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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gute Berufschancen für Apotheker?



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luckyluc
03.09.2015, 10:34
Mal davon ab kann man nicht jeder Oma beibiegen (selbst bei wirtschaftlichem Anreiz) online zu bestellen.

sehe ich als wichtigen Punkt. Natürlich wird das Internet noch verstärkter genutzt werden, auch für Medikamente, doch sind die Hauptkunden derzeit noch nicht so vertraut damit.
Der Wandel wird sich also sehr langsam vollziehen.



Es wird definitiv zu einem gewissen Zusammenschrumpfen der öffentlichen Apotheke kommen. Dies ist politisch gewollt und wird auch von der apothekerlichen Standesvertretung mehr oder minder unterstützt(!). Nimmt man aber die Rentenwelle hinzu und die Demographie, wird es auch in Zukunft sicher noch genug Betätigungsfelder für Pharmazeuten geben - ob in der öffentlichen Apotheke oder wo sonst immer ...



Woher hast du die Information bezüglich des demographischen Wandels und der Rentenwelle ?
Die Aussichten finde ich natürlich prima, ich bin bei solchen Prognosen nur immer sehr vorläufig, weil diese auch wieder die Nachfrage steigern.
Aber schön, wenn ich dann später von der Rentenwelle profitieren sollte.

Minoo
08.09.2015, 17:09
Zum Theme Berufschancen:
Ich habe heute ein nettes Gespräch mit einem Kammermitarbeiter gehabt, eigentlich nur wegen einer kleinen Nachfrage. Wir kamen dann ins schnacken und fragte auch, was ich nach meinem PJ machen werde.
Ich sagte daraufhin etwas zaghaft, dass ich einen Job finden will. Er lachte mich etwas aus. die Berufsaussichten seien rosig.
Er hat ja ständig die Zahlen und kann uns versprechen, dass wie nicht lange suchen werden.
Approbierte werden wirklich gesucht.
Das einzige, was sich verändert hat im Vergleich zu früher sind wohl die Rentenleistungen durch die Apothekerversorgung.
Aber bis zur Rente ist es ja noch etwas hin;-)

Grzzly
09.09.2015, 00:10
Der macht aber deshalb zu, weil sein Budget gedeckelt ist und er für weitere Patienten einfach kein zusätzliches (!) Geld mehr bekommen würde. Dass ein Arzt Pleite geht, weil keine Patienten zu ihm kommen, halte ich für eine äußerst seltene Situation (wenn überhaupt schon jemals vorgekommen...).
Apotheken jedoch können durchaus Pleite gehen (und tun es) und müssen deshalb dann schließen.
Das Argument, dass die Leute Medikamente brauchen ist doch auch nicht hatbar. Wozu brauch ich da zehn Apitheken pro Stadtteil, in denen jeweils mehrere Apotheker arbeiten? Gibt doch heutzutage andere Möglichkeiten, Stichwort Online-Apotheke. Und die reine Ausgabe der Medikamente inkl Information der Kunden kann die PTA genauso gut, dafür brauche ich wohl eher nicht zwingend einen Apotheker. Risiken und Nebenwirkungen spuckt mir zur Not ein PC-Programm/die Packungsbeilage aus.
Von daher sind wohl anscheinend Apotheker nur für die Herstellung von Rezepturen zwingend erforderlich, viele andere Aufgaben können über kurz oder lang von Hilfspersonal übernommen werden.
Daher sehe ich schon einen gewaltigen Unterschied zwischen den Job-Perspektiven von Medizinern und Pharmazeuten ;-)
Mein Vater ist selbst ein sehr bekannter Apotheker in der Umgebung und führt fast täglich Diskussionen mit Ärzten über Diagnosen, die Ärzte liegen realtiv oft falsch. Die Ausbildung ist eben wirklich sehr unterschiedlich und oft sind Ergänzungen der beiden Berufsbilder notwendig um das Optimum rauszuholen. Ich selbst studier ab Ws Medizin, und weiß zu gut das Apotheken finanziell nicht mehr so gut aufgestellt sind. Außer man besitzt wie meine Familie seit Generationen eben 10 oder mehr.

e: besonders wenn es um Wundversorgung geht oder um Porbleme bei denen enorme Sterilität erfordert wird, wird mein Vadda noch oft angerufen von Ärzten.

