Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : der Thread für krasse Laborwerte
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Rettungshasi
16.01.2011, 15:27
Haha :D
Ich hätte nach dem ersten Mal schnuppern schon eine leichte Übelkeit und nach dem ersten Liter wohl an der Zimmerdecke gekrampft. Bah!
Aber mal im Ernst: Passiert das häufig, dass man so nen Kopfschuss überlebt? Ich hielt das immer für eine halbwegs sichere Methode...
RS-USER-Bärentöter
16.01.2011, 15:49
Aber mal im Ernst: Passiert das häufig, dass man so nen Kopfschuss überlebt? Ich hielt das immer für eine halbwegs sichere Methode...
wenn das Geschoß quer durchgeht, weil man irgendwo seitlich am Kopf ansetzt, ist das relativ wahrscheinlich, da evtl. keine überlebenswichtigen Hirnregionen angekratzt werden.
Edith: mein einziger Einsatz mit Kopfschuß (bin ein Landei), war ein Patient, der sich mit einer Schrotflinte alles oberhalb der HWS weggeschossen hat. Finalstadium Prostatakrebs.
Rettungshasi
16.01.2011, 15:57
Stimmt.
Naja... war mein erster solcher Versuch, den ich gesehen hab, daher war ich schon erstaunt (und positiv überrascht, weil sich die "Sauerei" im Rahmen hielt).
Wenn ich so darüber nachdenke, waren meine Suizidenten primär noch nie erfolgreich, wenn ich Dienst hatte.
Knusperriegel
16.01.2011, 16:23
Haha :D
Ich hätte nach dem ersten Mal schnuppern schon eine leichte Übelkeit und nach dem ersten Liter wohl an der Zimmerdecke gekrampft. Bah!
Aber mal im Ernst: Passiert das häufig, dass man so nen Kopfschuss überlebt? Ich hielt das immer für eine halbwegs sichere Methode...
Dieser quer gesetzte Kopfschuss geht i.d.R. "schief" (im wahrsten Sinn des Wortes), weil eben die Pistole nicht rechtwinklig an der Schläfe angesetzt wird.
Vielleicht liegt es an zu kurzen Armen in Kombination mit einer "bequemen" Haltung der Waffe.
Ich hatte in jungen Jahren einige Einsätze bei alten Männern mit Kopfschüssen, oft noch mit deren alter Wehrmachtspistole.
An zwei Herren kann ich mich noch erinnern: dank Suizidversuch im eigenen, vollbewohnten Wohnhaus plus schneller Versorgung wurde daraus einmal eine beidseitige Erblindung und beim anderen Mann wohl nur eine sehr blutige Furche am Schädel.
Ein weiterer Mann (Jäger) benutzte seine doppelläufige Flinte, stellte diese auf den Boden und betätigte den Abzug mit Hilfe einer Schnur.
Ergebnis: eine kopflose Sauerei.
Ebenso ein einziges blutiges Gemetzel war der Fall eines Schusses mit einer Pistole in den Mund.
Inwieweit ein Schluck Wasser im Mund angeblich die Tötung mit einem Schuss in den Mund quasi garantiert, weiss ich nicht.
Auf jden Fall wurde dies im Gespräch immer wieder behauptet.
Für mich eher so etwas wie eine "urban legend", die vielleicht auch der Bewältigug der Eindrücke beim Auffinden einer solchen Leiche (das ist kein Patient mehr!) diente.
RS-USER-Küchenhexe
16.01.2011, 16:51
Aus eigener Ansicht kann ich gottseidank nichts zu Kopfschüssen sagen, aber als eingefleischter Geschichtsfreak schon! :grins:
In der Zeit nach dem 20. Juli 1944 haben eine ganze Reihe Widerstandskämpfer es vorgezogen, Selbstmord zu begehen, um nicht der Gestapo in die Hände zu fallen. Viele davon, vor allem die Wehrmachtsangehörigen, haben das per Kopfschuß versucht. Und das hat häufig nicht geklappt. Die vielleicht bekanntesten Beispiele: Generaloberst Ludwig Beck (2 mißlungene Ansätze, dann den "Gnadenschuß" von einem Feldwebel bekommen) und General Carl-Heinrich von Stülpnagel (erblindete bei dem Versuch, wurde dann im Lazarett verhaftet und in Plötzensee hingerichtet). Man sieht also, es ist durchaus überlebbar!
