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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eröffnen wir mal eine Innere Ambulanz



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Tombow
19.06.2005, 18:19
Hmmm....die Ambulanz so menschenleer? Wohl alle in den Urlaub gefahren? Oder versteckt ihr euch lieber auf diverse Stationen/Funktionsbereiche/Forschungslabors?

Patient hat eine massive Polyurie und Polydipsie, dazu allgemeine Abgeschlagenheit. Wie sieht es mit dem Essverhalten aus? Vermehrt Heißhunger? Ist es ihm des öfteren schwarz vor den Augen geworden? Kaltschweiß/Zittrigkeit? Hat sich die Symptomatik langsam entwickelt oder war sie auf einmal da? Wie genau hat sich der Leistungsknick bemerkt gemacht, einfach Motivation- und Antriebsschwund oder eher körperliche Abgeschlagenheit? War er schonmal wegen seiner Probleme beim Hausarzt, ist da Blutdruck gemessen worden, falls ja, welche Werte wurden gemessen? Hat er auch Durchfälle? Kopfschmerzen? Wenn der Patient sich für eine Anamnese in die Richtung zugänglich zeigt, dann vorsichtig auch sexuelle Anamnese erheben und gezielt nach einer Libidoabnahme fragen. Dazu vielleicht eine Anamnese der aktuellen sozialen und beruflichen Situation. Bei der familiären Anamnese würde ich auch weiter nachhaken, ob es sich beim Diabetes des Onkels und der Großmutter um ein Typ 1 oder Typ 2 handelte, Manifestationsalter?

Bei der körperlichen Untersuchung wurden mich AZ und EZ interessieren(eher schlank oder eher adipös?), RR, Puls, Hautturgor und -teint(eher trocken oder eher teigig-feucht, blaß oder eher braun), eventuelle Ödeme(auch wenn nur diskret) und Abdomenbefund. Dazu noch orientierend neurologische Untersuchung(Hirnnervenstatus fände ich da interessant).

Meine Verdachtsdiagnosen bisher:
-Diabetes mellitus(wurde schon vermutet, wobei, für ein MODY ist der Patient etwas zu alt, aber bei positiver Familienanamnese...wer weiß?)
-Hypophyseninsuffizienz(und zwar global, Vorder- UND Hinterlappen)....wer weiß, vielleicht auf der Basis eines Kraniopharingeoms?
-Diabetes insipidus
-Larvierte Depression/Somatoforme Störung(sicherlich denkbar, auch wenn Ausschlußdiagnose)

Beim Labor wären sicherlich E'lyte, BZ und SD-Hormone interessant.

Tut mir leid für die sehr vielen Anamnesefragen, aber bei der unspezifischen Symptomatik ist schon eine umfassende Anamnese unabdingbar, bevor es mit weiterführenden Diagnostik losgeht.

Eilika
12.11.2006, 08:27
Also, einen ganz kleinen interessanten Fall hab ich mittlerweile auch gesehen, ist nur ne ganz kurze Sache, aber bei mir halt hängengeblieben...
Da die Patientin ambulant war, kann ich Euch aber nicht mit vielen Details dienen, da kommt es aber auch nicht so drauf an...

Also, die Notfallschwester kommt zu Euch und sagt, da ist ne junge Patientin mit Torticollis in Kabine 4!

Relaxometrie
12.11.2006, 10:00
Wie alt ist die "junge" Patientin denn?
Seit wann hat sie den Schiefhals?
Hat sie etwas Schweres gehoben, oder sich im Fitnessstudio mit Gewichten ausgepowert (so einen Fall habe ich mal in der Ambulanz gesehen)?
Ist ihr schwindelig? Kann sie die Arme im Schultergelenk, wenn auch unter Schmerzen, normal bewegen?

Eilika
12.11.2006, 10:06
Sie ist 16, das ganze hat vor einer Stunde angefangen, Beweglichkeit im Schultergelenk ist normal, Gewichte oder ähnliches hat sie nicht gehoben...

Relaxometrie
12.11.2006, 10:10
In welcher Situation hat es denn angefangen? Bei einer komischen Kopfbewegung? Oder hat sie längere Zeit im Durchzug gesessen, z.B. eine längere Autofahrt mit offenen Fenstern oder Ähnliches?

Eilika
12.11.2006, 10:56
Nein, es ist ganz einfach und spontan gekommen... ganz plötlich war der Kopf schief und der Hals hat an der Seite weg getan...

Relaxometrie
12.11.2006, 11:08
Hatte sie so etwas schonmal?

Eilika
12.11.2006, 11:49
nein, ist nichts bekannt...

Relaxometrie
12.11.2006, 12:03
Wie schief steht denn der Hals, und in welche Richtung?

Eilika
12.11.2006, 12:20
hals steht nach links schief... ziemlich, sagen wir mal gut 45°... und die Patientin sieht recht schmerzverzerrt aus...

Relaxometrie
12.11.2006, 15:35
Ich weiß jetzt nicht mehr so richtig weiter. Wenn die Patientin das zum erstenmal hat und sonst unauffällig ist, ist mein Vorschlag:
Wärme und ein muskelrelaxierendes Medikament (Tetrazepam, also z.B. Musaril).
Wenn wir in Deutschland wären, würden wir evtl. noch eine Röntgenaufnahme der HWS in 2 Ebenen machen. Da aber keine Fremdeinwirkung vorliegt, sehe ich jetzt keine echte Indikation für ein Rö-Bild :-nix

Eilika
12.11.2006, 16:27
Also... wir sind ja nicht in Deutschland...
und ich muss ja irgendwie dahin, wo ich hinwill... also: kein Bild... und weil sie so verzerrt schaut, bekommt sie jetzt mal was gegen die Schmerzen... wir fragen sie also brav, ob sie Probleme mit dem Magen hat oder Allergien und da sagt sie uns, sie habe so ne leichte Magen-Darm-Grippe gerade... also bekommt sie ein NSAR in die Vene... nach 5 Minuten geht es ihr deutlich besser, aber als Du nach 10 Minuten nochmal nach ihr schaust, da hat sie die Symptomatik auf der anderen Seite, noch viel ausgeprägter als vorher...

Evil
12.11.2006, 17:10
Gib ihr mal etwas Magnesium zu lutschen, mal schauen, was dann passiert. Hyperventiliert sie?

Vielleicht doch mal BGA und E'lyte bestimmen?

Eilika
13.11.2006, 07:43
Naja, haben wir nicht gemacht... weil da war ich dann nämlich so perplex, dass ich mit meinem OA rein bin... und der hat ihr halt einfach nur EINE Frage gestellt und damit die Sache geklärt...

Relaxometrie
13.11.2006, 19:23
"Haben Sie morgen eine wichtige Prüfung in der Schule?"

Pauker
13.11.2006, 19:41
ROFL :-top

Ex-PJ
13.11.2006, 22:16
MCP-Überdosierung?

test
13.11.2006, 22:41
Oder irgendwelche anderen Medikamente? insbesonder NEuroleptika?

Dr. Hyde
14.11.2006, 00:45
kann eigentlich nur mcp sein...

Eilika
14.11.2006, 07:23
War es auch... auch wenn es nur eine Tablette an dem Tag war... und am Vortag auch eine und da ist nichts passiert... das ist aber was, was ich nie vergessen werde, sah nämlich extrem eindrücklich aus...