Kackbratze
09.09.2015, 23:32
Mein Vater ist selbst ein sehr bekannter Apotheker in der Umgebung und führt fast täglich Diskussionen mit Ärzten über Diagnosen, die Ärzte liegen realtiv oft falsch.

Gehört deinem Vater die Apotheke mit dem MRT? Cool!

Brutus
10.09.2015, 06:07
oder um Porbleme bei denen enorme Sterilität erfordert wird, wird mein Vadda noch oft angerufen von Ärzten.
Deswegen ham unsere Chirurgen seinen Vadda auch als Tell... also Abwäscher angestellt. Da er das ja eh besser kann, können sie jetzt in Ruhe zu Ende frühstücken und kommen erholt zum Operieren in den OP. Man munkelt sogar, dass er den Chirurgen dann auch die Hände wäscht. Verbunden mit einer erholsamen Massage mit Sterillium (C) mit Rückfettungseffekt. Der Steri wurde auch schon in die Apotheke ausgelagert, denn nur dort ist eine sterile Aufarbeitung der Instrumente möglich. Vor allem die in Handarbeit geputzten Scheren und Pinzetten sind mittlerweile wieder die Lieblingsinstrumente der Operateure. Wobei sie sich nicht sicher sind, ob sie lieber operieren oder in der Waschküche sitzen bleiben und bei einem Entspannungscaipi die Handmassage genießen.

Grzzly
10.09.2015, 13:48
Ernsthaft

Nurbanu
10.09.2015, 15:06
aus der Fantasie entsprungen.

Der Wunsch ist des Vaters Gedankens.

Minoo
10.09.2015, 21:17
Ernsthaft

Ja, nehmt mir doch nicht den letzten Funken Hoffnung:-oopss
Ich stehe dem eigentlich recht entspannt gegenüber. Nur leider bekommt man zu oft von verschiedenen Seiten zu viele Meinungen über die berufliche Zukunft der Apotheker zu hören.
Unterbewusst bin ich wohl schon doch stark verunsichert. ;)
Wie dem auch sei. Vielleicht müssen wir Apotheker einfach in Zukunft selbstbewusster auftreten auch was diese ganzen Prognosen betrifft.

Grzzly
11.09.2015, 21:42
Ja, nehmt mir doch nicht den letzten Funken Hoffnung:-oopss
Ich stehe dem eigentlich recht entspannt gegenüber. Nur leider bekommt man zu oft von verschiedenen Seiten zu viele Meinungen über die berufliche Zukunft der Apotheker zu hören.
Unterbewusst bin ich wohl schon doch stark verunsichert. ;)
Wie dem auch sei. Vielleicht müssen wir Apotheker einfach in Zukunft selbstbewusster auftreten auch was diese ganzen Prognosen betrifft.
In der Industrie verdienst du noch immer hervorragend bei spannenden Aufgaben. Bist besser gestellt als ein Großteil der Chemiker. Das Studium ist herausfordernd, aber das sollte niemanden davon abhalten anstatt der Pharmazie Medizin zu studieren.

Grzzly
11.09.2015, 21:44
Deswegen ham unsere Chirurgen seinen Vadda auch als Tell... also Abwäscher angestellt. Da er das ja eh besser kann, können sie jetzt in Ruhe zu Ende frühstücken und kommen erholt zum Operieren in den OP. Man munkelt sogar, dass er den Chirurgen dann auch die Hände wäscht. Verbunden mit einer erholsamen Massage mit Sterillium (C) mit Rückfettungseffekt. Der Steri wurde auch schon in die Apotheke ausgelagert, denn nur dort ist eine sterile Aufarbeitung der Instrumente möglich. Vor allem die in Handarbeit geputzten Scheren und Pinzetten sind mittlerweile wieder die Lieblingsinstrumente der Operateure. Wobei sie sich nicht sicher sind, ob sie lieber operieren oder in der Waschküche sitzen bleiben und bei einem Entspannungscaipi die Handmassage genießen.
Hast du nichts besseres mit deiner Zeit anzufangen.

