Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ärzte und Pflege in den Medien und Außenwirkung
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Trüffel, ist richtig, was du schreibst und die Unterbezahlung der "Durchschnitts-Dödel" ist schlimm bzw. schlimmer, das die es mit sich machen lassen und sich somit zum Opfer degenerieren. Aber du hast nicht ganz richtig gelesen oder verstanden: ich schrieb von Verdienstmöglichkeiten, zumindest, sobald man den FA in der Tasche hat. Zumindest in meinem Gebiet gibt es sehr viele, die weitestgehend ohne Anstrengung, ja sogar in einer Art Verwaltungsschnarchmentalität hohe Gehälter abrufen, die man für diese "Performance" in keiner anderen Branche bekommt.
MissGarfield83
25.12.2020, 09:45
Aber du hast nicht ganz richtig gelesen oder verstanden: ich schrieb von Verdienstmöglichkeiten, zumindest, sobald man den FA in der Tasche hat. Zumindest in meinem Gebiet gibt es sehr viele, die weitestgehend ohne Anstrengung, ja sogar in einer Art Verwaltungsschnarchmentalität hohe Gehälter abrufen, die man für diese "Performance" in keiner anderen Branche bekommt.
Grundgehalt oder Zuverdienst?
Ne, ich hatte das schon richtig gelesen. ;) Bloß von einer reinen Verdienstmöglichkeit zu schreiben, halte ich in so einer Diskussion für wenig zielführend. Wenn man zwar die Möglichkeit hat, irgendwie oder irgendwann mit relativ wenig Leistung viel Geld zu verdienen, davon aber die große Mehrheit der arbeitenden Ausübenden des Berufsfeldes sehr weit bis sogar diametral entfernt sind, dann taugt das m.E. nicht als hervorzuhebendes Charakteristikum des Berufsfeldes.
Du kommst ja jetzt aus der OA-Perspektive, würde ich denken. Ich natürlich eher aus dem Blickwinkel des AA. Ob man nach 5-10 Jahren zunehmend von Minderleistern mit Topgehältern umgeben ist, kann ich nicht beurteilen.
Du kommst ja jetzt aus der OA-Perspektive, würde ich denken. Ich natürlich eher aus dem Blickwinkel des AA. Ob man nach 5-10 Jahren zunehmend von Minderleistern mit Topgehältern umgeben ist, kann ich nicht beurteilen.
Kann mir das so nicht vorstellen. In der Psychiatrie wird, soweit mir bekannt, händeringend Personal gesucht und da nimmt man möglicherweise nicht ausschließlich die besten Leute, einfach um den Personalbedarf zu decken.
Psychiatrie und Chirurgie sind schon etwas unterschiedliche Fächer.
Ansehen in der Bevölkerung habe ich vielleicht auf Tinder bei den Mädels. Ansonsten bin ich der böse, überreiche, viel zu viel verdienende, von der Pharmaindustrie gekaufte Schnösel mit Gottkomplex.
Also ich finde den Beruf auch nicht besonders elitär. Es ist ein Studium, dann eine Ausbildung und dann ein Job.
Gerade letzteres stimmt. Wenn es mit dem Krankheitsverlauf oder Entlassung nicht so läuft, wie gewünscht wird man dann zu letzterem. Wieviele Patienten schimpfen auf den Stationen über Putzpersonal, Pflegepersonal, Kollegen, Oberärzte sogar den CA.
Was mich aber wurmt: Fast ohne Leistung? Im Ernst? Die allermeisten Ärzte, die ich kenne, buckeln sich in einem Ausmaß krumm, dass es in den meisten anderen Branchen nicht gibt und wo man mit ähnlicher Arbeitsattitude schon quasi der Überflieger wäre. Ich würde mir wünschen, viele Kollegen würden mal etwas weniger "performen". Überstunden noch und nöcher, selten aufgeschrieben, noch seltener mit erkämpfter Auszahlung. Alle glauben Sie, dass Patienten sterben, wenn sie nicht heute und jetzt noch Akten abarbeiten, die seit 3 Wochen herumliegen und anschließend locker wieder 2 Wochen in irgendeinem Schreibtischfach vergammeln. Nachtarbeit, Schichtarbeit, 24h-Dienste, lächerliche Zulagen und Minusstunden, kein 13. Gehalt, kein Corona-Bonus, keine Wertschätzung von oben und von unten erstrecht nicht; trotzdem Schuften, Schuften, Schuften, Schuften; und dann noch selbst anderen Assistenzärzten vorhalten, Pausen bräuchte man doch gar nicht, man hat ja über den Tag immer mal wieder hier und da 5 Minuten. Alle meine Bekannten aus den Bereichen Geisteswissenschaften, Informatik, Ingenieurwissenschaften etc. arbeiten im Vergleich unter paradiesischen Zuständen und mit ziemlich geiler Work-Life-Balance. Wesentlich schlechter verdienen darunter m.W. eigentlich nur die GeWis.
