Ausgangspunkt zur Erklärung der ROC-Kurven-Analyse sind die Begriffe Sensitivität, Spezifität und Cut-Off-Punkt, die bereits in einem früheren Newsletterbeitrag erläutert wurden. Die Topics seien kurz wiederholt:
Das Finden einer Diagnose kann man als Folge von binären Einzelentscheidungen (Ja/Nein) auffassen. Bei diesen Einzelunterscheidungen werden diagnostische Tests eingesetzt, die zwischen zwei Zuständen entscheiden sollen: Krankheit vorhanden / nicht vorhanden. Entsprechend ist auch das Testresultat eine Ja/Nein-Aussage: krank (=positiv) / nicht krank (=negativ). Bei Tests mit quantitativen Ergebnissen, wie z.B. bei Laborwerten, erfolgt die Überführung in eine solche binäre Aussage mit einem Trennwert (Cut-Off-Punkt).
| Zustand des Patienten | |||
| krank (D+) | nicht krank (D-) | Summe | |
| Testergebnis positiv (T+) | richtig positiv (rp) | falsch positiv (fp) | rp+fp |
| Testergebnis negativ (T-) | falsch negativ (fn) | richtig negativ (rn) | fn+rn |
| Summe | rp+fn | fp+rn | rp+fp+fn+rn |
Surftipp
In ROC-Kurven werden nun die Wertepaare von Spezifität und Sensitivität eines diagnostischen Tests für alle möglichen Cut-Off-Punkte innerhalb des Messbereiches aufgetragen. Üblicherweise verwendet man einfach jeden Messpunkt als Cut-Off-Wert, berechnet obige Tabelle, Sensitivität und Spezifität und erhält so die Punkte der ROC-Kurve. Hierbei werden die Spezifität entlang der Abzisse, die Sensitivität entlang der Ordinate aufgetragen. Verwirrend ist, dass die Abzisse meist die Werte 1-Spezifität repräsentiert. Dies hat seine Ursache darin, dass bei der ROC-Kurven-Analyse ursprünglich die Falsch-Positiv-Rate fp/(fp+rn) verwendet wurde, und diese ist - wie leicht nachzurechnen - gleich 1-Spezifität.