RS-USER-Häuptling weiße Wolke
17.01.2011, 01:31
Man sieht also, es ist durchaus überlebbar!
Aber auch nur, wenn man es nicht richtig macht... :grins:
Die Schrotvariante ist bombensicher, nur besser niemals im Haus machen, denn den Schweinkram kriegen die Angehörigen nicht weg. Ein Jäger hat sich mit der Schrotflinte mal im Auto erschossen. Auto war nachher ein Fall für den Schrottplatz, denn man hätte wirklich alles innen drin erneuern müssen. :eek: Eine meiner weniger netten Todesfeststellungen, aber zumindest mussten wir mit einer Rea definitiv nicht mehr Anfangen. :grins:
Das Problem mit den P38 aus der Wehrmacht ist, dass die meisten da Vollmantelgeschosse Kaliber 9mm drin haben. Mit einer stark aufpilzenden Munition bekommt man deutlich mehr Gewebedefekt (Einschuss=kleines Loch, Ausschuss=sehr großen Loch!). Ein Vollmantelgeschoss soll sich aber nicht zerlegen, und auf dem relativ kurzen Weg durch den Kopf kommt es vermutlich meistens auch zu keiner Geschossdrehung. Daher ist der Schaden dann eher klein.
RS-USER-Bärentöter
17.01.2011, 02:19
also, mal Fortbildung: Pistole in den Mund, Schußrichtung Richtung Stammhirn (also ein bißchen nach unten). Und den Mund voller Wasser, wegen der Explosionswirkung...
Aber von mir habt Ihr das nicht!
Knusperriegel
17.01.2011, 05:32
Und den Mund voller Wasser, wegen der Explosionswirkung...
Aber von mir habt Ihr das nicht!
Also keine "urban legend"?
Gibt es eine Datengrundlage zum Nachlesen?
Nein, dass ist durchaus keine urbane Legende, allerdings stellt es wieder eine Frage nach der Munition und dem Kaliber.
Theoretisch kannst du nämlich ein Kleinkaliber (z.B. aus einer Wettkampfpistole) das Geschoss so verlangsamen, dass du nur eine entsprechende Weichteilverletzung und ggf. "Gesichtszerstörung" erzielst, jedoch keine unbedingte lethale Wirkung. Ein entsprechender Fall ist z.B. aus der Schweiz dokumentiert.
Um noch was zur Horrorgalerie beizutragen:
Ich hatte als kleiner RAiP mal das Vergnügen mit meinem KTW(MB hoch lang-Gott habe ihn selig;) )auf einen "psychischen Ausnahmezustand" zu fahren. Bei Eintreffen in dem einsamen Gehöft hörten wir einen lauten Knall, wir also zurück zum Auto gerannt. Dann geht die Tür auf und der Patient kommt uns laufend (von der Frau gestützt) entgegen. Dummerweise hatte der gute Mann sein Gesicht "verloren".
Was war geschehen? Der Mann hatte sich etwas aufgeführt und dann beschlossen sich mit seiner großkalibrigen Pistole (ich habe das Ding net gesehen, Gerüchten zur Folge wirklich eine Magnum) von "unten nach oben" in den Kopf geschossen. Dummerweise hat er aber so dämlich gezielt, dass es nur große Teile des Unterkiefers, den gesamten Oberkiefer, Nasenbein, beide Augen (durch Splitterwirkung) und einen großen Teil des Stirnbeines entfernte ohne wirklich lebenswichtige Strukturen zu treffen.