Ja die Weiterbildungszeit ist suboptimal, was Arbeitsbedingungen, "Weiterbildung", Umgang angeht. Hatten wir auch schon öfters diskutiert.
Ja, die Damen haben oft die besseren Noten :-) . Dafür gibt es viele Leute aus EU und Nicht-EU Ausland, die gerne kommen.
Berufsbedingungen werden sich in Kliniken nicht verbessern großartig, weil es immer so war, viele es akzeptieren für eine Zeit; Gehälter sind nicht so schlecht, bis auf die Vergütung von Diensten. Ob die Vergütung dort so bleibt, steht in den Sternen.
Auch Lauterbach wollte nicht um 01:00 h nachts kommen wegen einem Zugang (ggfs. nur Spülen), danach noch ggfs. das Labor wegbringen und nen EK holen, sich von der Schreibkraft beleidigen lassen usw. Patienten, die Rückenschmerzen seit 4 Monaten jetzt um 21 Uhr in der Nota abgeklärt haben wollen.
Kannst du es ihm verdenken?
Lauterbach hat meines Wissens bis auf MdB keinerlei politisches Amt inne (zum Glück). Daher habe ich ihn auch nicht genannt. Speziell bei ihm kommt noch hinzu, daß er die Approbation erst Jahrzehnte nach seinem Abschluss beantragt hat, sprich, es war ihm schlicht egal (0,0 Minuten in der Patientenversorgung tätig) und irgendwann kam die Einsicht, daß es doch "cooler" ist, sich als Arzt in die Talkshows zu setzen. Beiträge an die ÄK zahlt er wahrscheinlich trotzdem nicht...In die gleiche Richtung geht der über den kölschen Klüngel angetragene Titel des Institutsleiters für Gesundheitsökonomie und Epidemiologie, dieser "Wurmfortsatz" im Titel wird von dem Herrn genutzt, um jetzt überall als Epidemiologie aufzutreten. Sieht man dagegen seine Publikationsliste (z.B. auf Wikipedia) und sonstiges Wirken durch, wird ziemlich deutlich, daß "Epidemiologie" in seinem Werdegang so gut wie gar keine Rolle gespielt hat...
Melanie Huml (Bayern) hat immerhin noch (zum Teil) das AiP mitgemacht, sich dann aber auch umgehend aus der Patientenversorgung zurückgezogen, um Berufspolitikerin zu werden. Unterversorgung im ländlichen Oberfranken hin oder her...
https://de.wikipedia.org/wiki/Melanie_Huml
Und sie hat auch excellent performt in der Pandemie (Achtung: Ironie), leider hat Söder den angebotenen Rücktritt abgelehnt.
15 Jahre später erläßt sie ein Gesetz, mit dem die Nicht-Niederlassung nach der Klinik dann mit 250.000 EUR Geldstrafe bestraft wird...genau mein Humor.
In der Psychiatrie wird, soweit mir bekannt, händeringend Personal gesucht und da nimmt man möglicherweise nicht ausschließlich die besten Leute.
Sehr euphemistisch. Ja, so ist es. Und das Leistungsvermögen kann man sich zum Beispiel in einer Ambulanz mit einer 80% (L)OA-Stelle so vorstellen: täglich 6,5 h Anwesenheit, davon 1,5 Stunden Pause/Kaffeekränzchen/Bürogestaltung/Pflanzenpflege, in den restlichen 5 h durchschnittlich täglich 8-10 Patienten (keine Psychotherapie, sondern normale psychiatrische Kurzgespräche, für die meist 5-15 min/Pat. ausreichen); daneben ein ganz klein wenig Papierkram, täglich innerhalb weniger Minuten erledigt.
