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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Marburger Bund - was blüht uns dieses Jahr ?



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ehem-user-23-12-2021-1346
20.12.2021, 17:00
Hier in der nördlichsten Großstadt hat man z.B. im Wesentlichen die Wahl zwischen einer einzigen privaten Großkette, kirchlichen Trägern mit nicht minder gruseliger Personalethik,

Ich weiss, wie die Situation in der Stadt ist. In meiner Umgebung gibt es so gut wie keine privaten Träger und wenn mit anderer Fachrichtung. Das kommunale und kirchliche Träger nicht unbedingt besser sind ist mir klar, aber mich stört die prozentuale Höhe der Rendite. Da bin ich nicht bereit das zu unterstützen. Zumal ich eh nur möglichst schnell meinen FA machen möchte und dann aus der Klinik verschwinden werde. Das das in anderen Städten schwieriger ist, weiss ich

ehem-user-23-12-2021-1346
20.12.2021, 17:03
Sobald Gewinne anfallen, geht es in die Stadtkasse - ist immer noch besser als in die Privatwirtschaft.

Und genau das ist der Grund, warum ich kommunale und kirchliche Träger bevorzuge. Das da vieles ähnlich schlecht ist ist klar, aber da wird keine märchenhafte Rendite erwartet.

ehem-user-23-12-2021-1346
20.12.2021, 17:16
Die Ärztevertreter müssten für ein ähnliches Gesetz wie das Pflegestärkungsgesetz kämpfen, damit auch die Ärztekosten nicht mehr über DRG laufen. Warum soll den nur die Pflege ausgegliedert werden? Das das wahrscheinlich illusorisch ist, ist mir bewusst. Aber ich kann die Pflege nur dazu beglückwünschen

freak1
20.12.2021, 17:31
Warum soll den nur die Pflege ausgegliedert werden?

Wie sollen die privaten Konzerne denn dann noch Gewinne erwirtschaften, wenn man an der Arztpersonalschraube nicht mehr drehen kann? Das würde so manche Lobbyspenden deutlich reduzieren... :-D

ehem-user-23-12-2021-1346
20.12.2021, 18:14
Wie sollen die privaten Konzerne denn dann noch Gewinne erwirtschaften, wenn man an der Arztpersonalschraube nicht mehr drehen kann? Das würde so manche Lobbyspenden deutlich reduzieren... :-D

Ich frage mich sowieso, wie die Pflege es geschafft hat aus dem DRG raus zu kommen. Die Arztkosten machen ca. 32 % der gesamten Personalkosten aus, die Pflegekosten 30%. Man hätte also auch nur die Arztkosten ausgliedern können und wäre damit besser gefahren :) Ich beziehe mich auf eine Statistik von 2017.
Sind in den privaten Konzernen weniger Ärzte pro Patient als bei anderen Trägern?

freak1
20.12.2021, 18:27
Die Pflege hat Untergrenzen durchgesetzt, wenn du da zu wenig hast, werden die Betten von der PDL gesperrt und du kannst weniger Patienten behandeln (= weniger Profit). Ob jetzt 1 Arzt auf 30 oder 100 Patienten kommt ist dem Gesetzgeber und erst recht dem Krankenhausbetreiber wahrscheinlich egal; da wird auch kein Bett gesperrt. :-winky

Endoplasmatisches Reticulum
20.12.2021, 18:47
Man könnte an der Stelle hinterfragen, warum die PDL Betten sperrt, der durchschnittliche Chefarzt aber bestenfalls müde gähnt, wenn seine Assistenzärzte 10 Dienste pro Kopf im Monat kloppen.


Ob jetzt 1 Arzt auf 30 oder 100 Patienten kommt ist dem Gesetzgeber und erst recht dem Krankenhausbetreiber wahrscheinlich egal
Solange sich der Betreiber Klagen vom Hals halten oder im Zweifel ans Individuum durchreichen kann, klatscht er wohl eher noch Beifall und fragt sich: gingen auch 200?

Whatisgoingon
01.01.2022, 17:33
Entschuldigung, falls ich etwas übersehen habe, aber stimmt es, dass 2022nur Pflegekräfte einen Bonus bekommen? Ich finde das echt unbegründet..

freak1
01.01.2022, 17:55
Nicht nur Pflegekräfte, auch Verwaltungsangestellte des Bundes, zahlreiche Landes- und Bundesbeamte sowie die Pflege kriegen Boni. In zahlreichen weiteren Branchen ist das auch wiederholt gemacht worden und wird es dieses Jahr wieder geben.

