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kombinat100
18.01.2021, 08:24
Quovadis -- ich hätte dich gerne als Oberärztin ;)!
Den Deal den du mit deinem Chef ausgehandelt hast sollte halt eigentlich selbstverständlich sein und nicht wie bei mir beim lesen große Begeisterung auslösen.... es gibt bei uns auch die Möglichkeit in der Endo zu helfen.... die fehlende Zeit musst du hinten dran hängen an deinen Arbeitstag - natürlich als unbezahlte Überstunde -. In der Kardiologie sind aktuell 2 Ärzte die Teilzeit arbeiten und in ihrer Freizeit ins Krankenhaus kommen um Echos zu lernen....ich lebe in einer beliebten Großstadt wo man an einem privatem Klinikkonzern quasi nicht vorbei kommt wenn man in einem Maximalversorgerhaus arbeiten möchte (neben der Uni), die Abhängigkeitsverhältnisse lassen mich immer wieder staunen ....
aber ihr habt natürlich recht ... mit dem Facharzt gibts es ganz neue Möglichkeiten sich zu sortieren.

QuovadisMedizin
18.01.2021, 08:38
daCapo,

das weiß ich noch nicht. Jedes Mal wenn ich tolle internistische Stellenanzeigen sehe zB OA in ZNA oder Gastro Stellen...denke ich kurz „ cool“, bis mir wieder einfällt in was für Häuser man dann wieder geht und sich unentwegt darüber ärgert, dass hochnäsige Chefärzte es nicht nötig haben auf dem Flur zurückzugrüssen. Oder dass man Privatpatienten am Wochenende für umsonst visitieren soll. Von Poolbeteiligung ganz zu schweigen. Dann verwerfe ich die Stellenanzeige schnell wieder :-).

QuovadisMedizin
18.01.2021, 08:42
kombinat100,

das ist nett von Dir, aber lass Dich da nicht täuschen. Für jeden Quatsch der produziert wird habe ich eher kein Verständnis, im Gegenteil. Da gibts dann schon direkte Ansagen. Aber um Weiterbildung und geregelte Arbeitszeiten müsstest Du bei mir nicht betteln.

Ja, es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

ninakatharina
18.01.2021, 08:51
Ich muss jetzt mal für mein Fach und Bresche springen... Es gibt sie, die internistischen Kliniken, in denen man eine fundierte Weiterbildung bekommt und in denen Wert auf ein ausgewogenes Kollegium gelegt wird.. In dem die Hierarchien flach und die Stimmung untereinander gut ist. In dem die Assistenten gefördert werden, ihre Nischen finden sollen und es sehr wenig Personalfluktuation gibt. Ich arbeite in einer solchen.
Natürlich ist es hier auch nicht perfekt, und es gibt immer Sachen, die verbessert werden können. Aber wir haben eine Stimme und dafür gibt's auch offene Ohren.


Dass es anderswo nicht so ist tut mir leid. Und dass ein einzelner nicht viel bewirken kann ist klar. Aber ich bin mir sicher, dass man an vielen Kliniken - gemeinsam - eine Veränderung bewirken kann.


Übrigens (das scheint ja ein Ding der Unmöglichkeit zu sein wenn man den Beiträgen in diesem Forum folgt) Uni.

DrSkywalker
18.01.2021, 08:53
Quovadis:

Mein Rat an Dich, auch wenn du gastro machst, lass dich als Hausärztin nieder.

Schreibe alle Pflegeheime in der Umgebung an sagt dass du geriatrisch ausgebildet bist und gerne und Pflegeheim Betreuung machen möchtest.

Je nach Spezialisierung kannst du auch fünf Stunden pro Woche eine reine Selbstzahler bzw privat Sprechstunden anbieten die du dann rein fachinternistische abhältst.

Als Hausärztin winken dir je nach Leistung und Fähigkeit chefarztgehalt mit einer 35 Stunden Woche. Bei Fragen kannst du mir gerne eine private Nachricht schicken.

QuovadisMedizin
18.01.2021, 09:11
Liebe ninakatharina,

es ist schön zu hören, dass Du zufrieden bist und auch, dass euch eine fundierte Weiterbildung ermöglicht wird. Mich würde interessieren wie wie zB ein kardiologischer Assistent in eurer Uni bei seiner Gastro Rotation die im Logbuch vorgeschriebenen ÖGDs lernt. Die Colos sind ja für den Internisten mittlerweile rausgeflogen. Als ich 2014 Prüfung gemacht habe gehörten diese noch zum Curriculum. Oder wie der Gastro Assistent zum anständigen Erlernen von Carotis Duplex kommt, was, by the way, eher in neurologischen Abteilungen durchgeführt wird. Würde mich freuen wenn Du erzählen könntest, wie das bei euch läuft. In der Regel kommen an Universitätskliniken aus anderen Abteilungen während der Gastro-Rotation niemand zum endoskopieren. Genauso wenig wird ein Kardio-Rotant in 6 Monaten Echos lernen.