Im stationären Bereich sieht es an vielen Stellen nicht anders aus, auch wenn dort die noch vorhandenen Kollegen rumheulen, dass immer mehr Ärzte aus den Kliniken verschwinden.
aja, Verdienstmöglichkeiten als „Low-Performer” hast du in dem Sinne schon. Jeder Assistenzarzt bekommt das gleiche Gehalt. Egal ob er das Studium in Regelstudienzeit mit 1,0 und fertiger Promotion abgeschlossen hat oder im zweiten Versuch nach 18 Semestern gerade noch mit einer 4 durchgekommen ist. Du kannst weder durch Auslandserfahrung noch durch ausgewählt Praktika gehaltsmäßig was reißen. Gut für Leute, die sich halt irgendwie durchs Studium gezogen haben aber halt frustrierend für „High-Performer”, deren Leistung halt nicht so gewürdigt wird, wie in anderen Fächern, wo man sich durch gewisse Leistung durchaus von der Masse absetzen kann.
Und es wird auch nicht jeder Arzt komplett bis ins Burn-Out durch die Mangel gedreht. Ich kenne genug Ärzte, die ihr Dasein in einer Kreisklitsche ohne Notaufnahme oder nennenswerte ITS fristen, alles direkt verlegen was über Harnwegsinfekt und Appendizitis hinaus geht und Nachts vielleicht alle 8 Wochen mal raus müssen. Ich kenn sogar Kliniken, die nachts Notärzte rufen wenn’s kritisch wird. Da lernt man halt auch nichts und wird garantiert keine Karriere machen aber man ist trotzdem Arzt, wird nach Tarif bezahlt und überanstrengt sich jetzt nicht.
schnix25
25.12.2020, 12:06
Die Anstrengungen im Studium und die guten Noten zahlen sich halt beim Berufseinstieg aus indem man an gute Stellen oder beliebte Fachrichtungen kommt. Ansonsten ist es mit dem Tarifgehalt nach unten abgesichert. Ist aber denke ich besonders in vielen Fächern ein Schutz. Es gäbe sicher genug Bewerber, die sich auch mit 1500€ brutto zufrieden geben würden wenn sie dafür eine Derma Stelöe bekommen. Ist ja nur für 5 Jahre. Was ich damit sagen will, ist dass es besonders in den beliebten Fächern auf Assistentenebene ohne Tarifvertrag zu einem ziemlichen Gehaltsabfall kommen könnte.
Ja die Weiterbildungszeit ist suboptimal, was Arbeitsbedingungen, "Weiterbildung", Umgang angeht. Hatten wir auch schon öfters diskutiert.
Das Problem ist halt, daß nach der WB die Arbeitsbedingungen und der Umgang untereinander nicht zwingend besser werden. Man wechselt ja nicht gleich auf eine Position, wo es nur noch Hintergrunddienste gibt. Das ganze garniert mit sagenhaften 150 EUR brutto Gehaltszuwachs, festgenagelt für drei Jahre, dafür aber volle Verantwortung, erhöhte Versicherungsprämien, Beiträge usw. Insgesamt also vielleicht auch noch ein Minusgeschäft...
Natürlich kann man nach dem FA umgehend die Biege machen, aber das geht natürlich auch schon vorher jederzeit, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Und dann wird seitens der Politik und Krankenhausträger die Fluktuation beklagt.
Lauterbach ...Speziell bei ihm kommt noch hinzu, daß er die Approbation erst Jahrzehnte nach seinem Abschluss beantragt hat, sprich, es war ihm schlicht egal (0,0 Minuten in der Patientenversorgung tätig)
(...)
Melanie Huml (Bayern) hat immerhin noch (zum Teil) das AiP mitgemacht, sich dann aber auch umgehend aus der Patientenversorgung zurückgezogen, um Berufspolitikerin zu werden. Unterversorgung im ländlichen Oberfranken hin oder her....
Lauterbach hat seine Praktika in den Stationen XYZ absolviert und gesehen, dass es nix für ihn ist. Soll er lieber unzufrieden im klinischen Bereich Innere Station arbeiten?
