Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krankenversicherung: privat oder gesetzlich?
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Deine Frau zahlt aber nur dann nichts in der Elternzeit, wenn sie entweder selber pflichtversichert ist oder, wenn sie freiwillig gesetzlich versichert ist,nur dann,wenn Du dann pflichtversichert bist. Seid Ihr beide freiwillig versichert, zahlt sie dann ca. 300€/Monat.Das hat mir irgendwie keine Ruhe gelassen, das hab ich jetzt nochmal nachgeschaut, weil das ja exakt die Konstellation war (beide freiwillig in der GKV), die wie bei der Elternzeit hatten und wir haben keine 300€ zahlen müssen.
Wenn man nämlich als GKV-Mitglied in Elternzeit geht (egal ob pflicht oder freiwillig) und man nicht irgendwelche freiwilligen Verträge abgeschlossen hat, die das ausschließen, dann ist man beitragsfrei weiterversichert und zwar weil man selber ja berufstätig war und die eigene GKV während der Elternzeit (also die maximal 3 Jahre pro Einzelkind) einen beitragsfrei weiter versichert - das hat noch gar nichts mit Familienversicherung zu tun, denn in der Elternzeit ist man ja gar nicht über den Partner versichert, sondern eben selber weiterhin bei der eigenen Versicherung.
Erst wenn man nach der Elternzeit (also den drei Jahren) kündigt und dann nicht mehr in den Beruf einsteigt, dann kann man sich über einen pflichtversicherten Partner beitragsfrei familienversichern oder wenn der Partner freiwillig ist, dann muß man halt noch was zahlen.
So kenne ich das zumindest von der TK...
Danke für den Hinweis JJ. Ich habe die Quellen von Bekannten, die den Wechsel vollzogen haben. Zwar nicht gestern, aber innerhalb der letzten 2 Jahre.Ganz aktuell und lesenwert aus der Zeit (http://www.zeit.de/2012/06/Private-Krankenversicherung) ein Artikel über die Zukunftstauglichkeit der PKV.
Da steht u.a. folgender Satz drin:
Wer in seinem ersten Job mehr als 50.850 Euro im Jahr verdient, liegt über der Versicherungspflichtgrenze. Das heißt: Man darf von der Kasse zur privaten Versicherung wechseln. Aber umgekehrt ist es schwierig. Versicherte können nur in die gesetzliche Krankenversicherung zurück, wenn sie arbeitslos werden oder wenn ihr Einkommen wieder unter die Pflichtgrenze sinkt. Ehepartner und Kinder dürfen nur dann mit wechseln, wenn sie jeweils weniger als 400 Euro monatlich verdienen. Ein Austritt aus der PKV ist auch möglich, wenn man ein Studium beginnt, bevor man 30 Jahre alt wird.Ganz so easy peasy scheint es also nicht zu sein...
Klar, es gibt noch ein paar Ausnahmen, aber ob die dann auch wirklich alle zutreffen... :-nix
Hm Rico, das verstehe ich jetzt ehrlich gesagt nicht. Ich zitiere mal aus der wohl verlässlichen Quelle des Bundesministeriums für Familie usw.:
Pflichtmitglieder der gesetzlichen Krankenkassen sind für die Dauer der Elternzeit beitragsfrei versichert, sofern keine beitragspflichtige Einnahmen erzielt werden (z.B. aus einer Teilzeittätigkeit). Freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen müssen grundsätzlich ihren Beitrag, gegebenenfalls einen Mindestbeitrag, weiterhin zahlen. Für diejenigen, die vor der Geburt des Kindes durch den Ehepartner in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert waren, ändert sich nichts. Familienversichert ist auch der Ehepartner, der bisher als Arbeitnehmer freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung war und sich in der Elternzeit befindet, wenn die sonstigen Voraussetzungen für die Familienversicherung erfüllt sind.
Zu letztem Punkt der Voraussetzungen für die Familienversicherung aus gleicher Quelle:
Familienangehörige die
einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben,
nicht selbst versichert sind,
nicht versicherungsfrei oder von der Versicherung befreit sind
nicht hauptberuflich selbstständig sind und
kein über einer bestimmten Grenze liegendes regelmäßiges Gesamteinkommen haben,
können in der Familienversicherung mitversichert werden.
DocEmmetBrown
04.02.2012, 22:10
@Rico
Natürlich ist es auf dem Papier nicht wirklich einfach, wieder zurück zu wechseln. Faktisch scheinen die GKVen aber ein Interesse daran zu haben, die gut verdienenen Versicherten wieder aus der PKV zurück zu werben. In der Praxis kann sich dann alles unter der Hand deutlich einfacher darstellen.
