Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Marburger Bund - was blüht uns dieses Jahr ?
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RodneyBay
17.10.2021, 19:52
Mein Problem bei kürzeren Nachtdiensten ist, dass man dann immer mehrere am Stück machen muss um nicht haufenweise Minusstunden zu generieren. Und je älter ich werde, desto schlechter vertrage ich Nachtdienstblöcke (ich brauche teils ne Woche um danach wieder ne halbwegs normalen Schlafrhythmus zu haben...vom organisatorischen Aufwand bezüglich Kinderbetreuung mal abgesehen)
Ich denke beides ist toxisch für den Schlafrhythmus
tragezwerg
17.10.2021, 21:13
Ich denke beides ist toxisch für den Schlafrhythmus
Das auf jeden Fall....aber eine durchgemachte Nacht ist halt angenehmer als vier oder mehr am Stück.
Ich hätte gerne mal ne angemessene Vergütung für Bereitschaftsdienste bzw. weniger lächerliche Nachtzuschläge bei Schichtdienst.
Bereitschaftsdienste wurden letztes Mal deutlich erhöht, dieses Mal ist die Forderung Rufbereitschaftsdienste +50% für die Zeit in der mal "nur" Rufbereitschaft hat. Wird spannend.
vom organisatorischen Aufwand bezüglich Kinderbetreuung mal abgesehen
Ich versteh dich da viel zu gut. Jede Form von Dienst ist ein Problem für Kinderbetreuung.
tragezwerg
18.10.2021, 04:40
Bereitschaftsdienste wurden letztes Mal deutlich erhöht, dieses Mal ist die Forderung Rufbereitschaftsdienste +50% für die Zeit in der mal "nur" Rufbereitschaft hat. Wird spannend.
Ich versteh dich da viel zu gut. Jede Form von Dienst ist ein Problem für Kinderbetreuung.
Das mit den Bereitschaftsdiensten galt glaub ich nur für VKA, nicht Uni, oder? (Hab schon wieder die Details der letzten Änderungen der beiden Verträge verdrängt)
Mr. Pink online
18.10.2021, 07:24
VKA hat die Bereitschaftsdienstvergütung massiv angehoben. Ist in der höchsten Stufe wie volle Arbeitszeit. Rufbereitschaft gibt es bei mir in der Klinik bspw. gar nicht für Assistenten. In meiner vorherigen Klinik gab es das nur für Funktionsdienste. Trotzdem ist es wichtig, dass da nachgeschärft wird. Die Kliniken werden immer Versuchen ein Schlupfloch zu finden: "Bereitschaftsdienst ist zu teuer?! Na dann machen wir doch einfach Rufbereitschaft daraus. Da ist der Dokumentationsaufwand für den Assistenten so groß, dass er sicher die Hälfte der Arbeitszeit vergisst!".
Was nochmal irgendwann ein ganz heißes Eisen wird, ist die Befristung von Verträgen. Sollte der MB da irgendwann rangehen, wird es für die Kliniken massiv unbequem. Arbeitnehmer mit unbefristeten Verträgen stehen eher mal auf die Beine für ihre Rechte.
vanilleeis
18.10.2021, 08:36
Massiv angehoben ist übertrieben. Es ist jeweils eine 10% höhere Einstufung als vorher. Macht pro Stunde ca. 3€ aus
Bonnerin
18.10.2021, 08:50
An der Befristung wird auch der MB nichts ändern, weil das politisch gewollt ist.
Im vergangenen Jahr gab es ja bereits wieder eine Disskussion bezüglich WissZeit-Gesetz und da war die Aussage der Politiker ganz klar, dass sie das Gesetz wie es ist für gut erachten und nicht sehen, warum da nachgebessert werden sollte. Solange da kein Wille ist wird sich im Bereich universitäre Medizin nichts ändern. Da das WissZeit-Gesetz aber ja für alle Fachbereiche gilt, werden die sich hüten, da ranzugehen. Bin aber eher gespannt, wie das bezüglich Promotionsquote weiter läuft. Hatte subjektiv im Freundes-/Bekannten-/Kommilitonenkreis eher den Eindruck, dass die Zahl an Personen mit Promotion in der Medizin eher sinkt. Aber da viele Kliniken ohnehin kein Interesse an langfristiger Beschäftigung zu haben scheinen...
Ansonsten ist es, zumindest was Ärzteblatt etc. erkennen lässt im kommunalen Bereich ja doch eher so, dass man als FA einen unbefristeten Vertrag bekommen kann. Für Assistenzärzte sieht es da anders aus, aber auch das wird sich nicht ändern...sehe da sogar eher die Gefahr, wenn sich die Arbeitsbedingungen noch weiter verschlimmern, ABER der Vertrag unbefristet wäre, dass man eben nicht die Notbremse Kündigung zieht, sondern das stillschweigend erträgt, weil der Vertrag besser ist.
Endoplasmatisches Reticulum
18.10.2021, 09:50
"Bereitschaftsdienst ist zu teuer?! Na dann machen wir doch einfach Rufbereitschaft daraus. Da ist der Dokumentationsaufwand für den Assistenten so groß, dass er sicher die Hälfte der Arbeitszeit vergisst!".
Das ist durchaus ein Problem. In einer alten Klinik von mir hatten wir ein ähnliches Szenario mit dem Bereitschaftsdienst. Da sollte eine Auslastungsanalyse durchgeführt werden. Das haben die Oberärzte dann so umgesetzt, dass an die Assistenten die Anweisung ging, im Dienst jeden Anruf und jeden Einsatz samt Ort, Grund und Dauer minutengenau in einer Excel-Tabelle zu protokollieren.