Derma Stelöe bekommen. Ist ja nur für 5 Jahre. Was ich damit sagen will, ist dass es besonders in den beliebten Fächern auf Assistentenebene ohne Tarifvertrag zu einem ziemlichen Gehaltsabfall kommen könnte.
Genau, dafür ist der TV auch da. Boni und Zusatz kann jeder selbst vereinbaren. Auch möglich in der WB bei überdurchschnittlichen Engagement für die Leitung der Klinik.
Natürlich kann man nach dem FA umgehend die Biege machen, aber das geht natürlich auch schon vorher jederzeit, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Und dann wird seitens der Politik und Krankenhausträger die Fluktuation beklagt.
Es ist doch alles eine Frage der Leitung einer Klinik und ihrer ausgeprägten Macht. In der einen Klinik machen 90% der Fachärzte die Biege in die Praxis oder sonstwohin, in der anderen Klinik bleiben sie, weil gut organisiert/fair/Karrierechancen.
Muss man für sich selbst wissen.
Und es wird auch nich jeder Arzt komplett bis ins Burn-Out durch die Mangel gedreht. Ich kenne genug Ärzte, die ihr Dasein in einer Kreisklitsche ohne Notaufnahme oder nennenswerte ITS fristen, alles direkt verlegen was über Harnwegsinfekt und Appendizitis hinaus geht und Nachts vielleicht alle 8 Wochen mal raus müssen. Ich kenn sogar Kliniken, die nachts Notärzte rufen wenn’s kritisch wird. Da lernt man halt auch nichts und wird garantiert keine Karriere machen aber man ist trotzdem Arzt, wird nach Tarif bezahlt und überanstrengt sich jetzt nicht.
Aha, noch nie so in der Form gehört. Vllt für sehr kleine Uch/Chirurgieabteilungen zutreffend ohne Schockraum???
Kreiskrankenhaus ohne Nota, fragt sich warum der Kreis das Haus für die hierzulande so wichtige wohnortnahe Versorgung behält.
Wie viele Kreisklitschen haben denn Schockräume?
Ich bin mal einige Zeit sehr ländlich Rettungsdienst gefahren, da konnte man in der Chirurgie nachts vielleicht einen gebrochenen Knochen oder ne Platzwunde abgeben aber wenn man da mit einem Verkehrsunfall gekommen wäre, wären die vor Schreck umgefallen. Die musste man immer in die nächste Großstadt fahren. Da muss nachts erstmal die MTA von zuhause kommen wenn man ein Röntgen braucht. Ein CT bekommt man da nichtmal tagsüber. Die Innere hatte keine Notaufnahme sondern nur eine Ambulanz, in der man sich tagsüber von 8-16 Uhr melden konnte. Wenn man nachts ein Problem hatte, hat man sich beim Pförtner gemeldet und der hat dann den Dienstarzt angerufen, der dann geguckt hat ob man das Problem lösen kann oder ob man besser einen RTW ruft, der dann in die nächste Stadt verlegt. Wenn da nachts einer reanimationspflichtig wird (soll im Krankenhaus gelegentlich vorkommen), ist man da mit dem ITW hingefahren und hast die Leute verlegt.
Ich kenne mindestens 3 Klitschen, die so laufen. Und da arbeiten halt auch Ärzte, die nach Tarif bezahlt werden.
GelbeKlamotten
25.12.2020, 17:55
Wenn das Haus dann irgendwann doch zugemacht wird, ist es halt schon irgendwie doof einen neuen Arbeitgeber zu finden, bei dem man ebenfalls so gut wie nichts können muss.
cartablanca
25.12.2020, 18:02
Ich verstehe nicht was die Vergleiche mit anderen Studiengängen sollen. Wieviel man verdient ist nicht abhängig davon wie lang man studiert hat, oder ob man es als sinnvoll betrachtet was man tut, sondern geht nach Angebot und Nachfrage. Eigentlich sollten nach diesem Maßstab Ärzte deutlich mehr verdienen - tun sie ja auch, wenn sie sich entscheiden als Honorarärzte Aufträge anzunehmen.
Wirtschaftlich ist Medizin im Vergleich mit den meisten anderen Studiengängen ein lohnendes Studium, aber man sollte niemals seinen Job nach dem Gehalt wählen, sondern das wählen was einem Spaß macht und mit Sinn erfüllt.