QuovadisMedizin
18.01.2021, 09:19
DrSkywalker,

danke für Deine super Ideen und die Bereitschaft mir noch weitere Infos zu geben.

Die Hausarzt Option ist für mich keine Alternative. Es ist schwer sich mit eigener Praxis zB einmal richtig Teilzeit zu gönnen
( Praxis Einzelkämpfer mit 20 h pro Woche? ), unmöglich. Auch ein Krankheitsfällen ist man sicherlich in einem Angstelltenverhältnis deutlich besser aufgehoben. Ich persönlich halte ein OA Gehalt für eine 40 h Woche in Stufe III ( bin ich noch nicht ) mit knapp 105.000, Nebenerwerb erlaubt und ohne Hintergrunddienste für eine gute Situation. Mit einigen Notarztdiensten im Jahr kommt man auf 130-150.000 Brutto. Warum sollte man sich den Praxis Stress antun?

Mr. Pink online
18.01.2021, 09:22
... von den Wissenschaftszeitverträgen mal abgesehen, dem Damoklesschwert der Forschungsbeteiligung (natürlich unentgeldlich in der Freizeit), den von dir genannten Nadelöhrfunktionen (Echo, Endo, Broncho, Sono und in der Zusatzbezeichnung Koro usw.) mal abgesehen.

Liebe ninakatharina, wie lange bist du denn schon an der Uni unter Vertrag und wie viele deiner Kollegen haben bis zum FA alle Sachen aus dem Logbuch zusammen? Kriegen die alle 20% Forschungsfrei wie im TdL vorgesehen? Oder kriechen die in ihrer Freizeit ins Labor?

QuovadisMedizin
18.01.2021, 09:42
Mr. Pink online,

guten Morgen aus dem Urlaub.

Ja richtig, das sind genau diese Aspekte.
Ich hatte bereits als Nicht - Fachärztin einen unbefristeten Vertrag.

Vielleicht kann uns ninakatharina mal erzählen, wie das so läuft, oder ob ggf. die Aspekte die zur Zufriedenheit führen, ganz andere sind. Welche Situation liegt denn vor? Sollte es sich um ein internistisches kleines Fach halten, wie zB Endokrinologie, dessen Beendigung ohne den Zwischenschritt Internist erfolgen soll, sieht die Situation schon ein wenig anders aus ( ÖGD hier nicht notwendig und auch keine Echos ).

ehem-user-12-02-2021-1343
18.01.2021, 10:05
Quovadis:



Als Hausärztin winken dir je nach Leistung und Fähigkeit chefarztgehalt mit einer 35 Stunden Woche.

Was meinst du mit "Chefarztgehalt"? Grundgehalt, Gesamteinnahmen etc. Das ist doch extrem unterschiedlich, was ein Chefarzt bekommt

Christoph_A
18.01.2021, 10:18
@ QuovadisMedizin: Könntest Du uns bitte auch zeigen, wo ÖGDs im Logbuch für Innere Medizin und Kardiologie vorgeschrieben sind? In Bayern jedenfalls nicht. Wäre in Zeiten der gewollten Spezialisierung auch extrem kontraproduktiv und ist, by the way, für den weiteren beruflichen Werdegang nach dem FA auch irrelevant. Viel wichtiger im Rahmen einer solchen Rotation ist, daß die entsprechenden WBAs Oberbauchsonos lernen können, daran scheitern nämlich tatsächlich viele Kollegen in der späteren Tätigkeit.
Allen, die weniger spezialisiert arbeiten wollen steht ja immer noch der Allgemeininternist offen. Ein Schwerpunktfacharzt sollte hingegen, einfache internistische Tätigkeiten wie orientierende Ultraschalle ausgenommen, tatsächlich in seinem Schwerpunkt ausgebildet werden.