Nur eine Berufsgruppe wird kategorisch (teilweise im Gesetzestext) von jeglichen Corona-Boni ausgeschlossen: Ärzte. :-dance

Whatisgoingon
01.01.2022, 18:55
So zeigt man einem Respekt. Welche Überlegung steckt dahinter?

freak1
01.01.2022, 19:00
Wahrscheinlich die klassische Neiddebatte. Die Politik will den reichen Ärzten keinen Bonus gönnen, sonst müssen sie sich am Ende dafür rechtfertigen. Oder vielleicht wollten einige da oben mal zeigen was sie von Leuten mit abgeschlossenem Studium halten. No one knows...

vanilleeis
01.01.2022, 19:08
Plus eine absolut zahnlose Gewerkschaft namens Marburger Bund

Whatisgoingon
01.01.2022, 22:20
Ich könnte es nachvollziehen, wenn die Ausrede wäre, dass nicht ausreichend Geld für alle Ärzte da ist und nicht alle etwas bekommen können , aber z. B. den Ärzten auf den Intensivstationen, die täglich ihr Leben riskieren, kein Bonus zu geben, das ist echt traurig und peinlich.

freak1
02.01.2022, 12:06
Ich könnte es nachvollziehen, wenn die Ausrede wäre, dass nicht ausreichend Geld für alle Ärzte da ist und nicht alle etwas bekommen können , aber z. B. den Ärzten auf den Intensivstationen, die täglich ihr Leben riskieren, kein Bonus zu geben, das ist echt traurig und peinlich.

Sorry, das könnte man höchstens erzählen wenn es wirklich nur die Pflege wäre. Aber wenn das Geld da ist, Millionen von Angestellten in Behörden und vielen Beamten einen Bonus zu zahlen, ist Geld scheinbar nicht das Problem.

Ich gehe jede Wette ein, dass jeder Arzt auch außerhalb der Intensiv deutlich mehr Zusatzbelastung durch Corona hatte als jeder Angestellte im Finanzamt.

Matzexc1
02.01.2022, 12:24
Könnte man das nicht sogar als Diskriminierung/Ungleichbehandlung bezeichnen?

Mr. Fox
02.01.2022, 16:46
Nur eine Berufsgruppe wird kategorisch (teilweise im Gesetzestext) von jeglichen Corona-Boni ausgeschlossen: Ärzte. :-dance

Nope, da gibt es noch eine Gruppe: studentische Hilfskräfte. Arbeite seit bald zwei Jahren am Uniklinikum in der Coronahilfe, inklusive mit infektiösen Patienten, für fürstliche €11,70, und bekomme ich 'nen Coronabonus? Natürlich nicht. Aber irgendwelche Bürohengste in den Verwaltungen schon.

Mr. Pink online
03.01.2022, 06:30
So wie die Verhandlungen mit VKA gerade laufen, wird es so oder so auf Streik hinauslaufen. Da wird man dann wieder sehen, wie vielen Ärzten wirklich wichtig ist ob sich etwas ändert.

Endoplasmatisches Reticulum
03.01.2022, 10:32
So wie die Verhandlungen mit VKA gerade laufen, wird es so oder so auf Streik hinauslaufen.
Da bin ich skeptisch. Die Menschen sind zermürbt und zerrieben vom System, von Corona und von immer neuen Tritten unter die Gürtellinie aus allen Richtungen. Ich sehe eher Resignation als Widerstand aufkommen. Hier im Forum sieht man Klinikfluchtthreads ja auch immer öfter und mit reger Beteiligung.

kartoffelbrei
03.01.2022, 11:03
Die VKA bietet dieses Jahr großzügig eine Nullrunde + Rücknahme einiger arbeitszeitlichen Verbesserungen aus dem letzten Tarifvertrag und bewegt sich null. Da hat man als Arzt genau zwei Möglichkeiten: Entweder man streikt oder man hört auf, über den Marburger Bund zu meckern. Eine Gewerkschaft ist nur so stark wie die Streikbereitschaft ihrer Mitglieder.

freak1
03.01.2022, 11:11
Vermutlich spekuliert der VKA auf gerichtliche Streikverbote wegen Covid...