Ich kenne mindestens 3 Klitschen, die so laufen. Und da arbeiten halt auch Ärzte, die nach Tarif bezahlt werden.
Habe selbst mal in so nem kleinen Haus gearbeitet. Die Chirurgen hatten tatsächlich nur kleinere Sachen, keine Polytrauma. Es gab einen Schockraum, der nicht betrieben wurde. MTA Labor und Radio war dauerhaft besetzt. Radio Arzt nicht.
In der Inneren kam alles mögliche rein und zwar auch nachts: Also typische Einweisungdiagnosen wie Pneumonie, dekom. Herzinsuffizienz, Vorhofflimern, entgleister Diabetes. Auch Patienten mit internistischen und psychiatrischen Problemen. Herzinfarkt oder Schlaganfall wurden diagnostiziert und dann verlegt. ITN war dauerhft betrieben (Halb Anästhesie/Halb Innere). Reanimationspflichtige Patienten kamen selten rein. Die KV Praxis war direkt im Krankenhaus, so dass da auch Patienten kamen, die der KV Arzt zur stationären Behandlung einwies.
Möglicherweise eine größere Kreisklitsche gewesen.
Das ganze sind nicht unbedingt "kleine Kreisklitschen". Wenn eine Stadt von, sagen wir mal 200.000 Einwohnern acht Krankenhäuser hat, dann haben natürlich nicht alle acht einen Schockraum. Oder eine Stroke unit. Oder eine Geburtshilfeabteilung. Oder eine Akutpsychiatrie. Oder eine Urologie. Oderoder. Letztendlich gibt es einen verbindlichen Krankenhausbedarfsplan, und darin ist festgelegt, welches Krankenhaus was zu haben hat- oder nicht.
Was das ganze mit der Qualifikation des eingesetzten Personals zu tun hat, erschließt sich mir nicht so ganz, da das ganze Berufsleben einschließlich WB wohl in den seltensten Fällen in ein und demselben Haus verbracht wird. Und mit dem Threadthema hat das auch nichts mehr zu tun.
Übrigens tutet man mit solchen Thesen- ob gewollt oder nicht- in das Horn von KL und den Kranken Kassen, die im Rahmen der immer wieder neu angezettelten "Mindestmengendiskussion" auch einfach fordern könnten, alle Schockräume mit weniger als fünf (oder zehn?) Fällen pro Tag umgehend dichtzumachen und am besten die dazugehörigen Häuser gleich mit.
Eben. Kleines Spektrum bedeutet ja nicht geringere Qualität. Aber nachdem das Studium so stark auf die Arbeit in einem Maximalversorger fokussiert ist, ist klar, dass viele Absolventen keine Ahnung von der Arbeit in kleineren Krankenhäusern, Arztpraxen usw. haben.
Der Vergleich mit anderen Studiengängen und Karriere ist Schwachsinn. Es kommt immer auf einen selbst an. Wenn man sich mit 80 Wochenstunden knechten, die letzte Lebensenergie absaugen lässt und dann rumheult hat das wenig mit Cleverness zu tun und wird auch nicht zur Karriere oder Erreichen der Lebensziele führen.
Es hindert einen niemand die Klinik zu verlassen und in der freien Wirtschaft/ Selbstständigkeit sein Glück zu suchen. Aber da wird man auch nicht zum Jagen getragen. Da wird weit mehr Eigeninitiative und Zielstrebigkeit verlangt, als heulend 5 Jahre in einem fensterlosen Raum bis zum FA abzusitzen.
Mit dem Medizinexamen hat man einen Hochschulabschluss mit dem einen alle Wege offen stehen.
Mit dem Medizinexamen hat man einen Hochschulabschluss mit dem einen alle Wege offen stehen.
Das sagt wahrscheinlich jeder Prof. über sein Fach, sei es Jura oder BWL. Ansonsten gebe ich dir Recht.
Zum Thema "Elite"-Studiengang: Ich hab meinen Studienplatz durch Losglück erhalten, fürs Physikum hab ich zwei Anläufe gebraucht und promoviert hab ich nie.