QuovadisMedizin
18.01.2021, 10:26
Lieber Christoph A,

das ist richtig, für den Facharzt „ Innere Medizin und Kardiologie“ benötigt man keine ÖGDs. Wählt man allerdings den Weg des zunächst Facharzt für Innere Medizin, wie Du schon sagtest Allgemeininternist, dann sind die ÖGDs und auch die Colos doch auch, vorgeschrieben. Für die weiteren 3 Jahre der Schwerpunktbezeichnung nach dem Allgemeininternisten benötigst Du für Kardiologie natürlich auch keine ÖGDs.

Mr. Pink online
18.01.2021, 10:29
Der "direkte" FA Innere Medizin und Kardiologie/Gastroenterologie war in meiner - so wie in vielen Kliniken - auch nicht vorgesehen, denn dann müsste man die WBA ja schon sehr früh in die entsprechenden Funktionen einplanen. Für OÄ und Klinik ist es sehr viel attraktiver, WBA lange in Abhängigkeitsverhältnissen zu halten.

QuovadisMedizin
18.01.2021, 10:46
Mr. Pink online,

war bei mir auch so. Zumal kleinere Kliniken auch nicht die komplette Weiterbildungsermächtigung dafür haben. Aus Universitätkliniken kenne ich es so, dass die Einstellung der entsprechenden Chefs ( wenn zB eben Kardio Abteilung ) lautet „ Wir bilden Kardiologen aus“ und sonst nix.

Christoph_A
18.01.2021, 11:33
Lieber Christoph A,

das ist richtig, für den Facharzt „ Innere Medizin und Kardiologie“ benötigt man keine ÖGDs. Wählt man allerdings den Weg des zunächst Facharzt für Innere Medizin, wie Du schon sagtest Allgemeininternist, dann sind die ÖGDs und auch die Colos doch auch, vorgeschrieben. Für die weiteren 3 Jahre der Schwerpunktbezeichnung nach dem Allgemeininternisten benötigst Du für Kardiologie natürlich auch keine ÖGDs.

Und warum sollte man das machen, außer, wenn man sich vlt nicht sicher ist. Kostet einen sonst unnötig 2 Jahre Lebenszeit und Geld.

QuovadisMedizin
18.01.2021, 11:51
Christoph A,

ich denke das ist eine persönliche Entscheidung. Ich persönlich, wie viele meiner Kollegen auch, die sich für diesen Weg entscheiden haben, finde es sehr schön ein weites Spektrum an Untersuchungen zu kennen und auch viele Bereiche gesehen zu haben. Nach meinem Standpunkt ist die allgemeine Innere nicht von einem Fachspezifischen Internisten zu trennen - und das sage ich obwohl ich auch eine Schwerpunktbezeichnung habe. Ich möchte gerne sowohl mit hämatologischen Problemen als auch nephrologischen und rheumatologischen Problemen vertraut sein um umfassend ein Problem verstehen zu können und einfach einen anderen Blick auf den Patienten haben. Mich nur auf ein Organsystem zu beschränken würde mir persönlich nicht gefallen. Aber wie gesagt, ist eine ganz persönliche Entscheidung.

Geld hat es nicht gekostet, da man nach 5 Jahren den Internisten hatte und damit Facharztgehalt. Man kann sich sofort danach eine OA Stelle suchen oder eben noch einen Schwerpunkt machen wenn das Interesse besteht, so wie ich es gemacht habe. Der OA kam dann eben kurze Zeit nach dem Schwerpunkt.

Weiterhin ist es so, dass man sich mit dieser Konstellation als hausärztlicher Internist niederlassen könnte, was zB mit dem direkten Kardiologen nicht möglich ist.

Ich denke es gibt nicht den einen richtigen Weg in dieser Sache...ich persönliche favorisierte diesen Weg.

ninakatharina
18.01.2021, 11:55
Aus meiner Sicht muss man sich vom "eierlegende Wollmilchsau" Internisten verabschieden. Man kann nicht alles können und lernen, dafür ist der Wissensgewinn in den einzelnen internistischen Fächern zu gross.
@mr. pink: ich arbeite seit knapp 6.5 Jahren in der Klinik, 1 Jahr jedoch Elternzeit, jetzt Teilzeit, Anmeldung zu FA Prüfung exakt nach 5 Jahren...
Forschubgsfreistellungen werden grosszügig erteilt und es ist sehr erwünscht, aber sicher nicht verpflichtend, als WBA zu forschen.
Ich arbeite tatsächlich in einem Nischenfach (Häma) und wollte eigentlich auch direkt den kombinierten Facharzt (habe mich jetzt erst kurzfristig umentschieden) machen, demnach war ich auch einen grossen Teil meiner Weiterbildungszeit in dem Fach eingeteilt. Signalisiert man jedoch, dass man den Allgemeinen Internisten machen möchte, rotiert man breit durch alle Fachrichtungen.
Wir müssen ein Jahr in die Intensivmedizin, dort kann man auch orientierende Echos, Bronchoskopien, ITN usw lernen. Endoskopie ist als nicht-Gastro-Assistent schwierig, aber für Allgemeininternisten auf ausdrücklichen Wunsch sicher möglich. Die Zusatz WB zum internistischen Intensivmediziner und Palliativmedizin ist möglich und wird gefördert. Kardio geht entweder "Schmalspur" in unserer Funktionsabteilung plus ITS (für zukünftige Fachidiotinnen wie ich einer bin ausreichend) oder im Rahmen der sehr gut strukturieren Verbundweiterbildung, die eine Rotation ins benachbarte Herzzentrum vorsieht. Dort ist man 2 Monate fest im Echo eingeteilt.