Hanno04
16.09.2015, 16:28
In der Industrie verdienst du noch immer hervorragend bei spannenden Aufgaben. Bist besser gestellt als ein Großteil der Chemiker. Das Studium ist herausfordernd, aber das sollte niemanden davon abhalten anstatt der Pharmazie Medizin zu studieren.

so sieht es aber nur für den promovierten pharmazeuten aus. sprich, du rechnest auf ein hartes studium nochmal 4-5 auch nicht ganz einfache promotionsjahre hinzu.

sind wir also bei einer ca 10 jährigen ausbildung. bitteschön, aber dann will ich auch gut bezahlt werden. bzw, dann ist es auch nicht so verwunderlich, dass man relativ gut eine anstellung bekommt. schließlich promovieren die wenigsten nach dem studium.

Phosphorsalzperle
17.09.2015, 13:31
Hallöchen,

@Hanno, du bist aber auch pessimistisch eingestellt ;-)
Erstmal gibt es auch genug Pharmazeuten, die ohne Promotion in der Industrie tätig sind und außerdem kann eine Promotion auch Spaß machen. Man ist als Doktorand auch nicht finanziell abhängig, sondern bekommt ein zwar geringes, aber dennoch ausreichendes Gehalt.
Ich kenne auch den umgekehrten Fall, dass promovierte Apotheker nach der Promotion in der Apotheke anfangen.
Will damit nur sagen, dass du es nicht so schwarz-weiß sehen solltest.

Lissminder
19.09.2015, 19:35
Um mal etwas positive Würze in die Skepsis zu streuen:
Ich habe heute mit einer Apothekerin gesprochen, die nach dem Studium einfach mal ihre eigene Apotheke in Flensburg eröffnet hat.
Ohne vorher noch BWL studiert oder den Betriebswirt gemacht zu haben.
Sie fand den Job als angestellte Apothekerin zwar nicht schlecht, aber hatte das Gefühl, damit schon am Ende ihrer "Karriere" zu sein. Das war ihr aber einfach noch zu früh.
Sie hat dann mit der Treuhand Hannover (Steuerberater für Apotheken/Ärzte) Kontakt aufgenommen und mit ein bisschen Zeit haben sie dann eine Apotheke ausfindig gemacht, die verlauft werden sollte.
Inzwischen hat sie schon mit 28 ihre zweite Filiale aufgemacht.
So kann es eben auch laufen

Morphium
20.09.2015, 21:43
Ganz schön mutig, aber es klappt ja auch nicht bei jedem so gut. Solche Beispiele sind aber wirklich motivierend. :-) Wenn man mit Herz und Seele dabei ist, rockt man's irgendwie schon. Ich kann mir auch nicht vorstellen, in einer Apotheke angestellt zu sein und diese Tätigkeit bis ans Lebensende auszuführen.

McQ
24.09.2015, 19:02
Klar gibt es genügend Jobs. Es gibt aber auch genügend Jobs im Supermarkt. Schau dir lieber mal die Stellenanzeigen an. Im Grunde stehst du entweder hinter dem Tresen und verkaufst sinnloses Zeug oder du kontrollierst Rezepte oder du kümmerst dich um die richtige Platzierung der Kosmetik im Regal :-D Wenn es danach geht, bekommst du überall was hinterher geschmissen. Nur ist das auch das was du machen willst? Und wenn nicht, wie hoch sind die Chancen was anderes zu finden. Auf einen freien Platz in einer Klinikapotheke bewerben sich so um die 20-30 Leute und die Stellen sind meistens erstmal auf 2 Jahre befristet. Genau das gleiche wie bei den kranken Kassen. Für einen Industrieplatz musst du schon sehr gut sein bzw. den Dr. haben und stehst in Konkurrenz mit allen anderen Naturwissenschaftlern.

Zusammenfassend: Du kannst entweder dein ganzen Leben als Verkäufer arbeiten, ne eigene Apo haben oder dich mit zig Leuten um die wenigen raren Plätze balgen. Davon mal abgesehen finden dich die meisten Medien absolut nutzlos, die Politik und die KK überteuert und die Kunden, nun ja, Leibeigenschaft trifft es wohl recht gut :-D Vielleicht sollte man sich mal kurz fragen, WARUM es im Moment so viele freie Stellen gibt? Vielleicht, weil die keiner haben wollte?

