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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was sollte man als "Anfänger-Assi" fachlich wissen/können?



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Fersenbein
22.01.2008, 20:10
Also ich muss Alley total recht geben! Ich bin selbst Berufsanfänger und kann vieles nicht. Aber gerade die 10 Punkte, die du aufzählst, sollten bei einem Berufsanfänger in der Inneren drin sein. Gut, Epikrisen diktieren hab ich noch nie gemacht, ich muss alles per Hand schreiben. Vermutlich würde mir das erst mal schwer fallen. Anamnese innerhalb 30 Minuten inklusive Untersuchung? Soviel Zeit hat man auch nicht überall. Was macht deine Kollegin, wenn du morgen krank wärst? :-nix

Lava
22.01.2008, 20:20
Gut, Epikrisen diktieren hab ich noch nie gemacht, ich muss alles per Hand schreiben.

Das hab ich im PJ gemacht. Siehste mal, wie unterschiedlich und abhängig von äußeren Umständen das ist...

Fersenbein
22.01.2008, 20:25
das schon, aber wenn man doch in ein bestimmtes Fachgebiet geht? Ich kann doch nicht ernsthaft als neuer Innere-Assi auf die Station kommen und keine Ahnung haben, ob ein Blutdruck von 210 mmHg noch tolerabel ist oder ob das EKG eines Patienten nun einigermaßen okay aussieht, oder ob da was richtig faul ist. Und wenn man dann auch noch ewig Zeit braucht für eine Untersuchung und Anamnese und keine Viggos legen kann - wenn ich Alley richtig verstehe - ja, was dann eigentlich?

alley_cat75
22.01.2008, 20:26
Was macht deine Kollegin, wenn du morgen krank wärst?

Willst Du eine ehrliche Antwort? Ich höre schon die Aufschreie an Deutschlands PCs... Dann kann sie sich einen Strick nehmen. Sie nimmt Patienten auf, kümmert sich aber nicht mehr um deren Laborwerte oder Untersuchungsergebnisse. Das kann auch mal fatal enden und ihren Job kosten. Heute wurde ein Patient mit Krea 180 (normal bei uns unter 90) zur KM-CT geschickt. Das geht echt gar nicht.

Fersenbein
22.01.2008, 21:49
Naja, das war rhetorisch gemeint. Vielleicht wäre das aber gar nicht soooo verkehrt. Wenn du ihr alles abnimmst - und das machst du ja wohl gerade - dann lernt sie es ja auch nicht. Wenn das erste Mal der OA kommt und seine Aggressionen an ihr ablädt, weil sie einen Patienten mit Niereninsuffizienz zum KM-CT geschickt hat ohne weiteres... Danach weiß sie es sicher...

Edit: Nicht, dass ich da drauf stehe, wenn´s einen Anschi$$ gibt oder das für eine gute Form der Lehre halte! Aber ein Ansporn, das nächste Mal dran zu denken ist es doch!

John Silver
23.01.2008, 00:00
Meiner Meinung nach sollte ein Student, der im mündlich-praktischen StEx-Teil zumindest eine 2 geschafft hat, für den Anfang ganz passabel gerüstet sein. Die Punkte, die alley_cat aufgezählt hat, halte ich (als Anfänger) auch für Basics, die sollte man wirklich können, wenn man eine Approbation sein Eigen nennt.

Irgendeine spezielle Vorbereitung halte ich persönlich für überflüssig. Auf alles wird man sich nicht vorbereiten können; höchstens wenn man die erwähnten Punkte nicht beherrscht, sollte man eventuell nacharbeiten; ansonsten ist man eben ein Anfänger. Wenn man schon alles wüßte und könnte, bräuchte man die Weiterbildung nicht.

