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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studiengang Arztassistent



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supersupersuper
29.12.2012, 22:17
hab ich mir auch gedacht! wozu studiere ich überhaupt noch? :(

McDreamy
29.12.2012, 22:28
Auch wenn die Schwestern-Narkose aktuell kein (mehr) Thema ist - Hier kann man nachlesen, was die rechtlichen Konsequenzen für den beaufsichtigenden Arzt sind, wenn der Arztassistent einen Fehler macht:

http://medizinrecht-schulte-sasse.de/patientenschaedigung/fallbeispiele/schwesternnarkose.html

Jutti
29.12.2012, 23:02
Na, dann hoffe ich, dass es noch ein paar Järchen dauert bis sich dieser Schwachsinn etabliert und dann sage ich tschüss und flüchte in eine Praxis. Denke mal, dass einige dasselbe tun werden und was resultiert daraus? Ärztemangel, na super...
Ich lass mich nicht einlochen dafür, dass jemand anderes sch*** baut und ich es überhaupt nicht mitbekomme weil ich dann wahrscheinlich nicht nur für 20 sondern gleich für 40 Patienten zuständig bin, schließlich hab ich ja Assistenten, die mir die Arbeit abnehmen. So lange die nicht die Verantwortung für ihr Handeln selbst tragen werde ich mich auf nichts verlassen...

PsychoFan
30.12.2012, 00:02
1. Eigentlich geht die Entwicklung in die gleiche Richtung, wie bei der Pflege. Früher gab es Krankenschwestern, die Patienten gepflegt haben. Mit der Zeit wurde die Pflege von Pflegehelfern, Zivis (jetzt FSJlern) u.ä. übernommen und die Pflegekräfte mit Dokumentation beschäftigt. So sieht auch unsere Zukunft aus: Arztassistenten am Patienten und Ärzte am Schreibtisch.

2. Im Land der 400-Euro-Basis-Löhne gibt es nur wenig Raum für Kompetenz und Qualität. Beratung durch inkompetente Verkäufer im Handel, Kellner, die nicht wissen, wie man das Besteck richtig anordnet, telefonische Kundenbetreuung als Nebenjob für Studenten, in der Apotheke MTAs, die überfordert sind, wenn man den Wirkstoff statt des Handelsnamens nennt, in der Klinik examinierte Krankenschwestern, die nicht fähig sind, eine Infusion anzuschliessen. In Deutschland wundert es mittlerweile niemanden. Genauso wird es bald niemanden mehr wundern, wenn Arztassistenten den Facharztstandard gewährleisten werden. Hauptsache KTQ-zertifiziert, QM-konform und mit entsprechenden ISO-Nummern versehen.

Jutti
30.12.2012, 17:17
Deine Beispiele mögen ja alle richtig sein, aber weder beim Verkäufer, noch beim Kellner geht es um Leben und Tod und kein Vorgesetzter muss ins Gefängnis, wenn ein Student bei der telefonischen Kundenbetreuung Mist baut. Irgendwie sollten sich die klugen Köpfe da oben doch mal überlegen, wo es Sinn macht Geld einzusparen und wo man es vielleicht besser bleiben lässt...

PsychoFan
30.12.2012, 17:32
Deine Beispiele mögen ja alle richtig sein, aber weder beim Verkäufer, noch beim Kellner geht es um Leben und Tod und kein Vorgesetzter muss ins Gefängnis, wenn ein Student bei der telefonischen Kundenbetreuung Mist baut. Irgendwie sollten sich die klugen Köpfe da oben doch mal überlegen, wo es Sinn macht Geld einzusparen und wo man es vielleicht besser bleiben lässt...

Jeder vorzeitig verstorbene bringt Einsparungen z.B. in Form von nicht ausgezahlten Rentenleistungen, Sozialleistungen. Die klugen Köpfe da oben werden sich immer einen Arzt leisten können - dank GOÄ ist ärztliche Arbeitskraft in Deutschland für Normalverdiedende durchaus recht erschwinglich.

Beim Verkäufer geht es manchmal auch um Leben und Tod (z.B. Kinderspielzeug), beim Kellner bei Allergikern ebenfalls (frag doch mal zum Spass z.B. ob Sellerie in Speisen drin ist) ;)

Jutti
30.12.2012, 18:01
Ich würde die beiden trotzdem nicht mit einem Arzt gleichsetzen, solange der Gast tatsächlich fragt kann der Kellner ja den Küchenchef fragen und auf dem Spielzeug steht das Mindestalter ja freundlicherweise drauf.