Der Patient kam uns also mit mehr oder minder freiliegendem Hirn entgegen, war aber prinzipiell noch fähig zu laufen.
Resultat: Eine riesige Sauerrei im kleinen Hoch-Lang KTW, ein dickes dickes Airway Problem und ein echter "knacks" im Krumelkopf für einige Zeit.
Der Patient ist übrigens erst 6 Wochen nach Geschehen an einer Sepsis verstorben.
Knusperriegel
17.01.2011, 13:02
Nein, dass ist durchaus keine urbane Legende, allerdings stellt es wieder eine Frage nach der Munition und dem Kaliber.
Theoretisch kannst du nämlich ein Kleinkaliber (z.B. aus einer Wettkampfpistole) das Geschoss so verlangsamen, dass du nur eine entsprechende Weichteilverletzung und ggf. "Gesichtszerstörung" erzielst, jedoch keine unbedingte lethale Wirkung. Ein entsprechender Fall ist z.B. aus der Schweiz dokumentiert.
Hab ich das richtig verstanden:
das Wasser sorgt dafür, daß sich die Geschosswirkung verlangsamt und so auch ein kleinkalibriges Geschoss eine grosse zerstörerische Wirkung auf Muskeln und Gesichtsknochen hat?
Ich habe einige Male "frische" Patronenhülen vom Boden aufgehoben und da durchaus eine Wärme verspürt.
Deshalb vermute ich, daß eine treffende Patrone auch heiss ist.
Könnte die Hitze nicht dafür sorgen, daß aus dem Wasser im Mund Dampf wird?
RS-USER-Häuptling weiße Wolke
17.01.2011, 13:24
Nein, dass Geschoss wird so stark verlangsamt, dass es keine ausreichende Energie mehr aufbringt. Deshalb ist das mit dem Wasser bei kleinen und meist auch langsameren Kalibern keine gute Idee.
Wasser übertragt die die Energie des Geschosses weit besser als Luft, daher soll es wohl zu einer stärkeren Zerstöung kommen. Ob es allerdings stimmt, weiss ich nicht.
Ja, aber nur in sehr kleinem Ausmaß.
Eher ist die Energieübertragung ausschlaggebend. Dadurch entsteht zwar ein Weichteilschaden, aber es kann eben grade bei Geschossen mit niedriger Energie dazu führen, dass das Geschoss so stark abgebremst wird, dass keine Penetration wichtiger Strukturen mehr erfolgt.
Um es etwas plakativer auszudrücken: Dir zerreist es ggf. das Gesicht, aber Hirn und WS bleiben unbeschädigt.
RS-USER-emergency doc
17.01.2011, 14:17
Das mit dem Wasser liegt daran, das Flüssigkeiten inkompressibel sind. Also wenn die plötzliche Explosion d.h. Geschoss plus Explosionsgase in Form von Mündungsfeuer aus der Pistole kommen verhindert das Wasser ein einfaches verpuffen der Explosion in Form von kurzfristiger intraoraler Drucksteigerung sondern überträgt den gesteigerten Druck über das Wasser direkt auf die Umgebung. Im Prinzip derselbe Effekt, den man hat, wenn man eine Sprengladung beim Abriss eines Gebäudes in ein entsprechendes Bohrloch legt. Wenn man das Bohrloch nicht irgendwie verfugt, geht ein Großteil der Explosionswirkung einfach verloren und wirkt nicht auf das umliegende Gemäuer.
Mit der Wirkung der Kugel an sich (außer einer Verlangsamung bei Kleinkalibern etc.) hat das aber nichts zu tun, d.h. man kann diesen Effekt auch mit einer reinen Gaspistole erzielen.(Also bloß nicht ausprobieren nach dem Motto "Ist ja nur eine Gaspistole!!!")
Knusperriegel
17.01.2011, 14:47
Danke für Eure Antworten, jetzt bin ich ein Bescheid-Wisser.
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