Allerdings sind mir auch schon einige "Alt-Assistenten" untergekommen, die von Anfängern zuviel erwarten. Sie spielen sich ziemlich auf, ohne einen wirklichen Grund. Ich nenne solche Leute "gefühlte Oberärzte". Manche tun es, weil sie auf diese Weise ihrem Ego schmeicheln; manche sind eigentlich gar keine Ärsche, aber nicht besonders geschickt, was Kommunikation betrifft. Auf jeden Fall behandeln sie einen, als sei man gerade aus einer Behindertenwerkstatt als Fensterputzer-Aushilfe geschickt worden. Ich denke, Fragen wie: "Wie wird die Leber mit Blut versorgt?" sollten nur niedrigsemestrigen Studenten gestellt werden; ein junger Assi "verdient" eine solche Frage m.E. nur dann, wenn er/sie sich so anstellt, wie die neue Kollegin von alley_cat. Ältere Assistenten sollten m.E. eher in dubio pro reo denken, und einem Neuling nicht a priori unterstellen, er/sie sei blöd und nichtswissend.

alley_cat75
23.01.2008, 10:20
Ich unterstelle meiner Kollegin einfach mal, dass sie sich teilweise ganz schön gehen lässt. Ich habe ihr am ersten Tag erklärt, dass ich selbst erst 1 Jahr dabei bin und ganz viel lernen muss; dass wir beide viel lernen müssen. Offenbar ist sie nun der Meinung, ihre Dummheit fällt dann nicht groß ins Gewicht. :-meinung Vielleicht sollte ich mich mal OA-mäßig aufführen, damit sie merkt, dass sie keine Studentin mehr ist, sondern approbierte Ärztin mit Verantwortung?! Naja, wie man es macht, macht man es falsch. Aber dennoch hat sie noch ein paar Wochen Nestschutz bei mir; aber danach...

Marita
23.01.2008, 12:55
Wow - das klingt echt heftig - mit so einer Kollegin ist es echt schwer...machst Du es so - ist es verkehrt, und anders erst recht...

Ihr habt jetzt viel aus der "Inneren" Ecke erzählt - wie ist es denn bei den Chirurgen...?
werd da bald landen und hab echt Bedenken vor dem Tag, an dem ich nachts alleine in der Notaufnahme stehe... :-oopss
Ein schönes Rö-Bild anordnen und darauf dann ne Fraktur erkennen und auf meinem Aufnahmeblatt irgendeinen Weber XY oder ne Radiusfraktur vermerken, das trau ich mir zu, aber dann...?
Ja klar, jeder von uns hat schonmal nen Gipskurs gemacht, aber den Gips dann wirklich OHNE dass nochmal jemand draufschaut (gehen wir mal davon aus, die Schwester ist auch neu...) sofort druckfrei und im richtigen Winkel hinkriegen? Schliesslich geht der Mensch danach damit nach Hause und sieht u.U. einige Stunden keinen Arzt mehr...
oder da kommt die schöne Trümmerfraktur um 3 Uhr früh und Du hast keine Ahnung, ob das sofort auf den Tisch gehört oder nicht... :-lesen

Wird man da bei Euch etwas rangeführt, oder ist sowas auch Voraussetzung (gipsen, schienen, OP-bedürftig von Nicht-OP-bedürftig unterscheiden...?)

Doktor_No
23.01.2008, 13:18
das findet sich. die ersten dienste werden schlimm, und dann immer entspannter. und tröste dich: wenn du das nicht packst, bist du auch nicht lange in der chir. selektion:-)) das klappt aber bestimmt, wenn man das will geht das alles fix.

Huepftigger
23.01.2008, 15:12
Ihr macht mir ja Angst vor meinem Beginn nächste Woche...

Leider ist es ja wirklich so, dass mancherorts die praktische Ausbildung einfach das letzte ist und der PJ gerade mal Blutabnehmen und Braunülen legen darf. Ich hab mir jetzt zu meinem Start in der Inneren aber auch nochmal ein EKG-Buch reingezogen und hoffe, dass das in der Praxis dann auch was bringt. Die anderen Basics sollte man, da geb ich euch vollkommen recht, einfach nach dem Studium drauf haben. Und deine Kollegin kann im Grunde froh sein, dich zu haben, alley. Vielleicht solltest du ihr einfach mal in Ruhe erklären, dass es so nicht geht und sie voll approbiert ist. Auch, wenn ihr Verhalten echt daneben ist, würd ich das erstmal in Ruhe zu ihr sagen.

peter schlönzke
23.01.2008, 15:22
Wenn ich das hier so lese, bin ich immer gespannter, was die Kollegen nächste Woche von mir erwarten.
Nachdem ich im Vorstellungsgespräch für eine andere Stelle vorwurfsvoll gefagt wurde, wieviele Pleurapunktionen ich durchgeführt hätte ( Antwort: keine), wundert mich ohnehin nichts mehr.
Aber die Punkte von Ally sind ja wirklich extrem....
Aber wenn ich an manche PJ-Kollegen denke, wundert es mich nicht,daß es leute gibt die maximal unfähig sind.
Und durchfallen durch die mündliche Prüfung tut ja niemand.. eigentlich unverantwortlich.

