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Evil
25.04.2006, 20:05
1.)Wehenstillstand bei der 1. Sectio, die 2. wurde dann als geplante Sectio durchgeführt
2.)Soweit die Patientin weiß, ja
3.)die erste in ITN, die 2. in Spinaler
4.)Was empfiehlst Du Ihr? Sie weiß nicht, was für das Kind am besten ist...
5.)Ja

Welche dieser Informationen ist jetzt entscheidend?

Flohri
25.04.2006, 22:38
1.)Wehenstillstand bei der 1. Sectio, die 2. wurde dann als geplante Sectio durchgeführt
2.)Soweit die Patientin weiß, ja
3.)die erste in ITN, die 2. in Spinaler
4.)Was empfiehlst Du Ihr? Sie weiß nicht, was für das Kind am besten ist...
5.)Ja

Welche dieser Informationen ist jetzt entscheidend?

ok, nochmal Stück für Stück. mich interessiert noch folgendes:

1.) Warum wurde die 2. Geburt auch als Sectio durchgeführt (sorry, mit Gyn kenn ich mich noch kaum aus, daher könnten die Fragen auch dusselig erscheinen :-nix )

2.) Prinzipiell kann ja die Patientin auch sagen, ob sie lieber ganz ratzen will oder die Sectio noch mitbekommen will, v.a. wenn der Vater dabei ist (<-- der käme mir nämlich schonmal nicht bei ner ITN in den Saal :-winky )

3.) Warum soll's dieses Mal denn wieder ne Sectio werden?

4.) Laborwerte? (v.a. Gerinnung --> Spinale, Thrombos, was sonst noch?)

5.) Da sie ja schon 2x Sectio hatte, ist da nicht zu erwarten, dass die 3. dann etwas länger als die 1. dauert (Verwachsungen etc. von den ersten?). Daher wäre evtl. ne Spinale für das Kind besser, weil sie bei längerer OP-Dauer weniger Probleme machen könnte in punkto Medikamente, die das Kind noch von der Mutter abbekommt *mal ins Blaue schieß*

Fazit:
Eher eine Spinale, wenn die Mutter einverstanden ist. Sie ist dann auch wach, und Vater kann auch dazu. Wenn es jedoch keine Kontraindikationen gibt natürlich

Evil
26.04.2006, 18:42
Die Gynnies (zumindest in meinem Haus) führen Sectiones oft aus Sicherheitsgründen durch, wenn also bei einer Geburt schon mal etwas nicht gut gelaufen ist, wird dann im Zweifel eher wieder sectioniert, nach 2x sowieso, weil der Uterus da oft schon zu sehr vernarbt ist und reißen könnte (ganz böse!).

Außerdem ist in unserem Haus Standard, Sectiones grundsätzlich in Spinaler durchzuführen, weil

- das Lökalanästhestikum nicht auf das Kind übertritt
- (Hoch-)Schwangere grundsätzlich nie nüchtern sind und daher ein deutlich erhöhtes Aspirationsrisiko haben

Wenn also keine Kontraindikationen bestehen, dann immer in Spinaler.

O.k., Gerinnung ist o.k, Patientin kommt am nächsten Tag, los geht's.

Was ist die größte Gefahr, worauf müssen wir achten?

Flohri
26.04.2006, 19:20
Was ist die größte Gefahr, worauf müssen wir achten?

Gefahren:
Blutdruck geht tierisch in den Keller
Übelkeit, Erbrechen
postspinaler Kopfschmerz

noch etwas Wichtiges?

macepaker
26.04.2006, 20:36
Vena cava Kompressionssyndrom -> nicht platt auf den Rücken legen, Fruchtwasserembolie, erhöhtes Thrombembolierisiko bei Hyperkoagulabilität
Bei der Spinalen ist das Blutungsrisiko höher, da die Venenplexus gestaut sind

Evil
26.04.2006, 21:17
Mehr fällt mir jetzt auch nicht ein. :-top

Und was machen wir dafür?

