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Kleiner Patient ringt nach Luft

Pädiatrische Notfälle in der Praxis

MMW Gastartikel

Baby beim inhalieren

Wir freuen uns, den Besuchern unserer Webseite an dieser Stelle in regelmäßiger Reihenfolge lesenswerte Gastartikel aus der renommierten Zeitschrift MMW Fortschritte der Medizin präsentieren zu können. Am Ende des Artikel findet sich ein Hinweis auf volle 12 Ausgaben eines unverbindlichen und kostenlosen Testabos.

Heutiger Gastbeitrag:
Psychisch krank durch den Beruf? - Immer mehr Arbeitnehmer sind betroffen

Quelle: MMW Fortschritte der Medizin Heft 21,2010, S. 25 - 28

Allgemeine Therapie
Ruhe bewahren, keine Hektik, nicht von der Bezugsperson trennen. Das Kind hochnehmen oder zumindest aufrecht hinsetzen. Feuchtkalte Luft (besser als warme) erleichtert dem Kind das Atmen (z. B. Wasser in die Dusche laufen lassen, Kind an das geöffnete Fenster setzen). Kühles zu Trinken geben (kleine Schlückchen, Wasser oder Tee, keine Milch!).

Spezielle Therapie
Falls ein Inhalationsgerät im Haushalt ist, sollte das Kind mit NaCl-Lösung inhalieren. Adrenalininhalation (Wirkbeginn nach 10 min). Kortisonzäpfchen lassen die entzündliche Schleimhaut abschwellen (Wirkbeginn nach 30 min).

Stationäre Aufnahme
Eine stationäre Aufnahme ist immer beim ersten Anfall und bei Kindern < 1 Jahr sowie bei unzureichender häuslicher Überwachung erforderlich (im Zweifel immer). Nach der Inhalation kann sich der Zustand innerhalb von 1–2 h verschlimmern („Rebound“).

Bronchiolitis
An Bronchiolitis erkranken überwiegend Säuglinge und Kleinkinder, deren Atemwege altersgemäß noch anfällig sind. Eine Bronchiolitis tritt typischerweise in den ersten zwei Lebensjahren auf. Der Erkrankungsgipfel liegt im Alter von drei bis sechs Monaten. Kinder, die nicht gestillt wurden, und Kinder in Raucherfamilien erkranken häufiger. Als infektiöse Auslöser kommen Respiratory-Syncytial- Viren (RSV), Influenza- und Adenoviren infrage. Die Kinder werden durch Fieber, Husten, Nasenflügeln, verschlechtertes Trink- und Essverhalten auffällig. Bei der Auskultation zeigen sich Einziehungen sowie ein abgeschwächtes Atemgeräusch mit feinblasigen RGs. Behandelt wird mit Inhalation (0,9%ige NaCl-Lösung, Salbutamol, evtl. Atrovent). Bei bakterieller Superinfektion ist ggf. eine antibiotische Abdeckung sinnvoll (z. B. Cefaclor). Prophylaktisch ist die RSV-Passivimpfung mit monoklonalen Antikörpern bei Risikokindern indiziert, d. h. bei
  • Kindern, die in der 35. SSW oder früher geboren wurden und zu Beginn der RSV-Saison jünger als 6 Monate sind,
  • Kindern < 2 Jahren, die innerhalb der letzten 6 Monate wegen bronchopulmonaler Dysplasie behandelt wurden,
  • Kindern < 2 Jahren mit hämodynamisch signifikanten angeborenen Herzfehlern.

Akuter Asthmaanfall
Asthma ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, charakterisiert durch eine bronchiale Hyperreagibilität und eine variable Atemwegsobstruktion. Ca. 10% der kindlichen Bevölkerung in Deutschland sind betroffen. Trotz guter Einstellmöglichkeiten entsprechend der „Nationalen Versorgungs- Leitlinie Asthma“ kann es immer wieder zu einem akuten Anfall kommen. Bei unsicherer Anamnese sollte immer differenzialdiagnostisch an eine Fremdkörperaspiration gedacht werden.

Für die präklinische Versorgung des Asthmaanfalls bei Kindern und Jugendlichen gilt:
  • Grundsätzlich Beruhigen des Kindes und der Eltern.
  • Beibehaltung der sitzenden Lagerung (bei Bezugsperson).
Mittelschwerer Anfall
  • Unvermögen, einen längeren Satz während eines Atemzugs auszusprechen,
  • < 30 Atemzüge pro Minute,
  • Puls < 120 pro Minute,
  • Peak-Flow: PEF < 80% (aber > 50%) vom Sollwert.
Therapie:rasch wirksames inhalatives Beta-2-Sympathomimetikum: 2–4 Hübe alle 20 min (Dosieraerosol), ggf. O2 (Maske, Nasensonde), ggf. Steroid (z. B. Prednisolon; Tablette/ Zäpfchen) frühzeitig, 3 Tage lang.

Schwerer Anfall
  • Unvermögen zu sprechen oder Nahrung aufzunehmen
  • Einsatz der Atemhilfsmuskulatur
  • Kind 2–5 Jahre: > 40 Atemzüge/min
  • Kind > 5 Jahre: > 30 Atemzüge/min
  • Kind 2–5 Jahre: Puls > 130/min
  • Kind > 5 Jahre: Puls > 120/min
  • Peak-Flow: PEF < 50% vom Sollwert
Therapie: raschwirksames Beta-2-Sympathomimetikum (zum Inhalieren): 4– 8 Hübe alle 10 Minuten, O2 über Maske/ Nasensonde, ggf. Steroid (z. B. Prednisolon) gespritzt (ggf. Zäpfchen oder Tablette), insgesamt 3 Tage lang

Lebensbedrohliche Situation
  • Erschöpfung, Verwirrung
  • Sitzende Haltung, Arme seitlich abgestützt, bläulich verfärbte Lippen und Nagelbetten (Zyanose)
  • Ansteigender Puls, RR-Abfall, stumme Lunge (kein Atemgeräusch hörbar)
  • Peak-Flow in dieser Situation nicht messbar.
Therapie: Wenn sich der Zustand nach Gabe eines Beta-2-Sympathomimetikums nicht sofort deutlich bessert, ist die Einlieferung mit Notarztbegleitung in eine Kinderklinik erforderlich! Während des Krankentransports: O2 und Inhalation von Beta-2-Sympathomimetika. Durchgehend: beruhigend auf das Kind einwirken.



Bei allergischer Genese werden Antihistaminika verabreicht (Dimetindenmaleat 0,02–0,2 mg/kg i. v., Cimetidin 15 mg/kg), bei oraler Schleimhautschwellung zusätzlich Prednisolon (1–2 mg/kg i. v. oder 100 mg rektal).
Hinweis: Dieser Artikel stammt aus (MMW Fortschritte der Medizin, Heft 21, 2010). Er wurde mit freundlicher Genehmigung der Redaktion MMW Fortschritte der Medizin hier präsentiert.


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