@Rico
Natürlich ist es auf dem Papier nicht wirklich einfach, wieder zurück zu wechseln. Faktisch scheinen die GKVen aber ein Interesse daran zu haben, die gut verdienenen Versicherten wieder aus der PKV zurück zu werben. In der Praxis kann sich dann alles unter der Hand deutlich einfacher darstellen.
Danke. Ich denke auch nicht, dass es immer einfach und ohne Probleme geht, aber dieses "es geht auf keinen Fall" halte ich genauso falsch wie ein "es geht mit Sicherheit". Auch die Tonart gefällt mir nicht. Ich möchte sicher keinem ans Bein pinkeln oder irgendwen von irgendwas überzeugen. Jeder hat es selbst in der Hand und einige Wege sind sicherlich mit Risiken und Kosten verbunden.
Und eine Sache muss auch gesagt werden: Für mich als angehender Assistent im ersten Jahren ist noch absolut nicht klar in welche Richtung sich das Gesundheitssystem entwickelt. Vielleicht lachen wir in 20 Jahren über die heutigen Verhältnisse.. Wer weiß.
LasseReinböng
05.02.2012, 00:22
Faktisch scheinen die GKVen aber ein Interesse daran zu haben, die gut verdienenen Versicherten wieder aus der PKV zurück zu werben. In der Praxis kann sich dann alles unter der Hand deutlich einfacher darstellen.
Es gibt Tausende von PKV-Versicherten, die in die GKV zurück wollen und es nicht können. Die Kassen werden sich hüten, Verträge "unter der Hand" abzuschliessen, das ist einfach nur naiv.
Blauer Engel
05.02.2012, 06:57
zur zweiten frage siehe Link von mir. wir bekommen staatlich eben keine zuschüsse, sondern müssen unseren gesamten einnahmen veranlagen und von denen gehen dann die entsprechenden 15,5 bzw. 14,9% ab. du kannst aber, falls du doch eine gesetzliche rente beziehst (5 jahre anwartschaft voll), bis zu 106€ zuschuss als freiwillig versicherter in der gkv bekommen. in der privaten gibt es das zwar auch nicht, aber da senken die altersrückstellungen deinen beitrag und zusätzlich fällt das krankentagegeld raus.
uns unterscheidet von anderen angestellten, dass wir unsere rente sozusagen nicht aus der grv, sondern vom versorgungswerk beziehen. also nicht in einen großen pott einzahlen, sondern in unseren eigenen und somit eigentlich nicht wirklich solidarisch sind.
wir sind als rentner nicht in der gkv pflichtversichert, weil wir nicht in die grv einzahlen.
weiteres in dem beitrag der anwältin.
Hallo LMD.
Danke für den Link,
was bedeutet das aber mit dem 106,- € Zuschuss? Zahlt mir die GRV 106,- € zusätzlich an Rente, wenn ich im Alter als freiwill. Mitglied der GKV bin (ich habe nämlich meine 5 Jahre auf jeden Fall voll). Wer kann einem da kompetent Auskunft geben? Die BfA oder eher die GKV?
Das mit der GKV-Mitgliedschaft im Alter ist ein total spannendes Thema, gut das wir das hier diskutieren, war mir komplett neu.
DocEmmetBrown
05.02.2012, 08:08
@LasseReinböng
Auch die Kassen wollen letztendlich Geld verdienen. Genau deshalb haben einige Kassen ältere Versicherte, die aus insolventen Kassen wechseln wollten, daran gehindert, zu ihnen zu wechseln, obwohl dies gesetzlich nicht in Ordnung war. Hälst du es nicht für naiv zu glauben, dass sich die Kassen Einnahmequellen verschließen, nur weil es gesetzliche Hürden gibt? Auch in der Versicherungswirtschaft ist Papier extrem geduldig.
Hallo LMD.
Danke für den Link,
was bedeutet das aber mit dem 106,- € Zuschuss? Zahlt mir die GRV 106,- € zusätzlich an Rente, wenn ich im Alter als freiwill. Mitglied der GKV bin (ich habe nämlich meine 5 Jahre auf jeden Fall voll). Wer kann einem da kompetent Auskunft geben? Die BfA oder eher die GKV?
Das mit der GKV-Mitgliedschaft im Alter ist ein total spannendes Thema, gut das wir das hier diskutieren, war mir komplett neu.
