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Erste Schritte in Richtung Doktortitel

Erfahrungsbericht über die erste Phase meiner medizinischen Doktorarbeit

Henry Schatz, 6. Semester

 

Wenn man als Student der Humanmedizin die Vorklinik mit dem großen Physikum endlich hinter sich gelassen hat, sollte man sich gedanklich wohl oder übel schon mal langsam mit dem großen Thema Doktorarbeit befassen. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Wort, das so manchem jungen Assistenzarzt einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen lässt? Auch ich wollte mich nun diesem Schlagwort stellen und habe mir an meiner Uni erst einmal eine Infoveranstaltung angehört, die ich im Rückblick betrachtet wirklich als sehr hilfreich bezeichnen würde. Eine junge Professorin berichtete darin von ihren Forschungsarbeiten im Tierlabor und der Betreuung von Doktoranden. So erfuhr ich dann schnell, dass es immer ratsam ist, möglichst früh zu beginnen und machte mich auch gleich auf die Suche nach einem passenden Thema für meine eigene medizinische Doktorarbeit, was bei einer Vielzahl von vermeintlich attraktiven Angeboten gar nicht so leicht sein kann…

Viele Angebote auf den schwarzen Brettern

Schon als Vorkliniker sind mir die zahlreichen Aushänge mit Promotionsangeboten auf den Schwarzen Brettern ins Auge gefallen. Dort findet sich bekanntlich eine große Auswahl mit Themen aus nahezu allen klinischen und teils auch theoretischen Fächern: Kardiologische Erkrankungen, Diagnostik bei Kolonkarzinom, Einfluss der Materialauswahl bei Hüftprothesen – klang zwar alles recht interessant, aber das Richtige für mich war zunächst nicht mit von der Partie. Also wartete ich noch ein paar Wochen und entdeckte dann aus Zufall neben den Toiletten in der Bibliothek mein Promotionsthema: Biomarker zur Früherkennung des Harnblasentumors. Ich notierte mir also sofort die Kontaktadresse und wartete neugierig auf die Antwort.


Erster Kontakt zum Doktorvater

Nach meiner ersten Email an den wohl für die Betreuung zuständigen Oberarzt er-hielt ich auch gleich eine Antwort mit einer Einladung zum ersten Kontakt- und vor-läufigen Planungsgespräch. Ich wurde recht herzlich begrüßt, erhielt eine fundierte Einführung in mein Themengebiet, hatte die Möglichkeit, viele Fragen zu stellen, und verließ das Büro schließlich mit dem Auftrag einer ersten umfangreichen Literaturre-cherche, um mich selbst einmal ins Thema einzufinden.


Paper lesen ohne Ende – die Literaturrecherche

Literaturrecherche hört sich zwar im ersten Moment eher unspektakulär an, war in meinem Fall aber doch mit vielen Stunden der Suche in der Bibliothek und der Lektü-re unter Rückgriff auf Übersetzungshilfen verbunden. Nicht alle potenziell interessan-ten Paper waren online verfügbar und so musste ich sogar ein paar Mal auf die Fern-leihe zurückgreifen, was einmal sogar ganze 5 Wochen gedauert hatte. Mittlerweile habe ich diese erste Hürde aber gut bewältigt und auch mein Betreuer war mit meinem Ergebnis recht zufrieden.


Fazit nach der ersten Phase

Nach dieser ersten Promotionsphase, die immerhin doch ein halbes Jahr gedauert hatte, blicke ich recht optimistisch in die Zukunft und bin guter Hoffnung, dass ich mein Projekt noch vor dem Hammerexamen abschließen kann. Ich habe nun alle relevanten Literaturstellen zusammengetragen und zusammengefasst, und plane jetzt gerade meine Arbeit im Labor. Was genau ich dort erwarten werde, wird mir im Herbst dann der dort zuständige Biochemiker detailliert erklären. Eines kann ich aber auf jeden Fall sagen: es lohnt sich, früh mit der Suche anzufangen und nicht immer gleich das erste Angebot anzunehmen. Bei rechtzeitiger Auseinandersetzung nach der Vorklinik bleibt ja schon noch ein bisschen Zeit, um sich ein Thema zu suchen, das einen auch wirklich interessiert und vom Arbeitsaufwand realisierbar scheint. Immerhin werden wir auch so manche Stunden über der Doktorarbeit sitzen!