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WG-Probleme

Einfaches Konzept, jedoch selten problemlos

MEDI-LEARN Redaktion

Während es sich bei nächtlichen Partys möglicherweise um Ausnahmeerscheinungen handelt, ist die tägliche Ruhestörung ein Phänomen ganz anderer Qualität. Türenknallen, discotaugliche Beschallung der gesamten Wohnung, lautstarke Telefonate mit Freunden, talkshowartige Streitgespräche – die Liste der Möglichkeiten ist lang. Wo Menschen leben, entsteht Lärm und du wohnst ja nicht in einer Gruft. Selbst wenn du aufgrund der abgestandenen Luft durchaus auf diese Idee kommen könntest. 

Die heikelste aller Problemkategorien ist sicherlich die Kategorie „Finanzen“. Angefangen bei der Frage, weswegen du eigentlich immer Toilettenpapier und Reinigungsmittel bezahlst. Die Antwort auf die Frage ist relativ einfach: Außer dir braucht diese Dinge niemand. Aber wenn du sie anschaffst und sie schon einmal da sind, können die anderen sie gleich mitbenutzen. Ungleich schwieriger wird es, wenn du für die Zahlung der Miete und der Rechnungen verantwortlich bist (oder verantwortlich wirst, weil sich sonst keiner darum kümmert) und deine Mitbewohner chronisch pleite sind. Denn es ist nicht nur nervenaufreibend, den Mitbewohner permanent hinterherzulaufen, um die Schulden wieder einzutreiben, sondern auch unmöglich, alle Kosten alleine zu tragen. 
Bestimmt ist dir aufgefallen, dass in diesem Text viele Probleme geballt und übertrieben auftauchen. Möglicherweise kennst du das eine oder andere Problem aber bereits aus deiner eigenen WG und fragst dich, ob du das einfach hinnehmen musst oder ob es nicht Möglichkeiten gibt, etwas zu ändern. Dafür haben wir ein paar Tipps gesammelt, die das Zusammenleben erleichtern können: 

1. Kommunikation!

Nicht ist so wichtig in einer WG wie Kommunikation. Über alles und immer wieder. Und damit sind nicht nur nette nächtliche Plaudereien gemeint, sondern auch Austausch und Diskussionen über Dinge, die gut oder schlecht laufen. Sage sofort, wenn dich etwas stört. Sonst staut sich der Ärger immer mehr an und die Gefahr, dass du dann aus einer Mücke einen Elefanten machst, wächst. Mündliche, direkte Kommunikation ist unschlagbar und daher unbedingt vorzuziehen. Es gibt zwar Tendenzen in einer WG alles über Zettel oder Email zu klären, aber das führt oft nur zu Missverständnissen und Streitereien. Daher sprecht nach Möglichkeit von Angesicht zu Angesicht miteinander. 

2. Klare Regeln

Ein Putzplan kann Wunder wirken. Oft dauert es einige Wochen, bis er eingespielt ist, aber wenn er dann funktioniert, entspannt sich das Zusammenleben merklich. Du weißt sicherlich, dass nicht alle die gleiche Vorstellung von Sauberkeit haben. Einer muss unbedingt vom Boden essen können, einem anderen reicht es bereits, wenn kein sichtbarer Schmutz mehr herumliegt. Hier müssen Kompromisse gefunden und eingegangen werden, von beiden Seiten. Absprachen gehören ebenfalls zu diesem Punkt. Keiner wird etwas dagegen haben, wenn mal gefeiert wird. Aber es ist nett, den Mitbewohnern vorher Bescheid zu sagen und eventuell zu fragen, ob es passend ist. 

3. Finanzen haben Vorfahrt

Finanzielle Probleme immer sofort besprechen und regeln. Es wirkt sich extrem negativ auf die Stimmung aus, wenn fehlende Mietzahlungen und offene Rechnungen wie ein Damoklesschwert über der WG schweben. 

4. Mitbewohnerauswahl

Es ist unmöglich, in der kurzen Zeit der WG-Besichtigung seine Mitbewohner kennen zu lernen. Dennoch ist es hilfreich, dir deine eigene Grundhaltung klar zu machen. Potentielle Mitbewohner kannst du dann auf ihre Grundhaltungen abklopfen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Schwierigkeiten auftreten, wird so gemindert. 

5. Gemeinsam Nettes unternehmen

Das Zusammenleben wird ungemein durch gemeinsame Aktivitäten erleichtert. Einerseits wird dir dadurch bewusst, dass das Zusammenleben nicht nur aus Gemotze besteht. Andererseits hilft es, Eigenheiten der anderen etwas gelassener zu ertragen, wenn du sie in anderen Zusammenhängen erlebst. 

Im Zusammenleben mit anderen kann und wird nicht alles immer einfach sein. Du solltest für das Zusammenleben in einer WG bereit sein, ein wenig zurück zu stecken und nicht immer deinen Kopf durchsetzen zu wollen. Außerdem empfiehlt es sich, Kleinigkeiten gelassen zu nehmen und sich daran zu gewöhnen statt jedes Mal aus der Haut zu fahren. Wenn deine Mitbewohner eine ähnliche Einstellung haben, kann die Zeit in der WG eine der tollsten Zeiten deines Lebens werden. 
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