Ehemaliger User 20130712
11.07.2013, 19:35
Guten Abend!

Ist zwar schon etwas länger her, aber ich wollte mich auch an der Diskussion hier beteiligen! Ich bin ein PA und muss sagen, dass genau diese Einstellungen von "jungen" Assistenzärzten uns gewaltig auf die Nerven gehen. Seltsamerweise schätzen viele Oberärzte/Fachärzte mit denen wir zusammen arbeiten den Studiengang und unsere Kompetenz sehr. Es mag sein, dass Anamnese/Diagnose-Stellung Aufgaben eines Arztes sind, jedoch wäre der Studiengang nicht geschaffen worden, wenn es ein Überfluss an Ärzten in Deutschland geben würde. Und diese Überheblichkeit mit der hier argumentiert wird ist unglaublich. Statt zusammen zu arbeiten, hat in Deutschland mal wieder jeder Angst, dass ihm etwas weggenommen wird oder er persönlich zu kurz kommt! Es ist ganz sicher nicht so, dass einfach Hinz und Kunz ein Studium zum PA ablegen kann. Meine Kollegen haben ALLE Ihr Examen, haben zusätzlich Fachweiterbildungen für den OP oder ITS, was dann insgesamt dann auch schon mal 5 Jahre Ausbildung wären und eine Berufserfahrung von bspw. 10 Jahren ITS, OP oder Station, die man entschuldigt bitte mal bei allem Respekt, ganz sicher nicht nach 6 Jahren Studium hat. Und was das niedrige Gehalt betrifft kann ich dem auch nur widersprechen. Ich möchte wissen welcher Assistenzarzt nach seinem Studium 65 000 bis 70 000 Euro pro Jahr verdient, so wie einige meiner Kollegen. ;) Ich würde mich erstmal damit ordentlich auseinander setzen bevor ich hier Aussagen treffe, die überhaupt nicht mit der Realität übereinstimmen. MFG L.

JJ*
12.07.2013, 07:58
:-keks

Fr.Pelz
12.07.2013, 09:06
Na klar schätzen Oberärzte diese Fachrichtung - sie müssen sie nicht mehr ausbilden, ziehen sich keine Konkurrenz heran, müssen sich nicht von jemandem, der grad das Neueste in der Uni gelernt hat, belehren lassen....

Coxy-Baby
12.07.2013, 09:21
Naja bei 65000-70000 euro sind wir aber schon langsam in Facharztgefilden, meine Meinung zum Thema, als Arztassistent Untersuchungen vorzunehmen, auf die sich dann der Arzt verlassen muss und dafür im Zweifel gerade stehen muss ist halt unbefriedigend, dann kann man es gleich machen und eine lange Berufserfahrung sagt gar nichts aus, darüber ob derjenige sich auch mal Gedanken ab der Routine macht, Kleines Beispiel? Langjährige Schwester bei der Übergabe auf Normalstation: Dann bekommt der Patient noch Prasugrel, da ist sowas wie ASS!, oder wenn man dann in der Kurve liest (nachdem man es angeordnet hat) Blopress 16 und die Schwester hinterschreibt =Losartan.........

DrSkywalker
12.07.2013, 09:50
Also ich hätte gerne einen Arztassistenten. Der könnte meine Briefe diktieren (ich les dann mal drüber), meine Aufklärungen machen (ich komm dann am Ende, falls der Patient noch Fragen hat), mir Kaffee kochen (Espresso, ohne Milch und Zucker) oder nervige Dinge mit der Verwaltung besprechen. Ach ja, meine Patienten in der Morgenbesprchung vorstellen wenn ich, wie meistens, eigentlich schon in der Notaufnahme zu tun hätte.

Im Dienst würde ich dann im Bett liegen bleiben wenn der Piepser geht, und jeder unkomplizierte Harnwegsinfekt oder Bauchschmerzen seit 3 Wochen werden vom meinem Assistenten erstversorgt, nur wenn es richtig brennt darf er mich anrufen. die Bagatellsachen schaue ich mir ausgeschlafen um 07:30 Uhr an. Und wenn er mich wegen Lappalien rausruft, dann krachts! :-)):-)):-))

Peter_1
12.07.2013, 09:50
Guten Abend!
Meine Kollegen haben ALLE Ihr Examen, haben zusätzlich Fachweiterbildungen für den OP oder ITS, was dann insgesamt dann auch schon mal 5 Jahre Ausbildung wären und eine Berufserfahrung von bspw. 10 Jahren ITS, OP oder Station, die man entschuldigt bitte mal bei allem Respekt, ganz sicher nicht nach 6 Jahren Studium hat.

