Ohne Moos gar nix los!
Tipps für die Studienfinanzierung Teil 6
MEDI-LEARN (Redaktion)
Blutspende und Co.
Für Medizinstudenten eine in jeder Hinsicht nahe liegende Einnahmequelle ist das Blut spenden. Wer sich an den Blutspende-Dienst der Uni-Klinik wendet, bekommt nicht nur Erbsensuppe oder Schnittchen als Entlohnung, sondern auch bares Geld. Rund 25 Euro erhält man für eine Spende, bei der 450 ml Blut abgezapft werden. Bei regelmäßigem Spenden kommt man eventuell auch für eine Thrombozyten-Entnahme in Frage, dafür wird noch mehr gezahlt. Für Doktorarbeiten oder andere Studien werden oft Probanden gesucht, die beispielsweise Konzentrationsaufgaben lösen oder im Schlaflabor übernachten müssen. Auch hier winken je nach Aufwand ein paar Scheinchen.
Den Studi-Status clever nutzen
Der Studenten-Ausweis als Rabatt-Kärtchen: Zum einen gilt er an vielen Standorten als Ticket für den öffentlichen Nahverkehr der Stadt, in der du studierst, oft auch für den ganzen umliegenden Verkehrsverbund (sofern es entsprechende Vereinbarungen mit dem ÖPNV-Betreiber gibt). Manchmal kannst du sogar weitere Personen „auf dem Ticket“ mitnehmen, das ist praktisch bei Besuch! Zum anderen bekommst du in vielen Kinos, Theatern, Schwimmbädern, Museen, Discos, Restaurants und anderen Einrichtungen Rabatte gewährt. Als Student erhältst du bei vielen Banken ein kostenloses Girokonto. Für Auslandsaufenthalte, egal ob Urlaub oder im Rahmen des Studiums, lohnt sich die Beantragung eines internationalen Studierendenausweises (mehr Infos unter www.medi-learn.de/ STF144), der so gut wie überall anerkannt wird, wo es Studi-Rabatte gibt. Darüber hinaus können auch Zeitungen und Zeitschriften, Handytarife, Reisen, Flüge, Computer, Bücher und vieles mehr als Student günstiger erworben werden. Solltest du dir also mal etwas anschaffen wollen: Ein bisschen Stöbern im Internet lohnt sich! In jedem Fall solltest du deinen Studentenausweis sorgfältig aufbewahren (Kopie anfertigen) und das Original immer bei dir tragen.
Stipendien
Eine ganze Reihe von Institutionen gewährt besonders befähigten oder engagierten Studenten Stipendien, also Zuwendungen in materieller und immaterieller Form. Wie ein solches Stipendium zu bekommen ist, was man als Stipendiat beachten muss und welche Vorzüge man im Einzelnen dadurch genießt, ist so unterschiedlich wie die verschiedenen Organisationen, die Stipendien vergeben: Die Einrichtungen sind in kirchlicher Trägerschaft, werden von der Industrie unterstützt oder sind parteinah. Vom Evangelischen Studienwerk bis zur Rosa-Luxemburg-Stiftung decken sie so ein breites Spektrum gesellschaftlicher Interessengruppen ab. Alles zu den Stipendien findest du unter www.medi-learn.de/STF145 Anhand eines Erfahrungsberichts stellen wir die Förderung durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes vor.
Studienstiftung des Deutschen Volkes
Ricarda M. studiert in Heidelberg und erhält ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Die Studienstiftung versteht sich als eine politisch und weltanschaulich unabhängige Stelle zur Vergabe von Stipendien. Sich selbst für eine Studienbeihilfe zu bewerben ist nicht möglich, man muss für das Stipendium empfohlen werden.
Ricarda erinnert sich an das Aufnahmewochenende und die ersten Semester der Förderung, die sie bislang erhalten hat: „Es begann alles nach der mündlichen Abiturprüfung. Unser Schulleiter hatte mich nach der Bekanntgabe der mündlichen Abiturnoten zu einem persönlichen Gespräch gebeten, in dem er mir mitteilte, dass er mich für ein Stipendium der Studienstiftung vorschlagen möchte. Als ich erfahren wollte, womit ich mir das denn verdient habe, lobte er mein Engagement in verschiedenen AGs unserer Schule. Ich war Mitglied der Bibliothek-AG, der Schulgarten-AG und der Ökologie-AG.