Minoo
25.09.2015, 11:43
McQ Ansichten sind eine Meinung. Wenn man keine Lust hat Kunden ihr Arzbeimittel zu verkaufen, dann wird die Arbeit auch wohl nie Spaß machen.
Doch machen wir einfach noch viel mehr als "nur" verkaufen. So sieht es zwar aus und ich schätze, dass McQ seine Meinung auch nur aus eigener Erfahrung als Kunde aus der Apo kennt, aber das Drumherum ist viel mehr.
Ich beantworte wirklich zu 70% Gesundheitsfragen.
D.h. wenn man Lust auf Service im Gesundheitsbereich mit Lust auf einen kaufmännischen Schlag hat, kann Apotheke viel Spaß machen.
Routine hat man in jedem Job.
Apotheke ist eine sehr spontane Arbeit, sie entscheidet sich mit dem Fuß, der durch die Tür gesetzt wird. Mir macht das Spaß.

McQ
25.09.2015, 13:51
@ Minoo

gut, kommt auch auf die Apotheke drauf an in der man arbeitet, auf den Chef und was man selber in seiner beruflichen Laufbahn erreichen will. Ich sehe da einige Probleme auf die Öffentlichen zukommen. Erstmal gibt es ein Imageproblem was sich zunehmend in den Köpfen der Leute festsetzt. Apotheken sind mittlerweile ein dankbares Ziel für die Angriffe durch Medien geworden. Zweitens hat der Berufsstand null Eier. Es fehlt an Führung und Konzepte werden unreif in die Welt hinausposaunt. Drittens hat der enorme Konkurrenzkampf zu einen downgrading an Professionalität geführt. Und genau diese Unwissenschaftlichkeit und stört mich am meisten. Apotheke ist bunt und grell und lustig und...... am Ende kein Heilberuf mehr.

luckyluc
26.09.2015, 10:46
@ Minoo

Erstmal gibt es ein Imageproblem was sich zunehmend in den Köpfen der Leute festsetzt. Apotheken sind mittlerweile ein dankbares Ziel für die Angriffe durch Medien geworden. Zweitens hat der Berufsstand null Eier. Es fehlt an Führung und Konzepte werden unreif in die Welt hinausposaunt. .

Wenn ich mich dazwischen mischen darf...
wie hieß es so schön im letzten Tatort: " Wenn ich keine Eier habe, bilde ich einen Krisenstab"
Mit dem Imageproblem hast du Recht.
Leider wird noch nicht mal ein erfolgreicher Krisenstab gebildet. Aber trotzdem glaube ich, dass sich da in Zukunft was ändert. Die Leute, die so mit mir studieren, scheinen weder keine Eier zu haben, noch perspektivlos zu wirken. Wenn wir erstmal nach der Rentenwelle die alte Apothekergarde aufmischen, wird es auch neue Konzepte geben und hoffentlich auch ein größeres Ego.

Minoo
03.10.2015, 11:57
Um Mal wieder auf das Thema des Threads zu kommen:
Eine Freundin von mir hat vor kurzer Zeit als frisch approbierte einen Job in einer öffentlichen Apotheke in Berlin gesucht. Da es so aus, dass sie freiste Wahl hatte. Sie konnte gar nicht so viele Bewerbungen schreiben wie es Stellenanzeigen gab und am Ende hatte sie von 10 Apotheken eine Zusage.
Zudem konnte sie sich auf einer Bandbreite von 10-40 h / Woche alles aussuchen.

McQ
03.10.2015, 13:44
Aber nochmal: warum sind wohl so viele Stellen frei und in welchen Apotheken? Warum fordern die Apotheker auf dem DAT wohl mehr Studienplätze in der Pharmazie? Weil sie es schwer haben, jemanden zu finden, der diese Arbeit für eine längere Zeit machen will oder überhaupt noch für das Geld machen will. Wenn ein (unstudierter) Filialleiter schon 4000 Euro bei Lidl & Co. verdient, warum dann das Studium, wenn man am Ende auch bloß Verkäufer wird?