Hallo,
alles nicht so einfach. wenn man in der gkv freiwillig versichert ist oder aber privat versichert und bezieher einer rente von der gesetzlichen rentenversicherung, kann auf antrag ein zuschuss gewährt werden. der maximalbetrag sind 106 euro. wichtig ist: du musst fünf jahre in die grv beiträge eingezahlt haben und nicht in der gkv (ich denke, dass ist ein schreibfehler). dann, wenn du die rente beantragst wäre ein solcher antrag zu stellen. s. auch S. 18 http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=freiwillig%20gesetzlich%20kranken%20versichert%2 0rentner&source=web&cd=10&ved=0CJwBEBYwCQ&url=http%3A%2F%2Fsenioren.verdi.de%2Ftipps%2Falter sversorgung_rente%2Fdata%2FBroschure-Rentner-und-ihre-Krankenversicherung.pdf&ei=4z4uT_vEBpHDswblwMWTDQ&usg=AFQjCNHTfqzErCSV71Pm5F0WRkbvZbM0VQ&cad=rja
Aber ich verspreche noch nichts, will mich selber noch beraten lassen, habe aber erst einen termin am 23.2. bei der grv. Ich habe noch keine 5 Jahre voll und muss erstmal schauen, ob es sich für mich noch lohnt die Beiträge mit einem Mindestbeitrag von 80,- € voll zu machen. Da werde ich dann alle fragen diesbzgl. noch stellen. Kannst ja so viel geduld haben. Der zweite punkt ist: wer weiß, ob das in 40 jahren, wenn wir in rente gehen sollen/wollen mit den zuschüssen noch so passt...die gkv kannste probieren, ich hatte da riesenprobleme ne kompetente dame ranzukriegen... habe da mal ne halbe stunde in der warteschleife gehangen, aber ne schlüssige antwort habe ich noch nicht.
die Zukunftstauglichkeit der PKV
Man sollte bei der ganzen Diskussion nicht vergessen, daß das alles ungelegte Eier sind. Die Zukunft der PKV wie der GKV ist derzeit alles andere als festgelegt, daher glaube ich persönlich nicht, daß man allzu großen Wert auf die Situation in 30 - 40 Jahren legen sollte (viel eher wird kaum einer von uns hier in Rente gehen können). Vor 40 Jahren hätte niemand einem Arzt empfohlen, in die AOK zu gehen ;-)
Deshalb sollte man primär erstmal durchrechnen, was aktuell und mittelfristig am günstigsten ist. Und dabei ist für mich aktuell die PKV günstiger bei besserer Leistung, auch in der mittelfristigen Zukunft.
Man sollte bei der ganzen Diskussion nicht vergessen, daß das alles ungelegte Eier sind. Die Zukunft der PKV wie der GKV ist derzeit alles andere als festgelegt, daher glaube ich persönlich nicht, daß man allzu großen Wert auf die Situation in 30 - 40 Jahren legen sollte (viel eher wird kaum einer von uns hier in Rente gehen können). Vor 40 Jahren hätte niemand einem Arzt empfohlen, in die AOK zu gehen ;-)
Deshalb sollte man primär erstmal durchrechnen, was aktuell und mittelfristig am günstigsten ist. Und dabei ist für mich aktuell die PKV günstiger bei besserer Leistung, auch in der mittelfristigen Zukunft.
Ich habe auch lange darüber nachgedacht und habe auch die aktuelle und die mittelfristige rechnung aufgestellt. und natürlich faktoren wie ein 1 kind, elternzeit, geschätztes gehalt der partnerin usw. mit eingerechnet. und ja die pkv ist aktuell echt attraktiv. zu mal es ja für ärzte spezielle tarife gibt, die wirklich nicht unattraktiv sind. ich verstehe jeden, der in die pkv geht. trotzdem habe ich mich bewusst für die gkv entschieden. das risikoprofil und die prämienentwickung der letzten jahre hat mich letztendlich dazu gebracht doch in der gkv zu bleiben. zu mal man nicht weiß wie es die nächsten jahre auf dem gesundheitsmarkt mit der kostenentwicklung weitergeht. Habe die Entscheidung bewusst getroffen und das muss jeder für sich selbst tun. Doch auf jeden Fall ist mit der Entscheidung zu Leben und dann nicht rumzujammern.