Flohri
01.05.2006, 08:57
Mehr fällt mir jetzt auch nicht ein. :-top

Und was machen wir dafür?

tja, gute Frage. Welche Medis kann man denn da nehmen?

macepaker
01.05.2006, 09:42
Aufklärung wie immer mit evtl. nötige bal. Anästhesie & höheren Risiken (s.o./ hohes Aspirationsrisiko bei bal. Anä.)
Auch bal. Anä vorbereiten (lassen :-) )
PDA-Anlage im Sitzen oder Linksseitenlage (sollte ein erfahrener Anästhesist machen, weil sehr schwer bei SS->Ödeme, loss of resistance kann sehr gering sein) mit Bupivacain&Fentanyl Pkt. bei L3/L4, Katheter bei Th4/5
dann OP 30 min später mit Überwachung von SaO2, RR, EKG, CTG,...

oder SPA mit Bupivacain L3/L4, dann entspr. lagern und weniger spritzen als sonst, da intrabd. Druck erhöht.

bei beiden Verfahren auf RR achten, Hypotonie ist schlecht für's Kind

Evil
01.05.2006, 15:12
Was seid Ihr wieder Kompliziert ;-)

Wir stechen ganz normal eine Spinalanästhesie, allerdings mit hyperbarem LA, damit wir das wenigstens etwas steuern können.
Danach wird die Patientin in leichte Linksseitenlage gebracht, um das Vena-cava-Kompressionssyndrom zu vermeiden. Der Blutdruck wird nichtinvasiv alle 3 Minuten gemessen, EKG und Sättigung sind sowieso dabei, und falls der Kreislauf in den Keller geht, haben wir Atropin und Akrinor/Ephedrin (Katecholamine) bereitliegen.
Meistens sind die Frauen auch eher hypovoläm, daher die vorher angehängte Ringer im Schuß reinlaufen lassen, HAES aber auch bereithalten.

Falls die Spinale nicht sitzt oder für Notfall-Sectiones wird mit Thiopental (Barbiturat) und Succi intubiert und dann Gas (Sevofluran) auf Anschlag. Opiate erst, wenn das Kind draußen ist!

@macepaker: Nach Deinen Ausführungen wäre ich ein erfahrener Anästhesist :-oopss

Flohri
01.05.2006, 15:33
Was seid Ihr wieder Kompliziert ;-)

Du weißt doch: "Warum einfach, wenn's auch umständlich geht" :-dance



Meistens sind die Frauen auch eher hypovoläm, daher die vorher angehängte Ringer im Schuß reinlaufen lassen, HAES aber auch bereithalten.

:-oopss

Aber net zuviel Flüssigkeits bei ner Sectio *überleg*. Mir hat ein Anästhesist mal erklärt warum, aber mir ist der Grund, wie man so schön sagt, "temporär entfallen" :-))

Wie war das nochmal?

Evil
01.05.2006, 15:53
Von Flüssigkeitsbeschränkung weiß ich nix...

Flohri
01.05.2006, 15:56
Von Flüssigkeitsbeschränkung weiß ich nix...

hmm, ok, vielleicht hab ich das auch verwechselt :-nix

macepaker
01.05.2006, 16:25
Stimmt es, dass man bei bal. Anä erst abwäscht/abdeckt und dann einleitet? Wie lange dauert die OP eigtl noch, wenn das Kind raus ist? Muss man dann noch vertiefen?

Evil
01.05.2006, 16:33
Stimmt es, dass man bei bal. Anä erst abwäscht/abdeckt und dann einleitet?Jep, die schneiden, sobald der Tubus geblockt ist.



Wie lange dauert die OP eigtl noch, wenn das Kind raus ist? Muss man dann noch vertiefen? Dann kannst Du erst vertiefen, solltest Du auch, bis dahin fährst Du ja ohne Analgesie. Das Kleine is nach 2 Min draußen, die brauchen 20 Min zum Zumachen, sobald das Kind raus ist, ist normale "Bauch"-Narkose angesagt. (Und evtl Säuglings-Rea :-(()

Evil
04.05.2006, 16:44
Eine Anmerkung: so wie ich das alles beschrieben habe, ist es eine Möglichkeit, die ich so an meinem Haus kennengelernt habe.
Bei den meisten Narkosen kann man genausogut anders vorgehen, solange man es gut begründet, das erlebe ich selber grad wieder, weil ich vorübergehend in einem anderen Haus arbeite (so eine Art Austauschprogramm).

Also, gerade in der Anästhesie gibt es meist mehr als eine sinnvolle Variante, es ist aber besonders am Anfang nützlich, wenn man eine Schiene wirklich beherrscht, bevor man anderes ausprobiert.



So,wer noch Lust hat... :-))
Der diensthabende Chirurg ruft Euch in die Ambulanz wegen einer inkarzerierten Hernie, die Ihr Euch anschauen sollt und die notfallmäßig so bald wie möglich operiert werden soll.

