken?

wjsl
03.01.2012, 19:52
Mein Hausarzt meinte, mindestens zwei Drittel seiner Patienten seien wohl rein psychosomatisch. Vor ein paar Jahren noch war er auch deutlich fröhlicher, motivierter und zuversichtlicher als jetzt.
Das Blockpraktikum widerlegte jenen Eindruck auch nicht wirklich. Ebenso wenig Gespräche mit Bekannten, die sich für dieses Fach entschieden haben; vielleicht ist das alles aber auch nicht repräsentativ...

Rico
03.01.2012, 20:33
Mein Hausarzt meinte, mindestens zwei Drittel seiner Patienten seien wohl rein psychosomatisch. Und ich dachte immer, Psychosomatosen wären auch Krankheiten mit denen man zum (Haus-)Arzt geht...

Ist ja fast so als würde sich der Internist beschweren, dass ein Teil seiner Patienten herzkrank sind... :-nix