Trotzdem werde ich am Ende meiner beruflichen Laufbahn für das deutsche Gesundheitssystem wertvoller sein als viele meiner Kolleginnen, die irgendwann als Angestellte in der Praxis untertariflich arbeiten und eigentlich schon nach der ersten Schwangerschaft doch lieber Hausfrau sein wollten.
Das ist kein Vorwurf, faktisch ist aber dass solche Fälle durch Ausländer kompensiert werden, die eigentlich eine Gefahr für den Patienten darstellen. Ich würde in 10 Jahren jedem Patienten raten ein Krankenhaus nur noch mit Google-Translator in der Hand zu betreten.....Für den normalen deutschen Arzt bleibt da eigentlich nur noch die Niederlassung, als Oberarzt werde ich sicherlich nicht Verantwortung für irgendeinen ausländischen Arzt übernehmen, der nicht mal ein Brötchen auf deutsch kaufen kann.
Soviel zum Thema Elite.....Medizin ist ein sicheres Brett, wie eine Beamtenlaufbahn nur mit mehr Verdienstmöglichkeiten und Freiheiten. Wer es bis zur "fachärztlichen Freiheit" nicht aushält, hätte besser was anderes studiert!
Naja, so schlimm ist es ja nicht.. Die Struktur des Gesundheitswesens ist ja irgendwie gewünscht. Die Leitungen in Kliniken, Politik, Krankenkassen beliebt und teilweise gewählt.
Die Leute sind ja motiviert und alle sind froh, dass jmd kommt. Die Kollegen müssen liefern für ein paar Jahre, ob sie wollen oder nicht: Sie haben investiert in Sprachkurs, Übersetzer, Umzug etc. Sind benachteiligt wegen Sprachbarriere in vielen Teilen des öffentlichen Lebens (Wohnung, Versicherung usw) und müssen den schwierigen Krankenhausalltag, wo sämtliche Arbeiten auf sie abgeladen werden mit freundlichem Unterton, stemmen.
Finde es bemerkenswert, dass in den USA es mit der Anerkennung aus dem Ausland nur mit USMLE+Ausbildung etwas schwieriger ist. Auch in Frankreich oder Spanien, muss man erstmal in der Landessprache an einem Test um Stellen teilnehmen mit allen Bewerbern aus dem ganzen Land. In GB braucht man ebenfalls Zertifikate und Tests in der zugegeben geläufigen Landessprache, und dann ist man noch lange nicht in einer der sehr begrenzten Weiterbildungsstelle.
Denke das ist mit Absicht.
Natürlich ist das mit Absicht. Wer sicherstellt, dass das Angebot nicht zu stark steigen kann, stellt sicher dass der Preis, also das Gehalt, hoch bleibt. Es ist natürlich ein Teil der Konzeption der EU, dass das deutlich schwerer geworden ist. Man wollte möglichst viele möglichst billige Arbeitskräfte aus Niedriglohnländern, und genau die hat man auch bekommen.
(Dieses Phänomen wird auch dadurch weiter verstärkt, dass die meisten Einwanderer in die USA echte Einwanderer sind, die auch tatsächlich dort bleiben wollen, deren Kinder auch tatsächlich dort bleiben wollen, während es innerhalb der EU sehr viele Lohnarbeiter gibt, die nur ein paar Jahre in einem Hochlohnland bleiben wollen, oder zumindest ihre Rente wieder in einem Niedriglohnland verbringen wollen, deren Kinder dann oft wieder in der Heimat ihrer Eltern studieren oder verheiratet werden - und die deshalb viel eher mit niedrigen Löhnen zufrieden sind als der typische Einwanderer in die USA. Denn das geerbte Haus in Rumänien oder der Türkei (nicht EU, aber Assoziierungsabkommen) ist halt nunmal deutlich schneller renoviert und abbezahlt als eine kleine Wohnung in Deutschland.)
Man könnte durchaus höhere Sprachstandards setzen. Das würde das ausländische Arbeitsangebot vielleicht gar nicht wesentlich verringern. Denn vieles im Leben funktioniert ohne Druck halt nicht. Aber etwas von Einwanderern zu fordern, ist in Deutschland politisch kaum noch akzeptabel. Da schrillen gleich alle Alarmglocken bzgl. vermuteter Ausländerfeindlichkeit :-p
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