Das hat dazu geführt, dass in ruhigen Diensten fleißig (aber kaum etwas) aufgeschrieben wurde, in stressigen Diensten aber niemand Zeit und Lust dafür hatte. Und da man keine Überstunden aufschreiben durfte, hat sich auch nach durchzechtem Dienst niemand in seiner Freizeit hingesetzt und nachgetragen. Zumal das nach einem Horrordienst oft auch gar nicht alles präzise aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren gewesen wäre.
Nach einem Monat hat dann der leitende Oberarzt eine Statistik an die Wand projiziert, dass wir ja entspannte Nächte hätten und deshalb ab sofort noch regelhaft sämtliche Restaufgaben des Tagdienstes am Abend abzuarbeiten hätten. Was haben wir gelacht. Selbst Schuld? Möglich. Aber auch hier: Was hat der Einzelne von der Erkentnnis, und was hätte er/sie anders machen können?
Selbst Schuld? Möglich. Aber auch hier: Was hat der Einzelne von der Erkentnnis, und was hätte er/sie anders machen können?
Wie habt ihr denn dann Dienst mit viel Arbeit dokumentiert? Gar nicht? Ich hätte das versucht anders zu klären. Runden auf 5 Minuten und Tätigkeiten zusammenfassen. Man kann doch bestimmt im System sehen wann der Patient in Notaufnahme kam. Und einfach in der Tasche einen kleinen Zettel, den ich später in die Excel übertrage. Und ja, ich hätte mir die Zeit nach dem Dienst genommen.
Für mich sieht es wirklich nach selbst Schuld aus.
Mr. Pink online
18.10.2021, 10:19
Massiv angehoben ist übertrieben. Es ist jeweils eine 10% höhere Einstufung als vorher. Macht pro Stunde ca. 3€ aus
Bereitschaftsdienst höchste Stufe umfasst max. 49% Arbeitszeit. Dafür 100% Vergütung zu bekommen ist schon sehr gut. Klar man ist die Zeit über in der Klinik, aber Ziel und Zweck dieser Bestimmungen ist es ja auch, den BD weitgehend loszuwerden und die Kliniken dazu zu bekommen, alles in einem geregelten Schichtsystem umzusetzen.
Mr. Pink online
18.10.2021, 10:19
Ja da war wohl Wille nicht groß genug.
Endoplasmatisches Reticulum
18.10.2021, 10:25
Für mich sieht es wirklich nach selbst Schuld aus.
Das ist aber nicht der springende Punkt! Sondern: Was nützt es dem Einzelnen, das zu tun, wenn die anderen nicht mitziehen?
(Ich habe mir damals die Mühe gemacht und alles dokumentiert. Damit war ich aber der einzige und dann manifestierte sich in der Obrigkeit eher die Vorstellung, ich würde die Dienstbelastung aufblähen, weil nach Protokoll fast jeder einzelne schreckliche Dienst immer bei mir war und meine Listen oft 3-4x so lang wie die der anderen, das könne ja nicht richtig sein ...)
Das ist aber nicht der springende Punkt! Sondern: Was nützt es dem Einzelnen, das zu tun, wenn die anderen nicht mitziehen?
Ich persönlich könnte es wohl nicht mit meinem Gewissen vereinbaren meine Kollegen im Stich zu lassen.
Man kann versuchen den Leute zu erklären wieso es sinnvoll ist dies zu tun. Immerhin haben die ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Die sollten die Konsequenzen zumindest intellektuell erfassen können. Aber am Ende hast du keine Handhabe.
vanilleeis
18.10.2021, 12:41
Bereitschaftsdienst höchste Stufe umfasst max. 49% Arbeitszeit. Dafür 100% Vergütung zu bekommen ist schon sehr gut.
Ja klar. Ich lach dann später
Mr. Pink online
18.10.2021, 12:56
wenn du mehr als 49% Arbeitszeit hast, dann muss in der Abteilung eine Erfassung der Arbeitszeit erfolgen. Der Arbeitgeber wird aber kaum von sich aus auf dich zukommen. Das ist auch nicht Job des MB. Hier ist man selbst in der Verantwortung.
Realitatsfern, wenn man glaubt, dass es irgendeinen Vorgesetzten interessieren wird
Wurde ich eig von unserer Personal Abteilung auf den Arm genommen, als man mir sagte, dass man in den Bereitschaftsdienststunden mehr verdient als in der normalen Arbeitszeit?
Bei BD bitte nicht vergessen, dass am nächsten Tag dafür wieder 9h abgezogen werden. Also nur für Sa gibts wirklich 100%, sonst eher so 60-65%.
Cingulum123
18.10.2021, 19:10
Wurde ich eig von unserer Personal Abteilung auf den Arm genommen, als man mir sagte, dass man in den Bereitschaftsdienststunden mehr verdient als in der normalen Arbeitszeit?
Wäre arg ungewöhnlich. Dein Gehalt ist am Ende des Monats durch geleisteten BD höher, als es ohne wäre, aber in der einzelnen Stunde BD mehr verdienen als im Regeldienst kann eigentlich fast nicht sein.
D.Hollywood
18.10.2021, 19:22
Wurde ich eig von unserer Personal Abteilung auf den Arm genommen, als man mir sagte, dass man in den Bereitschaftsdienststunden mehr verdient als in der normalen Arbeitszeit?
Lass dir das schriftlich geben XD
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