Blauer Engel
05.02.2012, 13:25
@ LMD: Ja, Tippfehler, ich habe nämlich die 5 Jahre GRV schon voll. Werde dann mal schauen, was Du berichtest :-)
LasseReinböng
05.02.2012, 14:17
@LasseReinböng
Auch die Kassen wollen letztendlich Geld verdienen. Genau deshalb haben einige Kassen ältere Versicherte, die aus insolventen Kassen wechseln wollten, daran gehindert, zu ihnen zu wechseln, obwohl dies gesetzlich nicht in Ordnung war. Hälst du es nicht für naiv zu glauben, dass sich die Kassen Einnahmequellen verschließen, nur weil es gesetzliche Hürden gibt? Auch in der Versicherungswirtschaft ist Papier extrem geduldig.
Soweit ich weiß, sind besagte Kassen mit ihrer rechtswidrigen Praktik ja nicht durchgekommen, verstehe das Argument daher nicht.
DocEmmetBrown
05.02.2012, 16:44
@LasseReinböng
Ich wollte damit ausdrücken, dass die reale Situation selten der Gesetzeslage entspricht, sondern in der praktischen Ausgestaltung immer vom Willen beider Seiten abhängt. Eine Versicherung, die eine Person aufnehmen will, wird deutlich kulanter zu Werke gehen, als eine, die das nicht will. Ist doch z.B. bei der Anmeldung zu einer Prüfung genauso. Hat man die Frist verpasst, ist man eigentlich nicht zugelassen. Ist einem die Sekretärin wohlgesonnen kommt einfach der Stempel von vor zwei Tagen auf die Anmeldung und alles ist gut, obwohl es formal unmöglich gewesen wäre.
Das sich nicht bei jedem ein Schlupfloch finden lassen wird ist natürlich auch klar. Dass man den Wechseln aber in allen Belangen ihr Anliegen realisieren möchte, hat der Chef einer großen GKV im Interview selbst bestätigt.
Mag sein, dass es im Einzelfall mal funktioniert hat. Aber ich finde es nicht wirklich klug auf so etwas zu bauen!
DocEmmetBrown
05.02.2012, 17:47
Das man darauf bauen sollte, habe ich ja gar nicht behauptet. Es ging mir nur darum, dass die Aussage, pauschal sei ein Wechsel unmöglich, nicht wirklich korrekt ist. Es stellt sich aber natürlich die Frage, ob, wie schon von anderen angedeutet, es überhaupt Sinn macht, die Situation in 20 oder 30 Jahren in die Überlegung miteinzubeziehen, da die dann bestehenden Regelungen einfach nicht vorhersehbar sind.
LasseReinböng
10.02.2012, 13:57
Hier nochmal ein kurzweiliger Artikel von Focus Online zum Thema.
"Das verlogene Paradies" :-notify
http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/privatekrankenversicherung/private-krankenversicherung_aid_10590.html
ehem-user-19-08-2021-1408
12.02.2012, 11:07
Man sollte aber auch einige Faktoren nicht vergessen, die es für Mediziner bei PKVs gibt.
1) spezielle Tarife für Mediziner und deren Angehörige
2) die Tatsache, dass man die meisten Sachen eh selbst hinkriegt und nicht dauernd zum Niedergelassenen läuft. Daher lohnen sich günstige Tarife mit Selbstbeteiligung.
3) Die Beitragsrückerstattungen am Jahresende (bis zu 3 Monatsbeiträge) bei gewisser Leistungsfreiheit, eine Folge von Punkt 2.
Ich möchte damit für keine der Versicherungen werben. Ich wollte nur diese Argumente eben erwähnen.
Gruß
Noch was zum Thema PKV und GKV: Podcast der HR 2 Sendung "Der Tag" mit dem Thema "Kassensturz - Privatversicherer vor dem Aus"
http://mp3.podcast.hr-online.de/mp3/podcast/derTag/derTag_20120208.mp3
sodbrennen
12.02.2012, 16:44
Das mit den Terminen kann man z.B. bei der Techniker auch auf die Kasse abwälzen. Es gibt dort einen Terminservice. Sie vereinbaren Termine für ihre Kunden. Ob das gut funktioniert, weiß ich allerdings auch nicht. Hat das schon mal jemand getestet?
Ja, hier, mit einem MRT-Termin. War in der Tat zufrieden, wobei es auch nur bedingt die Wartezeit reduziert (bei mir von 2 Monaten auf 3 Wochen), aber dafür wurden meine Wünsche bzgl. der Lage der Praxis bestens berücksichtigt. :-top
Die Wartezeit in der Praxis, wo ich bereits einen Termin hatte, konnten sie dafür aber leider nicht reduzieren. :-nix
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