Da liegt eine ca 60jährige Patienten und kuckt Euch ängstlich und sichtbat unter Schmerzen an.
Was fragt Ihr, was macht Ihr?

Hypnos
04.05.2006, 16:48
Eine Anmerkung: so wie ich das alles beschrieben habe, ist es eine Möglichkeit, die ich so an meinem Haus kennengelernt habe.
Bei den meisten Narkosen kann man genausogut anders vorgehen, solange man es gut begründet, das erlebe ich selber grad wieder, weil ich vorübergehend in einem anderen Haus arbeite (so eine Art Austauschprogramm).

Also, gerade in der Anästhesie gibt es meist mehr als eine sinnvolle Variante, es ist aber besonders am Anfang nützlich, wenn man eine Schiene wirklich beherrscht, bevor man anderes ausprobiert.



So,wer noch Lust hat... :-))
Der diensthabende Chirurg ruft Euch in die Ambulanz wegen einer inkarzerierten Hernie, die Ihr Euch anschauen sollt und die notfallmäßig so bald wie möglich operiert werden soll.

Da liegt eine ca 60jährige Patienten und kuckt Euch ängstlich und sichtbat unter Schmerzen an.
Was fragt Ihr, was macht Ihr?

1.) Sind Sie vielleicht Privat krankenversichert? [dann würde der OA die Narkose machen]

2.) Wie stark sind die Schmerzen? (Für den Fall von stärksten Schmerzen immer mal ein wenig Fenta in der Tasche hat)

Möchte aber jetzt nicht die Fragestunde vorwegnehmen, werde mich zum späteren Zeitpunkt nochmal äussern:-)


Es grüßt,

Hypnos

hallohaldol
04.05.2006, 17:00
das wird jetzt etwas durcheinander und unvollständig,aber ich wollte auch mal.... :-oopss
wann hat sie denn zum letzten mal was gegessen?
kh aufenthalte in letzter zeit?
das übliche wie bei den anderen beiträgen auch:vorerkrankungen,vorherige narkosen,komplikationen,medis,allergien,etc.....
wie schauts mit ihrem kreislauf aus?
wird bei ner notfall hernie immer ne lap gemacht oder käme auch endoskopisch in frage?weiß ich nicht,wäre vielleicht abe auch ganz nett zu wissen welches op verfahren die chir vorhaben.
mehr fällt mir fürs erste nicht ein,erhebe aber garkeinenfalls anspruch auf vollständigkeit....

Evil
06.05.2006, 07:57
Prinzipiell haben wir alles, es sollte im Notfall ja auch schnell gehen ;-)

Bei Privatpatienten wird tatsächlich der Hintergrund gerufen :-D

Die Frage nach der Nüchternheit und den VEs ist sehr wichtig:
die Patientin hat vor 1 1/2 h noch ein Stück Kuchen mit Kaffee zu sich genommen.
Sie ist Diabetikerin, nimmt dafür Metformin (hat sie heut morgen auch), mißt aber nicht regelmäßig BZ, bisher noch keine Folgeerkrankungen bekannt.
Ansonsten Hypertonikerin, COPD, Z.n. Gallenblasenentfernung vor 2 Jahren (Narkose ohne Komplikationen), raucht tgl 1/2 Schachtel Zigaretten (ich mag so vernünftige Patienten :-(), adipös mit 108 kg bei 156cm :-)).

Außer Metformin nimmt sie noch Enalapril (Blutdrucksenker) und hat einen Inhaler für ihre Bronchitis.

Ihr ist momentan übel, gegen die Schmerzen geben wir ihr was (ich favorisier Dipidolor).

Und jetzt? Diagnostik?

Janny
06.05.2006, 13:04
Jetzt fluch ich erst mal gewaltig und dann mach ich weiter :-(
Ich hätt gern ein EKG (nicht über ne Niedervoltage wundern :-)) ), nen Röntgen-Thorax, den Blutzucker, Labor mit den üblichen Verdächtigen.

Evil
09.05.2006, 20:47
EKG und BZ kriegen wir sofort, bis die Blutergebnisse aus dem Labor und das Rö-Bild da sind, wird noch etwas Zeit vergehen. Warten wir solange?

BZ liegt bei 130 mg/dL, EKG ist bis auf einen ausgeprägten Rechtsschenkelblock unauffällig.

Und jetzt? Die Chirurgen drängeln... ;-)