Christoph_A
18.01.2021, 12:01
Christoph A,

ich denke das ist eine persönliche Entscheidung. Ich persönlich, wie viele meiner Kollegen auch, die sich für diesen Weg entscheiden haben, finde es sehr schön ein weites Spektrum an Untersuchungen zu kennen und auch viele Bereiche gesehen zu haben. Nach meinem Standpunkt ist die allgemeine Innere nicht von einem Fachspezifischen Internisten zu trennen - und das sage ich obwohl ich auch eine Schwerpunktbezeichnung habe. Ich möchte gerne sowohl mit hämatologischen Problemen als auch nephrologischen und rheumatologischen Problemen vertraut sein um umfassend ein Problem verstehen zu können und einfach einen anderen Blick auf den Patienten haben. Mich nur auf ein Organsystem zu beschränken würde mir persönlich nicht gefallen. Aber wie gesagt, ist eine ganz persönliche Entscheidung.

Geld hat es nicht gekostet, da man nach 5 Jahren den Internisten hatte und damit Facharztgehalt. Man kann sich sofort danach eine OA Stelle suchen oder eben noch einen Schwerpunkt machen wenn das Interesse besteht, so wie ich es gemacht habe. Der OA kam dann eben kurze Zeit nach dem Schwerpunkt.

Weiterhin ist es so, dass man sich mit dieser Konstellation als hausärztlicher Internist niederlassen könnte, was zB mit dem direkten Kardiologen nicht möglich ist.

Ich denke es gibt nicht den einen richtigen Weg in dieser Sache...ich persönliche favorisierte diesen Weg.

Dann musst Du auch zu diesem Weg stehen und nicht nur jammern, wie schlimm es in der Klinik war, wenn Du sie 2 Jahre früher hättest verlassen können.
Natürlich kostet es Dich Geld, sowohl in der Klinik (mit OT Vertrag) und erst recht in der Niederlassung kannst Du als Schwerpunkt FA deutlich mehr verdienen als als Wald und Wiesen Internist. Zumal auch Schwerpunktinternisten durchaus Schnittmengen mit anderen internistischen Fachdisziplinen aufweisen, alleine in meinem Fachbereich sind das Pneumologie, Endokrinologie, Nephrologie und auch Hämatologie, die Angiologen jetzt bewusst nicht mitgezählt, da wir deren Aufgaben sowieso weitgehend mitabdecken.
Ob Du, insbesondere wenn Du nicht an einem minimum Schwerpunktversorger warst, in den 2 Jahren mehr Allgemeininnere soviel mehr aus anderen Fachbereichen gesehen hast, halte ich persönlich auch für überbewertet.
Der einzige Punkt, an dem der Allgemeininternist wirklich zieht, ist die Niederlassung als internistischer Hausarzt, da hast Du Recht.
Als solcher arbeitest du aber, wenn ich richtig gelesen habe, nicht. Also bleibe ich dabei, wenn ich von vornherein weiß, daß ich nicht als Hausarzt arbeiten möchte, wozu dann den, zumal ja auch vom Anforderungskatalog abgespeckten, Allgemeininternisten und dann erst nen Schwerpunkt machen? Zumal Du niemals in Deinem geplanten Schwerpunktbereich eine OA Stelle ohne abgeschlossenen Schwerpunkt FA bekommen wirst, zumindest nicht an einem halbwegs großen Haus, das jetzt nicht direkt in der Pampa liegt.

SevoFlow
18.01.2021, 12:15
@ninakatharina
Darf ich fragen an welchem Klinikum Du bist?
Das klingt ja alles echt vernünftig.

ninakatharina
18.01.2021, 12:21
Hast eine PN.