Ich denke, daß eher die hausinternen Standarts zu Beginn neu und "schwer" sind und ich mit dem Computersystem kämpfen werde.
Habe mir schon ein tolles dickes Aufschreibheft für die Kitteltasche besorgt, damit alles nur einmal erklärt werden muss :-blush

@ Hüpftiger: Wie schön, ein Leidensgenosse.... ich beginne auch am Freitag, auch Innere :-) Habe zwar das Gefühl wieder viel vergessen zu haben aber ein solider Grundstock an Wissen wird wohl hoffentlich noch da sein.
Auch schon so aufgeregt?

Ehemaliger User 20130505
23.01.2008, 15:27
Ich denke, daß eher die hausinternen Standarts zu Beginn neu und "schwer" sind Wozu braucht denn Dein Krankenhaus Standarten? ;-)

peter schlönzke
23.01.2008, 15:39
Wozu braucht denn Dein Krankenhaus Standarten? ;-)

Hehe :-blush Vielleicht um angesichts der Rechtschreibfehler der Assis nicht umzufallen....

Ehemaliger User 20130505
23.01.2008, 15:47
Oder damit sich die Frischlinge daran festhalten können. Vielleicht sollte sich alleycats Station auch eine zulegen. :-)

alley_cat75
23.01.2008, 17:20
wieviele Pleurapunktionen... mit dem Computersystem... dickes Aufschreibheft...

Falls es Dich beruhigt, bei Pleurapunktionen kommt mein OA auch nach einem Jahr immer noch mit und das ist auch gut so. :-meinung Mit unserem PC-System kämpfe ich bis heute; der EDV-Chef und ich sind dicke Kumpels. :-blush Das mit dem Notizbuch mache ich bis heute - super Idee - man kann sich nicht alles merken bzw. manchmal weiß man genau, was zu tun ist und schmult doch nochmal. :-blush

Neue Anekdote von Dr. Miss know nix nothing: Pat. mit pO2 von 58 mmHg in der BGA, gestern von ihr abgeknickt, aber keine Konsequenz. Und ich bekam den Ärger, warum der Pat. heute noch keinen O2 hat bei augenscheinlicher Hypoxämie. :-kotz Warum ich?! Ich erkläre gern und helfe den neuen Kollegen, aber für zwei arbeiten kann ich leider nicht. :-heul Und wenn man fachlich erst ein Jahr Vorsprung hat, ist mir das auch zu doof, alles zu kontrollieren. Ihr Lieben, die ihr da draußen bald neu anfangt, stellt euch bitte nur halb so dumm an oder lest ggf. nochmal nach oder fragt oder beides, aber das geht nicht. :-oopss

@Marita: von den chirurgischen Jungassis bei uns in der Notaufnahme weiß ich, dass alles gut wird. :-top Beim Gippsen helfen die Schwestern und bei vielem anderen auch. Bei meinem ersten allergischen Schock wusste ich vor Schreck nicht, was an Medis geben. Während ich die Hintertür suchte und eine gute Ausrede, zog die Schwester die Medis auf und reichte sie mir mit einem freundlichen Zwinkern. Teamwork sage ich nur und das flutscht. :-dance

Rene_Weller
23.01.2008, 17:42
Falls es Dich beruhigt, bei Pleurapunktionen kommt mein OA auch nach einem Jahr immer noch mit und das ist auch gut so. :-meinung Mit unserem PC-System kämpfe ich bis heute; der EDV-Chef und ich sind dicke Kumpels. :-blush Das mit dem Notizbuch mache ich bis heute - super Idee - man kann sich nicht alles merken bzw. manchmal weiß man genau, was zu tun ist und schmult doch nochmal. :-blush