Kurz nach Semesterstart und Beginn des Medizinstudiums erhielt ich einen Brief der Studienstiftung. Ich wurde zu einem Wochenende eingeladen, an dem Auswahlgespräche stattfinden sollten. Mit gemischten Gefühlen fuhr ich hin. Nach der ersten Kennenlern-Runde am Freitag ging dann das offizielle Programm für den Samstag/Sonntag los: Jeder hatte in einer Gruppe zu sechs Personen ein ausführlicheres Referat vorzutragen, das dann anschließend im Gruppenkreis diskutiert wurde. Zudem fanden zwei Einzelgespräche mit Mitgliedern der Auswahlkommission über rund 45 Minuten statt, in denen über den Lebenslauf, die persönlichen Ziele und die Motivation für das Studium gesprochen wurde. Es lief sehr locker ab. Ich konnte mich so geben, wie ich immer bin und habe nicht versucht, mich zu verstellen oder besonders klug zu wirken. Ein paar Wochen später kam die Zusage per Post. Einen kleinen Jubelsprung im Hausflur nach dem Öffnen des Briefes habe ich dann schon gemacht, als ich las, dass ich als Stipendiat in die Studienstiftung aufgenommen worden bin! Ich erhalte nun 520 € Stipendienbetrag und 80 € Büchergeld. Dafür muss ich nach jedem Semester einen kleinen Bericht über meine Erfahrungen beim Vertrauensdozenten abgeben. Das ist ein Hochschullehrer, der die Studienstiftler an der Uni betreut. Zudem treffen wir uns meist einmal pro Semester zu einem Grillabend oder einem Theaterbesuch oder gehen zusammen ins Museum, um uns gegenseitig kennen zu lernen und untereinander auszutauschen. Die Studienstiftung bietet zudem so genannte Sommerakademien an, das sind Seminare zu wissenschaftlichen und künstlerischen Themen. Hinzu kommen Sprachkurse und die Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung von Auslandsaufenthalten. Das ist schon super!“
Fazit zum Thema Studienfinanzierung
Money makes the student´s world go round. Wer das erste Mal seinen eigenen Hausstand finanzieren muss, bei den Buchpreisen für medizinische Werke Schwindelanfälle bekommt und daraufhin vor dem Konservenregal die Entscheidung trifft, zur besonders günstigen Ravioli-Dose zu greifen, der wird merken: Ein Haushaltsplan muss her. Viele Studenten erstellen deshalb einen groben Einnahmen-Ausgaben-Vergleich, mit dem sie ungefähr einschätzen können, wie viel Geld sie nach Abzug der fixen Kosten (Miete, Nebenkosten, Versicherungen etc.) für den Uni-Bedarf und für Lebensmittel, Freizeit und Fahrten benötigen. So lässt sich recht einfach berechnen, wie viel Geld reinkommen muss. Was Eltern, BAföG und andere Töpfe nicht leisten können, muss selbst erbracht werden.
Wie schon gesagt: Der Nebenjob sollte als solcher verstanden werden. Aber er kann auch einen Ausgleich zum trockenen Uni-Alltag bieten. Bei der Auswahl der Beschäftigung darf man ruhig etwas wählerisch sein – es gibt oft interessante und gut bezahlte Jobs.
Stipendium
Es ist auch möglich, noch im Laufe des Studiums für ein Stipendium durch einen Hochschullehrer vorgeschlagen zu werden. Auch im Rahmen der Doktorarbeit werden Stipendien durch die Studienstiftung vergeben. Darüber hinaus bietet die Studienstiftung eine Reihe so genannter „offener Programme“ an, für die du kein Stipendiat sein musst. Das ist also auch für „Otto Normalstudi“ interessant!
Nähere Infos zur Studienstiftung des Deutschen Volkes findest du unter:
www.medi-learn.de/STF146