Bitte nicht Äpfel und Birnen vergleichen, das ist ein wenig unredlich. Man sollte den 10 Jahre berufserfahrenen PA nicht mit einem frisch-Arzt vergleichen, das ist zwar ein schöner Taschenspielertrick, aber argumentativ nicht stimmig. Den 10 j. berufserfahrenen PA sollte man dann vielleicht mit dem 10j. erfahrenen Arzt vergleichen. Klar ist ein frisch-Arzt nicht so fit wie eine langj. erfahrene medizinische Fachkraft, aber das ist doch absolut banal. Jeder der frisch irgendwo ausgebildet ist hat meist erst mal weniger Ahnung wie ein langjährig im Job stehender, das trifft aber eben auf jede (!) Berufsgruppe gleichermassen zu.
Ich kann Deinen Frust verstehen, ist halt blöd wenn man nicht so anerkannt wird, aber sauber argumentieren sollte man trotzdem. Mit den Anfeindungen hast Du übrigens recht, aber vielleicht sind die auch zu verstehen, es ist halt ein wirkliches Problem wenn Frischärzte noch weniger ausgebildet werden (eine gute Weiterbildung ist sowieso selten), weil ein Teil ihres Jobs auf einmal von "Hilfsärzten" erledigt wird. Eine gewisse Konkurrenz lässt sich da nunmal nicht leugnen und es ist vielleicht verständlich wenn junge Ärzte das kritisch sehen (den alten ist es egal, die haben ihre Schäflein im trockenen).

CD95
12.07.2013, 11:40
Und was das niedrige Gehalt betrifft kann ich dem auch nur widersprechen. Ich möchte wissen welcher Assistenzarzt nach seinem Studium 65 000 bis 70 000 Euro pro Jahr verdient, so wie einige meiner Kollegen. ;)

Quantität gleich Qualität oder wie soll man diese Anspielung verstehen? Oder meinst Du, dass Arztassistenten derart kompetenter als Assistenzärzte seien, dass man Sie dafür mit Facharztgehältern entlohnen muss...:-oopss:-keks

Ehemaliger User 20130712
12.07.2013, 11:47
Vielen Dank für Deine Antwort. Du hast mit Deiner Argumentation natürlich recht was den Erfahrungswert betrifft. Ich fand es ehrlich gesagt nur total daneben, was für Argumentationen von der ärztlichen Seite hier aufgeführt waren, insb. den Schreibtisch des Arztes putzen, fand ich total respektlos und überheblich. Wir sollen die Ärzte unterstützen, dafür wurden wir ausgebildet. Keiner von uns denkt er ist Arzt aber ein bisschen Respekt kann man nach den langen Jahren im Klinikalltag schon erwarten. Unser Studium war ganz sicher nicht so easy wie vielleicht jeder hier denkt, wir kämpfen seit dem Anfang egal ob es die Pflege betrifft, die ja denken ohh sollen wir Dich jetzt mit Fr. Dr. ansprechen, von ärztlicher Seite kommt spielen Sie mal nicht Arzt, nebenbei arbeiten wir alle Vollzeit, fahren 1x im Monat für eine Woche an die Uni oder in ganz Deutschland umher wo wir gerade Unterricht haben, haben Transferzeiten von 13 Wochen die wir auf unterschiedlichen Stationen ableisten müssen, haben in den drei Jahren zwei Studienarbeiten a 40 Seiten, jeden Monat Klausuren und eine Bachelor Thesis von 80-100 Seiten und das Alles nebenbei. Sorry wollte das hier nur mal reinposten, damit auch jeder weiß, was das bedeutet. Ich war gestern nur sehr verärgert wie von der Medizinier Seite hier argumentiert wurde, das ist Alles. Mfg L.