Neue Anekdote von Dr. Miss know nix nothing: Pat. mit pO2 von 58 mmHg in der BGA, gestern von ihr abgeknickt, aber keine Konsequenz. Und ich bekam den Ärger, warum der Pat. heute noch keinen O2 hat bei augenscheinlicher Hypoxämie. :-kotz Warum ich?! Ich erkläre gern und helfe den neuen Kollegen, aber für zwei arbeiten kann ich leider nicht. :-heul Und wenn man fachlich erst ein Jahr Vorsprung hat, ist mir das auch zu doof, alles zu kontrollieren. Ihr Lieben, die ihr da draußen bald neu anfangt, stellt euch bitte nur halb so dumm an oder lest ggf. nochmal nach oder fragt oder beides, aber das geht nicht. :-oopss

@Marita: von den chirurgischen Jungassis bei uns in der Notaufnahme weiß ich, dass alles gut wird. :-top Beim Gippsen helfen die Schwestern und bei vielem anderen auch. Bei meinem ersten allergischen Schock wusste ich vor Schreck nicht, was an Medis geben. Während ich die Hintertür suchte und eine gute Ausrede, zog die Schwester die Medis auf und reichte sie mir mit einem freundlichen Zwinkern. Teamwork sage ich nur und das flutscht. :-dance

Wie klein doch die Welt ist. Da liest man ein wenig im Medizinstudentenforum herum und zufällig sieht man genau dort seine Arbeits"kollegin" lästern und lügen was das Zeug hält.

@all: bitte glaubt nichts von alledem!

Als ich Herrn U. das letzte Mal gesehen hab, da hatte er noch einen pO2 von 558 mmHg. Also alles in bester Ordnung. Ich weiß nicht, was Jaqueline mit ihm gemacht hat, aber ich finde, dass völlig zurecht SIE den Anschiss gekriegt hat.
Und es ist auch sonst alles ganz anders. In wirklichkeit ist sie die Unsichere und Unwissende und Unfähige und außerdem ging ich davon aus, dass der Patient, den ich ins Kontrastmittel-CT geschickt hatte, gar keine Nieren mehr hätte, also auch nicht niereninsuffizient sein konnte. Wie ihr seht sieht die Sache bei näherer Betrachtung ganz anders aus. Nur weil sie sich nicht besonders hervortut und daher die Oberärzte selbst nach einem Jahr nicht ihren Namen kennen, wird der ganze Frust an mir ausgelassen. Ich kann aber gar nichts dafür.

Jedenfalls ganz schlechter Stil, Jaqueline. Wir sollten uns mal auf der Arbeit unterhalten.

Ansonsten liebe Grüße und es ist auch bei uns im Osten noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Eure Mandy

Lava
23.01.2008, 18:03
*edit*

psycho1899
23.01.2008, 18:09
*edit*

Ist nicht Dein Ernst, oder? :-wow

Huepftigger
23.01.2008, 20:06
Auch schon so aufgeregt?

Mit Sicherheit noch mehr als du. Unsere Innere-Ausbildung in der Uni war total mies, noch mieser war mein Innere-Tertial - zum ersten Mal richtig gelernt hab ich das ganze jetzt zum Examen. Es gibt also sicher einiges, was ich nicht weiß. Zumindest mochte ich aber Pharma und denke, dass ich daher ein bisschen was retten kann...
Die Sache mit dem Notizbuch mach ich übrigens auch. Das hab ich schon im PJ angefangen und fand das total super. Und mein Vorteil: Die Klinik nutzt genau das EDV-System, welches ich in meinem ersten Tertial kennengelernt habe. Also zumindest etwas kenne ich es schon :-)

@Mandy - sorry, dass ich mich da jetzt einmische. Aber ob dein Patient noch seine Nieren hat oder nicht, solltest du schon wissen. Entweder aus der Anamnese, aus alten Briefen oder dem sicher bei der Aufnahme gelaufenem Labor (ich geh doch mal davon aus, dass Krea da auch Standard ist).
Ansonsten ist es aber echt mutig, dich hier zu outen. Schade, dass du das hier lesen musstest, bevor alley mit dir reden konnte. Aber ich bin mir sicher, dass die das noch getan hätte. Nimm ihr nicht alles hier übel, sondern dir vielleicht den einen oder anderen Tipp einfach zu Herzen.

Fersenbein
23.01.2008, 20:11
das ist doch jetzt inszeniert, oder? :-D