MissGarfield83
12.07.2013, 12:12
Vielleicht verantwortet man auch lieber die Dinge die man selbst verbockt hat - oder macht einfach lieber die Anamnese und Untersuchung selbst, weil es ja schon in vielen Dingen ein absolutes Essential ist - besonders was halt den Aufnahmegrund und die damit zusammenhängende Versorgung betrifft. Ist halt nicht unbedingt eine Zeitersparnis wenn dann da noch jemand rumhüpft der das selbe in grün macht ... macht nur mehr Arbeit und man muss auch noch für die Arbeit eines anderen geradestehen, den man nicht ständig beaufsichtigt ... ( und das ist halt kein ärztlicher Nachwuchs, sondern simples Assistenzpersonal- was dafür bezahlt wird und sicher nicht unbedingt die Qualität eines ausgebildeten Arztes aufweist ... )

Wie du merkst seh ich das äußerst kritisch. Dort wo mir jemand kompetent Arbeit abnimmt die halt nur stupide Routine ist und ich weiss dass ich mich auf den Kollegen verlassen kann kein Thema - aber da wo ich dauernd hinterher sein muss und alles kontrollieren muss weil sich da wieder jemand nicht bemüßigt fühlt oder in der Lage ist seinen Job auszuüben - ne danke. Da ist es sicher wie in jeder Berufsgruppe - es gibt Gute und totale Flachpfeifen ...

Wie lange dauert nochmal euer Studium ? Wenn ich sehe wieviel nach 6 Jahren Vollzeit Studium bei uns herumkommt, wenn man sich nicht selber kümmert, dann wird mir Angst und Bange ...

Zünder
12.07.2013, 12:42
Wie du merkst seh ich das äußerst kritisch. Dort wo mir jemand kompetent Arbeit abnimmt die halt nur stupide Routine ist und ich weiss dass ich mich auf den Kollegen verlassen kann kein Thema - aber da wo ich dauernd hinterher sein muss und alles kontrollieren muss weil sich da wieder jemand nicht bemüßigt fühlt oder in der Lage ist seinen Job auszuüben - ne danke. Da ist es sicher wie in jeder Berufsgruppe - es gibt Gute und totale Flachpfeifen ...



Und Du bist schon fertig mit dem Studium?

PRIND
12.07.2013, 14:19
Und Du bist schon fertig mit dem Studium?

Verstehe den Sinn dieser Frage nicht? Als ob man nur eine Meinung haben und sich zu der Thematik äussern darf, wenn man das Studium auch abgeschlossen hat. Albern ...

Zum Thema:

Als MTRA hab ich immer versucht dem Doc - soweit mir dies möglich war - Dinge abzunehmen wenn ich gemerkt habe, dass er gerade wichtigere Sachen zu tun hat (Patientenversorgung etc.). Das hat den Arbeitstag für alle Beteiligten effektiver gemacht. Warum auch nicht? Man arbeitet im Team und am Ende des Tages sollte es so sein, dass der Patient gut versorgt ist und man einen möglichst ruhigen stressfreien Arbeitstag hatte und pünktlich nach Hause kommt.

Das könnte natürlich dann der Arztassistent machen, aber lieber hätte ich in so einer Situation einfach mehr MTRA´s bzw. Assistenzärzte in der Abteilung, statt eine auf rudimentäre Aufgaben spezialisierte Berufsgruppe.

Als Medizinstudent möchte ich auf Station die Kernaufgaben (Anamnese, Diagnostik etc.) auch von Ärzten beigebracht bekommen und nicht von Arztassistenten. "Das macht bei uns der Arztassistent, schau dem zu" - da hätte ich kein Bock drauf. Nicht falsch verstehen, von anderen Berufsgruppen lernt man sicherlich sehr viel und man sollte auch nicht den arroganten Fehler machen und sich von diesen Kollegen keine Tips geben zu lassen, aber die Qualität des Medizinstudiums besonders im Hinblick auf die Praxis ist so ja schon teilweise grenzwertig. Ich kann mir nicht vorstellen wie das mit Arztassistenten besser werden soll. Es fallen ja nicht einfach Arztassistent-Stellen vom Himmel, irgendwo wird es Einsparungen geben müssen.

Dann halte ich es doch für wesentlich sinnvoller in bereits bestehende und etablierte Berufsgruppen zu investieren.

MissGarfield83
12.07.2013, 14:46
@Zünder : Wer im Glashaus sitzt.... Gehext hast du auch noch nicht.

Zünder
12.07.2013, 14:56
Ich schreibe aber auch nicht über meine Arztassistenten... :-))